{"id":1661,"date":"2006-11-07T16:45:53","date_gmt":"2006-11-07T14:45:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2006\/11\/zehn-irrtumer-uber-schone-frauen.htm"},"modified":"2007-11-20T12:59:23","modified_gmt":"2007-11-20T11:59:23","slug":"zehn-irrtumer-uber-schone-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2006\/11\/zehn-irrtumer-uber-schone-frauen.htm","title":{"rendered":"Zehn Irrt\u00fcmer \u00fcber sch\u00f6ne Frauen"},"content":{"rendered":"<p><i>(Eine Geschichte, die st\u00e4ndig vom Weg abkommt, auch wenn sie immer wieder und mit einer gewissen Verzweiflung versucht, den roten Faden zu bewahren. Wundern Sie sich nicht.)<\/i><\/p>\n<p>Erst mal saubere Definitionen: \u201eSch\u00f6n\u201c sei hier die Art von Aussehen, die zu einer auf reiner Oberfl\u00e4che basierenden Karriere bef\u00e4higt (Model, Muse, Hollywoodschauspielersgattin etc.).<br \/>\n\u201eZehn\u201c sei hier vor allem einer, n\u00e4mlich dass sch\u00f6ne Frauen besonders gro\u00dfen Erfolg bei M\u00e4nnern haben.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass es die sch\u00f6nen Frauen sind, denen die M\u00e4nner im Dutzend zu F\u00fc\u00dfen liegen. In meiner Umgebung waren es mitnichten die strahlenden Gazellen, die M\u00e4nner wie die sprichw\u00f6rtlichen Motten anzogen; es waren viel eher die h\u00fcbschen Flittchen (gibt\u2019s das Wort noch?), die im Mittelpunkt m\u00e4nnlichen Werbens standen und M\u00e4nner ganz offensichtlich um den Verstand brachten. Ich gebe zu, dass mir das bereits am Anfang meines Teenageralters einigen Respekt vor m\u00e4nnlichen Mitmenschen nahm. (Das nivellierte sich, als ich bemerkte, auf welche M\u00e4nner \/ m\u00e4nnlichen Signale wiederum meine Geschlechtsgenossinnen mit Hirnverlust reagierten.)<\/p>\n<p>Ich wei\u00df sogar, wann ich zum ersten Mal mit diesem komplett bescheuerten Geschlechtermechanismus konfrontiert wurde: Skifreizeit in der 8. Klasse.<br \/>\nDie Schule, die ich besuchte, fuhr zu diesem Behuf f\u00fcr sechs Tage an den Tegernsee, auf den Wallberg, und dort zu einer Skih\u00fctte. Skifreizeit gab es f\u00fcr 7. und 8. Klassen, je zwei Klassen zusammen. Der Geruch des Schuhkellers, eine Mischung aus schmelzendem Schnee, Sickergrube und Heiz\u00f6l (<i>sans<\/i> Sockend\u00fcnste, erstaunlicherweise) wird mir ewig gew\u00e4rtig bleiben.<\/p>\n<p>An die erste Skifreizeit in der 7. Klasse erinnere ich mich kaum, umso deutlicher an die im darauf folgenden Jahr (1981?). Die begleitenden Lehrer und Lehrerinnen teilten uns Sch\u00fclerlein am ersten Bergmorgen nach kurzem Schaulaufen in vier Gruppen ein; zu meiner \u00dcberraschung landete ich in Gruppe 1, der fortestgeschrittenen. Auch wenn ich darin gr\u00fcndlich \u00fcberfordert war, stellte sich das als gro\u00dfes Gl\u00fcck heraus: Der kursleitende Lehrer (Latein, Sport \u2013 eigentlich als harter Hund verrufen) lie\u00df uns am Berg antreten, verk\u00fcndete, uns k\u00f6nne er eh nicht mehr viel beibringen, und au\u00dferdem habe es Pulverschnee. Dann lie\u00df er einen langen Juchzer erschallen und st\u00fcrzte den Berg hinunter. Wir hasteten zun\u00e4chst ein wenig verdutzt hinterher. Es folgte eine Woche vergn\u00fcgten Rudelskifahrens bei besten Schneeverh\u00e4ltnissen: Wir folgten einfach immer dem Lehrer, der lediglich am Lift hin und wieder durchz\u00e4hlte, ob noch alle da waren. Zu diesem Vergn\u00fcgen geh\u00f6rte auch ein Buckelpistendurchgang (in der Schneise unterm Sessellift), eine Einf\u00fchrung ins Trickskifahren sowie der Spa\u00df, den der Lehrer sich machte, als er uns dann doch mal skikursartig in Schlange hintereinander fahren lie\u00df \u2013 mit der Anweisung \u201eKurzschw\u00fcnge!