{"id":20133,"date":"2014-02-21T06:26:23","date_gmt":"2014-02-21T05:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=20133"},"modified":"2014-02-21T06:26:23","modified_gmt":"2014-02-21T05:26:23","slug":"journal-donnerstag-20-februar-2014-migraenetag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/02\/journal-donnerstag-20-februar-2014-migraenetag.htm","title":{"rendered":"Journal Donnerstag, 20. Februar 2014 &#8211; Migr\u00e4netag"},"content":{"rendered":"<p>Unruhige Nacht mit Kopfweh, das ich mir im Halbschlaf mit zu wenig Fl\u00fcssigkeitszufuhr erkl\u00e4rte. Mitbewohner sieht mich \u00fcberm Morgenkaffee, fragt: &#8220;Migr\u00e4ne?&#8221; Als ich &#8220;Wei\u00df nicht so recht.&#8221; antworte, meint er: &#8220;Immer, wenn du das sagst, ist es Migr\u00e4ne.&#8221; Ich lege mich nochmal hin, aber da ist sie schon, mit \u00dcbelkeit, Kopfschmerz, Lichtempfindlichkeit. Triptan-Nasenspray, E-Mail an die Arbeit, zur\u00fcck ins Bett.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Stunden sp\u00e4ter wache ich dann richtig auf, der Rachen kalt und rau vom Migr\u00e4nemediakament. Drau\u00dfen scheint die Sonne aus bayerisch wei\u00df-blauem Himmel, aus mir bricht der Enthusiasmus &#8220;Raus!&#8221; &#8211; doch in meiner post-migr\u00e4nalen gleichzeitigen D\u00fcnnh\u00e4utigkeit und Dumpfheit ist das ein lustig torkelnder und stolpernder Enthusiasmus, der gleichzeitig doch erst noch Z\u00e4hne putzen und Arbeitsmails lesen will.<\/p>\n<p>Kurzer Schreck beim Z\u00e4hneputzen, weil die Pupillen sehr unterschiedlich gro\u00df sind.<\/p>\n<p>Schwindel und Schw\u00e4che wollen bis zum Abend nicht verschwinden, ich schaffe es nicht mal zu einem kleinen Spaziergang in der Sonne. Zumindest die Pupillen kriegen sich wieder ein.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Den Amseln Rosinen auf die Balkonbr\u00fcstung gelegt (das macht sonst der Mitbewohner mindestens einmal t\u00e4glich). Inzwischen sind sie so zutraulich (gierig?), dass sie noch vor Zuklappen der Balkokt\u00fcre anfliegen und fressen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Abends das Grapefruitsaft-verklebte iphone ein wenig auseinandergenommen und ein wenig gereinigt. Home-Knopf ging dann immer noch nicht, doch durch den Neustart konnte ich die Funktion zumindest aufs Display verlegen. (Danke <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/02\/journal-samstag-15-februar-2014-fruehlingseinbruch.htm#comment-232708\" target=\"_blank\">Kommentator gotti<\/a> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.my-restore.com\/blog\/news\/ios-tipp-homebutton-auf-das-iphone-display-verlegen\" target=\"_blank\">den Tipp<\/a>!)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Was auch gerade ist: Ich weniger. Meine Kleidung sitzt deutlich lockerer, eine langsame Entwicklung der vergangenen drei Monate. Ich wollte das hier schon l\u00e4nger festhalten, um mich daran zu erinnern, wie wenig Grund zur Freude das sein kann. Denn sehr wahrscheinlich ist dieser Gewichtsverlust durch den unguten Appetitmangel verursacht, der aus einigen derzeitigen Lebensumst\u00e4nden resultiert. Es gibt hoffentlich noch gen\u00fcgend Menschen, die sich erinnern, dass Appetitmangel ein schlechtes Zeichen ist und nichts Erstrebenswertes. Wenn nicht: Denken Sie einfach mal an Ihre Haustiere &#8211; wenn die nichts mehr fressen m\u00f6gen, sorgen Sie sich doch, oder?