{"id":15023,"date":"2012-12-31T09:15:10","date_gmt":"2012-12-31T08:15:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=15023"},"modified":"2022-12-21T14:50:43","modified_gmt":"2022-12-21T13:50:43","slug":"bucher-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/12\/bucher-2012.htm","title":{"rendered":"B\u00fccher 2012"},"content":{"rendered":"<p>Sternchen markieren meine besonderen Empfehlungen, Klammern ein explizites Abraten. Die unmarkierten B\u00fccher habe ich gerne gelesen: Die nicht gern gelesenen, deren Lekt\u00fcre ich abgebrochen habe, tauchen n\u00e4mlich hier gar nicht erst auf.<\/p>\n<p>1 &#8211; Wolfgang Herrndorf, <i>Sand<\/i>*<br \/>\n(Mein erstes E-Book!) Abenteuerfilme der 30er und 40er, James Bond, <i>Our Man in Havana<\/i>, Drogendelirien, Spionagethriller &#8211; all diese Assoziationen begleiteten mich bei der Lekt\u00fcre, und doch hat Herrndorf etwas ganz Eigenes geschrieben. Die Spannung, die die Handlung erzeugt, ist nicht von atemloser Neugier auf den Fortlauf der Handlung getrieben, sondern von st\u00e4ndiger Bedrohung und dunkler Vorahnung. Zudem sind die Handlungsstr\u00e4nge so geschickt aufgeh\u00e4ngt und gekn\u00fcpft, dass sich erst nach dem ersten Drittel \u00fcberhaupt sowas wie ein Gesamtbild ergibt. Und das mit Personenzeichnungen, die mich richtig mitleiden lie\u00dfen. Saugut gemacht, mit Extras.<\/p>\n<p>2 &#8211; Julian Barnes, <i>The Sense of an Ending<\/i><\/p>\n<p>3 &#8211; Christian St\u00f6cker, <i>Nerd Attack! Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/01\/christian-stocker-nerd-attack.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>4 &#8211; Juan Moreno, <i>Teufelsk\u00f6che. An den hei\u00dfesten Herden der Welt<\/i><br \/>\n(W\u00e4re eigentlich ganz nett, wenn es nicht auffallend schlecht lektoriert und schlampig gestaltet w\u00e4re, so richtig mit Fehlern.)<\/p>\n<p>5 &#8211; Mariana Leky, <i>Die Herrenausstatterin<\/i><\/p>\n<p>6 &#8211; Johnny Haeusler, <i>I Live by the River!<\/i>*<br \/>\nDie besten Geschichten, die wir auf Spreeblick schon liebten, plus neue &#8211; gut geschrieben, herzerfrischend beobachtet.<\/p>\n<p>7 &#8211; Jonathan Evison, <i>All About Lulu<\/i><\/p>\n<p>8 &#8211; Granta 118, <i>Exit Strategies<\/i><\/p>\n<p>9 &#8211; Matt Ruff, <i>Fool on the Hill<\/i>*<br \/>\nNach Langem wiedergelesen. Ich hatte bereits vergessen, wie ungeheuer dicht Ruffs Erstling erz\u00e4hlt ist. Allerdings f\u00fcrchte ich, dass ein gro\u00dfer Teil des Zaubers bei einer heutigen Erstleserin nicht funktionieren wird: Die gesamte Tolkienwelt war vor 20 Jahren noch exotisch und nerdig, heute ist sie Mainstream. Immer noch sch\u00f6n aber die Studentenh\u00e4user, die Hunde-Queste, die Personen.<\/p>\n<p>10 &#8211; Katja Berlin, Peter Gr\u00fcnlich, <i>Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt.<\/i><\/p>\n<p>11 &#8211; Kathrin Passig, Aleks Scholz, Kai Schreiber, <i>Das neue Lexikon des Unwissens<\/i>*<br \/>\nEmpfehlung aus denselben Gr\u00fcnden, aus denen ich schon <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/12\/geschenktipp-lexikon-des-unwissens.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>Das Lexikon des Unwissens<\/i> empfahl<\/a>.<\/p>\n<p>12 &#8211; Pia Ziefle, <i>Suna<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/03\/pia-ziefle-suna.