{"id":121987,"date":"2026-08-14T08:32:02","date_gmt":"2026-08-14T06:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=121987"},"modified":"2026-08-14T09:16:19","modified_gmt":"2026-08-14T07:16:19","slug":"journal-donnerstag-13-august-2026-ganztaegige-heimreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/08\/journal-donnerstag-13-august-2026-ganztaegige-heimreise.htm","title":{"rendered":"Journal Donnerstag, 13. August 2026 &#8211; Ganzt\u00e4gige Heimreise"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_02_TrafalgarStreet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_02_TrafalgarStreet.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"440\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p>Abschied von Brighton im Morgengold.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_03_ZugSelfie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_03_ZugSelfie.jpg\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"333\" class=\"alignnone size-full wp-image-121998\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um 6:39 Uhr ging unser Pendlerzug (= teuerster Tarif, fast 64 Pfund einfach f\u00fcr zwei Personen) nach London St. Pancras International. Wir waren beide m\u00fcde, der sehr lange Zug f\u00fcllt sich schnell.<\/p>\n<p>Erste Male: Ein junger Prediger beschallte die vielen Pendler*innen einige Minuten lang, wurde von allen ignoriert. (Nix Besonderes, die \u00fcblichen Floskeln mit Jesus Christus und &#8220;ich habe selbst!&#8221;. Ich hoffe, er kriegt von seinem Gott trotzdem Punkte daf\u00fcr.) Ich legte mir gegen seine schmerzhaft laute Stimme irgendwann sanfte Musik auf die Ohren.<\/p>\n<p>In London St Pancras wimmelte der Eurostar-Bereich hinterm Check-in vor Reisenden und Gep\u00e4ck, Bewunderung f\u00fcr das Personal hinter der kleinen Pret-a-Manger-Theke, das alle Kaffee-Suchenden versorgte &#8211; energisch und konzentriert, hinter ihrem scheinbaren Durcheinander steckt offensichtlich System.<\/p>\n<p>Die Fahrt unterm Channel durch nutzte ich f\u00fcr Bloggen, Bildbearbeitung, m\u00fchsames Hochladen \u00fcber die l\u00f6chrige Internetverbindung (passt schon &#8211; dass es 100 Meter unterm Meeresspiegel \u00fcberhaupt eine gab, war das gro\u00dfe Wunder). P\u00fcnktliche Ankunft in Paris, im Ankunftsbahnhof Gare du nord 12:49 Uhr Ortszeit. Jetzt mussten wir zweieinhalb Stunden bis zur Weiterfahrt \u00fcberbr\u00fccken, das taten wir mit einer Runde in diesem Bahnhof und einem weiteren Kaffee.<\/p>\n<p>Zehn Minuten zu Fu\u00df zu Gare de l&#8217;Est &#8211; in unbarmherzig pr\u00fcgelnder Sonne, ein Apothekenthermometer zeigte 37 Grad im Schatten an, willkommen zur\u00fcck in Kontinental-Europa.<\/p>\n<p>Auch diesen Bahnhofs spazierten wir ab und fanden heraus, dass im gemauerten Geb\u00e4ude sp\u00fcrbare Grade weniger herrschten als in der Glas-\u00fcberdachten Bahnhofshalle. Jetzt hatte ich richtig Hunger, kaufte dagegen ein Camembert-Baguette und ein Pain au chocolat &#8211; das ganz hervorragend war: Ich freute mich sehr, dass Verf\u00fcgbarkeit und mein Appetit endlich mal aufeinander trafen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_11_ParisEst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_11_ParisEst.jpg\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"489\" class=\"alignnone size-full wp-image-121999\" srcset=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_11_ParisEst.jpg 494w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/260813_11_ParisEst-144x144.jpg 144w\" sizes=\"auto, (max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Paris Gare de l&#8217;Est.