{"id":17293,"date":"2013-07-03T08:50:14","date_gmt":"2013-07-03T06:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=17293"},"modified":"2013-07-03T10:12:16","modified_gmt":"2013-07-03T08:12:16","slug":"beifang-aus-dem-internet-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2013\/07\/beifang-aus-dem-internet-6.htm","title":{"rendered":"Beifang aus dem Internet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog.dasmagazin.ch\/2013\/06\/24\/aus-dem-aktuellen-heft-18\/\" target=\"_blank\">&#8220;Manche Frauen sind eben gleicher&#8221;<\/a> &#8211; diesen Artikel habe ich seit letzter Woche als Tab offen, um meine Gedanken dazu in einem Blogpost zu formulieren. Doch die Gedanken wollen sich nicht recht aneinanderreihen, deshalb weise ich lediglich auf den Text hin. Es geht um den blinden Fleck, den der westeurop\u00e4ische Feminismus f\u00fcr Frauen mit niedrigem bis sehr niedrigem Einkommen hat. Die \u00d6konomin Alison Wolf, die auch Arbeitsmarktberichte im Auftrag der britischen Regierung verfasst, hat sich mit der gro\u00dfen Kluft unter den Frauen besch\u00e4ftigt: Zwischen denen, die den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen und denen, die &#8220;nach wie vor arbeiten, um zu leben, und nicht leben, um zu arbeiten&#8221;: <\/p>\n<blockquote><p>Die Berufsm\u00fctter und Frauen in den Medien sprechen nie \u00fcber Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Frauen, die morgens um vier ihr Baby wecken m\u00fcssen, weil sie in der Fabrik Fr\u00fchschicht arbeiten. Niemand denkt an die Supermarktkassiererin, die erst abends um zehn zu ihren Kindern zur\u00fcckkehren kann und ihren Mann, der Nachtwache schiebt, nur vom kurzen Hallosagen kennt.<br \/>\n\u00abW\u00e4hrend unter den Eliten zwei Be\u00adrufskarrieren zur R\u00fcckkehr der Bedienstetenklasse gef\u00fchrt haben, machen weniger privilegierte Eltern Wechselteam-Babysitting\u00bb, schreibt Alison Wolf in \u00abThe XX Factor\u00bb: \u00abSie arbeiten Schicht und stimmen diese aufeinander ab.\u00bb Diese Eltern seien repr\u00e4sentativ f\u00fcr das moderne Familienleben und nicht jene mit hoch bezahlten Nannys.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zwar verraten einige Formulierungen der Berichterstatterin Birgit Schmid mannigfaltige Vorurteile gegen\u00fcber dem Feminismus, das tut dem eigentlichen Missstand aber keinen Abbruch.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/youtu.be\/DrtRaRwk4X4\" target=\"_blank\">Musik von <i>Driving Miss Daisy<\/i><\/a> fanden wir wirklich sch\u00f6n, die von <a href=\"http:\/\/youtu.be\/peQKdO-OIng\" target=\"_blank\"><i>Green Card<\/i><\/a> noch nett &#8211; wir konnten ja nicht ahnen, dass die synthetischen Buschtrommeln daraus viele Jahre nicht mehr weggehen w\u00fcrden. Doch dann wurden die Filmmusiken von Hans Zimmer schnell zur Pest. Warum genau das so schlimm ist, hat Moritz Eggert ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet &#8211; und gibt damit einen bedr\u00fcckenden Einblick in den Stand der Filmkomponisition: <a href=\"http:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/2013\/07\/01\/ich-hasse-hans-zimmer-eine-tirade\/\" target=\"_blank\">Ich hasse Hans Zimmer. Eine Tirade.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Du stehst stellvertretend f\u00fcr ein System, dass es geschafft hat, das Genre Filmmusik \u2013 einst ein lebendiges und faszinierendes Genre voller gro\u00dfer K\u00fcnstler wie Morricone, Rota, Hermann und Goldsmith \u2013 komplett zu ver\u00f6den, es abzuroden und ihm jeglichen Hauch von Qualit\u00e4t f\u00fcr immer auszutreiben.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nDas Schlimme ist ja, dass jemand, der so erfolgreich wie Du ist, das System ver\u00e4ndern k\u00f6nnte. Das k\u00f6nnte schon damit beginnen, dass Du einfach mal nein sagst, wenn jemand mal wieder eine typische \u201cHans Zimmer\u201d \u2013 Musik will. Du k\u00f6nntest zum Beispiel dann einfach mal sagen, dass es vielleicht sch\u00f6n w\u00e4re, mal einen Film ganz ohne Musik zu haben. Oder zumindest mal die erste Stunde (wie in \u201cComa\u201d von Jerry Goldsmith, danach wirkte die Musik schon mal ganz anders). Oder mal nicht mit diesem schwurbelnden Einheitssound alles zuzuschei\u00dfen, den Du so erfolgreich produzierst, Du weisst schon, immer diese repetierte Mollakkord, keinerlei nennenswerte melodische Einf\u00e4lle, einfach nur Sound, Sound, Sound, bis es einem zu den Ohren und zum Mund und zum Arsch rauskommt, immer nur dieser FASCHISTOIDE Einheitssound, zugekleistert mit der typischen Audiospur eines heutigen Films, wo alles bis zum Limit komprimiert und geboostet ist, damit es im Kino so richtig sch\u00f6n kracht und man vergisst, dass man ein Hirn hat.