{"id":10772,"date":"2011-02-21T09:42:24","date_gmt":"2011-02-21T08:42:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=10772"},"modified":"2011-02-21T11:05:35","modified_gmt":"2011-02-21T10:05:35","slug":"mein-social-media-dilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2011\/02\/mein-social-media-dilemma.htm","title":{"rendered":"Mein Social Media-Dilemma"},"content":{"rendered":"<p>Eine gute <a href=\"http:\/\/blog.talkabout.de\/2011\/02\/20\/social-media-auf-dem-weg-zur-professionalisierung\/\" target=_new>Zusammenfassung der Lage von Social Media bei deutschen Unternehmen gibt talkabout<\/a> \u2013 und macht mir mein ganz pers\u00f6nliches Dilemma bewusst.<\/p>\n<blockquote><p>Heute ist \u201erichtige\u201c Social Media fast immer im Amateurstatus. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie wird von Menschen gemanaged, die mit Social Media aufgewachsen sind, die \u00fcber Social Media ihre Freunde und Bekannte pflegen. Sie \u201elieben\u201c diesen Job. Und sie verstehen sehr viel von den Tools und Techniken im Social Web. Aber es fehlt ihnen oft an der professionellen Ausbildung in Sachen Kommunikation, BWL und Management.<\/p>\n<p>\u201eSocial Media\u201c krankt heute etwas daran, dass die Verantwortlichen, die etwas von betrieblicher Wertsch\u00f6pfung verstehen, weit entfernt vom Social Web sind. Und die \u201eDigital Residents\u201c, also die Leute, die \u201eim Netz leben\u201c, sind \u00fcberwiegend ebenso weit entfernt von den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Grenzg\u00e4nger sind selten. Es ist eben noch eine sehr junge Disziplin. 2011 kann das Jahr werden, in dem sich die beiden Parteien ann\u00e4hern. Und wie so oft bei einer Ann\u00e4herung m\u00fcssen beide Seiten sicherlich ein St\u00fcck ihre Position verlassen: Ja, menschliche Kommunikation sollte nicht von Regeln und Prozessen beherrscht werden. Aber ohne Regeln und Prozesse funktioniert die Welt in Unternehmen nicht. Denn es braucht in Unternehmen auch Zuverl\u00e4ssigkeit und Best\u00e4ndigkeit, und die sind nur schwer zu verwirklichen, wenn die Umsetzung von einzelnen Personen abh\u00e4ngt, und nicht reproduzierbar ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>In meinem Unternehmen bin ich genau eine dieser Grenzg\u00e4ngerinnen (wenn auch nicht in daf\u00fcr verantwortlicher Position) und verstehe von beiden Seiten viel. Nur dass sie einfach nicht zusammenpassen wollen. Ich befinde mich ziemlich deutlich auf der Seite derer, die ich als echte Internetnutzer sehe, nicht auf der Seite derer, die Ahoipolloi wunderbar mit diesem Cartoon aufspie\u00dft: <a href=\"http:\/\/ahoipolloi.blogger.de\/stories\/1768347\/\" target=_\"new\">\u201eDeutsche Social-Media-Revolution\u00e4re in Kairo eingetroffen\u201c.