{"id":1899,"date":"2007-04-04T11:16:57","date_gmt":"2007-04-04T09:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/04\/blogs-bitte-gehen-sie-weiter-es-gibt-nichts-zu-sehen.htm"},"modified":"2007-04-04T11:25:03","modified_gmt":"2007-04-04T09:25:03","slug":"blogs-bitte-gehen-sie-weiter-es-gibt-nichts-zu-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/04\/blogs-bitte-gehen-sie-weiter-es-gibt-nichts-zu-sehen.htm","title":{"rendered":"Blogs: Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen."},"content":{"rendered":"<p>Und wieder taucht eine Nachricht in meinem elektronischen Postfach auf, die den Betreff \u201eWeblogs als Marketinginstrument\u201c ausruft. Nein, diesmal keine Umfrage (bekomme ich mindestens alle zwei Wochen auf den Schreibtisch \/ Bildschirm), diesmal sind es bereits die Ergebnisse in Buchform.<br \/>\nIch hab da einen Verdacht: Die gr\u00f6\u00dfte Marketingbedeutung haben Blogs inzwischen auf der Metaebene, n\u00e4mlich als Untersuchungs- und Beratungsobjekt. Das begann meiner Beobachtung nach Anfang 2006 und hat mittlerweile eine Tendenz zur Metametaebene (auf die auch ich soeben geklettert bin).<\/p>\n<p>Blogs sind immer noch in der fr\u00fchen Formations- und Sondierungsphase, sortieren sich in kommerzielle und private, in Tageb\u00fccher, Fotoarchive, Journale, Linksammlungen, Interessensforen, Feuilletons, Vernetzungsplattformen, Gespr\u00e4chstherapie, Gesch\u00e4ftsakquise, Rezeptsammlungen, Reiseberichte \u2013 durch wenig mehr verbunden als das Medium WWW sowie die umgekehrt chronologische Reihung der Eintr\u00e4ge.<br \/>\nGleichzeitig m\u00fcssen sie bereits als ausschlaggebende Faktoren f\u00fcr Gesch\u00e4ftsentwicklungen herhalten, werden zu Kennzahlen verarbeitet, man abstrahiert ihre Rezeption bis zur Tortendiagrammierbarkeit, und sowohl bieten Medienbeobachtung ihre Lekt\u00fcre als auch Agenturen das F\u00fcllen mit Inhalten als Dienstleistung an.<br \/>\n(Liebe entsprechende Firmen: Wenn meine Freundinnen in der PR-Branche mich fragen, ob sie eine teure Blogbeobachtung beauftragen sollen, habe ich ihnen noch jedesmal abgeraten. \u201eIch kenne deine Kunden\u201c, argumentiere ich, \u201ewenn sich \u00fcber denen eine Blogwolke zusammenbraute, bek\u00e4me ich es mit und g\u00e4be dir Bescheid.\u201c Dazu ist die Blogwelt \u00fcbersichtlich genug.)<\/p>\n<p>Wenn Blogs in Zeitungsartikeln auftauchen, werden sie durch Ausrufen ihrer mangelnden Bedeutung erst richtig wichtig gemacht oder dienen anhand der immer gleichen beiden Beispiele (Krypton-Fahrradschloss, Jamba \/ Spreeblick) als Beweis f\u00fcr eine neue Form des publizistischen Einflusses. Zudem ist eines dieser beiden Beispiele unweigerlich in der Einleitung von Umfragen zu finden, mit denen Lehrst\u00fchle ihre Studenten und Studentinnen, Institute und Agenturen ihre Praktikanten auf Unternehmenskommunikatoren hetzen. Es scheinen die einzigen Beispiele auf der Welt zu sein, denn in der Ver\u00f6ffentlichung der Untersuchungsergebnisse m\u00fcssen sie schon wieder herhalten (Auszug aus dem eingangs erw\u00e4hnten Fall: \u201eAn dieser Stelle sei auf die PR-Krise des Unternehmens Jamba! hingewiesen, die aus einem Artikel des Bloggers Johnny Haeusler im Weblog \u201aSpreeblick.com\u2019 resultierte.\u201c)<\/p>\n<p>Der Tanz von Beratern, Universit\u00e4ten, Medien und Instituten ums Thema Blog ist dabei, an Momentum die eigentliche Blogaktivit\u00e4t in Deutschland deutlich zu \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Warum geht Ihr nicht einfach alle r\u00fcber zu Second Life und spielt dort weiter\u2026?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder taucht eine Nachricht in meinem elektronischen Postfach auf, die den Betreff \u201eWeblogs als Marketinginstrument\u201c ausruft. 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