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nIch m\u00f6chte, dass man Dich in einen Raum einsperrt, in dem auf Endlosschleife die Musik von MAN OF SHIT, \u00e4h STEEL l\u00e4uft, immer wieder aufs Neue, von vorne, JEDER EINZELNE NICHTSW\u00dcRDIGE TON. Das ganze falsche Pathos, dieser erb\u00e4rmliche Versuch einer Melodie oder eines, wie sagt ihr Filmkompomnisten: \u201cThemas\u201d, das gerade durch die scheinbar ambitionierte Verwendung einer gro\u00dfen Septe (Du wei\u00dft, welche Stelle ich meine, oder vielleicht auch nicht, weil Du es schon wieder vergessen hast und schon an der n\u00e4chsten Filmmusikso\u00dfe sitzt) seine absolute Verachtungsw\u00fcrdigkeit, Nichtigkeit und vor allem Abgefucktheit nur noch mehr zur Schau stellt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die meisten Kommentare zu diesem Ausbruch sind lesenswert.<br \/>\nvia <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hufner\" target=\"_blank\">Martin Hufner<\/a><\/p>\n<p>(Und wir merken uns das Wort &#8220;Tirade&#8221; f\u00fcr den Fall, dass wir <i>rant<\/i> auf Deutsch sagen wollen.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>&#8220;Liliputaner&#8221; sind Romanfiguren, damit bezeichnet hoffentlich niemand mehr einen Menschen. Doch Ninia La Grande hat gute Argumente, warum auch die Bezeichnung &#8220;kleinw\u00fcchsig&#8221; verfehlt ist: <a href=\"http:\/\/ninialagrande.blogspot.de\/2013\/07\/wo-die-kleinen-menschen-wohnen-oder-ich.html\" target=\"_blank\">&#8220;Wo die kleinen Menschen wohnen. Oder: Ich bin keine M\u00e4rchenfigur.&#8221;<\/a><br \/>\n(\u00dcbrigens nach Langem wieder der Fall, dass ich eine Bloggerin in Echt kennenlernte, diesmal auf der re:publica, und erst dadurch begeisterte Leserin ihres Blogs wurde.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Gaga Nielsen hat sich ein ganzes Jahr lang t\u00e4glich gezielt und ausf\u00fchrlich fotografiert, diese Bilder dann in ihrem Blog sorgf\u00e4ltig aufbereitet. Jetzt ist sie durch mit allen Bilder <a href=\"http:\/\/gaga.twoday.net\/stories\/434210549\/\" target=\"_blank\">und blickt auf die Aktion zur\u00fcck<\/a>.<\/p>\n<p>Selbstverliebtheit ist eben genau nicht der Antrieb f\u00fcr solch eine Aktion, ganz im Gegenteil fordert sie:<\/p>\n<blockquote><p>dieses t\u00e4gliche auf-sich-draufhalten, einen state of mind zu erreichen, der sich gut genug, angemessen genug anf\u00fchlt, um gebannt zu werden &#8211; das ist so \u00e4hnlich, als ob man eine t\u00e4gliche \u00dcbung f\u00fcr die Muskulatur macht. In diesem Fall die psychische Muskulatur. Ich bin mir jeden Tag mindestens einmal sehr nah gekommen, Auge in Auge. Vielleicht auch, wie man von einem Geliebten wahrgenommen werden will. Ist keiner da, muss man sich selbst lieben. Liebend betrachten. Erkennen. Das Liebenswerte realisieren.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Am Montag lag meiner <i>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/i> wieder das Kundenmagazin der Evangelischen Kirche bei, <i>chrismon<\/i> &#8211; ein ohnehin ganz ausgezeichnetes Blatt (ich habe ja schon l\u00e4nger den Verdacht, dass derzeit diejenigen Magazine, die sich nicht verkaufen m\u00fcssen, immer wieder besonders hochwertigen Journalismus schaffen &#8211; zum Beispiel sehr Marketing-ferne Kundenzeitschriften). Gro\u00dfartig fand ich diesmal die Titelgeschichte \u00fcber M\u00e4nner in der h\u00e4uslichen Pflege: <a href=\"http:\/\/chrismon.evangelisch.de\/artikel\/2013\/mit-listen-stundenplan-und-liebe-19225?page=all\" target=\"_blank\">&#8220;Mit Listen, Stundenplan und Liebe.&#8221;<\/a><br \/>\nAuch ich trage nat\u00fcrlich Geschlechterstereotype mit mir herum. So konnte mich diese Information \u00fcberraschen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eM\u00e4nnliche Pflege ist \u00fcberwiegend eine Partnerinnenpflege\u201c, schreibt Manfred Langehennig. Und sie ist mittlerweile keine Ausnahme mehr. Der Anteil pflegender M\u00e4nner ist in den vergangenen Jahren stetig ge\u00adstiegen. Er liegt heute bei gut 35 Prozent, bei den \u00fcber Sechzig\u00adj\u00e4hrigen sogar bei \u00fcber 50 Prozent <\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Manche Frauen sind eben gleicher&#8221; &#8211; diesen Artikel habe ich seit letzter Woche als Tab offen, um meine Gedanken dazu in einem Blogpost zu formulieren. Doch die Gedanken wollen sich nicht recht aneinanderreihen, deshalb weise ich lediglich auf den Text hin. 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