<\/a><\/p>\n<p>Das Zitat oben trifft meinen inneren Zwiespalt: Als Digital Resident<br \/>\n&#8211; lebe ich mit st\u00e4ndiger Internetverbindung, sie ist praktisch ein weiteres Sinnesorgan,<br \/>\n&#8211; verbinde ich digitale Medien mit Vergn\u00fcgen, pers\u00f6nlicher N\u00e4he, Austausch, Impulsen, Anregung,<br \/>\n&#8211; verf\u00fcge ich \u00fcber perfekte <i>banner blindness<\/i> (\u201eBanner-Klicker\u201c kommt f\u00fcr mich als herablassende Einordnung gleich nach \u201eInternet-Ausdrucker\u201c),<br \/>\n&#8211; gehe ich verantwortungsvoll mit meinen Daten um,<br \/>\n&#8211; bekomme ich technische Entwicklungen fr\u00fch und schnell mit,<br \/>\n&#8211; habe ich keinerlei Hemmungen, mich im Internet zu \u00e4u\u00dfern,<br \/>\n&#8211; freue ich mich an Irrelevanz als gro\u00dfer Freiheit,<br \/>\n&#8211; darf ich auf Klickzahlen und Erfolgsrezepte pfeifen,<br \/>\n&#8211; kann ich mich von Idiotien \u00fcber Sinnlosigkeit oder Gef\u00e4hrlichkeit des Mitmachwebs einfach ohne Reaktion abwenden,<br \/>\n&#8211; finde ich Suchmaschinenoptimierer eklig und unlauter, weil sie mich als Bloggerin mit Referrer-Spam, Scheinkommentaren und Linktausch-Anfragen bel\u00e4stigen.<\/p>\n<p>Als berufliche Social-Media-Arbeiterin (als Teilaufgabe) aber<br \/>\n&#8211; soll ich digitale Medien in erster Linie unter dem Aspekt Effizienz betrachten,<br \/>\n&#8211; habe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2011\/02\/social-media-und-unternehmen.htm\">diesen Verdacht<\/a>,<br \/>\n&#8211; scheue ich mich, in Person f\u00fcr mein Unternehmen sichtbar zu werden (weil ich mich nicht v\u00f6llig damit identifizieren lassen m\u00f6chte),<br \/>\n&#8211; muss ich im Unternehmen zu \u00c4u\u00dferungen \u00fcber das Web Stellung nehmen, die Unwissen oder irrationale Aversion verraten, vor allem, wenn sie von Entscheidern kommen,<br \/>\n&#8211; werden Prozesse und Strukturen erwartet, die meiner \u00dcberzeugung nach mit Social Media unvereinbar sind (Wertsch\u00f6pfung, Freigaben),<br \/>\n&#8211; redigiere ich Banner-Texte,<br \/>\n&#8211; habe ich nicht nur erst letzte Woche gelernt, dass Suchmaschinenoptimierer ihr Fachgebiet SEO als Wort und nicht als Einzelbuchstaben aussprechen, sondern muss mich ernsthaft damit auseinandersetzen, was davon dem Unternehmen n\u00fctzen k\u00f6nnte,<br \/>\n&#8211; muss ich mich mit Leuten (\u201eBeratern\u201c) besch\u00e4ftigen, die mir das kleine Social Media-Einmaleins vorrechnen wollen, ihr Internet-Wissen aber aus B\u00fcchern haben, pers\u00f6nliche Kontakte im Internet nur als \u201eNetworking\u201c kennen, alles und jeden online zwangsduzen und sich beim besten Willen nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass jemand die zeitgen\u00f6ssischen Funktionalit\u00e4ten des Internets aus purem Vergn\u00fcgen nutzt.<\/p>\n<blockquote><p>Social Media Manager m\u00fcssen anfangen, in betriebswirtschaftlichen Dimensionen zu denken.<\/p><\/blockquote>\n<p>(<a href=\"http:\/\/log.talkabout.de\/2011\/02\/20\/social-media-auf-dem-weg-zur-professionalisierung\/\" target=_\"new\">ebd.<\/a>)<\/p>\n<p>Genau da bin ich nicht so sicher (was war nochmal der ROI einer Pressemitteilung?). Vielleicht aber sperrt sich etwas in mir, Teil einer professionalisierten Social Media-Welt zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gute Zusammenfassung der Lage von Social Media bei deutschen Unternehmen gibt talkabout \u2013 und macht mir mein ganz pers\u00f6nliches Dilemma bewusst. Heute ist \u201erichtige\u201c Social Media fast immer im Amateurstatus. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. 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