{"id":1951,"date":"2007-05-07T09:17:06","date_gmt":"2007-05-07T07:17:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/05\/diatterror-die-serie-14-zuruck-zu-den-60ern.htm"},"modified":"2007-05-07T09:17:06","modified_gmt":"2007-05-07T07:17:06","slug":"diatterror-die-serie-14-zuruck-zu-den-60ern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/05\/diatterror-die-serie-14-zuruck-zu-den-60ern.htm","title":{"rendered":"Di\u00e4tterror \u2013 die Serie (14): Zur\u00fcck zu den 60ern?"},"content":{"rendered":"<p>Einige Tage habe ich vergeblich darauf gewartet, dass irgend jemand diese aktuelle, Geschrei ausl\u00f6sende \u201eStudie\u201c der International Association for the Study of Obesity zerschie\u00dft, Deutschland habe in Europa die meisten \u201eDicken\u201c. Denn in der ersten Ver\u00f6ffentlichung, die zumindest mir vor Augen kam, hie\u00df es in der <i>SZ<\/i>, als \u00fcbergewichtig sei dabei bereits jeder und jede eingestuft worden, die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe in Zentimetern minus 100 Kilos wiegen. Wie bitte? Selbst die skrupelloseste Di\u00e4tgewinnlerin der deutschen Nachkriegsgeschichte, das Frauenmagazin <i>Brigitte<\/i>, nannte diese Korrelation \u201eNormalgewicht\u201c.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise besteht Hoffnung: <a href=\"http:\/\/hande.wordpress.com\/\" target=_new>Frau Food Vagabond<\/a> wies mich auf einen Artikel in der gestrigen Sonntags-<i>FAZ<\/i> hin, in dem Di\u00e4tgegner und Ern\u00e4hrungswissenschaftler Udo Pollmer Stellung nimmt:<\/p>\n<blockquote><p>Das war keine internationale Studie, das waren zwei Bl\u00e4tter einer Organisation, die nach Angaben des British Medical Journal von der Pharmaindustrie, den Herstellern von Appetitz\u00fcglern, gesponsert wird. Die Zahlen sind wertlos, sie stammen aus den unterschiedlichsten Quellen, sie sind nicht altersstandardisiert und wurden mit unterschiedlichen Methoden erhoben. Die \u201eStudie\u201c hat nicht einmal Autoren. Aber die Schlagzeilen waren aufsehenerregend.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf der Website der Association gibt es <a href=\"http:\/\/www.iotf.org\/documents\/Europeandatatable_000.pdf\" target=_new>die beiden Bl\u00e4tter zum Download<\/a>.<\/p>\n<p>Darauf auch die Anmerkung: &#8220;Age range and year of data in surveys may differ. With the limited data available, prevalences are not age standardised. Self reported surveys may underestimate true prevalence. Sources and references are available from the International Obesity TaskForce database.&#8221;<\/p>\n<p>Anscheinend sind ein paar Basisfakten immer noch viel zu wenig bekannt. Also hier nochmal von vorne, aus dem <a href=\"http:\/\/www.weltwoche.ch\/artikel\/?AssetID=9161&#038;CategoryID=62\" target=_new>Interview \u201eDi\u00e4ten machen dick. Und krank.\u201c<\/a>, das die Schweizer <i>Weltwoche<\/i> vor einiger Zeit mit Herrn Pollmer f\u00fchrte:<\/p>\n<blockquote><p>Eine Di\u00e4t bedeutet f\u00fcr den K\u00f6rper eine Hungersnot. Er f\u00e4hrt den Energieverbrauch runter und nutzt jedes bisschen Nahrung bis aufs Letzte aus. Deshalb nimmt man zwar zu Beginn einer Di\u00e4t ab, aber nach einer Woche hat der K\u00f6rper den Trick raus und steuert dagegen. Sobald der entt\u00e4uschte Kunde wieder normal isst, kehrt er dank der optimierten Futterverwertung rasch zum Ausgangsgewicht zur\u00fcck. Ab der zweiten oder dritten Di\u00e4t kommt es dann zum ber\u00fchmten Jo-Jo-Effekt: F\u00fcr den K\u00f6rper handelt es sich um ein Zeitalter mit massiven Hungersn\u00f6ten \u2013 darum legt er sich nach jeder Di\u00e4t ein zus\u00e4tzliches Reservepolster zu, der Gewichtsverlust wird \u00fcberkompensiert.