{"id":122699,"date":"2026-09-10T06:22:01","date_gmt":"2026-09-10T04:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=122699"},"modified":"2026-09-10T06:23:41","modified_gmt":"2026-09-10T04:23:41","slug":"journal-mittwoch-9-september-2026-schwimm-beseltheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/09\/journal-mittwoch-9-september-2026-schwimm-beseltheit.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 9. September 2026 &#8211; Schwimm-Beseeltheit"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher Wecker, denn ich w\u00fcnschte mir sehr eine Schwimmrunde vor der Arbeit.<\/p>\n<p>Von drau\u00dfen wehte es mild herein, doch die Stra\u00dfen sprachen vom n\u00e4chtlichen Regen, der sich auch \u00fcber den Tag fortsetzen sollte.<\/p>\n<p>Zeitunglesen in der U-Bahn zum Westfriedhof, trocken angekommen an der \u00fcbersichtlichen Schlange zum Eingang des Dantebads.<\/p>\n<p>Es wurde ein sehr sch\u00f6ner Schwumm zwischen sehr wenigen anderen Menschen (entscheidender Enspanntheitsfaktor), der Himmel \u00fcberm Becken war meist bew\u00f6lkt, mal blinzelte kurz die Morgensonne hervor, mal sp\u00fcrte ich ein paar Regentropfen. Trotz Pinkel-Unterbrechung (der Morgenkaffee) schwamm ich Rekordzeit &#8211; diesmal war ich so sicher wie selten, dass ich mich nicht nur verz\u00e4hlt hatte.<\/p>\n<p>In der Dusche schrubbte ich mich ab, in der Sammel-Umkleide kam besonders reichhaltige K\u00f6rpercreme drauf &#8211; zwischen Blitz-Umzieherinnen, ich war wirklich beeindruckt von ihrem Tempo. \u00dcber Zackigkeit hinaus pressierte es mir aber nicht, dennoch schaffte ich Einstempeln deutlich vor Kernzeit &#8211; wieder hielt die Schwimm-Beseeltheit lange an. Mal sehen, ob ich mir das nicht auch w\u00e4hrend der deutlich teureren Winter-Saison (10,50 Euro Eintritt) im Dantebad hin und wieder g\u00f6nne.<\/p>\n<p>Arbeitsreicher Vormittag, dazu geh\u00f6re auch ein R\u00e4um-Job, der mir emotional dann doch n\u00e4her ging, als ich vorhergesehen hatte.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen regnete es seit einiger Zeit ernsthaft, doch ich merkte, dass ich zur Beruhigung dringend die Bewegung in frischer Luft brauchte und drehte unterm Schirm eine Runde um die Bl\u00f6cke &#8211; auch ohne Mittagscappuccino.<\/p>\n<p>Zu Mittag gab es dann Birne, Feigen, Zwetschgen, au\u00dferdem das restliche Glas Zwetschgenr\u00f6ster mit griechischem Joghurt. <\/p>\n<p>Mit Herrn Kaltmamsell Urlaub in den Allerheiligenferien vereinbart: Traunmhafte Unterkunft, ausgezeichnete Restaurants, interessante Museen, reizvolle Ausflugsm\u00f6glichkeiten &#8211; daheim in M\u00fcnchen. (Ich hatte gemerkt, dass Verreisen mich eher anstrengen w\u00fcrde.)<\/p>\n<p>Ruhigerer Arbeitsnachmittag, drau\u00dfen regnerisch. Und kalt! Wie ich feststellte, als ich nach Feierabend ohne Jacke vors B\u00fcrohaus trat.<\/p>\n<p>Herr Kaltmamsell war aush\u00e4usig, hatte mir das Abendessen aber schon etwas vorbereitet: Aus Ernteanteil war noch Hokaido-K\u00fcrbis \u00fcbrig. Entkernt war er schon, ich schnitt ihn in Schnitze f\u00fcr den Ofen. Meine Planung ging allerdings nicht ganz auf: Ich hatte die Garzeit so lang gesehen wie eine Folge Yoga, wurde dann von einer anstrengenden, aber sehr kurzen Einheit \u00fcberrascht, die nicht mal eine Viertelstunde dauerte. Also noch ein wenig H\u00e4uslichkeiten, bis ich zu Abend essen konnte &#8211; diesen ersten K\u00fcrbis der Saison schlicht mit Butter. Nachtisch reichlich Schokolade.<\/p>\n<p>Im Bett Lukas Rietzschel, <i>Sanditz<\/i> ausgelesen. Gutes Buch, ich werde noch berichten.