{"id":13246,"date":"2012-06-08T09:58:48","date_gmt":"2012-06-08T07:58:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=13246"},"modified":"2012-06-08T09:58:48","modified_gmt":"2012-06-08T07:58:48","slug":"neues-aus-den-webs-bitte-um-lesestoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/06\/neues-aus-den-webs-bitte-um-lesestoff.htm","title":{"rendered":"Neues aus den Webs &#8211; Bitte um Lesestoff"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Geschlechterstereotypen werden zu gro\u00dfen St\u00fccken durch pers\u00f6nliche Erfahrungen aufrecht erhalten &#8211; wie halt alle Stereotypen. Der Mensch speichert fr\u00fch etwas als Muster ab (egal ob es nun ein belegbares und falsifizierbares Muster ist oder eine Fehleinsch\u00e4tzung auf ungen\u00fcgender Basis) und tendiert dazu, alle weiteren Erfahrungen als diesen Mustern zugeh\u00f6rig abzuspeichern, damit seine Stereotypen eher zu verst\u00e4rken als zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Dass bei der Verst\u00e4rkung der vorhandenen Geschlechterstereotypen der eigene Partner eine gro\u00dfe Rolle spielt, liegt auf der Hand. Und so merkte ich schon fr\u00fch in meinem Arbeitsleben, dass ich tendenziell einfacher mit Chefs und Kollegen auskomme, deren Partnerinnen erwerbst\u00e4tig sind. Mit einem befreundeten Manager scherzte ich schon vor zehn Jahren, dass bei der Auswahl von m\u00e4nnlichen F\u00fchrungskr\u00e4ften diejenigen bevorzugt werden sollten, deren Partnerin beruflich erfolgreich ist: Zum einen w\u00e4ren sie tendenziell vor zu hoher Gewichtung der eigenen Position gesch\u00fctzt, zum anderen w\u00e4ren sie beruflich erfolgreiche Frauen ja schon mal gewohnt und k\u00f6nnten gelassen damit umgehen.<\/p>\n<p>Nun zeigt eine Studie, dass der Scherz berechtigt war: <a href=\"http:\/\/www.theatlantic.com\/national\/archive\/2012\/06\/im-not-your-wife-a-new-study-points-to-a-hidden-form-of-sexism\/258057\/\" target=\"_blank\">\u201cMen may be subconsciously looking at women through the lenses of their own marriages.\u201d<\/a><br \/>\nDie Studie hei\u00dft <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=2018259\" target=\"_blank\">\u201cMarriage Structure and Resistance to the Gender Revolution in the Workplace\u201d<\/a> und wurde von Sreedhari D. Desai, Dolly Chugh und Arthur Brief durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<blockquote><p>In this article, we examine a heretofore neglected pocket of resistance to the gender revolution in the workplace: married male employees who have stay-at-home wives. We develop and empirically test the theoretical argument suggesting that such organizational members, compared to male employees in modern marriages, are more likely to exhibit attitudes, beliefs, and behaviors that are harmful to women in the workplace. To assess this hypothesis, we conducted four studies with a total of 718 married, male participants. We found that employed husbands in traditional marriages, compared to those in modern marriages, tend to (a) view the presence of women in the workplace unfavorably, (b) perceive that organizations with higher numbers of female employees are operating less smoothly, (c) find organizations with female leaders as relatively unattractive, and (d) deny, more frequently, qualified female employees opportunities for promotion.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.theatlantic.com\/national\/archive\/2012\/06\/im-not-your-wife-a-new-study-points-to-a-hidden-form-of-sexism\/258057\/\" target=\"_blank\">Gayle Tzemach Lemmons Reflexion der Studie in <i>The Atlantic<\/i><\/a> greift einen Aspekt heraus: Die Chefs, die Frauen besch\u00fctzen wollen und glauben, damit genderneutral zu handeln. Ich dachte sofort an M\u00e4nner, die st\u00e4ndig betonen, wie besonders wertvoll Frauen in der Firma wegen ihrer Weiblichkeit sind, also wegen ihrer Emotionalit\u00e4t, Empathie und F\u00fcrsorge. Und die auf Kritik an dieser Haltung beleidigt reagieren, weil sie doch ihre besondere Wertsch\u00e4tzung zu Ausdruck gebracht zu haben glaubten.