{"id":22919,"date":"2014-09-28T10:10:35","date_gmt":"2014-09-28T08:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=22919"},"modified":"2024-10-29T17:13:33","modified_gmt":"2024-10-29T16:13:33","slug":"journal-freitag-26-september-2014-beruflicher-oktoberfestbesuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/09\/journal-freitag-26-september-2014-beruflicher-oktoberfestbesuch.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 26. September 2014 &#8211; beruflicher Oktoberfestbesuch"},"content":{"rendered":"<p>Der zweite Eintrag zum Freitag. Es war der Tag, an dem ich aufs Oktoberfest musste.<\/p>\n<p>Eigentlich war es zu dieser Reservierung auf Bitte eines ausl\u00e4ndischen Kunden gekommen. Ich hatte alles darangesetzt sie zu erm\u00f6glichen (inklusive angstwacher N\u00e4chte, denn wir wissen doch alle, dass Oktifestreservierungen ohne Kundennummer praktisch unm\u00f6glich sind). Doch auf meine erleichterte Erfolgsmeldung hin wurde mir beschieden, dass der Kunde die zugeh\u00f6rige Veranstaltung in M\u00fcnchen abgeblasen hatte, die Reservierung also gar nicht brauchte. Kurzerhand, und wenn man schonmal Tische hatte, \u00fcbernahm sie die Agentur, f\u00fcr die ich arbeite.<\/p>\n<p>Zumindest wei\u00df ich jetzt, wie das mit der Reservierung von Tischen f\u00fcr das Oktoberfest geht und kann das hier festhalten (und mich so ein wenig f\u00fcr <a href=\"http:\/\/novemberregen.blogger.de\/stories\/2035664\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die hilfreichen Erkl\u00e4rtexte von Novemberregen<\/a> revanchieren).<\/p>\n<p>Erst mal bewirbt man sich so fr\u00fch wie m\u00f6glich <a href=\"http:\/\/www.oktoberfest.de\/de\/navitem\/Zelte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bei den Festzelten<\/a> um eine Reservierung, und zwar schriftlich, je nach Festzelt per Fax (meist) oder per E-Mail (seltener) &#8211; die gew\u00fcnschte Medienart steht auf den verlinkten Websites der Bierzelte. Wichtige Details <a href=\"http:\/\/www.oktoberfest.de\/de\/article\/Das+Oktoberfest\/Service\/So+reserviert+man+einen+Tisch+im+Festzelt\/458\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erl\u00e4utert Christian Schottenhammel<\/a>: &#8220;Auf die Bestellung geh\u00f6ren die Anzahl der G\u00e4ste und der gew\u00fcnschte Termin.&#8221;<\/p>\n<p>Ohne Kundennummer hat man die gr\u00f6\u00dften Aussichten auf Erfolg mit einem Wunschtermin mittags von Montag bis Donnerstag. Denn Wochenenden, Feiertage (dieses Jahr auch Freitag, 3. Oktober) und Abende geben die meisten Festzelte von vorneherein als ausgebucht an.<\/p>\n<p>Da der Kunde eine gr\u00f6\u00dfere Veranstaltung um den Oktoberfesttermin herum organisieren wollte, musste es ein Freitag sein, blieb in Ermangelung des 3. Oktober nur Freitag, der 26. Oktober. Um die Erfolgsaussichten zu erh\u00f6hen, schrieb ich alle Festzelte an, zumal ich Ende Februar verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sp\u00e4t dran war mit meinem Anliegen.<\/p>\n<p>Ob die Reservierung erfolgreich ist, erf\u00e4hrt man erst Mitte April, n\u00e4mlich wenn der Stadtrat festgelegt hat, wie viel Prozent der Pl\u00e4tze \u00fcberhaupt reserviert werden d\u00fcrfen (den Titel &#8220;Wiesn-Chef&#8221; f\u00fchrt der Wirtschaftsreferent der Stadt). Das wird jedes Jahr neu verhandelt und beschlossen. Ziel der Quote ist ein Mittelweg zwischen dem Interesse der Oktoberfestwirtinnen, durch Reservierungen m\u00f6glichst gut planen zu k\u00f6nnen, und dem Wunsch des gemeinen Volks aus M\u00fcnchen und der ganzen Welt, auch spontan in ein Bierzelt zu gehen und einen Platz zu finden.