{"id":120284,"date":"2026-06-16T06:32:32","date_gmt":"2026-06-16T04:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=120284"},"modified":"2026-06-16T08:34:36","modified_gmt":"2026-06-16T06:34:36","slug":"journal-montag-15-juni-2026-beifang-aus-dem-internetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/06\/journal-montag-15-juni-2026-beifang-aus-dem-internetz.htm","title":{"rendered":"Journal Montag, 15. Juni 2026 &#8211; Beifang aus dem Internetz"},"content":{"rendered":"<p>Woche 7 bis Urlaub.<\/p>\n<p>Der Tag startete sehr k\u00fchl, aber sonnig, f\u00fcr den Weg in die Arbeit schl\u00fcpfte ich in eine warme Jacke.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260615_02_Theresienwiese.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260615_02_Theresienwiese.jpg\" alt=\"\" width=\"610\" height=\"357\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf der Theresienwiese wird immer noch sehr viel baugearbeitet. Das n\u00e4hrt meine Hoffnung, dass sie nicht wieder bereits Ende Juni f\u00fcr den Oktoberfestaufbau gesperrt wird &#8211; weil die Bauarbeiten dann noch nicht abgeschlossen sind.<\/p>\n<p>Am Schreibtisch emsig losgearbeitet, \u00fcbers Wochenende hatten sich Pl\u00e4ne und W\u00fcnsche ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Mitten am Vormittag massiver Querschuss in Form von gro\u00dfem Durcheinander, das ich kl\u00e4ren musste. Oder zumindest erkl\u00e4ren, ich hatte schnell den begr\u00fcndeten Verdacht, dass jemand entgegen meinen umfangreichen und fundierten Warnungen massiven Mist gebaut hatte. Es folgte das Abw\u00e4gen, wie stark ich mich f\u00fcr Rettung ins Zeug werfen w\u00fcrde: Einander gegen\u00fcber standen Lerneffekt f\u00fcr Mistbauende durch Gegen-die-Wand-fahren-lassen und das Schlamassel, in das Unschuldige ohne meine Rettung geraten w\u00fcrden. Sie kennen das.<\/p>\n<p>Diese Aufregung, die bereits nach ersten Recherchen in Abgr\u00fcnde f\u00fchrte, versuchte ich mit einem Marsch um die Bl\u00f6cke wegzulaufen. In herrlichem Sonnenlicht ohne Hitze sorgte sie f\u00fcr so viel Antrieb, dass ich Treppenstufen nach oben geradezu flog.<\/p>\n<p>Zu Mittag gab es Quark mit Joghurt, Leinsamenschrot, Nektarinen.<\/p>\n<p>Arbeitsnachmittag mit Fortsetzung des Vormittags-Durcheinanders, ich f\u00fchlte mich sehr unwohl.<\/p>\n<p>Heimweg ohne Umwege in herrlicher Luft und Sonne mit Wind ohne Hitze.<\/p>\n<p>Daheim setzte ich eine Idee um: <a href=\"https:\/\/kuechenlatein.com\/apple-crisp\/\" target=\"_blank\">Apple Crisp<\/a> mit Steinobst statt \u00c4pfeln, und zwar mit (absichtlich) recht harten Aprikosen und Nektarinen. Und wenn ich schon am Experimentieren war, nahm ich Herrn Kaltmamsells Hinweis auf den Rest Mohnzucker von den Kartoffelnudeln auf, den ich unter das Crisp mischte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nachtisch im Ofen garte, turnte ich eine kurze Dehn-Folge Yoga.<\/p>\n<p>Herr Kaltmamsell hatte den ersten Ernteanteil-Blumenkohl seit langem auf meinen Wunsch als Aloo Gobi zubereitet, mindestens so gro\u00dfartig wie erinnert. Dann war der Apricot Crisp genug abgek\u00fchlt, um als Dessert serviert zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260615_10_ApricotCrumble.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260615_10_ApricotCrumble.jpg\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"470\" class=\"alignnone size-full wp-image-120304\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gut!<\/p>\n<p>Als Abendunterhaltung sahen wir eine arte-Doku \u00fcber den eben verstorbenen David Hockney (dessen Werk in Herrn Kaltmamsells und meiner Beziehung eine Rolle spielt und das wir beide sehr m\u00f6gen).