{"id":13748,"date":"2012-09-23T09:51:50","date_gmt":"2012-09-23T07:51:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=13748"},"modified":"2012-09-23T15:47:26","modified_gmt":"2012-09-23T13:47:26","slug":"auszeitjournal-samstag-22-september-2012-filme-und-grose-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/09\/auszeitjournal-samstag-22-september-2012-filme-und-grose-liebe.htm","title":{"rendered":"Auszeitjournal Samstag, 22. September 2012 &#8211; Filme und gro\u00dfe Liebe"},"content":{"rendered":"<p>Es war ein inhaltsreicher Tag, der es nicht verdient hatte, mit einer v\u00f6llig unerwarteten Migr\u00e4ne und dem Kopf \u00fcber der Klosch\u00fcssel beendet zu werden.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Zum Morgenkaffee einen ber\u00fchmten Dokumentarfilm angesehen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/47753945\" width=\"500\" height=\"388\" frameborder=\"0\" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen><\/iframe> <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/47753945\">BERLIN-PRENZLAUER BERG (1990)<\/a> from <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/neueherrlichkeit\">Neue Herrlichkeit<\/a> on <a href=\"http:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<p>Wie fern damals Berlin f\u00fcr mich war, die Studentin in Augsburg. Wie wenig diese schier grenzenlosen Ver\u00e4nderungen leider mit mir zu tun hatte.<br \/>\nIch bedaure, dass dieses Juwel an Film in Schwarz-Wei\u00df gedreht wurde. Gerade die wenigen Farben in dieser ikonischen Grauheit h\u00e4tten mich interessiert.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/120922_Kleidung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/120922_Kleidung.jpg\" alt=\"\" title=\"120922_Kleidung\" width=\"225\" height=\"447\" class=\"alignnone size-full wp-image-13749\" \/><\/a><\/p>\n<p>Katholische Kindstauf unter der Mitbewohnerfamilie im M\u00fcnchner S-Bahn-Speckg\u00fcrtel. Weg zum Stachus und S-Bahnh\u00f6fe bereits heftig verdirndelt, gestern begann das Oktoberfest.<\/p>\n<p>Da drei Kinder gleichzeitig getauft wurden (eines noch sehr frisch, ein Einj\u00e4hriges und ein Dreij\u00e4hriges), wirkte die Kirche angenehm belebt, und es gab auch genug Stimmen zum Mitsingen. Gelernt, dass jetzt auch Taufkerzen in Rosa und Hellblau gegendert sind (nehme an, es gibt ein Himmelreich f\u00fcr rosa Seelen und eines f\u00fcr hellblaue; wei\u00df man schon, ob sich die Schutzengel darauf eingestellt haben?). Auch diesmal leichtes Gruseln beim katholischen Taufritual, das unter anderem eine explizite Distanzierung der Eltern und Taufpaten vom Teufel einfordert (&#8220;Wir widersagen.&#8221;). Das frischeste Baby br\u00fcllte die ganze Zeremonie hindurch mit herzerweichender Verzweifelung. Erschien mir die naheliegendste Reaktion.<\/p>\n<p>Mittagessen beim Italiener gegen\u00fcber, Nachdenken mit dem Mitbewohner \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und Mechanismen, die den meisten Katholiken den Papst egal sein lassen k\u00f6nnen. Kaffee und Kuchen bei den T\u00e4uflingseltern, dabei eine Stunde Geschenkeauspacken durch T\u00e4ufling und gr\u00f6\u00dfere Schwester.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Bayerisches Abendessen (Sch\u00e4uferl!) mit M\u00fcnchen-nach-Berlin-Migrantin. Spaziergang durch die nun schon st\u00e4rker verdirndelte M\u00fcnchner Innenstadt ins City-Kino, um dort <a href=\"http:\/\/www.x-verleih.de\/de\/filmdatenbank\/null\/LIEBE\" target=\"_blank\"><i>Liebe<\/i><\/a> anzusehen.<br \/>\nDer Film war ein Erlebnis, in seiner scheinbaren Schlichtheit und leisen Ungew\u00f6hnlichkeit. Die Geschichte dieser gro\u00dfen Liebe (die sogar die gemeinsame Tochter ausschlie\u00dft) wird ganz indirekt \u00fcber viele kleine Geschichten erz\u00e4hlt, \u00fcber wenig Handlung, wenig Worte, die Bilder, die fast ausschlie\u00dflich aus einer einzigen Wohnung stammen. Und es bleiben am Ende viele Fragen offen &#8211; auch wir Zuschauer sind zu gro\u00dfen Teilen aus dieser Liebe ausgeschlossen. Ungew\u00f6hnlich ist die Abwesenheit von Filmmusik: Musik spielt eine so zentrale Rolle im Leben des dargestellten Paares, dass es nur folgerichtig ist, sie lediglich als echtes Element der Handlung einzusetzen, nicht als Ger\u00e4usch daneben. Ein Effekt: Ger\u00e4usche k\u00f6nnen viel besser und unauff\u00e4llig zum Vorantreiben der Handlung benutzt werden. Der tonlose Abspann ist besonders eigenartig, aber auch er dem Schluss des Films angemessen.<br \/>\nDie beiden bezaubernden alten Menschen Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva sind die Hauptdarsteller, allein schon jede Sekunde des Films wert.<br \/>\n(Kein Link zur hervorragenden Rezension von Tobias Kniebe in der <i>SZ<\/i>, da ich mir nicht vorwerfen lassen m\u00f6chte, mit meinem kostenlosen Amateurblog von hochwertigem und teuer produziertem Profijournalismus zu schmarotzen. Haben Sie <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/petitionen\/_2012\/_08\/_16\/Petition_35009.html\" target=\"_blank\">die Petition gegen das &#8220;Leistungsschutzrecht&#8221;<\/a> schon gezeichnet? <a href=\"http:\/\/leistungsschutzrecht.info\/argumente\" target=\"_blank\">Hier die Argumente.<\/a>)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Schon im Kino immer schlimmere Kopfschmerzen, dazu \u00dcbelkeit. Noch aber kein Verdacht, dass sich dahinter die gro\u00dfe Spielverderberin Migr\u00e4ne verstecken k\u00f6nnte, deren Besuch ich nur nach etwas mehr Alkohol und nach den ersten Stunden Nachtschlaf kenne. Daheim dann aber so gro\u00dfes Elend, dass kein Zweifel mehr bestehen konnte (ironische Spiegelung des eben gesehenen Films, als sich der Mitbewohner meiner annimmt, mir einen K\u00fcbel neben das Bett stellt, durch die offene Schlafzimmert\u00fcr \u00fcber mich wacht), zum Gl\u00fcck schon nach wenigen Stunden gerettet durch mein Triptan-Nasenspray.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein inhaltsreicher Tag, der es nicht verdient hatte, mit einer v\u00f6llig unerwarteten Migr\u00e4ne und dem Kopf \u00fcber der Klosch\u00fcssel beendet zu werden. \u00a7 Zum Morgenkaffee einen ber\u00fchmten Dokumentarfilm angesehen. BERLIN-PRENZLAUER BERG (1990) from Neue Herrlichkeit on Vimeo. Wie fern damals Berlin f\u00fcr mich war, die Studentin in Augsburg. 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