<\/p>\n<p>Super: Im Bahnhof gab es einen Trinkwasserbrunnen. Ich schlage hiermit vor: EU-weite Trinkwasserbrunnenpflicht einf\u00fchren, mindestens in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden (z.B. Bahnh\u00f6fen) und ab einer zu ermittelnden Menschendichte (z.B. in Innenst\u00e4dten, bei Veranstaltungen).<\/p>\n<p>Aber Nerven-besch\u00e4digend: Da stand eines dieser \u00f6ffentlichen Klaviere, keine 10 Meter von unserem (einem der wenigen) Sitzplatz entfernt, und es wurde durchgehend bespielt &#8211; durchaus professionell, aber in der Halligkeit der Halle schepperte und dr\u00f6hnte es, vor allem die zu Marmelade ger\u00fchrten T\u00f6ne der linken Hand. Anderthalb Stunden konnte ich das lesend verdr\u00e4ngen, dann musste ich sehr pl\u00f6tzlich weg von diesem L\u00e4rm.<br \/>\n(Womit ich mal wieder die miesmachende Ausnahme war: Viele Reisende sammelten sich extra an diesem Klavier um zuzuh\u00f6ren, nach jedem St\u00fcck gab es deutlichen Applaus.)<\/p>\n<p>Endlich erschien der Abfahrts-Bahnsteig unseres ICEs auf der Anzeige, wir konnten ins wunderbar K\u00fchle. Abfahrt p\u00fcnktlich, Versp\u00e4tungen unterwegs allerdings bereits angek\u00fcndigt (Baustelle).<\/p>\n<p>Steigende Versp\u00e4tung auf der Fahrt mit Umsteigen in Mannheim &#8211; schwerwiegender aber die Versp\u00e4tung des Anschlusszuges von Mannheim nach M\u00fcnchen. Ich war mir nicht sicher, <a href=\"https:\/\/www.bahn.de\/faq\/zugbindung-aufgehoben-bedeutung\" target=\"_blank\">ob damit die die Zugbindung unseres Sparpreises aufgehoben war<\/a> (galt das Teilst\u00fcck als nationale Reise &#8211; erwartbare Versp\u00e4tung am Zielort von mindestens 20 Minuten &#8211; oder das Gesamtticket als internationale Reise &#8211; erwartbare Versp\u00e4tung am Zielort von mindestens 60 Minuten?), doch vor allem wollten wir nicht erst um halb elf in M\u00fcnchen sein.<\/p>\n<p>Also nahmen wir einen anderen Zug, der uns laut aktueller Anzeige um 21:40 Uhr nach M\u00fcnchen bringen sollte. Notfalls zahlten wir halt nochmal. Der Bahnhsteig in Mannheim verdrosch uns bei den 15 Minuten Warten mit der aktuellen Hitzewelle, ich hatte sie \u00fcberhaupt nicht vermisst.<\/p>\n<p>Bei der Fahrkartenkontrolle erkl\u00e4rte ich entschuldigend die Lage, doch Frau Zugchefin lie\u00df mich gar nicht ganz ausreden: &#8220;Des baschd.&#8221; Und wollte dann nur noch unsere Bahncards sehen.<\/p>\n<p>Ich bekam Hunger, vorausschauend hatte ich dagegen eine restliche Packung gemischte ger\u00f6stete N\u00fcssen eingesteckt; die a\u00df ich jetzt. Zu Lesen hatte ich immer noch genug dabei, aber nach mehr als 14 Stunden Fahrt erlahmte dann doch meine Konzentrationsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>So viel fr\u00fcher wurde unsere Ankunft nicht, auch dieser ICE sammelte immer mehr Versp\u00e4tung. Ankunft in M\u00fcnchen kurz nach zehn.