<br \/>\n(\u2026)<br \/>\n<b>Moment \u2013 wir hatten gemeint, gerade Fettleibige h\u00e4tten ein erh\u00f6htes Herzrisiko?<\/b><br \/>\nDas stimmt. Aber es steigt noch mehr, wenn sie abnehmen. Ein abgehungerter Dicker ist eben etwas anderes als ein von Natur aus Schlanker \u2013 ein abgemagerter Mops rennt ja auch nicht pl\u00f6tzlich wie ein Windhund. Wer Di\u00e4ten macht, hat ein erh\u00f6htes Herzinfarktrisiko und eine geringere Lebenserwartung. Und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob er das tiefere Gewicht h\u00e4lt oder nicht.<br \/>\n(\u2026)<br \/>\n<b>Immerhin basieren die Ern\u00e4hrungsempfehlungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.<\/b><br \/>\nFalsch. Wenn ein Experte behaupten w\u00fcrde, er habe herausgefunden, dass die Schuhgr\u00f6sse 27 die ges\u00fcndeste sei, und darum m\u00fcssten jetzt alle Schuhgr\u00f6sse 27 tragen, w\u00fcrde man ihn f\u00fcr verr\u00fcckt halten. Aber wenn ein Experte irgendeine Ern\u00e4hrungsweise f\u00fcr gesund erkl\u00e4rt, dann glauben alle, sie m\u00fcssten das jetzt nachmachen. Dabei sind die Unterschiede in der Verdauungsphysiologie noch viel gr\u00f6sser als bei der Fussl\u00e4nge. Jeder vertr\u00e4gt gewisse Nahrungsmittel besser oder schlechter, das ist sehr individuell. Wenn also eine allgemein g\u00fcltige Ern\u00e4hrung propagiert wird, handelt es sich a priori um Scharlatanerie \u2013 egal, wie viele Professoren Mitt\u00e4ter sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Letzteres h\u00e4tte ich schon gerne etwas genauer. Au\u00dferdem tut sich Udo Pollmer keinen Gefallen, wenn er suggeriert, der K\u00f6rper hole sich schon, was er brauche (sorry, selbst der Wauzi der Nachbarin ist daf\u00fcr bereits zu \u00fcberzivilisiert), und zwischen Ern\u00e4hrung und Gesundheit bestehe kein beeinflussbarer Zusammenhang. Ich berichte, wenn ich das eine oder andere Buch von Herrn Pollmer gelesen habe.<\/p>\n<p>\u00e4ltere Folgen Di\u00e4tterror <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000107.htm\">(1)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000113.htm\">(2)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000120.htm\">(3)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000155.htm\">(4)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000156.htm\">(5)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000209.htm\">(6)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000247.htm\">(7)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/archives_speisen\/00000286.htm\">(8)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/03\/diaetterror-die-serie-9-meine-ganz-persoenliche-koerpersemiotik.htm\">(9)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/10\/diaetterror-die-serie-10.htm\">(10)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2005\/04\/diatterror-die-serie-11-kotz-dich-ins-wachkoma.htm\">(11)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2005\/06\/diatterror-die-serie-12-uberraschende-buchempfehlung.htm\">(12)<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2006\/11\/diatterror-die-serie-13-nix-gwiess-woass-ma-net.htm\">(13)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Tage habe ich vergeblich darauf gewartet, dass irgend jemand diese aktuelle, Geschrei ausl\u00f6sende \u201eStudie\u201c der International Association for the Study of Obesity zerschie\u00dft, Deutschland habe in Europa die meisten \u201eDicken\u201c. 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