<\/p>\n<div class=\"video-wrapped\" style=\"width: 500px; height: 281px; background-image: url('https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-content\/plugins\/video-embed-privacy\/preview\/xt0llOfXP6c.jpg')\" data-embed-frame=\"&lt;iframe title=&quot;David Hockney: Das R\u00e4tsel der umgekehrten Perspektive | Doku HD | ARTE&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;281&quot; src=&quot;https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xt0llOfXP6c?feature=oembed&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;\/iframe&gt;\" data-embed-play=\"Abspielen&lt;div class=&quot;small&quot;&gt;Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt. Es gilt die &lt;a href=&quot;https:\/\/www.google.com\/intl\/de\/policies\/privacy\/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Datenschutzerkl\u00e4rung von Google&lt;\/a&gt;&lt;\/div&gt;\">\n<div class=\"video-wrapped-nojs\">Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.<br \/><a href=\"https:\/\/youtu.be\/xt0llOfXP6c?si=Z8PMkKq4W3KitfnJ\">https:\/\/youtu.be\/xt0llOfXP6c?si=Z8PMkKq4W3KitfnJ<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>Ich erfuhr einiges, musste aber mehrfach Augen rollen bei den wilden Interpretationen des franz\u00f6sischen Kurators (ich finde nachtr\u00e4glich nicht heraus, wie der hie\u00df, alle Suchmaschinen kaputt) &#8211; die er fast nie an irgendwas in den Bildern festmachen konnte. Und warum eine Doko &#8220;Der Maler des Pop&#8221; hei\u00dft, um von Anfang an und konsequent zu betonen, dass David Hockney nicht zu Pop Art geh\u00f6rt, will mir auch nicht eingehen.<\/p>\n<p><i>Nachtrag: Auf Mastodon half jemand, der franz\u00f6sische Schwurbel-Kurator ist Didier Ottinger vom Centre Pompidou.<\/i><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Verheerungen der &#8220;KI&#8221;: Ich glaube gute Fotos nicht mehr, die ich online sehe. Als fotografisch pr\u00e4sentierte Bilder, die mir positiv auffallen, l\u00f6sen zwar als Erstes immer noch ein &#8220;Boah, gutes Foto!&#8221; aus, mittlerweile aber sofort gefolgt von Misstrauen: Ist das wirklich ein Foto oder ein Maschinen-erzeugtes Bild? In meinen Social-Media-Quellen h\u00e4ngt das stark vom absendenen Konto ab: Nur wenn darauf NIE k\u00fcnstlich generierte Bilder auftauchen, vertraue ich der Aufnahme. Wenn jemand bereits Maschinen-erzeugte Bilder ver\u00f6ffentlicht hat, halte ich Verf\u00e4lschung bei allen f\u00fcr m\u00f6glich. Das f\u00fchlt sich nicht sch\u00f6n an.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Vielleicht wird das auf meine alten Tage doch noch was mit mir und Lyrik. K\u00fcrzlich frage ich Herrn Kaltmamsell, woher die zu Tode zitierte Goethe-Zeile &#8220;Edel sei der Mensch, hilfreich und gut&#8221; eigentlich komme, erwischte den Deutschlehrer und Studiendirektor damit derart mittemang in seiner Kernkompetenz, mit der er, wie sich erwies, das Gesamtgedicht regelm\u00e4\u00dfig im Unterricht bespricht, dass er vor lauter Nicht-wissen-wo-anfangen noch Luft holte, als ich <a href=\"https:\/\/www.deutschelyrik.de\/das-goettliche.html\" target=\"_blank\">das Gedicht &#8220;Das G\u00f6ttliche&#8221; von Johann Wolfgang von Goethe<\/a> bereits selbst gefunden hatte.<\/p>\n<p>Woraufhin zun\u00e4chst der gewohnte Ablauf begann: Ich las, kapierte nichts, war unwillig, was das alles bittesch\u00f6n sollte, begriff passagenweise nicht mal die grammatische Struktur der S\u00e4tze. Doch dann las ich von Anfang an nochmal laut, machte ebenfalls laut &#8220;H\u00e4? Wer ist jetzt auf einmal &#8216;Sein&#8217;?&#8221; &#8211; und allein schon das Aussprechen setzte in meinem Lyrik-blockierenden Gehirn Erkenntnisprozesse in Gang. Bis ich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck und weiter laut lesend den Eindruck bekam, das Gedicht zu erfassen &#8211; wobei der anwesende Deutschlehrer lediglich auf das entsprechende &#8220;H\u00e4?