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Jasmin Flei\u00dfgarten, eine junge Stadtr\u00e4tin in Erlangen, nennt sexualisierte Online-Bel\u00e4stigungen \u00f6ffentlich beim Namen &#8211; auch wenn das erwartbare &#8220;war doch gar nicht so gemeint&#8221; zur\u00fcckkommt. K\u00f6nnen sich so viele M\u00e4nner wirklich nicht vorstellen, wie es ist, in so einem Dauerfeuer der Reduzierung auf \u00c4u\u00dferlichkeiten und sexuelle Anziehungskraft zu leben? (\u20ac)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/erlangen-stadtraetin-jasmin-fleissgarten-sexualisierte-belaestigung-social-media-gruene-interview-li.3542223\" target=\"_blank\">&#8220;Junge Stadtr\u00e4tin \u00fcber virtuelle Bel\u00e4stigung<br \/>\n&#8216;Liebe M\u00e4nner \u00dc40, bitte lasst mich in Ruhe'&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p><strong>Ihr Account hei\u00dft \u201ejasminimstadtrat\u201c, es geht um politische Themen, Sie posten unter anderem eine Art Tagebuch aus dem Stadtrat.<\/strong><\/p>\n<p>Und auf diesem Account fragt einer an, wann man gemeinsam \u2013 Zitat \u2013 die \u201ePille testen\u201c m\u00f6chte. Ein anderer reduziert mich auf \u00c4u\u00dferlichkeiten: \u201eHast ein sch\u00f6nes Gesicht\u201c. Ein Dritter m\u00f6chte mich zu einem gemeinsamen \u201eWellnesstag\u201c einladen. Aber auch die Anfragen unterhalb dieser Form von Sexualisierung irritieren mich. Ich empfinde es einfach als komplett unangemessen, jemanden auf einem Account, auf dem diese Person eindeutig politisch agiert, direkt auf einer privaten Ebene anzusprechen. W\u00fcrde man ein m\u00e4nnliches Stadtratsmitglied auf Social Media kontextfrei anfragen: \u201eHey, lass uns mal Kaffee trinken?\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>&#8220;Modern Day Typographer&#8221;<br \/>\nWer&#8217;s mog, f\u00fcr den is as H\u00f6gste!<br \/>\n(Nerd-Matra)<\/p>\n<div class=\"video-wrapped\" style=\"width: 500px; height: 281px; background-image: url('https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-content\/plugins\/video-embed-privacy\/preview\/0Ck-NPqf2c8.jpg')\" data-embed-frame=\"&lt;iframe title=&quot;Modern Day Typographer - Elle Cordova&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;281&quot; src=&quot;https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0Ck-NPqf2c8?feature=oembed&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;\/iframe&gt;\" data-embed-play=\"Abspielen&lt;div class=&quot;small&quot;&gt;Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt. Es gilt die &lt;a href=&quot;https:\/\/www.google.com\/intl\/de\/policies\/privacy\/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Datenschutzerkl\u00e4rung von Google&lt;\/a&gt;&lt;\/div&gt;\">\n<div class=\"video-wrapped-nojs\">Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.<br \/><a href=\"https:\/\/youtu.be\/0Ck-NPqf2c8?si=jep7TfVm1vPpr-0q\">https:\/\/youtu.be\/0Ck-NPqf2c8?si=jep7TfVm1vPpr-0q<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>via <a href=\"https:\/\/fnordon.de\/@giardino\/117237192417231246\" target=\"_blank\">@giardino<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Viele Foodblogs wurden bald PR-Blogs (und interessierten mich &#8211; ! &#8211; ab diesem Moment nicht mehr), Food Influencing wurde bezahlte PR &#8211; wenn jemand davon leben wollte. So weit, so erwartbar. Im <i>Guardian<\/i> schildert Stephen Buranyi den Status f\u00fcr UK:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/news\/ng-interactive\/2026\/sep\/03\/a-crisis-of-authenticity-the-truth-about-food-influencers  \u00a7\" target=\"_blank\">&#8220;\u2018A crisis of authenticity\u2019: the truth about food influencers&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Daumenregel: Ab dem Moment, in dem jemand ein Restaurant oder auch nur ein Gericht als &#8220;das beste&#8221; in absoluten Ma\u00dfst\u00e4ben bezeichnet (also nicht nach seinem\/ihrem pers\u00f6nlichen Geschmack, aus eigener Erfahrung), kann ich dessen\/deren Urteil eh nicht mehr ernst nehmen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/b6a79357a4b340f0a8538887acf40c33\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher Wecker, denn ich w\u00fcnschte mir sehr eine Schwimmrunde vor der Arbeit. 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