{"id":123887,"date":"2026-10-20T06:14:25","date_gmt":"2026-10-20T04:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=123887"},"modified":"2026-10-20T06:14:25","modified_gmt":"2026-10-20T04:14:25","slug":"journal-montag-19-oktober-2026-koenig-lear-am-residenztheater-mangelndes-shakespeare-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2026\/10\/journal-montag-19-oktober-2026-koenig-lear-am-residenztheater-mangelndes-shakespeare-vertrauen.htm","title":{"rendered":"Journal Montag, 19. Oktober 2026 &#8211; <i>K\u00f6nig Lear<\/i> am Residenztheater: Mangelndes Shakespeare-Vertrauen"},"content":{"rendered":"<p>Gut und tief geschlafen, aber bei Weckerklingeln war es definitiv nicht genug gewesen.<\/p>\n<p>Unter anderem war mir wie zu erwarten beim Einschlafen die <i>K\u00f6nig Lear<\/i>-Inszenierung vom Sonntagabend im Kopf herumgegangen. Das eigentliche St\u00fcck hatte mich an diesem Abend eher unber\u00fchrt gelassen, angekommen waren bei mir vor allem die B\u00fchnenmittel (B\u00fchne Marlene Lockemann). Und hier spielte die beeindruckende Hauptrolle der kreisrunde B\u00fchnen-f\u00fcllende Ring mit Landschaft oben und R\u00e4umen in Gestellen unten, in st\u00e4ndiger, langsamer Bewegung, eingef\u00fchrt im zweiten Akt durch den vertriebenen Edgar, der die Pfade oben entlang taumelt und dabei seine Verwandlung in Tom erz\u00e4hlt. Davor schon war es eine Wand mit in vielen Richtungen beweglichen Dreht\u00fcren gewesen, die riesig vor dem Zuschauerraum auf der B\u00fchne stand und f\u00fcr die verschiedenen Verbindungen der Personen und Handlungsstr\u00e4nge genutzt wurde.<\/p>\n<p>Doch Regisseurin Elsa-Sophie Jach belie\u00df es nicht dabei. Dass nahezu durchgehend Live-Musik vom B\u00fchnenhintergrund erklang, muss heutzutage wohl so, inklusive zweimal Live-Gesang. Aber dass immer wieder verschiedene Leinw\u00e4nde herabgelassen wurden, Live-Video-Projektionen aus B\u00fchnenwinkeln darauf \u00fcbertragen &#8211; \u00fcber die vielen Jahre seit Einf\u00fchrung als Erz\u00e4hlmittel auf den B\u00fchnen ger\u00e4t das in meinen Augen zur inhaltsleeren Marotte, vor allem hier: Das Mittel der Soliloqui IST doch bereits ein Ins-Zentrum-Stellen einer Figur und ihrer Gedanken, da brauche ich ihr sprechendes Gesicht nicht auch noch acht mal f\u00fcnf Meter gro\u00df gefilmt auf eine Leinwand projiziert.<\/p>\n<p>Nicht nur deshalb habe ich den Eindruck, dass der Inszenierung das Vertrauen in Shakespeare fehlte, der eigentliche kraftvolle und bilderreiche Text ging fast unter. Immer noch eine Interpretationsebene, immer noch eine Vermittlungstechnik &#8211; die vielen Ans\u00e4tze und Ebenen f\u00fchrten unterm Strich zum Eindruck der Unentschlossenheit. Lasst die Figuren doch mal in Ruhe reden! Ja, der gefeierte Manfred Zapatka als Lear bekam oft Raum f\u00fcr seine Worte, aber selbst er nicht immer, weil Kost\u00fcm oder Filmung sie \u00fcberlagerten. Vielleicht hatte Vincent zur Linden als Narr da sogar mehr Texteskraft (die Doppelbesetzung auch als Edmund gefiel mir sehr gut).<br \/>\nSchauspielerisch beeindruckte mich am meisten Pia H\u00e4ndler als Regan: Sie lebte den Text statt ihn vorzutragen &#8211; das mag ich als Kind der 80\/90er-Renaissance-Theatre-Company halt (damals war es Inszenierungs-Mode, den Blankvers nahezu zu ignorieren).<br \/>\nAn den Besprechungen der Inszenierung gefiel mir die von Christoph Leibold f\u00fcr den Bayerischen Rundfunk:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/seltsam-unpolitisch-der-neue-lear-am-residenztheater,VXjRWHD\" target=\"_blank\">&#8220;Seltsam unpolitisch: Der neue &#8216;Lear&#8217; am Residenztheater&#8221;.