{"id":116751,"date":"2026-02-14T09:01:00","date_gmt":"2026-02-14T08:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=116751"},"modified":"2026-02-14T18:08:12","modified_gmt":"2026-02-14T17:08:12","slug":"journal-freitag-13-februar-2026-anreise-nach-wien-mit-jugendbuchlektuere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/02\/journal-freitag-13-februar-2026-anreise-nach-wien-mit-jugendbuchlektuere.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 13. Februar 2026 &#8211; Anreise nach Wien mit Jugendbuchlekt\u00fcre"},"content":{"rendered":"<p>Aufgewacht mit verschattetem Gem\u00fct, das sich bereits in den Tagen davor angek\u00fcndigt hatte.<\/p>\n<p>Arbeitsmarsch im Wind, auf der Theresienwiese Blick in den bunten Himmel mit jagenden Wolken verschiedenen Graus &#8211; und Nachdenken, ob dieser Anblick wirklich so unsommerlich ist, wie ich behaupten w\u00fcrde. Aber nein, im richtigen Sommer hat es das nie. Im Gegenteil, diese Erscheinung ist klares Indiz f\u00fcr den anschlie\u00dfenden Herbst.<\/p>\n<p>Das eigentlich Besondere aber war ich: In der Hand schwenkte ich n\u00e4mlich unseren ger\u00e4umigen Kulturbeutel f\u00fcr den Faschingsurlaub in Wien am Henkel. Herr Kaltmamsell hatte den Koffertransport \u00fcbernommen (wir kamen beide zwischen Arbeit und Abreise nicht nochmal heim), musste aber von daheim los, bevor ich ins Bad ging.<\/p>\n<p>Emsiger Vormittag, dazwischen ruhte ich meine Augen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ydYDqZQpim8\" target=\"_blank\">am namibischen Wasserloch<\/a> aus (Gnu-K\u00e4lbchen! glucksende Zebras!).<\/p>\n<p>Schneller Mittagscappuccino aus der Cafeteria, ertr\u00e4glich. Zum Durchl\u00fcften eine Runde um den Block in angenehmer Luft &#8211; noch war die angek\u00fcndigte R\u00fcckkehr der Eisesk\u00e4lte nicht sp\u00fcrbar. Zu Mittag gab es Mango (meh) sowie Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot.<\/p>\n<p>Soll mir niemand nachsagen, ich w\u00fcrde den aufdringlichen B\u00fcro-LLMs keine Chance geben! Gestern \u00f6ffnete ich aus MS Teams eine Excel-Tabelle, wollte Leerzeilen einf\u00fcgen &#8211; und hatte das nicht mehr unter den Funktionen, die sich \u00fcber den Klick mit rechter Mouse-Taste \u00f6ffnen. Ha! Das war doch genau die richtige Aufgabe f\u00fcr Karl Klammer 2.0, verkauft als Copilot. Ich bat also im Eingabefeld: &#8220;Bitte nach Zeile 115 zehn Leerzeilen einf\u00fcgen.&#8221; Nach einigen Sekunden (deutlich mehr als ich sonst \u00fcber rechten Mouseklick brauchte) erschien die Antwort: &#8220;Ich habe zehn Leerzeilen eingef\u00fcgt.&#8221; (ungef\u00e4hr, habe nicht mitgeschrieben). Nur: Da war nichts. Ich versuchte Widerspruch: &#8220;Nein, da sind keine Leerzeilen.&#8221; Wieder ein paar Sekunden Copilot-Arbeit: &#8220;Jetzt habe ich die Leerzeilen eingef\u00fcgt.&#8221; Sie ahnen: Da war nichts.<br \/>\nGeschafft habe ich es dann \u00fcber das Suchfenster in der Browser-Version Excel: Auf die Suche &#8220;Leerzeilen einf\u00fcgen&#8221; erschien unter anderem ein Symbol in der Liste, mit dessen Anklicken eine Leerzeile erschien. Damit juckelte ich mich durch. Aber wieder kein Aufh\u00e4nger f\u00fcr mehr Verwendung von Copilot in meinem Arbeitsalltag. (Eine Kollegin, die vor allem in Excel Copilot ausprobiert, spricht von &#8220;Mustern einer toxischen Beziehung&#8221;, weil das System st\u00e4ndig Falsches behauptet oder Input in anstrengender Form einfordert, um beim Eingeben zu antworten, dass es den Input in dieser Form nicht verwenden kann.) <\/p>\n<p>Kurz vor drei fuhr ich den Rechner runter, Aufbruch zum Hauptbahnhof. Am Bahnsteig wartete Herr Kaltmamsell mit unserem Koffer, in dem wir den Kulturbeutel verstauten. Abfahrt nach Wien mit nur f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung &#8211; die wir \u00fcber die vier Stunden Fahrt wieder reinholten.