{"id":22399,"date":"2014-09-03T08:14:28","date_gmt":"2014-09-03T06:14:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=22399"},"modified":"2014-09-03T10:20:31","modified_gmt":"2014-09-03T08:20:31","slug":"journal-dienstag-2-september-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/09\/journal-dienstag-2-september-2014.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 2. September 2014 &#8211; Essen im Bahnhofsviertel"},"content":{"rendered":"<p>Beim Gewichtaufladen f\u00fcrs morgendliche Langhanteltraining in der Gruppe dachte ich mir: Warum nicht mal bis an die Grenzen gehen? Schlie\u00dflich kann ich ja aufh\u00f6ren, wenn es mir zu viel wird.<br \/>\n(Ahahaha, Sie sehen hier, wie wenig ich mich kenne: &#8220;aufh\u00f6ren, wenn es mir zu viel wird&#8221;? Ahahaha!)<\/p>\n<p>Irgendwie ging es nat\u00fcrlich, und warum ich ausgerechnet bei den Bizeps\u00fcbungen immer schw\u00e4chle, verstehe ich einfach nicht.<\/p>\n<p>Aber als mir in der Mittagspause beim Heben der Teetasse immer noch der Arm zitterte, war ich beeindruckt.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Arbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_Excel_not_responding.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_Excel_not_responding.jpg\" alt=\"140902_Excel_not_responding\" width=\"365\" height=\"125\" class=\"alignnone size-full wp-image-22406\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_Computercrash_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_Computercrash_1.jpg\" alt=\"140902_Computercrash_1\" width=\"279\" height=\"157\" class=\"alignnone size-full wp-image-22407\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Abends wollte ich mit dem Mitbewohner Pizzaessen gehen, auf eine Twitterempfehlung in L&#8217;Osteria im K\u00fcnstlerhaus. Man hatte den Mitbewohner nicht reservieren lassen: Wir sollten einfach vorbeikommen, hatte es gehei\u00dfen, da sei schon Platz.<\/p>\n<p>Als wir kurz vor 19 Uhr ankamen, stand die Schlange von Hungrigen, die solch einen Platz wollten, bis drau\u00dfen. Aber ich bin mir ohnehin nicht sicher, ob ich in dem L\u00e4rm, der aus dem knallvollen Gastraum klang, entspannt gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Also verfolgten wir unser Projekt &#8220;Essen im Bahnhofsviertel&#8221; weiter und lie\u00dfen uns auf eine Pizza in einem Lokal gegen\u00fcber vom n\u00f6rdlichen Hauptbahnhof nieder, <a href=\"http:\/\/www.cadoro.de\/\" target=\"_blank\">Ca&#8217;d&#8217;Oro<\/a>. Der Service war sehr nett und ebenso wie das gesamte Restaurant auf internationale Besucher ausgerichtet. Die Pizza war in Ordnung (im Sch\u00e4lchen frisches Pesto als &#8220;Dip&#8221; &#8211; ich wusste nicht recht, wie ich das anwenden sollte).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_CadOro_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140902_CadOro_2.jpg\" alt=\"140902_CadOro_2\" width=\"490\" height=\"367\" class=\"alignnone size-full wp-image-22408\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um uns herum h\u00f6rte ich Portugiesisch, Englisch, eine slawische Sprache, Arabisch &#8211; ich mag das.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Es gibt einige gesellschaftliche Argumentationsreflexe, die im besten Fall am\u00fcsant, im schlechteren vergiftend sind. Am\u00fcsant finde ich, dass beim Stichwort &#8220;Karotten&#8221; unweigerlich irgendwer innerhalb von Sekunden darauf hinweist, dass man die ja mit \u00d6l essen muss, damit der menschliche K\u00f6rper das Vitamin A aufnehmen kann. Und zwar irgendwer, der sich sonst bei keinem einzigen Nahrungsmittel der Welt Gedanken \u00fcber die Nutzbarkeit enthaltener N\u00e4hrstoffe macht. Aber das, das wissen sie alle und sind stolz darauf.<\/p>\n<p>Ein anderer Reflex am\u00fcsiert mich kein bisschen: Dick ist demnach ungesund. Die M\u00e4dchenmannschaft spie\u00dft das auf:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/maedchenmannschaft.net\/fett-am-strand-ist-das-nicht-voll-ungesund\/\" target=\"_blank\">&#8220;Fett am Strand. Ist das nicht voll ungesund?!&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Viel spannender finde ich den Umstand, dass sofort das Thema Gesundheit aufkommt, wenn es um dicke Menschen geht. Ganz aktuell wurde wieder viel \u00fcber Gesundheit diskutiert, als sich zahlreiche dicke_fette Menschen stolz in ihren Bikinis fotografierten und das Foto mit dem Hashtag #Fatkini online stellten. Grundlage f\u00fcr solche Diskussionen ist sicherlich die diskursive Verstrickung von Dicksein mit Krank\u00adheiten, aber da steckt noch mehr dahinter. Ich glaube: Gl\u00fcckliche fette Menschen, die ihre K\u00f6rper m\u00f6gen, sprengen eindeutig den gesellschaftlichen Rahmen dessen, wie dicke Menschen sein und sich f\u00fchlen sollen.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Auch wenn mir &#8220;hegemonial&#8221; ein etwas zu schweres Gesch\u00fctz in diesem Zusammenhang ist &#8211; der Begriff scheint in den vergangenen Jahren an Gewicht zu verlieren und ein Synonym f\u00fcr \u00fcbergriffig oder diskriminierend zu werden. So wie &#8220;dekonstruieren&#8221; inzwischen zum Synonym f\u00fcr destruieren oder einfach nur hinterfragen verramscht wurde. Im Diskurs. Beim Paradigmenwechsel. Je nach Narrativ.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrliche Hintergrundgeschichte im <i>New Yorker<\/i> \u00fcber Anonymus:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2014\/09\/08\/masked-avengers\" target=\"_blank\">&#8220;The Masked Avengers. How Anonymous incited online vigilantism from Tunisia to Ferguson.&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Auf meiner ersten re:publica sah ich <a href=\"http:\/\/11.re-publica.de\/blog\/panel\/geek-politics-and-anonymous\/\" target=\"_blank\">den Vortrag der zitierten Anthropologin Gabriella Coleman<\/a> dar\u00fcber (ist noch online nachzugucken), und war sehr beeindruckt &#8211; wie ich \u00fcberhaupt die anthropologische Perspektive auf das Internet sehr interessant und hilfreich finde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Gewichtaufladen f\u00fcrs morgendliche Langhanteltraining in der Gruppe dachte ich mir: Warum nicht mal bis an die Grenzen gehen? Schlie\u00dflich kann ich ja aufh\u00f6ren, wenn es mir zu viel wird. 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