{"id":20534,"date":"2014-03-18T06:22:34","date_gmt":"2014-03-18T05:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=20534"},"modified":"2024-03-26T16:36:46","modified_gmt":"2024-03-26T15:36:46","slug":"the-grand-budapest-hotel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/03\/the-grand-budapest-hotel.htm","title":{"rendered":"<i>The Grand Budapest Hotel<\/i>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Filmplakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Filmplakat.jpg\" alt=\"Filmplakat\" width=\"262\" height=\"388\" class=\"alignnone size-full wp-image-20556\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wes Anderson und seine Filme habe ich unbegreiflicherweise erst 2012 durch <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2012\/06\/moonrise-kingdom.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>Moonrise Kingdom<\/i><\/a> kennengelernt. Dabei macht er eine rare Art Filme, die ich ganz besonders sch\u00e4tze: Nicht realistisch erz\u00e4hlt, menschlich tief, ganz weit weg vom intellektuellem Arty Farty, witzig, ohne sich \u00fcber Menschen lustig zu machen.<\/p>\n<p>Erinnert sich hier jemand an die Filme von Peter Chelsom, bevor er US-Mainstream machte? Also an <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0102014\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>Hear My Song<\/i><\/a> und <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0113133\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>Funny Bones<\/i><\/a>? Ich vermisse diesen Peter Chelsom sehr. Der zuletzt Sachen wie <i>Hannah Montana<\/i> drehte. Nun, irgendwie muss die Miete reinkommen &#8211; wer w\u00fcsste das besser als ich? Jedenfalls: Wes Anderson mildert diesen Schmerz. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.grandbudapesthotel.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>The Grand Budapest Hotel<\/i><\/a> ist eine liebevolle Farce, verortet geografisch irgendwo im n\u00e4heren Osteuropa, zeitlich im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Guten erkennt man an anst\u00e4ndigen Manieren und Stilbewusstsein, die B\u00f6sen an schwarzer Kleidung und d\u00fcsterer Miene: So geh\u00f6rt sich das. Wir bekommen absurde Verfolgungsjagden, eine gro\u00dfe Liebe, \u00dcberraschung und Verrat &#8211; meist mit den Bildmitteln aus Zeiten des Stummfilms. Doch die menschliche Seite der Handlung ist durchaus neuzeitlich und fein abgestuft: Als der Concierge die Familiengeschichte seines Lobby Boy erf\u00e4hrt, entschuldigt er sich ehrlich besch\u00e4mt f\u00fcr seinen vorhergehenden Ausbruch (den emotionalen, nicht den aus dem Gef\u00e4ngnis).<\/p>\n<p>Selbst der Abspann ist sch\u00f6n altmodisch: Nach der Aufz\u00e4hlung der Hauptdarsteller (ein gro\u00dfer Name nach dem n\u00e4chsten &#8211; Hollywoodgr\u00f6\u00dfen scheinen gerne mit Herrn Anderson zu arbeiten) hei\u00dft es &#8220;Introducing: Tony Revolori as Zero&#8221;. Ralph Fiennes spielt ganz gro\u00dfartig den Empfangsleiter des namengebenden Hotels, er sollte mehr Komisches machen.<\/p>\n<p>Die Sets formieren sich vor der Kamera immer wieder wie Gem\u00e4lde oder zumindest Fotokunst: Von dem Speisesaal in sozialistischen Zeiten h\u00e4tte ich sehr gerne einen Abzug. Um das Rezept f\u00fcr die T\u00f6rtchen von Mendel&#8217;s brauche ich nicht zu bitten, das gibt es <a href=\"http:\/\/www.grandbudapesthotel.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf der Website des Films<\/a> in Filmform.<\/p>\n<p>Empfehlung: Sehen Sie sich im Kino den Abspann bis zu Ende an, sie werden herausfinden warum. Hat mit dem sch\u00f6nen Balalaika-Soundtrack zu tun. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wes Anderson und seine Filme habe ich unbegreiflicherweise erst 2012 durch Moonrise Kingdom kennengelernt. Dabei macht er eine rare Art Filme, die ich ganz besonders sch\u00e4tze: Nicht realistisch erz\u00e4hlt, menschlich tief, ganz weit weg vom intellektuellem Arty Farty, witzig, ohne sich \u00fcber Menschen lustig zu machen. 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