&#8221; Bemerkungen zur wackligen Religiosit\u00e4t der deutschen Klassik beisteuerte. Das war sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Was schon immer eher ging, war zug\u00e4ngliche Kleinkunst-Lyrik, also zum Beispiel Robert Gernhard, Erich K\u00e4stner &#8211; oder Hanns Dieter H\u00fcsch. Gestern stie\u00df mich <a href=\"https:\/\/mastodon.social\/@goncourt\/116750844173399293\" target=\"_blank\">@goncourt<\/a> auf sein Gedicht &#8220;Bedenkt&#8221;, dass H\u00fcsch hier 1979 vortr\u00e4gt:<\/p>\n<div class=\"video-wrapped\" style=\"width: 500px; height: 375px; background-image: url('https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-content\/plugins\/video-embed-privacy\/preview\/4EWZPQ6VF3A.jpg')\" data-embed-frame=\"&lt;iframe title=&quot;Hanns Dieter H\u00fcsch rezitiert sein ber\u00fchmtes Gedicht &amp;quot;Bedenkt&amp;quot; im Fernsehen (1979)&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; src=&quot;https:\/\/www.youtube.com\/embed\/4EWZPQ6VF3A?feature=oembed&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;\/iframe&gt;\" data-embed-play=\"Abspielen&lt;div class=&quot;small&quot;&gt;Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt. Es gilt die &lt;a href=&quot;https:\/\/www.google.com\/intl\/de\/policies\/privacy\/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Datenschutzerkl\u00e4rung von Google&lt;\/a&gt;&lt;\/div&gt;\">\n<div class=\"video-wrapped-nojs\">Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.<br \/><a href=\"https:\/\/youtu.be\/4EWZPQ6VF3A?si=ozUe_rxJkeeTbU4d\">https:\/\/youtu.be\/4EWZPQ6VF3A?si=ozUe_rxJkeeTbU4d<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>(War der mal jung!)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mequito.org\/stories\/15719\" target=\"_blank\">Wie ich einmal etwas \u00fcber Penis-T\u00e4towierungen lernte.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Botaniker Michael Rzanny vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie geh\u00f6rt seit der Gr\u00fcndung zum Team von &#8220;Flora Incognita&#8221;, der beliebtesten App zur Pflanzenbestimmung im deutschsprachigen Raum. Christian Schw\u00e4gerl hat ihn f\u00fcr Riffreporter besucht:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.riffreporter.de\/de\/umwelt\/grasland-tour-de-graslandschaften-wie-funktioniert-flora-incognita-biodiversitaet-jena-ki\" target=\"_blank\">&#8220;Pflanzenbestimmung per App: Wie genau funktioniert eigentlich Flora Incognita?&#8221;<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Am Sonntagabend stolperten wir im Bayerischen Fernsehen in eine \u00e4ltere Folge von <i>Unter unserem Himmel<\/i>:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/unter-unserem-himmel\/erdaepfelsterz-und-baunkerl-einfache-kartoffelspeisen\/br\/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyMVdPMDAzODQ4QTA\" target=\"_blank\">&#8220;Erd\u00e4pfelsterz und Baunkerl \u00b7 Einfache Kartoffelspeisen&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Und blieben wie so oft bei diesen Heimat-Dokus hochinteressiert h\u00e4ngen. Vorgeblich geht es um Kartoffelgerichte in Niederbayern, die sind durchaus interessant und inspirierend. Doch die eigentlich Faszination liegt in dem Miterz\u00e4hlten, in der Kittelsch\u00fcrze, der Hotel\u00fcbernahme der beiden T\u00f6chter, dem gar nicht alten Forstarbeiter, der im Bauwagen wohnt ohne Elektrizit\u00e4t und flie\u00dfend Wasser, nur Bioprodukte f\u00fcr seinen Kartoffel-Sterz verwendet (und so tief Dialekt spricht, dass ich ihn gerademal so verstand, aber begeistert viele Aussprachen wiederholte, zum Beisiel &#8220;\u00c4hpfl&#8221; f\u00fcr Erd\u00e4pfel). Eine sanfte Doku, in der die Filmenden sichtbar sind (so mag ich das), die dennoch in erster Linie ihren sehr unterschiedlichen Protagonist*innen Raum gibt. Ich h\u00e4tte sie \u00e4lter gesch\u00e4tzt als Erstsendung 2021, aber &#8211; hier bitte selbst einen Scherz \u00fcber die Vorgestrigkeit Niederbayerns einf\u00fcgen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/bb75b563c1544bc08aa5f924bbd13234\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woche 7 bis Urlaub. Der Tag startete sehr k\u00fchl, aber sonnig, f\u00fcr den Weg in die Arbeit schl\u00fcpfte ich in eine warme Jacke. Auf der Theresienwiese wird immer noch sehr viel baugearbeitet. 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