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_06_KoenigLearProgramm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_06_KoenigLearProgramm.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"484\" class=\"alignnone size-full wp-image-123899\" \/><\/a><\/p>\n<p>Au\u00dferdem zum Festhalten: Was anders ist am Resi als an den Kammerspielen. Am Resi gab es ein aufw\u00e4ndiges Programmheft zu kaufen, f\u00fcr die 2,50 Euro steckten sogar ein paar Postkarten mit Fotos aus der Inszenierung dabei. An dem Kammerspielen ist das gedruckte Programmheft mittlerweile eher d\u00fcnn und kostenlos, die Informationen findet man breiter und ansprechender online auf der Website. An den Tischen f\u00fcr Programmheftverkauf wurde auch Merchandise angeboten, sehe ich mir n\u00e4chstes Mal genauer an.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>\u00dcberraschen mild dampfiger Weg in die Arbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_02_Bavariaring.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_02_Bavariaring.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"482\" class=\"alignnone size-full wp-image-123911\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_04_Bavariaring.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_04_Bavariaring.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"376\" class=\"alignnone size-full wp-image-123900\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die kopfwehige Benommenheit wurde mir am Arbeitsplatz bald doch zu doof, ich griff zu Ibu.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftiger und unruhiger Arbeitsvormittag, Mittagscappuccino aus der Cafeteria, damit ich in der Mittagspause raus auf Eink\u00e4ufe gehen konnte: Der riesige HIT in Fu\u00dfweite bot auch die Cocktailkrischen an, die auf der Einkaufsliste standen.<\/p>\n<p>Zu Mittag gab es Ananasst\u00fccke aus derselben Quelle, au\u00dferdem Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. So ganz wach und munter wurde ich einfach nicht.<\/p>\n<p>Entsprechend z\u00e4h f\u00fchlte sich der Arbeitsnachmittag an.<\/p>\n<p>Nach Feierabend war es deutlich k\u00e4lter geworden. Ich ging \u00fcber Lebensmitteleink\u00e4ufe beim Vollcorner heim.<\/p>\n<p>Zu Hause hatte ich trotz m\u00fcder Benommenheit Lust auf Pilates, das nochmalige \u00dcben meines Bloglesungstexts aber verschob ich auf Dienstagabend.<\/p>\n<p>Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell die Ernteanteil-Karotten auf meinen Wunsch <a href=\"https:\/\/thehappyfoodie.co.uk\/recipes\/meera-sodhas-18-carat-laksa\/\" target=\"_blank\">als Laksa, als w\u00fcrzige chinesische Suppe<\/a> &#8211; eine sehr aufw\u00e4ndige Suppe mit vielen nur aufw\u00e4ndig zu bekommenden Zutaten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_12_Nachtmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/261019_12_Nachtmahl.jpg\" alt=\"\" width=\"473\" height=\"343\" class=\"alignnone size-full wp-image-123905\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bl\u00f6derweise schmeckte das ganz ausgesprochen k\u00f6stlich, ich werde das wieder essen wollen.<\/p>\n<p>Nachtisch Schokolade. <\/p>\n<p>Sehr fr\u00fch ins Bett zum Lesen und fr\u00fchen Lichtaus. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/5fb357e750ac4f03a3c2fd71bbff8f4c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut und tief geschlafen, aber bei Weckerklingeln war es definitiv nicht genug gewesen. Unter anderem war mir wie zu erwarten beim Einschlafen die K\u00f6nig Lear-Inszenierung vom Sonntagabend im Kopf herumgegangen. Das eigentliche St\u00fcck hatte mich an diesem Abend eher unber\u00fchrt gelassen, angekommen waren bei mir vor allem die B\u00fchnenmittel (B\u00fchne Marlene Lockemann). 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