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a> Mein Buch des Jahres, bereits reichlich verschenkt.<\/p>\n<p>13 &#8211; Jennifer Egan, <i>A Visit from the Goon Squad<\/i>*<br \/>\nDie 13 Kapitel aus dem Musikbusiness kann man als Kurzgeschichtenzyklus lesen oder als Roman &#8211; ich neige zu originell erz\u00e4hltem Roman. Mit den Figuren und ihrer Beziehung zu Musik erleben wir kulturelle Ver\u00e4nderungen der westlichen Welt (auch aus der Zukunft wird erz\u00e4hlt), getrieben unter anderem durch technische Entwicklungen.<\/p>\n<p>14 &#8211; V. K. Ludewig, <i>Ashby House<\/i><\/p>\n<p>15 &#8211; Maximilian Buddenbohm, <i>Marmelade im Zonenrandgebiet<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/03\/maximilian-buddenbohm-marmelade-im-zonenrandgebiet.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>16 &#8211; Lorenzo Carcaterra, <i>Sleepers<\/i>*<br \/>\nIch kannte vorher vage die Handlung, weil ich von der <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0117665\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verfilmung von 1996<\/a> wusste. Doch vor dem verh\u00e4ngnisvollen Streich der vier jungen Burschen, der sie in die H\u00f6lle eines Jugendgef\u00e4ngnisses bringt, erz\u00e4hlt Carcaterra \u00fcber 200 Seiten vom Aufwachsen im New Yorker Stadtviertel Hell&#8217;s Kitchen (heute Clinton), und das ist ganz gro\u00dfartig und lebendig. Es geht eine gro\u00dfe Menschlichkeit und W\u00e4rme von diesem Roman aus, auch wenn er eigentlich immer wieder entsetzliche Geschehnisse beschreibt.<\/p>\n<p>17 &#8211; Markus Werner, <i>Z\u00fcndels Abgang<\/i><\/p>\n<p>18 &#8211; Matt Ruff, <i>The Mirage<\/i><\/p>\n<p>19 &#8211; Heimito von Doderer, <i>Die Strudlhofstiege<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/04\/heimito-von-doderer-die-strudlhofstiege.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>20 &#8211; Astrid Paul, <i>Arthurs Tochter kocht. Mein B_Logbuch<\/i><\/p>\n<p>21 &#8211; Paul Bokowski, <i>Hauptsache nichts mit Menschen<\/i><\/p>\n<p>22 &#8211; Georg Schramm, <i>Lassen Sie es mich so sagen&#8230;<\/i><\/p>\n<p>23 &#8211; John Irving, <i>In One Person<\/i><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/05\/john-irving-in-one-person.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen<\/a>, obwohl ich es f\u00fcr nicht besonders gut halte.<\/p>\n<p>24 &#8211; Katherine Boo, <i>Behind the Beautiful Forevers<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/06\/katherine-boo-behind-the-beautiful-forevers.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>25 &#8211; Granta 119, <i>Britain<\/i><\/p>\n<p>26 &#8211; Jenny Lawson, The Blogess, <i>Let&#8217;s Pretend this Never Happened<\/i><\/p>\n<p>27 &#8211; Alexandra Tobor, <i>Sitzen vier Polen im Auto<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/06\/alexandra-tobor-sitzen-vier-polen-im-auto.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>28 &#8211; Martin Suter, <i>Der Koch<\/i><\/p>\n<p>29 &#8211; Daniel Kehlmann, <i>Die Vermessung der Welt<\/i>*<br \/>\nNach dem ersten Viertel des 300-Seiten-Romans schoss mir durch den Kopf: Ein amerikanischer Schriftsteller h\u00e4tte aus dem Stoff garantiert einen 900-Seiten-W\u00e4lzer gemacht. Mich faszinierte, wie Kehlmann den Faktenreichtum komprimierte und zum Hintergrund machte, um seine eigentliche Geschichte zu erz\u00e4hlen. Und wie er die unterschiedlichen Spinner als Hauptfiguren der Geschichte lebendig macht.