{"id":1604,"date":"2006-10-05T09:09:29","date_gmt":"2006-10-05T07:09:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2006\/10\/wie-kommt-deutschland-zu-moglichst-vielen-kindern.htm"},"modified":"2006-10-05T09:09:29","modified_gmt":"2006-10-05T07:09:29","slug":"wie-kommt-deutschland-zu-moglichst-vielen-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2006\/10\/wie-kommt-deutschland-zu-moglichst-vielen-kindern.htm","title":{"rendered":"Wie kommt Deutschland zu m\u00f6glichst vielen Kindern?"},"content":{"rendered":"<p>Apfelkuchen hin, gottgewollte Geschlechterrollen her \u2013 schauen wir uns die Aussichten der deutschen Familienpolitik doch mal n\u00fcchtern an.<\/p>\n<p>Ganz explizit sagt sie es nicht, diese unsere Regierung, doch familien- und gesellschaftspolitisches Ziel ist anscheinend, dass m\u00f6glichst viele deutsche Staatsb\u00fcrger m\u00f6glichst viele Nachkommen auf bundesdeutschem Boden hervorbringen.<br \/>\nUnd da m\u00fcssen wir dann ganz n\u00fcchtern konstatieren, dass mehr Kindergartenpl\u00e4tze, Teilzeitjobs und Elterngeld lediglich versprengte Tr\u00f6pfchen auf dem siedendhei\u00dfen Stein sind. Denn mittelfristig f\u00fchrt nur ein Weg wirklich effizient zu einer Geburtenschwemme:<br \/>\n1. Schickt die Frauen zur\u00fcck nach Hause.<br \/>\n2. Haltet Frauen m\u00f6glichst unm\u00fcndig.<br \/>\n2. Glorifiziert das Muttertum.<\/p>\n<p>Ad 1: Je weniger Ablenkung Frauen von ihrer biologischen Funktion haben, desto bereitwilliger pflanzen sie sich fort. Ich muss da nur an die ersten Jahre dieses Jahrtausend zur\u00fcckdenken, als unter anderem durch das Platzen der New-Economy-Blase dutzende High-Potential-Frauen aus der Medien- und Agenturbranche in meinem Blickfeld auf der Stra\u00dfe landeten. Die Mehrheit von denen in einer festen Partnerschaft sagten sich: \u201eWenn ich schon arbeitslos bin, kann ich gerade so gut Kinder kriegen.\u201c Viele davon wiederum sind heute bereits bei Kind 2 und blockieren auch weiterhin keine High-Potential-Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\nWann gab es denn historisch gesehen zum ersten Mal einen deutlichen Geburtenr\u00fcckgang? Als Frauen begannen, Geld zu verdienen. QED.<\/p>\n<p>Ad 2: Schauen wir uns doch mal Nationen mit wirklich hohen Geburtenraten an, vielleicht k\u00f6nnen wir ja von ihnen lernen. Nehmen wir Spitzenreiter wie Mali oder Afghanistan. Und was f\u00e4llt uns auf: Sie alle haben Kulturen, in denen Frauen unterdr\u00fcckt werden. Wenn man Frauen also m\u00f6glichst wenig Rechte l\u00e4sst, ihnen die Bestimmung \u00fcber den eigenen K\u00f6rper nimmt, am besten sogar die M\u00f6glichkeit der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung vorenth\u00e4lt, dann gehen die Geburtenraten so richtig ab.<br \/>\nWann ging es in Europa erst richtig nach unten mit der Fortpflanzung? Als Frauen das Wahlrecht bekamen und als die Pille marktreif wurde. Siehe auch Wikipedia, \u201e<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Birth_rate#Factors_affecting_birth_rate\" target=_new>Factors affecting birth rate<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Ad 3: Einen Zeitabschnitt gab es im Deutschland des 20. Jahrhunderts, in dem Frauen positive Verst\u00e4rkung ihrer Geb\u00e4rkapazit\u00e4ten erfuhren. In dem es Belohnungen f\u00fcr das Fortpflanzen gab, \u00f6ffentliche Auszeichnungen in Form von Orden (Mutterkreuz), verbunden mit Belobigungen und Promotionveranstaltungen. Damals ging es um das Hervorbringen von Soldaten f\u00fcr das Vaterland bzw. von k\u00fcnftigen Geb\u00e4rerinnen von Soldaten f\u00fcr das Vaterland \u2013 gl\u00fccklicherweise sind diese Ziele heute in keiner Weise mehr als Motivation zu verwenden. Doch gerade PR-m\u00e4\u00dfig hat unsere Gesellschaft so viel dazugelernt in den vergangenen Jahrzehnten, es sollte wirklich eine der leichteren \u00dcbungen sein, mit sch\u00f6nen Events und Kampagnen daf\u00fcr zu sorgen, dass Frauen sich nur als M\u00fctter so richtig gut f\u00fchlen. Und was man ihnen dann alles verkaufen k\u00f6nnte! Mit dem weiblichen Sch\u00f6nheitsideal hat das doch auch geklappt, nehmt einfach die selben Methoden.<\/p>\n<p>Also, Regierung, was ist: N\u00e4gel mit K\u00f6pfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Apfelkuchen hin, gottgewollte Geschlechterrollen her \u2013 schauen wir uns die Aussichten der deutschen Familienpolitik doch mal n\u00fcchtern an. Ganz explizit sagt sie es nicht, diese unsere Regierung, doch familien- und gesellschaftspolitisches Ziel ist anscheinend, dass m\u00f6glichst viele deutsche Staatsb\u00fcrger m\u00f6glichst viele Nachkommen auf bundesdeutschem Boden hervorbringen. 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