<\/p>\n<p>Zu meiner \u00dcberraschung zog sich die Anreise, ich bin eigentlich gewohnt, dass die ersten Stunden schnell verfliegen &#8211; zumal es ja zun\u00e4chst hell genug war f\u00fcr Blick in die verschneiten Alpen, auf Traunstein und Salzburg. Herrn Kaltmamsell ging es \u00e4hnlich, wir f\u00fchrten das auf gro\u00dfe Grundersch\u00f6pfung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ich las Ingrid Nolls aktuellen Roman <i>Nachteule<\/i> aus der Stadtbibliothek &#8211; das sich als schlichtes Jugendbuch erwies. Es schreibt eine zeitgen\u00f6ssische 15-j\u00e4hrige, altkluge Ich-Erz\u00e4hlerin im Stil eines Erlebnisaufsatzes: Polizisten sind &#8220;Ordnungsh\u00fcter&#8221;, mit Einsch\u00fcben wie &#8220;gesagt, getan&#8221;, Charakterzeichnungen aus der Perspektive einer alterstypisch sebstgefangenen 15-j\u00e4hrigen ohne weiteren Ebenen. Na ja, las sich schnell weg.<\/p>\n<p>Wien empfing uns mild, von Meidling bis Westbahnhof brachte uns eine U-Bahn, von dort rollkofferten wir ins angenehme Hotel. Mir fiel gleich mal auf, wie viel schwieriger Gesamtorientierung im Dunklen war, vergangenen August hatte ich mich umgehend zurechtgefunden. Auf dem Weg waren wir an einer urig aussehenden Eck-Wirtschaft vorbeigekommen, die (in vielen Sprachen &#8211; klar, Stadtzentrum) wiener K\u00fcche anbot. In dieses Pulkautaler Weinhaus kehrten wir zum Abendessen ein, teilten uns gegrillte Fleischberge mit hervorragenden Pommes, au\u00dferdem Krautrouladen mit Kraut und Bratkartoffeln f\u00fcr Herrn Kaltmamsell.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260213_08_PulkautalerWeinhaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260213_08_PulkautalerWeinhaus.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"363\" class=\"alignnone size-full wp-image-116769\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und ich freute mich \u00fcber zwei Achtel heimischen Gelben Muskateller, zum Abschluss ein Stamperl Himbeergeist (die handgeschriebenen Getr\u00e4nke-Tafeln \u00fcber der Theke hatten mich draufgebracht). Auf dem gro\u00dfen Fernsehbildschirm \u00fcber uns wurde der Wiener Opernball \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260213_09_PulkautalerWeinhaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260213_09_PulkautalerWeinhaus.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"444\" class=\"alignnone size-full wp-image-116770\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon lang keine Rechnung mehr in dieser Form bekommen (man konnte aber elektronisch zahlen).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck im Hotelzimmer skizzierten wir noch kurz Pl\u00e4ne f\u00fcr den Samstag (K\u00e4se-Einkauf, Mittagessen in Liweis Kitchen, Albertina), schliefen dann fr\u00fch ersch\u00f6pft ein.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In meiner Mastodon-Timeline wird viel Olympische Winterspiele geguckt, ich bekomme die Sensationen aus dem Augenwinkel mit. Den Jahrhundert-Eiskunstl\u00e4ufer Ilia Malinin kannte ich ja schon, <a href=\"http:\/\/hotelmama.it\/2026\/02\/sick-days\/\" target=\"_blank\">in ihrem Blog weist Hotel Mama<\/a> auf eine Analyse in der <i>New York Times<\/i> hin, die seinen vierfachen Axel auseinandernimmt (den nur Malinin kann) &#8211; mit Filmchen in Zeitlupe, die seine Technik daf\u00fcr seinem dreifachen Lutz gegen\u00fcberstellen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2026\/02\/08\/sports\/ilia-malinin-mens-figure-skating-winter-olympics.html\" target=\"_blank\">&#8220;The Impossible Jump, for All but One&#8221;.<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/b761dfdae00b49be9b05311620e61444\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgewacht mit verschattetem Gem\u00fct, das sich bereits in den Tagen davor angek\u00fcndigt hatte. 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