<\/p>\n<p>30 &#8211; Nora Ephron, <i>Heartburn<\/i><\/p>\n<p>31 &#8211; Malte Welding, <i>Versiebt, verkackt, verheiratet<\/i><\/p>\n<p>32 &#8211; Stefan Zweig, <i>Ungeduld des Herzens<\/i>*<br \/>\nWiedergelesen nach 25 Jahren. Heute fallen mir manche \u00fcberholte Sichtweisen auf, unter anderem auf k\u00f6rperliche Versehrtheit. Doch der innere Kampf eines ganz normal feigen Menschen ist zeitlos, und Zweigs Erz\u00e4hlkunst nimmt uns mit in damals schon untergegangene Zeiten und Welten.<\/p>\n<p>33 &#8211; Hanns-Josef Ortheil, <i>Die Moselreise<\/i>*<br \/>\nEin seltsames Kind, dieser Hanns-Josef, der schon mit elf Jahren w\u00e4hrend einer Wanderung mit seinem Vater entlang der Mosel literarische Notizen macht. Diese Notizen aus den 60er hat der Erwachsene Hanns-Josef zu einem Buch gemacht, das indirekt und direkt viel \u00fcber die Zeit, die Gegend und den Personen vermittelt. (Und in mir Sehnsucht nach einer Mosel- oder Neckarreise weckte.)<\/p>\n<p>34 &#8211; Stephen King, <i>On Writing<\/i>*<br \/>\nEr kann halt schreiben, der Herr King, auch wenn er \u00fcbers Schreiben schreibt. Das Ergebnis ist eine sehr pers\u00f6nliche Schreibanleitung &#8211; durchaus f\u00fcr die Art von B\u00fcchern, die Stephen King schreibt und liebt. F\u00fcr mich der Kernpunkt: Schreiben darf Spa\u00df machen! Verbunden mit der Aufforderung: Einfach jeden Tag ein paar Stunden hinsetzen und schreiben, irgendwann wird schon was draus. Gleichzeitig ist das Buch eine lesenswerte Autobiografie.<\/p>\n<p>35 &#8211; Fruttero &#038; Lucentini, Dora Winkler (\u00dcbers.), <i>Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz<\/i><\/p>\n<p>36 &#8211; Marcella Hazan; Anne G\u00f6rblich-Baier, Susanne Schmidt-Wussow, Elke Trautwein (\u00dcbers.), <i>Marcellas Geheimnisse<\/i><br \/>\n(Das entt\u00e4uschendste Buch des Jahres, weil diese &#8220;Geheimnisse&#8221; zu gro\u00dfen Teilen faktischer Bl\u00f6dsinn sind.)<\/p>\n<p>37 &#8211; Kathryn Stockett, <i>The Help<\/i>*<br \/>\nEine sehr lebendige und mitrei\u00dfende Geschichte, die die stereotype Kulisse einer bestimmten Gegend und Zeit von hinten zeigt: Geschichten und Filmbilder der Vereinigten Staaten am Anfang der B\u00fcrgerrechtsbewegung kennen wir fast nur aus wei\u00dfer Sicht, <i>The Help<\/i> stellt die schwarzen Hausangestellten in den Mittelpunkt. Akteurin ist zwar zum gro\u00dfen Teil eine junge wei\u00dfe Frau, doch die Hausangestellten sind keineswegs begeistert oder gar dankbar \u00fcber ihre Einmischung.<\/p>\n<p>38 &#8211; Domingo Villar, <i>Ojos de agua<\/i><\/p>\n<p>39 &#8211; Barbara Vine, <i>The Brimstone Wedding<\/i><\/p>\n<p>40 &#8211; J.R. Moehringer, <i>The Tender Bar<\/i><\/p>\n<p>41 &#8211; Dorothy Parker, <i>The Best of Dorothy Parker<\/i><\/p>\n<p>42 &#8211; Suzanne Collins, <i>The Hunger Games<\/i><\/p>\n<p>43 &#8211; Granta 120, <i>Medicine<\/i>*<br \/>\nNach Langem wieder eine rundum gelungene Ausgabe dieses &#8220;magazine of new writing&#8221;: Von Medizinern geschriebene literarische Geschichten bis zu Medizingeschichten von Literaten, fast alle sehr pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>44 &#8211; Matthias