{"id":23957,"date":"2014-11-28T07:11:16","date_gmt":"2014-11-28T06:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=23957"},"modified":"2024-11-29T15:49:55","modified_gmt":"2024-11-29T14:49:55","slug":"journal-donnerstag-27-november-2014-radlschrauberjagd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/11\/journal-donnerstag-27-november-2014-radlschrauberjagd.htm","title":{"rendered":"Journal Donnerstag, 27. November 2014 &#8211; Radlschrauberjagd"},"content":{"rendered":"<p>Ein konsequent nebliger Tag. Jetzt ist aber wieder gut.<\/p>\n<p>St\u00fcndchen auf dem Crosstrainer, B\u00fcrotag.<\/p>\n<p>Mittags radelte ich zu meinem Radlschrauber, auf dass er nun bitte mein Radl winterfest mache (Achter aus Felgen entfernen, Gangschaltung checken) und die Vorderbremse repariere, der eines der beiden Seile gerissen ist. Da der Schrauberladen am Montag geschlossen ist, sonst um 10 und damit eine Stunde nach meinem Arbeitsbeginn \u00f6ffnet, um 18 Uhr schlie\u00dft, also zu meinem fr\u00fchesten Arbeitsende, blieb mir nur die Mittagspause. Doch auch das klappte nicht: Von 13 bis 14 Uhr ist ebenfalls geschlossen. Ich werde nicht drumrum kommen, den Mitbewohner zu schicken.<\/p>\n<p>Nach Feierabend in der Haust\u00fcr des B\u00fcrohauses einem Bewohner mit Fahrrad begegnet. Angesichts der Plastikkiste auf seinem Gep\u00e4ckst\u00e4nder gefragt: &#8220;Ernteanteil?&#8221; Als er bejahte: &#8220;Kartoffelkombinat?&#8221; Jawohl, er war ein Co-Genossenschaftler. Dem ich gleich mal erz\u00e4hlen konnte, dass ich eben einen Tweet gesehen hatte, laut dem gute Aussichten auf eine neue G\u00e4rtnerei bestehen.<\/p>\n<p>Zum Nachtmahl Postelein und Kresse als Salat, Topinambur und Kartoffeln als sahniger Gratin, Lende und Rib-Eye-Steak aus der Pfanne &#8211; alles vom Mitbewohner zubereitet und sehr k\u00f6stlich (das alte <i>SZ-Magazin<\/i> liegt noch rum, weil ich etwas daraus zitieren will).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141127_Nachtmahl-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141127_Nachtmahl-1.jpg\" alt=\"\" width=\"404\" height=\"484\" class=\"alignnone size-full wp-image-103795\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<blockquote><p>Max arbeitet in einer gro\u00dfen Firma. Die Firma hat zehn Abteilungen und sechs Dependancen in ganz Deutschland. Jede dieser zehn Abteilungen hat eine Abteilungsleiterin. Die Dependancen haben ebenfalls je eine Leiterin.<\/p><\/blockquote>\n<p>Frau Nessy spielt durch, was ich seit meiner Kindheit gerne mache: Gewohnte Szenarien mit vertauschten Geschlechtern.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/fraunessy.vanessagiese.de\/2014\/11\/26\/max-mustermann-wundert-sich\/\" target=\"_blank\">&#8220;Max Mustermann wundert sich&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>(Kommentare besser meiden, dort haben sich die ewig gleichen Scheingegenargumenten eingenistet, u.a.: Frauen dr\u00fccken sich vor harten Berufen \/ also in <i>meiner<\/i> Firma gibt es diese Ungerechtigkeit nicht.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>F\u00fcr UK hatte ich ja letzthin auf die <a href=\"http:\/\/blogs.lse.ac.uk\/europpblog\/2013\/11\/06\/recent-waves-of-immigrants-to-the-uk-have-contributed-far-more-in-taxes-than-they-received-in-benefits\/\" target=\"_blank\">Studie der London School of Economics and Political Science hingewiesen<\/a>. Jetzt findet die <del datetime=\"2014-11-30T14:04:15+00:00\">Bertlesmann-Stiftung im Auftrag der Stiftung vom Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW)<\/del> die Stiftung vom Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der der Bertelsmann-Stiftung dasselbe f\u00fcr Deutschland heraus:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-11\/sozialsystem-deutschland-auslaender-bringen-milliardeneinnahmen\" target=\"_blank\">&#8220;Zuwanderung entlastet deutschen Sozialstaat&#8221;<\/a>.<\/p>\n<blockquote><p>Jeder Ausl\u00e4nder zahle pro Jahr durchschnittlich 3.300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben als er an staatlichen Leistungen erhalte. Das Plus pro Kopf sei in den vergangenen zehn Jahren um \u00fcber die H\u00e4lfte gestiegen.