{"id":120159,"date":"2026-06-11T06:23:00","date_gmt":"2026-06-11T04:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=120159"},"modified":"2026-06-11T06:23:00","modified_gmt":"2026-06-11T04:23:00","slug":"journal-mittwoch-10-juni-2026-zu-viel-fuer-einen-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/06\/journal-mittwoch-10-juni-2026-zu-viel-fuer-einen-tag.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 10. Juni 2026 &#8211; Zu viel f\u00fcr einen Tag"},"content":{"rendered":"<p>Schon lang stand fest, dass gestern ein komplizierter Tag werden w\u00fcrde: Facharzttermin weit drau\u00dfen UND Theaterabend. Daraus hatte ich fast ebensolang abgeleitet, dass ich mal besser von daheim arbeiten w\u00fcrde &#8211; was der Vereinfachung der Wege diente, in Wirklichkeit noch mehr Abweichung von Gewohntem und Alltag bedeutete. Nahezu zwingend logische Konsequenz: Mir fiel eine weitere Komplikation ein und ich plante einen Lerchenlauf vor der Arbeit. Das Universum hatte den Wink verstanden und legte ein Schippchen drauf: Kurz nach superfr\u00fchem Weckerklingeln setzte heftig prasselnder Regen ein, der laut Regenradar bis auf absehbare Zeit anhalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dann stattete ich mich halt mit Schirmm\u00fctze und Regenjacke aus. Nur wenigen weitere L\u00e4ufer*innen begegnete ich beim agilen Pf\u00fctzenspringen, die meisten hatten sich auf die Regenausstattung in Form von m\u00f6glichst wenig Kleidung und barem Haupt verlegt: Nachvollziehbar, nass ist nass, und es war ja nicht wirklich kalt &#8211; aber das ist halt f\u00fcr Brillentr\u00e4gerinnen keine Option.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_03_Wittelbacherbr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_03_Wittelbacherbr.jpg\" alt=\"\" width=\"610\" height=\"368\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p>Sehr nass.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_06_Thalkirchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_06_Thalkirchen.jpg\" alt=\"\" width=\"383\" height=\"515\" class=\"alignnone size-full wp-image-120180\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber auch sch\u00f6n leer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_08_Brudermuehlbr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_08_Brudermuehlbr.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"364\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p>Weichzeichner nasse Linse.<\/p>\n<p>Die letzten zehn Laufminuten meiner 80 wurden doch noch unangenehm: Die reichliche N\u00e4sse zog \u00fcber die Beine der Laufhose hoch in die Unterhose. Nach \u00d6ffnen der Wohnungst\u00fcr zog ich schnell alles Tropfende aus, ab in die hei\u00dfe Dusche.<\/p>\n<p>Recht p\u00fcnktlich sa\u00df ich an meinem Arbeitsrechner (zwei paar Wollsocken, dickster Wollpulli \u00fcber Baumwoll-Oberteil), Herr Kaltmamsell hatte seinen (h\u00f6henverstellbaren!) Schreibtisch f\u00fcr mich freiger\u00e4umt. Doch dann k\u00e4mpfte ich erstmal eine knappe Stunde mit der Technik; unter anderem musste ich herausfinden, wie das aktuelle System hei\u00dft, das mich per VPN mit dem Arbeitsserver verbindet &#8211; nein, &#8220;VPN&#8221; ist kein Namensbestandteil. (Ebensowenig wie Software f\u00fcr E-Mail, Internetzugang oder Bildbearbeitung diese Funktionen im Namen tr\u00e4gt &#8211; muss man halt wissen.) Doch endlich erlebte ich einen wirklichen Vorteil von Homeoffice: Ich konnte die sonst unt\u00e4tige Zeit der erzwungenen Neustarts wegen Updates oder Fehlfunktionen sinnvoll nutzen! (F\u00fcllen und Starten der Waschmaschine, mittags W\u00e4scheaufh\u00e4ngen.)<\/p>\n<p>Die Arbeit war dann doch mehr als vorhergesehen, manche Spontanbitten konnte ich nicht erf\u00fcllen, weil keine Zeit oder weil mir die (aus Gr\u00fcnden papierenen und das B\u00fcro nie verlassenden) Unterlagen fehlten. Von der ausgedruckt mitgenommenen Arbeit konnte ich nur einen Bruchteil erledigen. Zudem sa\u00df mir der harte Schluss mittags im Nacken, weil halt Arzttermin. Aber f\u00fcr einen schnellen und heimisch guten Mittagscappuccino war Platz.