Politycki, <i>London f\u00fcr Helden<\/i><\/p>\n<p>45 &#8211; Suzanne Collins, <i>The Hunger Games. Catching Fire<\/i><\/p>\n<p>46 &#8211; Irina Liebmann, <i>Stille Mitte von Berlin<\/i>*<br \/>\nVorgeblich ein Fotoband, doch gefangen hat mich der Text zu den Bildern. Liebmann erz\u00e4hlt n\u00e4mlich, welchen Charakter die fotografierten Stra\u00dfenz\u00fcge Anfang der 80er hatten und wie sie sich auf die Suche nach ihrer Geschichte machte, in Archiven und in Gespr\u00e4chen mit den alten Bewohnerinnen. In diesem Fall sagten die tausend Worte erheblich mehr als die Bilder.<\/p>\n<p>47 &#8211; Douglas Adams, <i>Dirk Gentley&#8217;s Holistic Detective Agency<\/i><\/p>\n<p>48 &#8211; Stevan Paul, <i>Schlaraffenland<\/i>*<br \/>\nSo liebevoll und aufwendig gemachte B\u00fccher werde ich immer auf Papier und als Druckobjekt haben wollen: Die Typo, gepr\u00e4gter Titel, stilsicherer Einsatz von Farbe, der Satzspiegel, ein Leseb\u00e4ndchen \u2013 ganz, ganz bezaubernd. Und Stevans Geschichten sind herrlich. Sein erz\u00e4hltechnisches K\u00f6nnen hat sich seit seinem bereits sehr lesenswerten Erstling deutlich weiterentwickelt, vor allem das indirekte Erz\u00e4hlen, das ein noch besseres Setzen von Pointen erm\u00f6glicht. Die Rezepte mochte ich umgehend nachkochen. <\/p>\n<p>49 &#8211; Suzanne Collins, <i>The Hunger Games. Mockingjay<\/i><\/p>\n<p>50 &#8211; Ray Bradbury, <i>Fahrenheit 451<\/i>*<br \/>\nIch hatte den Roman vor vielen Jahren schon mal gelesen (ver\u00f6ffentlicht 1953, war er auch damals nicht frisch) und war beim Wiederlesen erstaunt, wie gut er altert. Gleichzeitig erschreckte mich, zu wie vielen gesellschaftlichen und politischen Zeitereignissen die Schilderungen passen.<br \/>\nDass es in <i>Fahrenheit 451<\/i> um das systematische Verbrennen von B\u00fcchern geht, wissen wahrscheinlich alle, die von dem Roman (oder dem gleichnamigen Film) wissen. Doch den Grund daf\u00fcr hatte ich vergessen: B\u00fccher und die enthaltenen Gedanken verwirren die Menschen, sorgen f\u00fcr gesellschaftliche Unruhe und f\u00fcr Gewalt \u2013 denn irgendjemand f\u00fchlt sich immer von den Inhalten angegriffen, herabgesetzt oder verletzt, und sei es nur von einem Detail. Deshalb ist es dem sozialen Frieden am f\u00f6rderlichsten, wenn es gar keine B\u00fccher gibt \u2013 niemand kann Ansto\u00df nehmen. (Erz\u00e4hlen Sie blo\u00df dem Herrn Friedrich nichts von der Idee.)<br \/>\nEbenfalls vergessen hatte ich, wie lebendig und metaphernreich Bradbury erz\u00e4hlt, wie er kalte Technik durch Vergleiche zu Mythologie oder Natur macht.<\/p>\n<p>51 &#8211; Zadie Smith, <i>NW<\/i>*<br \/>\nAuch wenn sie wohl nie wieder so gro\u00dfartig schreiben wird wie in <i>White Teeth<\/i>, nutzt Zadie Smith ihre Erz\u00e4hlwerkzeuge hier meisterlich. Auf verschiedenen (nicht markierten) Zeitebenen, aus unterschiedlichen personalen Perspektiven erleben wir in <i>NW<\/i> den Londoner Stadtteil, aus dem Zadie Smith kommt.<\/p>\n<p>52 &#8211; Oya Baydar, Monika Demirel (\u00dcbers.), <i>Verlorene Worte<\/i><\/p>\n<p>53 &#8211; Tex Rubinowitz, <i>Rumgurken<\/i><\/p>\n<p>54 &#8211; Marlen Haushofer, <i>Die Wand<\/i>*<br \/>\nEin erratischer Block der deutschsprachigen Literaturgeschichte. Reduzierter Schauplatz, reduzierte Sprache, eine unglaubliche Vielschichtigkeit, die sich hinter der scheinbar banalen Oberfl\u00e4che entfaltet. Nicht nur hat mich der Roman auch beim Wiederlesen emotional mitgenommen, ich halte ihn auch vorbildlich in Informationsvermittlung und Sprache.