{"id":1074,"date":"2005-11-04T11:34:04","date_gmt":"2005-11-04T09:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=1074"},"modified":"2005-11-04T11:34:40","modified_gmt":"2005-11-04T09:34:40","slug":"schlaf-in-der-ehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2005\/11\/schlaf-in-der-ehe.htm","title":{"rendered":"Schlaf in der Ehe"},"content":{"rendered":"<p>Regelm\u00e4\u00dfige Leser wird nicht \u00fcberraschen, dass mir klassische Erwartungen an Verhalten in der Ehe egal sind. Ich kapier das mit dem Ehering nicht und habe deshalb keinen. Ich sehe eine Partnerschaft nicht als Anlass, ein Alias anzunehmen und den eigenen Namen abzulegen. Ich trete keineswegs nur im Plural auf, sehe \u2013 obwohl ich der weibliche Teil bin \u2013 meinen Partner nicht als Einkommensquelle, spiele keine Zickenspiele, f\u00fchle mich im Gegenteil sogar sehr verstanden und genie\u00dfe, dass mein Partner seit mehr als zw\u00f6lf Jahren mein Leben bereichert.<\/p>\n<p>Und ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mein eigenes Schlafzimmer aufzugeben. Oh, ich liebe die k\u00f6rperliche N\u00e4he des geliebten Menschen. Aber beim Schlafen mache ich sie lieber zur Ausnahme: Am tiefsten und entspanntesten schlafe ich, wenn ich allein im Zimmer bin. Schon immer.<\/p>\n<p>Als ich also vor neun Jahren zum ersten Mal im Leben mit jemandem zusammenzog, n\u00e4mlich mit dem Mitbewohner, stand ohne gro\u00dfe Erkl\u00e4rungen fest, dass es zwei Schlafzimmer geben w\u00fcrde. Seines dient ihm gleichzeitig als Arbeitszimmer, in meinem steht der gemeinsame Kleiderschrank. <\/p>\n<p>Auf dieses Thema gebracht hat mich die Geschichte (oder halt, neuerdings scheint man so was \u201eSt\u00fcck\u201c zu nennen) <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2005\/10\/20\/fashion\/thursdaystyles\/20snore.html?ex=1287460800&#038;en=e2939bc2fb1881ec&#038;ei=5090&#038;partner=rssuserland&#038;emc=rss\" target=_new>\u201eWhen the Z&#8217;s You Get Aren&#8217;t Yours\u201c<\/a> in der <i>New York Times<\/i>. Es geht um schnarchende M\u00e4nner in Partnerschaften und die daraus resultierende Peinlichkeit, wenn Eheleute zugeben m\u00fcssen, dass sie nicht das Schlafzimmer teilen. Da erinnerte ich mich, dass getrennte Schlafzimmer gerne als untr\u00fcglicher Beweis f\u00fcr mangelnde Zuneigung \/ k\u00f6rperliche Anziehungskraft, wenn nicht sogar f\u00fcr das Scheitern der Partnerschaft gesehen werden.<\/p>\n<p>Sehr lustig. Ich tu mich ja schon schwer, auch nur das Atmen eines anderen Menschen im Schlafzimmer nicht als St\u00f6rung zu sehen. Schnarchen aber geh\u00f6rt zu den Ger\u00e4uschen, die mich garantiert um den Schlaf bringen, egal in welcher Lautst\u00e4rke, von wem und in welcher Phase meines Schlafs. Schon als Kind durchwachte ich N\u00e4chte, die ich bei einer meiner schnarchenden Gro\u00dfm\u00fctter verbringen musste.<br \/>\nSo trifft es sich wunderbar, dass ich ohnehin mein eigenes Schlafzimmer habe: Der Mitbewohner schnarcht. Bis vor Kurzem konnte ich ihn durch wiederholtes Rempeln fast jedes Mal ruhig stellen, mittlerweile immer seltener. Ich bin sehr froh, dass ich einfach Zimmer und Bett wechseln kann.<\/p>\n<p>Der Artikel in der <i>New York Times<\/i> nennt auch die brenzligsten Umst\u00e4nde einer Schnarcher-Partnerschaft:<\/p>\n<blockquote><p>Snorers and their mates dread vacations, especially if it means going to a hotel, for the simple reason that there is no easy escape. &#8220;I&#8217;ve seen people who have reported sleeping in bathtubs,&#8221; Dr. Thorpy said. &#8220;You would be surprised how many times that happens.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu solcher Drastik musste ich gl\u00fccklicherweise noch nicht greifen, was daran liegen mag, dass ich selten mit dem Mitbewohner verreise. Aber ich hatte eine Schnarchpartner-geplagte Arbeitskollegin (zu Hause mit zwei Schlafzimmern), die mehrfach die Nacht auf einem Sofa in der Hotellobby verbrachte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regelm\u00e4\u00dfige Leser wird nicht \u00fcberraschen, dass mir klassische Erwartungen an Verhalten in der Ehe egal sind. Ich kapier das mit dem Ehering nicht und habe deshalb keinen. Ich sehe eine Partnerschaft nicht als Anlass, ein Alias anzunehmen und den eigenen Namen abzulegen. 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