{"id":194,"date":"2004-01-08T16:26:41","date_gmt":"2004-01-08T15:26:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/01\/amsterdam-erfressen.htm"},"modified":"2008-01-04T16:43:54","modified_gmt":"2008-01-04T15:43:54","slug":"amsterdam-erfressen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/01\/amsterdam-erfressen.htm","title":{"rendered":"Amsterdam erfressen"},"content":{"rendered":"<p><img BORDER=0 SRC=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/Ex_Baum.jpg\" ALT=\"Ex_Baum (55k image)\" HEIGHT=482 WIDTH=502\/><\/p>\n<p><i>Letzte Ehre f\u00fcr einen ers\u00e4uften Christbaum.<\/i><\/p>\n<p>Es mag Reisende geben, die sich neue Orte erwandern. Oder die mit einem dicken Reisef\u00fchrer in der Hand alle erreichbaren und offiziellen Sehensw\u00fcrdigkeiten abhaken, unterbrochen nur von den eigens markierten \u201eGeheimtipps\u201c. Andere halten soviel wie m\u00f6glich mit ihrem Fotoapparat fest.<\/p>\n<p>Ich wiederum eresse mir das Woanders. Als Reisevorbereitung erkundige ich mich nach typischen Gerichten und nach den daf\u00fcr besten Futterstellen. Vor Ort geh\u00f6rt zum festen Programm ein Besuch in einem m\u00f6glichst gro\u00dfen Supermarkt. Auf allen Wegen halte ich Augen und Nase offen f\u00fcr unbekannte Leckereien.<\/p>\n<p>In Amsterdam verbrachte ich den ersten Abend allerdings statt schmausend gleich mal in dem h\u00e4sslichsten und kleinsten Hotelzimmer, in dem ich je gen\u00e4chtigt habe (Keller des <a href=\"http:\/\/www.amsterdamhotelsandrates.com\/ams-museum-hotel.html\" target=_new>AMS MUSEUM<\/a> &#8211; do NOT go there!). Mir war der Appetit vergangen, als ich mir bei einem ersten Spaziergang durch die n\u00e4chste N\u00e4he den Kn\u00f6chel verknickt hatte und ordentlich hingefallen war (ade, sch\u00f6ne neue schwarze Strumpfhose).<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise schimmerte der gesamte Fu\u00df am n\u00e4chsten Tag lediglich in den h\u00fcbschesten Violett-T\u00f6nen, lie\u00df sich aber in ausgedienten Aerobic-Schuhen ohne Einschr\u00e4nkungen als Gehwerkzeug einsetzen.<\/p>\n<p>Also habe ich in den vier Tagen Amsterdam zum Beispiel mehr Pommes Frites gegessen als in den drei Jahren davor (mit Majo; mein Begleiter war wagemutig genug, die offensichtlich sehr angesagte Sat\u00e9-Sauce zu testen). Bei dieser Gelegenheit bewunderte ich die Automatenrestaurants, die anscheinend sogar eher von einheimischen Nachtschw\u00e4rmern frequentiert werden. <\/p>\n<p>Zum <a href=\"http:\/\/www.diningcity.com\/ams\/dejaren\/en\/\" target=_new>ersten Fr\u00fchst\u00fcck<\/a> probierte ich gebackenen Schafsk\u00e4se mit Honig und Thymian. Eine Scheibe weicher Rollenschafsk\u00e4se war einfach nur mit Honig und einem Zweiglein Thymian in einem feuerfesten F\u00f6rmchen in den Ofen geschoben worden. Ich war begeistert und sagte das der Bedienung auch. Dass diese mich daraufhin zweifelnd ansah erkl\u00e4rte sich mir sp\u00e4ter: Dieser gebackenen Schafsk\u00e4se mit Honig und Thymian ist nicht etwa eine besondere Leckerei, sondern ein Standard auf jeder Amsterdamer Caf\u00e9-Speisekarte, so, wie in M\u00fcnchen der Salat mit gebratenen Putenstreifen.<\/p>\n<p><i>Rijstafel<\/i> gab es auch mal, allerdings konnte ich keinen gro\u00dfen Unterschied zu den Men\u00fcs feststellen, die ich beim Chinesen in M\u00fcnchen gerne bestelle. Na ja, vielleicht die gezuckerten ger\u00f6steten Kokosflocken im eigenen Sch\u00e4lchen? Oder das saure Gem\u00fcse?<\/p>\n<p>Der eher kleinere Supermarkt bot in der K\u00fchltheke eine ungeheure Auswahl vorfabrizierter Hackfleischgerichte in Semmelbr\u00f6selmantel. Mitgenommen habe ich aber das Glas wei\u00dfe Schokoladencreme: Wie Nutella, nur in der Geschmacksrichtung \u201ewei\u00dfe Schokolade\u201c. Hin-rei-\u00dfend!<\/p>\n<p>Am letzten Abend st\u00fcrzten wir uns ins Abenteuer. Wir hatten beim Herumlaufen <a href=\"http:\/\/www.wagamama.com\/worldmap\/\" target=_new>Wagamama<\/a> entdeckt:<br \/>\nEine hell erleuchtete Halle im Erdgescho\u00df des Casino-Geb\u00e4udes, darin viele lange Tische mit B\u00e4nken dran, Gef\u00e4ngniskantinen-\u00c4sthetik, aber mit viel sch\u00f6neren H\u00f6lzern. Der angeschlagenen Schriftzug \u201epostive eating &#8211; positive living\u201c treibt mich normalerweise umgehend in eine weite Flucht, aber das Ganze sah so sch\u00f6n anders aus, dass ich einen weiteren Blick riskierte:<br \/>\n<i>a new-style noodle bar, modelled on the ramen shops that have been popular in japan for over two hundred years. ramen are chinese-style thread noodles, served in soups with various toppings, or teppan-fried. we also specialise in udon (fat white noodles) and rice dishes.<\/i><\/p>\n<p>Ich bestellte <br \/>\n<i><b>chilli chicken ramen<\/b><br \/>\nspicy soup and noodles with sliced, grilled chicken,<br \/>\nfresh chillies, red onion slices, beansprouts,<br \/>\ncoriander, spring onions and a wedge of lime.<br \/>\nThe soup base includes vinegar and chilli sauce.<\/i><\/p>\n<p>Das Gericht kam in einer riesigen Sch\u00fcssel mit St\u00e4bchen und einem Holzl\u00f6ffel. Es schmeckte ausgesprochen lecker &#8211; ich notierte im Geist alle identifizierbaren Zutaten und nahm mir fest vor, das Gericht SOFORT daheim nachzukochen. Und es machte Spa\u00df! Der Website entnehme ich, dass es sich um eine Kette auf Expansionskurs handelt. Hoffentlich kommen die bald auch nach M\u00fcnchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Ehre f\u00fcr einen ers\u00e4uften Christbaum. Es mag Reisende geben, die sich neue Orte erwandern. Oder die mit einem dicken Reisef\u00fchrer in der Hand alle erreichbaren und offiziellen Sehensw\u00fcrdigkeiten abhaken, unterbrochen nur von den eigens markierten \u201eGeheimtipps\u201c. Andere halten soviel wie m\u00f6glich mit ihrem Fotoapparat fest. Ich wiederum eresse mir das Woanders. 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