<\/p>\n<p>55 &#8211; Isabel Bogdan, <i>Sachen machen<\/i><\/p>\n<p>56 &#8211; A.L. Kennedy, <i>The Blue Book<\/i>*<br \/>\nA.L. Kennedy schreibt auf recht unterschiedliche Weise ziemlich verschiedene Geschichten. Bislang hat mir noch jede gefallen, ob Kurzgeschichte (die mir manchmal technisch ein wenig zu clever sind) oder Roman. Was sie eint: Ein tiefes, verst\u00e4ndiges Zeigen (<i>showing<\/i>) der Personen und ihrer Interaktionen. Die Haupthandlung von <i>The Blue Book<\/i> spielt auf einem <i>Ocean Liner<\/i>, eine Frau mittleren Alters begegnet einem Mann wieder, von dem wir im Lauf der Handlung und in R\u00fcckblicken erfahren, dass er lange ihr Lebensgef\u00e4hrte war &#8211; als sie beide noch mit Hellseher-Shows auf Tour waren. Ebenso erfahren wir, wie sie zu den gebeutelten und verletzten Seelen wurden, die sie jetzt sind. Den vielschichtigen Hintergrund bilden das Schiff und der Alltag darauf, au\u00dferdem Einblicke in die Welt der Hellseher. (Allerdings gab es in meiner Leserunde einige, die von der Hin-und-Her-Interaktion der Hauptfiguren sehr genervt waren.)<\/p>\n<p>57 &#8211; Alan Moore, David Lloyd, <i>V For Vendetta<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/11\/alan-moore-david-lloyd-v-for-vendetta.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>58 &#8211; Kathrin Passig, Sascha Lobo, <i>Internet &#8211; Segen oder Fluch<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/12\/kathrin-passig-sascha-lobointernet-segen-oder-fluch.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>59 &#8211; Susanne Englmayer, <i>Vater. Mutter. Kind.<\/i><\/p>\n<p>60 &#8211; Tanja &#038; Johnny Haeusler, <i>Netzgem\u00fcse<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/12\/tanja-johnny-haeusler-netzgemuse.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>61 &#8211; Granta 121, <i>The Best of Young Brazilian Novelists<\/i><\/p>\n<p>62 &#8211; Martina Kink, <i>Bad Hair Years<\/i><\/p>\n<p>63 &#8211; Richard Price, Peter Torberg (\u00dcbers.), <i>Clockers<\/i><\/p>\n<p>64 &#8211; Friedrich Torberg, <i>Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlands in Anekdoten<\/i>*<br \/>\nF\u00fcr meine Leserunde las ich nach Jahren mal wieder mein Lieblingsbuch. Und entdeckte auch bei der dutzendsten Lekt\u00fcre noch Neues. <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2003\/11\/als-waer-die-tante-jolesch-noch-am-leben.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausf\u00fchrlich dar\u00fcber geschrieben habe ich schon 2003.<\/a> Weiterhin das eine Buch, das ich wirklich jedem und jeder empfehle. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/49cec643a84e4d7caf569890db54e6d1\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sternchen markieren meine besonderen Empfehlungen, Klammern ein explizites Abraten. Die unmarkierten B\u00fccher habe ich gerne gelesen: Die nicht gern gelesenen, deren Lekt\u00fcre ich abgebrochen habe, tauchen n\u00e4mlich hier gar nicht erst auf. 1 &#8211; Wolfgang Herrndorf, Sand* (Mein erstes E-Book!) 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