<\/p>\n<p>Auch hier ein Wort der Warnung: Selbstverst\u00e4ndlich gibt es Ausnahmen (auch mir fallen sofort welche ein) \u2013 doch diese Ausnahmen widerlegen nicht die Grundtendenz.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ganz was Anderes. Es sind nun doch fast Wochen ins Land gegangen, in denen kein neuer Fall einer schrecklichen Kindesmisshandlung oder -t\u00f6tung durch die eigenen Eltern durch die Medien ging. Aber die \u00d6ffentlichkeit einschlie\u00dflich ihrer gew\u00e4hlten Vertreter schien sich einig, dass zur Verhinderung weiterer F\u00e4lle sehr fr\u00fch im Prozess angesetzt werden muss, dass \u00fcberforderten Eltern geholfen werden muss, um die Kinder zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Diese besorgte \u00d6ffentlichkeit sollte dringend wissen, welche Form das tats\u00e4chlich annimmt, was eigentlich diese Verhinderung und dieser Schutz wert sind. <a href=\"http:\/\/www.tadelloshimmelblau.de\/\" target=\"_blank\">Tadellos himmelblau<\/a> kann es Ihnen sagen: <a href=\"http:\/\/www.tadelloshimmelblau.de\/2012\/06\/06\/to-whom-it-may-concern-2\/\" target=\"_blank\">14,95 Euro Stundenlohn<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Das Blog von Moni, <a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/?page_id=204\" target=\"_blank\">Gedankentr\u00e4ger<\/a>, gibt es schon immer. Und seither lese ich es. Eines der gro\u00dfen Themen des Blogs ist Monis autistischer Sohn John, und weil Moni ganz wunderbar schreiben kann, habe ich \u00fcber die Jahre viel \u00fcber Autismus gelernt, \u00fcber Alltag, Schulm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Autisten in Berlin und \u00fcber die haarstr\u00e4ubende B\u00fcrokratie dahinter.<\/p>\n<p>Dass aus dieser Mischung, interessantes Thema und gute Schreibe, ein Buch werden k\u00f6nnte, liegt nahe. Moni hat sogar einen noch interessanteren Erz\u00e4hlanlass gefunden: Sie ist mit John durch Europa gereist und hat viel dabei erlebt. Doch um das Buch <a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/?page_id=2707\" target=\"_blank\"><i>Tomorrow can wait<\/i><\/a> Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es Geld (dass ich es beim besten Willen nicht verstehen kann, warum Verlage nicht sofort und mit Hurra! auf die Idee angesprungen sind, belegt wahrscheinlich meine komplette Ahnungslosigkeit in Verlagsdingen). Moni und Co-Autor\/Partner Scott versuchen, es sich <a href=\"http:\/\/www.kickstarter.com\/projects\/1180518949\/tomorrow-can-wait\" target=\"_blank\">\u00fcber die Crowdfunding-Plattform Kickstart<\/a> zu holen. Dort kann man sich f\u00fcr verschiedene Unterst\u00fctzungbetr\u00e4ge eintragen, und wenn am Stichtag die angestrebte Summe zusammengekommen ist, wird dieser Betrag auch in Anspruch genommen. Das geht mit einem Facebook- oder Amazon.com-Konto \u00fcber zwei Klicks.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kickstarter.com\/projects\/1180518949\/tomorrow-can-wait\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Kickstarter_Tomorrow.jpg\" alt=\"\" title=\"Kickstarter_Tomorrow\" width=\"331\" height=\"269\" class=\"alignnone size-full wp-image-13247\" \/><\/a><br \/>\nIch w\u00fcrde das Buch wirklich gerne lesen, deshalb bitte ich Sie ganz egoistisch um <a href=\"http:\/\/www.kickstarter.com\/projects\/1180518949\/tomorrow-can-wait\" target=\"_blank\">Unterst\u00fctzung des Projekts<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Geschlechterstereotypen werden zu gro\u00dfen St\u00fccken durch pers\u00f6nliche Erfahrungen aufrecht erhalten &#8211; wie halt alle Stereotypen. 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