{"id":14481,"date":"2012-11-15T13:05:28","date_gmt":"2012-11-15T12:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=14481"},"modified":"2013-03-25T19:09:50","modified_gmt":"2013-03-25T18:09:50","slug":"theater-gift-eine-ehegeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/11\/theater-gift-eine-ehegeschichte.htm","title":{"rendered":"Theater: <i>Gift. Eine Ehegeschichte.<\/i>"},"content":{"rendered":"<p>Auf diesen Theaterabend in den Kammerspielen hatte ich mich gefreut, allein weil <a href=\"http:\/\/www.muenchner-kammerspiele.de\/programm\/stuecke-a-z\/gift\/elsie-de-brauw\/\" target=\"_blank\">Elsie de Brauw<\/a> eine der beiden Hauptrollen spielte, <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/11\/angst-an-den-kammerspielen.htm\" target=\"_blank\">die mich in <i>Angst<\/i> so umgehauen hatte<\/a>: <a href=\"http:\/\/www.muenchner-kammerspiele.de\/programm\/stuecke-a-z\/gift\/\" target=\"_blank\"><i>Gift. Eine Ehegeschichte<\/i><\/a> Doch dann wurde es das erste Mal, dass ich eine Pause nicht vermisste, weil ich darin lustwandeln h\u00e4tte k\u00f6nnen, sondern weil ich darin gerne gegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Zwei geschiedene Eheleute treffen sich nach zehn Jahren zum erstem Mal wieder, weil ihr gemeinsamer, vor der Trennung gestorbener Sohn, umgebettet werden soll.<br \/>\nEs ist mir ein R\u00e4tsel, warum Intendant <a href=\"http:\/\/www.muenchner-kammerspiele.de\/programm\/gift\/johan-simons\/\" target=\"_blank\">Johan Simons<\/a> solch ein St\u00fcck als fast konsequenten Klamauk inszeniert.<\/p>\n<p>Elsie kommt fuchtelnd, stolpernd, rudernd auf die B\u00fchne, grimassiert das ganze St\u00fcck hindurch grotesk, zappelt und h\u00fcpft herum.<br \/>\nSteven van Watermeulen als ihr Ex-Mann spricht seinen Text immer wieder leiernd entfremdet und gek\u00fcnstelt \u00fcberschlagend.<\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild erm\u00f6glicht viel Bewegung, die beiden wechseln st\u00e4ndig ihre Pl\u00e4tze &#8211; jajaja, damit k\u00f6nnen Unruhe, die  Haltung der Figuren zueinander dargestellt werden. Was eigentlich alles bereits im Text steckt, der auskomponiert ist wie ein Barockkonzert. Die T\u00fcren zum Foyer blieben in den ersten zwei Dritteln offen, dadurch liefen die Figuren auch mal hinaus und sprechend durchs Foyer. Tats\u00e4chlich originell, von mir aus Punkte in der B-Note.<\/p>\n<p>An drei Stellen singt Steve Dugardin (laut <i>SZ<\/i> Lieder von Dowland). Counterten\u00f6re mit ihrem druckvoll hohen Gesang sind wohl wirklich nichts f\u00fcr mich: Da konnte ich versuchen, konzentriert zuzuh\u00f6ren, meine Zehenn\u00e4gel rollten sich trotzdem auf.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck selbst war vermutlich sogar ganz gut. Der Text war realistisch angelegt, mit vielen &#8220;Hm&#8221;s und Hasplern sogar hyperrealistisch. Er bestand haupts\u00e4chlich aus stereotypem P\u00e4rchengezicke (&#8220;Was ist denn?&#8221; &#8220;Ach nichts.&#8221; &#8220;Aber du hast doch was.&#8221; \/ &#8220;So hab&#8217; ich&#8217;s nicht gemeint.&#8221; &#8220;Warum hast du&#8217;s dann so gesagt.&#8221; &#8211; Symbolausschnitte), dessen ich schon beim wirklichen H\u00f6ren sehr, sehr \u00fcberdr\u00fcssig bin. Ich wei\u00df um die typische Paar- und Konfliktdynamik, die das St\u00fcck abbildet. Doch muss ich gestehen, dass sie bei mir immer, on- und offstage, heftigstes Augenrollen hervorruft.<\/p>\n<p>Als ich schon hoffte, das St\u00fcck sei aus, begann das letzte Drittel, in dem die beiden sich dann tats\u00e4chlich unterhalten. Das fand ich inhaltsreich und interessant.<\/p>\n<p>Mit meinem Missmut scheine ich allerdings recht allein zu stehen. Der Zuschauerraum war auch \u00fcber ein Jahr nach der Premiere voll, was auf gute Rezensionen und positive Mundpropaganda deutet. Und der Applaus st\u00fcrmte, inklusive Bravo-Rufen. Was habe ich \u00fcbersehen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf diesen Theaterabend in den Kammerspielen hatte ich mich gefreut, allein weil Elsie de Brauw eine der beiden Hauptrollen spielte, die mich in Angst so umgehauen hatte: Gift. 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