<\/p>\n<p>Absagen auf meine Reservierungsanfragen bekam ich von umgehend bis in den Mai hinein, immer mehr Zelte musste ich streichen. Eine partielle Zusage f\u00fcr die H\u00e4lfte der beantragten Pl\u00e4tze traute ich mich nicht anzunehmen, schie\u00dflich plante der Kunde ja eine gr\u00f6\u00dfere Veranstaltung. Umso tiefer war meine Erleichterung, als ich endlich eine Zusage mitsamt Kundennummer bekam, und dann auch noch von der renommierten Ochsenbraterei: Freitag, 26. September, 12 bis 16 Uhr.<\/p>\n<p>Damit ist allerdings lediglich die erste, wenn auch gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde f\u00fcr einen reservierten Besuch auf dem Oktoberfest genommen. Um die Reservierung zu fixieren, muss man sich zu einem Mindestverzehr pro Kopf verpflichten. Er besteht meist in zwei Ma\u00df Bier und einer Mahlzeit, unterscheidet sich aber von Zelt zu Zelt. Und zwar verpflichtet man sich schriftlich dazu, noch bevor die Preise festgelegt sind, das werden sie n\u00e4mlich erst im Juni.<br \/>\nErst wenn man das Geld f\u00fcr diesen Mindestverzehr (oder mehr) \u00fcberwiesen hat, ist die Reservierung wirklich bindend. Man erh\u00e4lt im Gegenzug Gutscheine f\u00fcr Getr\u00e4nke und Speisen, mit denen man im Zelt bezahlt.<\/p>\n<p>Dann muss man nur noch p\u00fcnktlich am reservierten Tisch erscheinen, sonst erlischt die Reservierung im letzten Moment. Die Reservierungen des Tages h\u00e4ngen am Haupteingang der Zelte aus (Name, auf den reserviert ist, sowie Reihen- und Tischnummer), so k\u00f6nnen sich alle G\u00e4ste zurechtfinden.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Nicht erst als klar war, dass die Agentur diese Oktoberfestreservierung \u00fcbernehmen und eigene Kunden einladen w\u00fcrde, hatte ich meine gro\u00dfe Abneigung gegen\u00fcber der Veranstaltung klargemacht. Ich betonte mehrfach, wie sehr ich da nicht hin wollte, doch man bestand darauf &#8211; obwohl ich in dieser Agentur in keiner Weise Bezugsperson f\u00fcr die G\u00e4ste bin. Klar h\u00e4tte ich mich krank l\u00fcgen k\u00f6nnen, aber solche blanken L\u00fcgen, vor allem im Arbeitsleben, hebe ich mir dann doch f\u00fcr lebenswichtige Umst\u00e4nde auf.<\/p>\n<p>Fast ebenso unnachgiebig verlangte man von mir, den Termin in Oktoberfestverkleidung anzutreten, knickte aber zumindest in diesem Punkt ein, als ich die Kosten daf\u00fcr von der Agentur erstattet haben wollte.<\/p>\n<p>Mir war \u00fcbel und ich fror, als ich mich am Freitag kurz vor zw\u00f6lf in den Menschenstrom von der Hackerbr\u00fccke zum Oktoberfest einreihte. Zu meiner \u00dcberraschung war der Weg ges\u00e4umt von lebenden Statuen &#8211; oder wie hei\u00dfen diese Menschen in Verkleidung und Bemalung, teilweise sehr aufw\u00e4ndig, die auf Podesten stehen und daf\u00fcr Geld m\u00f6chten?