{"id":20463,"date":"2014-03-11T06:11:48","date_gmt":"2014-03-11T05:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=20463"},"modified":"2014-03-11T10:05:11","modified_gmt":"2014-03-11T09:05:11","slug":"beifang-aus-dem-internet-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/03\/beifang-aus-dem-internet-16.htm","title":{"rendered":"Beifang aus dem Internet"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt ja selten Gelegenheit, einer Regierungspartei am eigenen Leib vorzuf\u00fchren, wo die Gesetzeslage im Argen liegt. Wie wunderbar, dass Sebastian Heiser der SPD eine Lektion in Urheberrecht erteilen konnte: <a href=\"http:\/\/blogs.taz.de\/hausblog\/2014\/03\/09\/liebe-raubkopierer-bei-der-spd\/\" target=\"_blank\">&#8220;Liebe Raubkopierer bei der SPD,&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<blockquote><p>Erstaunlicherweise sind Menschen dann besonders ehrlich, wenn sie sich in der vermeintlichen Anonymit\u00e4t des Internets bewegen. Soziale Schranken der \u00f6ffentlichen Meinungs\u00e4u\u00dferung werden \u00fcberwunden \u2013 endlich kann gesagt werden, was man sich sonst nicht zu sagen traut.<br \/>\nDieser Film behandelt das Ph\u00e4nomen exemplarisch am Beispiel von Online-Kommentaren zum Thema Down-Syndrom und wirft dabei einen Blick auf die Realit\u00e4t hinter den Kommentaren.<\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Liebe ist kein Argument\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/88491508?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"500\" height=\"281\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write\"><\/iframe><\/p>\n<p>Da sind wir wieder bei &#8220;ja wohl noch sagen d\u00fcrfen, was man denkt&#8221;. Ja, darf man. Aber muss darauf gefasst sein, sich dadurch zu entlarven.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Der Kampf einer Posaunistin bei den M\u00fcnchner Philharmoniker, oder: Wie mein Bild von Celibidache zerst\u00f6rt wurde: &#8220;<a href=\"http:\/\/ladiesinbrass.blogspot.de\/2010\/02\/abbie-conant-behind-screen.html\" target=\"_blank\">Abbie Conant: Behind the Screen<\/a>&#8220;. (Text von 2010, aber er jetzt als Hinweis in meiner Twitter-Timeline aufgetaucht.)<\/p>\n<blockquote><p>In 1980, Abbie Conant auditioned for the Munich Philharmonic behind a screen.  The orchestra voted for her appointment to the principal solo position, though the conductor, Celibidache, was opposed.  Celibidache ordered that she play a &#8220;probationary year&#8221;, in which any complaints to her playing could be recorded. No complaints were recorded, but he did not award her any solos.<\/p>\n<p>In 1982, Abbie was demoted to second trombone, which required a greater work load for less pay.  Celibidache provided no written criticism but simply stated, &#8220;You know the problem: we need a man for solo trombone.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Von da an ging&#8217;s erst richtig bergab.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ich muss mich immer wieder dazu disziplinieren, besonders bescheuerte homophobe Argumente nicht einfach dezent zu ignorieren (es f\u00fchlt sich f\u00fcr mich immer ein bisschen unh\u00f6flich an, Menschen durch Gegenargumente zu unterstellen, dass sie diesen Bl\u00f6dsinn jetzt wirklich ernst gemeint haben &#8211; v\u00f6llig fehlgeleitetes Fremdsch\u00e4men). Sondern mit Argumenten und Fakten gegenzuhalten.<\/p>\n<p>Als da w\u00e4re der Vorwurf, Homosexualit\u00e4t sei unnat\u00fcrlich. Wie bei allen Argumenten mit Natur w\u00fcrde ich am liebsten einen Schritt zur\u00fcck gehen und fragen, was eigentlich &#8220;Natur&#8221; ist und &#8220;nat\u00fcrlich&#8221;, denn das ist ein hochinteressantes und schrecklich unordentliches Gebiet, aber die Frage w\u00e4re &#8211; so sozial kompetent bin ich dann doch &#8211; in diesen Situationen unangebracht. Also verweise ich darauf, dass es zahllose Arten gibt, die gleichgeschlechtliche Paarungen kennen. Neuestens kann ich konkret und im Detail Flamingos anf\u00fchren: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/schwule-flamingos-so-lebt-es-sich-nach-der-natur-12827430.html?printPagedArticle=true\" target=\"_blank\">Schwule Flamingos. So lebt es sich nach der Natur<\/a>&#8220;.<\/p>\n<p>(Wehe, Sie sagen jetzt: &#8220;Jaaaa, Flamiiiiingos! Die sehen ja schon so aus!&#8221;)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die Deutschen sind sich zu gro\u00dfer Mehrheit einig, dass ihre Bahn Mist ist. Egal, was die Deutsche Bahn anstellt, irgendwas daran wird schon schei\u00dfe sein, also wird geschimpft. Das ist in vielerlei Hinsicht fatal: Nicht nur br\u00e4chte eine sachlichere Perspektive zutage, dass die Deutsche Bahn vor allem im internationalen Vergleich ziemlich gut funktioniert und komfortabel ist. Eine sachlichere Perspektive erm\u00f6glichte auch konstruktivere strukturelle Kritik.<\/p>\n<p>Hier zum Beispiel reifliche \u00dcberlegungen und Analysen, warum Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge die Feinde einer Bahnzukunft sind: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.zukunft-mobilitaet.net\/51192\/analyse\/hochgeschwindigkeitszuege-wirkung-fernverkehr-wirtschaftlicher-nutzen\/\" target=\"_blank\">Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge zerst\u00f6ren das europ\u00e4ische Bahnnetz&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>Das ist ein ernstes Problem: Ich bin \u00fcberzeugt, dass motorisierter Individualverkehr nicht die Mobilit\u00e4t der Zukunft ist. Machen wir uns gerade die Alternative kaputt?<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ansonsten: Fr\u00fchling vorm B\u00fcro.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140309_Il_Castagno_4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140309_Il_Castagno_4.jpg\" alt=\"140309_Il_Castagno_4\" width=\"559\" height=\"453\" class=\"alignnone size-full wp-image-20475\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ja selten Gelegenheit, einer Regierungspartei am eigenen Leib vorzuf\u00fchren, wo die Gesetzeslage im Argen liegt. Wie wunderbar, dass Sebastian Heiser der SPD eine Lektion in Urheberrecht erteilen konnte: &#8220;Liebe Raubkopierer bei der SPD,&#8221;. \u00a7 Erstaunlicherweise sind Menschen dann besonders ehrlich, wenn sie sich in der vermeintlichen Anonymit\u00e4t des Internets bewegen. 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