\u201c (vulgo \u201eWedeln\u201c). Das Besonderste aber war das Tiefschneefahren. Wir fuhren durch W\u00e4lder, \u00fcber B\u00e4che, in einsame T\u00e4ler, an Futterkrippen vorbei. Diese Erleben unber\u00fchrten Winterzaubers hatte allerdings seinen Preis: Es gab keinen Skilift, zur\u00fcck kamen wir nur zu Fu\u00df und mit geschulterten Skiern.<\/p>\n<p>Nun begab es sich, dass wir eine recht gemischte Gruppe waren: Buben und M\u00e4dchen, ACDC-Fans, Skivereinsportlerinnen, Spie\u00dferinnen, Notarss\u00f6hnchen in damals hochmodernen und schei\u00dfteuren Jethosen, Skihaserln in noch viel moderneren Overalls. Doch vor dem Berg waren wir alle gleich: Ski abschnallen, mit Gummib\u00e4ndern zusammenklammern, schultern, in die andere Hand die Skist\u00f6cke \u2013 auf geht\u2019s. M\u00f6chte man meinen.<br \/>\nDenn in unserer Gruppe 1 gab es zwei Skihaserln mit neuester Ausr\u00fcstung und neonfarbenen Stirnb\u00e4ndern (Spitzen-Skifahrerinnen, aber das nur nebenbei), die das anders machten. Sobald im Tal unser Jubel \u00fcber die eben absolvierte Abfahrt (ich glaube, die damals \u00fcblichen Superlative waren \u201esuper\u201c, \u201eabsolut\u201c, \u201espitze\u201c) verklungen war, fingen die beiden an, vor sich hin zu seufzen: \u201eOh mei.\u201c \u201eJetz wieder rauf.\u201c \u201eIch kann nicht mehr.\u201c \u201ePuh.\u201c Mit deutlich h\u00f6rbarer Anstrengung und unter ersterbendem Gejammer schulterten sie die Ski und stiegen langsam los. Beim ersten \u00dcberholversuch eines m\u00e4nnlichen Gr\u00fcpplings (Ausnahme: der Lehrer) lie\u00dfen sie kraftlos die Ski fallen, blickten den Buben mit Rehaugen an und sagte: \u201eMei, die sind so schwer!\u201c<\/p>\n<p>Und dann kam das Schlimmste: Das funktionierte! Ich hatte die Szene aus dem Augenwinkel am\u00fcsiert beobachtet und erwartete, dass der angesprochene Mitsch\u00fcler im besten Fall mit \u201eKomm, dann geh ma halt a bissl langsamer\u201c reagieren w\u00fcrde, im schlimmsten mit Achselzucken. Schlie\u00dflich kannte ich ihn als \u00fcberlegten und klugen Kameraden. Aber nein, der bot allen Ernstes an: \u201eSoll ich dir die Ski tragen?\u201c<br \/>\nDieses Haserl-Theater war sogar nur ein, zwei Mal in ganzer L\u00e4nge erforderlich, dann griffen die halbw\u00fcchsigen Deppen von selbst zum zweiten Paar Ski, n\u00e4mlich dem eines der Haserln, und trugen es bis zu einer halben Stunde nach oben.<\/p>\n<p>DENEN lag der m\u00e4nnliche Teil der Skifreizeit zu F\u00fc\u00dfen, brachte ihnen die Limo, holte die Skistiefel aus dem Stinkekeller, bekam R\u00fcschen um die Augen, wenn sie vorbeigingen.<\/p>\n<p>Na ja, d\u00fcnn waren sie schon, die beiden, eine davon sogar h\u00fcbsch \u2013 aber doch zu \u00fcberhaupt nichts zu gebrauchen! Das waren doch nur die \u00fcblichen Flietscherl, die nur eines im \u00dcberma\u00df ausstrahlten: Verf\u00fcgbarkeit. Gleichzeitig blieb die eine wahre Sch\u00f6nheit in unserer Klasse unbeachtet, gro\u00df und athletisch, mit langen dunklen Locken und einem Gesicht, das sie jederzeit auf die Castingliste f\u00fcr Robin Hoods Maid Marian gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p><i>(Fortsetzung folgt.)<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Eine Geschichte, die st\u00e4ndig vom Weg abkommt, auch wenn sie immer wieder und mit einer gewissen Verzweiflung versucht, den roten Faden zu bewahren. Wundern Sie sich nicht.) Erst mal saubere Definitionen: \u201eSch\u00f6n\u201c sei hier die Art von Aussehen, die zu einer auf reiner Oberfl\u00e4che basierenden Karriere bef\u00e4higt (Model, Muse, Hollywoodschauspielersgattin etc.). \u201eZehn\u201c sei hier vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-general"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1661"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1661\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}