<\/p>\n<p>Die Betreuung in der Ochsenbraterei war sehr freundlich und professionell. Kaum sa\u00dfen wir am reservierten Tisch, kam eine Bedienungsvorarbeiterin, begr\u00fc\u00dfte uns und erkl\u00e4rte das Prozedere. Sie schlug vor, die Gutscheine gleich mal einzusammeln (ich gab ihr zwei Drittel) und deren Wert abschlie\u00dfend mit der Zeche zu verrechnen (es ist also keineswegs so, dass mit der Bestellung eines halben Liters Wasser gleich die 9,90 Euro f\u00fcr eine Ma\u00df weg sind). Zus\u00e4tzliches konnte man bar und mit EC-Karte begleichen.<\/p>\n<p>Die Kapelle war, wie alle Oktoberfestkapellen, musikalisch hervorragend. Kurz nachdem ich meine Radlerma\u00df bekommen hatte, spielte sie den Gefangenenchor aus Nabucco, ich am\u00fcsierte mich, und dass gef\u00fchlt das gesamte Bierzelt ger\u00fchrt schunkelnd mitsang (auf &#8220;Lalala&#8221;, nicht etwa mit Operntext), ist f\u00fcr mich bis auf Weiteres das bezeichnendste Bild f\u00fcr die Veranstaltung.<\/p>\n<p>Ein Gesch\u00e4ftspartner der Firma sa\u00df mir gegen\u00fcber und machte freundlich Konversation, ich rettete mich von Viertelstunde zu Viertelstunde. Eine liebe Kollegin kam eigens an meine Tischseite, um mich f\u00fcr meine Haltung zu loben, ich war mir noch peinlicher also ohnehin schon.<\/p>\n<p>Nach anderthalb Stunden, als die Gruppe auch Essen bestellt hatte, sah ich meine arbeitsvertragliche Pflicht f\u00fcr erf\u00fcllt an, schob einem Kollegen den Umschlag mit den restlichen Gutscheinen r\u00fcber und ging zur\u00fcck ins B\u00fcro. Selten habe ich mit gr\u00f6\u00dferem Enthusiasmus einen Berg Arbeit weggeschafft. (Und wenigstens eine Hand voll N\u00fcsse gegessen, bislang hatte ich nichts heruntergebracht.) <\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Als ich abends heimkam, war ich v\u00f6llig durch den Wind: Nachmittags war auch noch ein unerwartetes, dringendes Projekt aufgetaucht. Um irgendwie runterzukommen, verfiel ich erst mal in wahlloses R\u00e4umen in der neuen K\u00fcche (der Mitbewohner hatte bereits den ganzen Nachmittag hindurch geputzt und ger\u00e4umt).<\/p>\n<p>Eine bessere Idee war der anschlie\u00dfende Ausflug in eine garantiert Oktoberfest-freie Bar: <a href=\"http:\/\/auroom.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auroom<\/a>.<\/p>\n<p>Champagnercocktail Orange Blossom:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Orange_Blossom-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Orange_Blossom-1.jpg\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"395\" class=\"alignnone size-full wp-image-102826\" \/><\/a><\/p>\n<p>Thymian-Gimlet:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Thyme_Martini-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Thyme_Martini-1.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"392\" class=\"alignnone size-full wp-image-102828\" srcset=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Thyme_Martini-1.jpg 392w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Thyme_Martini-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/140926_Thyme_Martini-1-144x144.jpg 144w\" sizes=\"auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dazu gab es Bar-Food, ein wenig war mein Appetit zur\u00fcckgekehrt: mit Mandeln gef\u00fcllt Oliven, gebratene Speckdatteln, Sat\u00e9-Spie\u00dfe. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/535702af42f64c6aa42287b4801cdb43\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite Eintrag zum Freitag. 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