<\/p>\n<p>Die Rechnung sei dabei noch vorsichtig, hei\u00dft es in der Studie, da nur Menschen ohne deutschen Pass ber\u00fccksichtigt wurden. Erfasse man auch Migranten mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit, so &#8220;w\u00fcrde der fiskalische Nutzen mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit noch h\u00f6her ausfallen, da dieser Personenkreis im Durchschnitt \u00f6konomisch erfolgreicher ist als die Gruppe der Ausl\u00e4nder&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/ftp.zew.de\/pub\/zew-docs\/gutachten\/ZEW_BeitragZuwanderungStaatshaushalt2014.pdf\" target=\"_blank\">Hier die Studie selbst als PDF.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung davon \u00fcberzeugt, dass Zuwanderung nach Deutschland zulasten der Sozialsysteme erfolgt. Die Frage steht also im Raum: Sind Ausl\u00e4nder tats\u00e4chlich eine Belastung f\u00fcr den deutschen Sozialstaat?<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Fakten schafft hier Klarheit. Die vorliegende Studie von Holger Bonin vom Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) belegt, dass Ausl\u00e4nder den Sozialstaat entlasten, das hei\u00dft, sie tragen mehr zu den \u00f6ffentlichen Haushalten bei, als sie von diesen in Form von Transferleistungen empfangen. Rechnet man alle Sozialtransfers inklusive der Ausgaben f\u00fcr Bildung und Bildungsf\u00f6rderung, die die 6,6 Mio. in Deutschland lebenden Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder 2012 erhalten haben, gegen die Steuern und Abgaben, die diese Gruppe im gleichen Jahr dem Staat \u00fcberwiesen hat, bleibt dem Staat ein Nettogewinn von 3.300 Euro pro Kopf. 22 Mrd. Euro haben Ausl\u00e4nder im Jahr 2012 insgesamt beigetragen; Deutschland profitiert finanziell also beachtlich von seiner ausl\u00e4ndischen Wohnbev\u00f6lkerung. <\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Geht diese positive Rechnung ebenfalls auf, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass die bei uns lebenden Ausl\u00e4nder \u00e4lter werden und damit k\u00fcnftig mehr Sozialtransfers in Anspruch nehmen sowie weniger Steuern und Beitr\u00e4ge zahlen werden? Um diese Frage zu beantworten, hat das ZEW Generationenbilanzen berechnet, die f\u00fcr jeden Geburtsjahrgang die bei unver\u00e4nderten wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen noch bis an das Lebensende anfallenden Steuern, Beitr\u00e4ge und Transfers aufaddieren.<br \/>\nIm Ergebnis bleibt f\u00fcr die 2012 in Deutschland lebenden Ausl\u00e4nder das Bild auch bei dieser vorausschauenden Generationenrechnung positiv. Durchschnittlich werden sie in ihrem Leben pro Kopf 22.300 Euro mehr an den Staat \u00fcberweisen, als sie an Transfers von diesem erhalten. In Summe wird der Sozialstaat demnach in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von 147,9 Mrd. Euro von den hier bereits lebenden Ausl\u00e4ndern profitieren. <\/p><\/blockquote>\n<p>Damit die Regierungsparteien der letzten Jahre nicht auf die Idee kommen, das als ihren Erfolg zu verbuchen:<\/p>\n<blockquote><p>Doch es w\u00e4re falsch, diese Momentaufnahme als Ergebnis einer rechtlich und kulturell klug gestalteten und konzeptionell langfristig ausgerichteten deutschen Migrationspolitik zu interpretieren. Vielmehr profitieren wir momentan von den \u00f6konomischen Krisen anderer, vor allem s\u00fcdeurop\u00e4ischer Industriel\u00e4nder. Wenn Deutschland aber dauerhaft ein begehrtes Zielland f\u00fcr qualifizierte Einwanderer werden will, muss es auch f\u00fcr Fachkr\u00e4fte aus Drittstaaten attraktiv werden und daf\u00fcr seine gesamte Migrationsarchitektur konzeptionell neu \u00fcberdenken.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Eine moderne Migrationspolitik muss Zuwanderer gewinnen, hier halten und zu selbstbestimmten Mitb\u00fcrgern machen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sie als Hochqualifizierte, Familiennachz\u00fcgler oder Fl\u00fcchtlinge ins Land kommen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein konsequent nebliger Tag. Jetzt ist aber wieder gut. St\u00fcndchen auf dem Crosstrainer, B\u00fcrotag. Mittags radelte ich zu meinem Radlschrauber, auf dass er nun bitte mein Radl winterfest mache (Achter aus Felgen entfernen, Gangschaltung checken) und die Vorderbremse repariere, der eines der beiden Seile gerissen ist. 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