<\/p>\n<p>Die Drau\u00dfenluft hatte bereits angenehm abgek\u00fchlt, doch beim \u00d6ffnen unserer Wohnungst\u00fcr schlug uns W\u00e4rme entgegen: Hier hatte es 27 Grad. Also riss ich erstmal alle Fenster auf, sogar die ganz gro\u00dfen, die sonst nie ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter ins Bett als geplant, weil ich dann doch alles auspackte &#8211; allerdings nicht aus R\u00e4um-Bed\u00fcrfnis, sondern weil mir irgendwann auf dem letzten Abschnitt der R\u00fcckfahrt auffiel, dass ich keine Ahnung hatte, wo mein Hausschl\u00fcssel war (im Bund mit Briefkasten-, Fahrradkeller-, Fahrrad- und Kellerschlossschl\u00fcssel). Ich erinnerte mich vage, dass ich ihn beim Auspacken in der Ferienwohnung wie \u00fcblich an einem sicheren Platz in meinen Sachen verstaut hatte, doch nicht mehr an den Platz. Also nahm ich jetzt beim Auspacken alles sorgf\u00e4ltig auseinander &#8211; anders als eine Wohnung (das Haus verliert nix) ist Gep\u00e4ck ja \u00fcbersichtlich. Doch zu meiner Best\u00fcrzung fand ich den Schl\u00fcsselbund nicht. Ich ging im Kopf bereits die b\u00fcrokratischen Schritte eines Ersatzes durch, checkte das Krams-K\u00f6rbchen neben der Wohnungst\u00fcr auf den Ersatz-Fahrradschl\u00fcssel &#8211; und neben diesem K\u00f6rbchen lag er dann, mein Schl\u00fcsselbund, an genau dem Platz, an dem ich ihn immer beim Heimkommen ablege. Offensichtlich hatte ich ihn gar nicht erst mitgenommen, erinnerte mich jetzt ebenso vage wie beim vorherigen Szenario an einen Entschluss in letzter Minute beim Verlassen des Hauses zum Bahnhof.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Erleichterung, aber die Aufregung wollte sich erstmal nicht legen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>im SZ-Magazin ein hochinteressantes und ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch von Johanna Adorj\u00e1n mit der Ausnahme-Musikerin Anne-Sophie Mutter, vor allem \u00fcber ihre Begabung und wie die ihr Leben geformt hat (\u20ac):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/magazin\/anne-sophie-mutter-interview-klassische-musik-e029709\/\" target=\"_blank\">&#8220;Haben Sie das absolute Geh\u00f6r? \u2013 Nat\u00fcrlich&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Mutter kommt in diesem Interview in all ihrer Ungew\u00f6hlichkeit \u00fcberraschend bodenst\u00e4ndig r\u00fcber &#8211; reflektiert und im Frieden damit, dass sie halt sehr anders ist, dass sie eins ist mit ihrer Kunst.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Sind Sie wegen der Steuerersparnis nach Monaco gezogen?<\/strong><br \/>\nJa. Um die erste Stradivari finanzieren zu k\u00f6nnen. F\u00fcnf Jahre war Monte Carlo mein Hauptwohnsitz. Dann bin ich brav wieder zur\u00fcck nach Deutschland gezogen, wegen meines Mannes.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wenn Sie heute Aufnahmen h\u00f6ren von sich als\u2026<\/strong><br \/>\nTu ich nicht. Wozu? Nee, keine Zeit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und ich sch\u00e4tze Interviewerin Johanna Adorj\u00e1n auch f\u00fcr Fragen, deren Antworten sie manchmal nicht gut aussehen lassen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Oha &#8211; auf der Bahnstrecke, die uns am Montag nach Hastings gebracht hatte, ist gestern Nachmittag ein Zug entgleist (wir haben echt ehrlich nix kaputt gemacht!):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/zugunglueck-east-sussex-102.html\" target=\"_blank\">&#8220;Passagierzug im S\u00fcdosten Englands entgleist&#8221;.<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/6cafb6d1d21e4a50bd4366e5d0fdd558\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abschied von Brighton im Morgengold. Um 6:39 Uhr ging unser Pendlerzug (= teuerster Tarif, fast 64 Pfund einfach f\u00fcr zwei Personen) nach London St. Pancras International. 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