{"id":10653,"date":"2011-02-07T09:48:26","date_gmt":"2011-02-07T08:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=10653"},"modified":"2011-02-07T09:48:26","modified_gmt":"2011-02-07T08:48:26","slug":"so-viel-wochenende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2011\/02\/so-viel-wochenende.htm","title":{"rendered":"So viel Wochenende"},"content":{"rendered":"<p>Es ging schon mal mit Freitagabend los, dieses Wochenende: Ich traf mich mit einer Freundin, die ich viel zu selten sehe (m\u00f6glicherweise habe ich allerdings nur Freunde, die ich viel zu selten sehe), im Augsburger Lokal Kuckuck zu einem ausf\u00fchrlichen und vorz\u00fcglichen Abendessen. Dazu hatte ich das B\u00fcro p\u00fcnktlich um halb sechs verlassen m\u00fcssen, obwohl mehrere Kollegen noch dringend etwas von mir zu brauchen glaubten \u2013 sowas kostet mich ziemlich \u00dcberwindung.<\/p>\n<p>Nutzte allerdings nichts, weil ich mich in den falschen Zug setzte. Ich muss mich in der angezeigten Gleisnummer geirrt haben, doch t\u00fcckischerweise entsprach dieser Zug der gewohnten Bauart (doppelst\u00f6ckiger Regionalzug) und verlie\u00df den Bahnhof auch noch zur erwarteten Zeit. Nur dass er halt nicht Richtung Augsburg, sondern Richtung M\u00fchldorf fuhr. Noch ein Gl\u00fcck, und Sie wissen, was Gott uns vor allem h\u00fcten m\u00f6ge, noch ein Gl\u00fcck hielt er zum ersten Mal bereits in M\u00fcnchen Ost. Also S-Bahn zur\u00fcck zum Hauptbahnhof, der Freundin unterwegs Bescheid geben, dass sie sich leider mit einer Vollidiotin verabredet hat, neues Ticket kaufen, weiteren Zug besteigen. F\u00fcr all dieses Schlamassel war die halbe Stunde, die ich sp\u00e4ter als geplant in Augsburg ankam, eigentlich nicht viel.<\/p>\n<p>Der Samstag wiederum begann zwar mit zu fr\u00fchem Aufwachen (aus mir wird in diesem Leben keine Nachtschw\u00e4rmerin mehr), ging dann aber mit einem Isarlauf in der Sonne weiter. Ich hatte mir die Strecke Thalkirchen, Gro\u00dfhesseloher Br\u00fccke, Thalkirchen, Flaucher, Wittelsbacher Br\u00fccke, Sendlinger-Tor-Platz ausgesucht, auf der sich Matsch, Schneematsch und Eis aufs Vergn\u00fcglichste abwechselten.<\/p>\n<p>Dann eine nun fast schon allj\u00e4hrliche Verabredung: Die NATO Sicherheitskonferenz beschert uns M\u00fcnchnern n\u00e4mlich nicht nur Behinderungen im \u00d6ffentlichen Nahverkehr und die Besichtigung aller Polizeiuniformen der Republik, sondern sp\u00fclt auch den einen oder anderen Menschen in die Stadt, der sonst nie herkommt. Mit dem einen traf ich mich im frisch renovierten Caf\u00e9 Luitpold auf ein Fr\u00fchst\u00fcck \/ Mittagessen.<\/p>\n<p>Nach einem Bummel durch die Theatinerstra\u00dfe (aha: Am Samstag laufen da Menschen herum, die dem Klischee vom reichen, schicken M\u00fcnchner durchaus entsprechen) und ein paar Lebensmitteleink\u00e4ufen fand ich mich auf dem heimischen Sofa wieder, wo ich beim Internetlesen auf die Bettschwere f\u00fcr eine Siesta wartete. Statt dessen klingelte mein Handy (was ich immer noch nicht gewohnt bin, da das weiterhin ausgesprochen selten vorkommt, und deshalb erst mal hysterisch in der ganzen Wohnung und in allen Taschen danach suche. Tipp: Wenn Sie Slapstick mit mir als Hauptdarstellerin verursachen wollen, rufen Sie mich auf dem Handy an), und die bessere H\u00e4lfte einer Frau aus dem Internet schlug ein Gl\u00e4schen Cremant im Walter &#038; Benjamin vor. Ja wie denn nicht?<\/p>\n<p>Als ich davon nach Hause zur\u00fcckkehrte, duftete die Wohnung fruchtig nach Orangenmarmelade: Es ist gerade wieder die kurze Saison der Pomeranzen, und der Mitbewohner hatte daraus Marmelade bereitet. Bald schon mischte sich darein der erheblich w\u00fcrzigere Geruch der Lasagne, die ebenfalls der Mitbewohner zurbereitet hatte.<\/p>\n<p>Vor dem Sonntag hatte ich rechtzeitig mit dem Schlaf begonnen, um bei Schlafende am Morgen ausgeschlafen zu sein. Den Vormittag verbrachte ich im sonnendurchfluteten H\u00fcpfstudio, strampelte auf einem Crosstrainer, stieg zu Musik \u00fcber und um einen Step, mal mit, mal ohne Hanteln.<\/p>\n<p>Zum anschlie\u00dfenden Fr\u00fchst\u00fcck gab es kalte Lasagne \u2013 ja was, ist doch im Grunde eine Art Wurstbrot. Ein Blick auf die Kino-Spiepl\u00e4ne ergab, dass am fr\u00fchen Nachmittag <i>Hereafter<\/i> im Original gezeigt w\u00fcrde \u2013 das passte. Mir gefiel der Film, sauberes Handwerk, interessante Geschichte. Nach Hause ging ich zu Fu\u00df und genoss den milden Wind.<\/p>\n<p>Dazwischen (beim Kaffeetrinken, in der U-Bahn, beim Fr\u00fchst\u00fcck) las ich Lizzie Dorons <i>Es war einmal eine Familie<\/i>, das ging in zusammengerechnet 90 Minuten. Muss man aber eigentlich gar nicht \u2013 au\u00dfer man sucht nach einer dichtestm\u00f6glichen Anh\u00e4ufung von Klischees.<\/p>\n<p>Den Abend versch\u00f6nten die Samstags-SZ, Internetlekt\u00fcre, Lammhaxerl aus dem Ofen, beeriger <a href=\"http:\/\/www.limbeck.at\/weine1.php?w_nr=132&#038;linie=3\"  target=_\"new\">CSM vom Limbeck<\/a> (der zum Lamm nicht perfekt war, vermutlich eher mit Rindfleisch harmoniert). Noch zwei Kapitel in <a href=\"http:\/\/www.buecher.de\/shop\/shop\/die-schoensten-buchhandlungen-europas\/moritz-rainer\/products_products\/detail\/prod_id\/29738704\/\" target=_\"new\">meiner aktuellen Lekt\u00fcre<\/a> (siehe links), Licht aus, Wochenende vorbei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ging schon mal mit Freitagabend los, dieses Wochenende: Ich traf mich mit einer Freundin, die ich viel zu selten sehe (m\u00f6glicherweise habe ich allerdings nur Freunde, die ich viel zu selten sehe), im Augsburger Lokal Kuckuck zu einem ausf\u00fchrlichen und vorz\u00fcglichen Abendessen. 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