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6ge bitte daraus lernen: D\u00fcnner ist eben nicht immer besser. Und ich m\u00f6ge bitte, bitte daraus lernen, mich nicht automatisch wie der letzte Dreck zu f\u00fchlen (selbst nur auf einer der vielen Bewusstseinsebenen, die der Mensch so hat), wenn die Kleidung mal wieder enger sitzt. Das ist halt so.<\/p>\n<p>(Dazu passt der Anfang dieses Artikels: <a href=\"http:\/\/sophieologie.me\/2013\/09\/26\/1200-calories\/\" target=\"_blank\">&#8220;1200 calories&#8221;<\/a>, vor allem der erste Cartoon.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Gelesen:<\/p>\n<p>In erster Linie viele Tweets und die darin verlinkten Informationen \u00fcber die Vorg\u00e4nge in Kiev, immer im Hinterkopf, dass es sich um emotional aufgeladene Einzelsichten handelt, und dass es praktisch unm\u00f6glich ist, einen \u00dcberblick zu bekommen &#8211; auch f\u00fcr die traditionellen Medien. Sehr hilfreich fand ich einen Hintergrundartikel vom 30. Januar in der <i>Washington Post<\/i>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/blogs\/worldviews\/wp\/2014\/01\/30\/9-questions-about-ukraine-you-were-too-embarrassed-to-ask\/\" target=\"_blank\">&#8220;9 questions about Ukraine you were too embarrassed to ask&#8221;<\/a>.<br \/>\nVor allem das schnelle Medium Fernsehen vergisst in hei\u00dfen &#8220;Breaking news&#8221;-Phasen, Hintergr\u00fcnde und Vorl\u00e4uferereignisse zu erw\u00e4hnen; die Berichterstatter m\u00f6gen diese Informationen im Hinterkopf haben, doch bei den Nachrichtenempf\u00e4ngerinnen kommt nur die aktuelle Katastrophe an &#8211; was dann schnell nach reiner Sensationsberichterstattung aussieht.<\/p>\n<p>Andrea Diener <del>bloggt<\/del> schreibt f\u00fcr die <i>FAZ<\/i> \u00fcber die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit von Reiseunbillen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/reise\/ausgepackt-unterwegs-mit-poolsaugern-12810058.html\" target=\"_blank\">&#8220;Unterwegs mit Poolsaugern&#8221;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/stattkatze.de\/2014\/02\/19\/24-with-bullet-points\/\" target=\"_blank\">&#8220;Geschrieben ist immer nur gefiltert.&#8221;<\/a><br \/>\nDas Leid der W\u00f6rtermenschen sucht Bilder, die sich in W\u00f6rtern formen lassen. Erz\u00e4hlen ist der Ausgang, zu dem wir immer streben. Auch wenn wir den Verdacht haben, dass das gar kein Ausgang ist, denn: Sind wir dadurch je dem Leid entkommen? Erz\u00e4hlen ist unser Mit-Teilen. Als g\u00e4be es eine Vergleichbarkeit von Leid. Eine Relation von Leid. Ich kenne nicht nur das st\u00e4ndige Greifen nach W\u00f6rtern. Ich kenne auch das Verstummen. Immer \u00f6fter bricht er in mir ab, der Mechanismus des Greifens nach W\u00f6rtern. Nichts wird besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unruhige Nacht mit Kopfweh, das ich mir im Halbschlaf mit zu wenig Fl\u00fcssigkeitszufuhr erkl\u00e4rte. Mitbewohner sieht mich \u00fcberm Morgenkaffee, fragt: &#8220;Migr\u00e4ne?&#8221; Als ich &#8220;Wei\u00df nicht so recht.&#8221; antworte, meint er: &#8220;Immer, wenn du das sagst, ist es Migr\u00e4ne.&#8221; Ich lege mich nochmal hin, aber da ist sie schon, mit \u00dcbelkeit, Kopfschmerz, Lichtempfindlichkeit. 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