<\/p>\n<p>Schnelles und fr\u00fches Mittagessen: Flachpfirsiche mit Joghurt, dann signalisierte mein Bauch bereits \u00dcberf\u00fcllung. Ich musste eh schon los zum Arzttermin am Rande des Universums &#8211; unterm Schirm, denn es regnete immer noch heftig.<\/p>\n<p>Der Nachmittag gestaltete sich m\u00fchsam und aufwendig, zumindest hatte der Regen nach Verlassen der Praxis (mit einer weiteren \u00dcberweisung in der Tasche) aufgeh\u00f6rt. Aber ich f\u00fchlte mich v\u00f6llig erledigt, hatte zudem einen komischen Bauch; auf der S-Bahn-Fahrt nach Hause wurde mir klar, dass ich keine Energie f\u00fcr \u00fcber vier Stunden Theater (allein die Vorstellung von \u00fcber vier Stunden Sitzen auf den m\u00f6rderischen Kammerspiel-St\u00fchlen!) und Zu-Bett-Gehen nach Mitternacht aufbringen w\u00fcrde. Diese Kulturpunkte muss ich f\u00fcr meinen Tracker anders reinholen.<\/p>\n<p>Am Stachus hielt ich die Ersch\u00f6pfung im Fotoautomaten fest.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_12_Automatenfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260610_12_Automatenfoto.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"383\" class=\"alignnone size-full wp-image-120182\" \/><\/a><\/p>\n<p>Noch sechs Tage bis Haarschnitt.<\/p>\n<p>Mit h\u00e4ngenden Fl\u00fcgeln schleppte ich mich nach Hause, bat Herrn Kaltmamsell um Verschiebung des Abendessens auf \u00fcbliche Zeit statt fr\u00fcher f\u00fcr Theater. F\u00fcr eine Stunde setzte ich mich nochmal an den Arbeitsrechner, tats\u00e4chlich konnte ich mich n\u00fctzlich machen. W\u00e4hrenddessen kam der Regen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Eine sehr ruhige Runde Yoga, bevor Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch zum Nachtmahl Mohnnudeln servierte (Lagerkartoffeln aus Ernteanteil aufbrauchend) &#8211; sehr gut. Nachtisch Amarena-Eiscreme und etwas Schokolade.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Eine &#8220;KI&#8221; (Large Language Model), die in praktisch jeder Software L\u00fccken finden kann &#8211; und gleich mal ausn\u00fctzt: Das klingt schon ziemlich bedrohlich. Allerdings, so habe ich jetzt gelernt, sollte man misstrauisch werden, wenn diejenigen am lautesten auf die Bedrohlichkeit hinweisen, die sie verkaufen. Hier ein Interview mit Thorsten Holz, wissenschaftlichem Direktor des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Sicherheit und Privatsph\u00e4re:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/26548439\/gefahr-neuer-sprachmodelle-wie-claude-mythos-fuer-cybersicherheit?c=2191\" target=\"_blank\">&#8220;Claude Mythos, ChatGPT-5.5 und die Cybersicherheit&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p><strong>Werden Privat-User bald auf Knopfdruck eine Bank hacken k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eNein, Privatuser k\u00f6nnen mit Claude Mythos keine Bank hacken. So einfach ist es nicht\u201c, sagt Thorsten Holz. F\u00fcr einen realen Angriff muss man zun\u00e4chst ein Ziel ausw\u00e4hlen. Man braucht unter anderem einen initialen Zugriff auf das fremde System, Infrastruktur und Netzwerk-Kenntnisse. Zudem muss man Detektionsmechanismen umgehen, um nicht erwischt zu werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>F\u00fcr mich, ich betone es immer wieder gerne, liegt die Attraktion des Bloglesens im Blick in v\u00f6llig fremde Alltagswelten. Zum Beispiel in dasnufs<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dasnuf.de\/sommer-in-berlin\/\" target=\"_blank\">&#8220;Sommer in Berlin&#8221;.<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/39d1baf8a19641a58ac05aabe67e329f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon lang stand fest, dass gestern ein komplizierter Tag werden w\u00fcrde: Facharzttermin weit drau\u00dfen UND Theaterabend. Daraus hatte ich fast ebensolang abgeleitet, dass ich mal besser von daheim arbeiten w\u00fcrde &#8211; was der Vereinfachung der Wege diente, in Wirklichkeit noch mehr Abweichung von Gewohntem und Alltag bedeutete. 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