{"id":2153,"date":"2007-08-14T08:50:25","date_gmt":"2007-08-14T06:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/08\/zusagen-zwischen-zwei-versus-hochzeit.htm"},"modified":"2007-08-14T09:49:58","modified_gmt":"2007-08-14T07:49:58","slug":"zusagen-zwischen-zwei-versus-hochzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/08\/zusagen-zwischen-zwei-versus-hochzeit.htm","title":{"rendered":"Zusagen zwischen zwei versus Hochzeit"},"content":{"rendered":"<p><i>Zupf ich das Thema also aus den Kommentaren <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/08\/scones.htm#comments\">zu etwas ganz Anderem<\/a>.<\/i><\/p>\n<p>Herr Mo hatte <a href=\"http:\/\/emilemo.wordpress.com\/2007\/08\/09\/nenn-mir-drei-grunde-warum-du-heiratest\/\" target=_new>seine Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Heirat aufgeschrieben<\/a>. Ich reflexhaft gegengeredet, eine Heirat sei eine Misstrauenserkl\u00e4rung: Das Vertrauen reiche offensichtlich nicht, eine einfach Zusage f\u00fcr verl\u00e4sslich zu halten. Auf Mos Bitte also die Erl\u00e4uterung meiner Gegenrede:<\/p>\n<p>Die \u201eeinfache Zusage\u201c ist eine sehr individuelle Abmachung zwischen zwei Leuten, die sich ganz unterschiedlich gestalten kann &#8211; je nach dem, wie sich diese beiden ihr gemeinsames Leben vorstellen. Wie viel davon festgelegt wird (zusammen gemietete Wohnung, gemeinsamer Hauskauf, Aff\u00e4ren in Ordnung oder nicht), wie viel unausgesprochen vorausgesetzt wird (das R\u00fchrger\u00e4t geh\u00f6rt mir, Aff\u00e4ren in Ordnung oder nicht), was wichtig ist und was nicht &#8211; auch das ist ganz individuell. Dass diese beiden Leute dieses Einverst\u00e4ndnis oder den Beginn des gemeinsamen Lebens anl\u00e4sslich u.a. ihres Zusammenziehens feiern wollen, kann ich verstehen, das finde sogar ich romantisch.<\/p>\n<p>Eine Eheschlie\u00dfung hingegen besiegelt einen Standardvertrag, der mit Hilfe des Staates m\u00f6glichst alle Eventualit\u00e4ten abdecken soll &#8211; egal, wer beteiligt ist. Dieser Vertrag klopft rechtlich eine Sache fest, die so wenig mit Recht und Gesetz zu sichern ist, wie man eine Sandburg an die Wand nageln kann: Gef\u00fchle und die Beziehung zwischen zwei Menschen. In erster Linie bedeutet er deshalb einen Misstrauensantrag: Ich vertraue dir nicht genug, dass ich mich auf die einfach Zusage zwischen uns beide verlasse, unterschreibe erst mal hier auf der gestrichelten Linie. Sehr unromantisch. Und das soll \u201eder sch\u00f6nste Tag meines Lebens\u201c sein? Mit \u201edem gr\u00f6\u00dften Fest meines Lebens\u201c gefeiert werden?<\/p>\n<p>Religi\u00f6se Heiratsrituale gehen an mir als Ungl\u00e4ubiger noch weiter vorbei. Vielleicht erkl\u00e4rbar mit einem \u00e4hnlichen Misstrauen, das durch einen \u00fcberirdischen Segen beruhigt wird? Im entsprechenden religi\u00f6sen System handelt es sich wohl einfach um die Befolgung einer Vorschrift. Oder sie bilden die Kulisse f\u00fcr die Inszenierung des &#8220;gr\u00f6\u00dften Festes meines Lebens&#8221; (s.o.).<\/p>\n<p>Ganz pragmatisch gesehen tun bei der heutigen Gesetzeslage prospektive V\u00e4ter sehr gut daran, diesen Vertrag zu unterzeichnen, da sie sonst bei einer sp\u00e4ter m\u00f6glichen (und durchaus wahrscheinlichen) Trennung schlechte Karten haben. Diese Absicherung kann man schon feiern, wie halt eine neue Wohnung oder den unterzeichneten Arbeitsvertrag. Was daran eine \u201eHochzeit\u201c veranlasst, bleibt mir schleierhaft, wie ich bereits <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2003\/12\/brauthormone.htm\">komplett humorlos und uncharmant dargelegt habe<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/11\/90-gotten-married.htm\">Selbst war ich ja auch mal auf dem Standesamt<\/a>, ich brauchte damals das Geld. W\u00fcrde ich heute nicht wieder tun, weil ich es inzwischen als reichlich unehrenhafte Art der Geldbeschaffung ansehe. Dem Mitbewohner ein gemeinsames Leben zusagen, das tue ich allerdings immer wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zupf ich das Thema also aus den Kommentaren zu etwas ganz Anderem. Herr Mo hatte seine Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Heirat aufgeschrieben. Ich reflexhaft gegengeredet, eine Heirat sei eine Misstrauenserkl\u00e4rung: Das Vertrauen reiche offensichtlich nicht, eine einfach Zusage f\u00fcr verl\u00e4sslich zu halten. 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