{"id":24009,"date":"2014-12-01T06:44:18","date_gmt":"2014-12-01T05:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=24009"},"modified":"2024-12-02T15:52:13","modified_gmt":"2024-12-02T14:52:13","slug":"journal-samstagsonntag-29-30-november-2014-internetgaeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/12\/journal-samstagsonntag-29-30-november-2014-internetgaeste.htm","title":{"rendered":"Journal Samstag\/Sonntag, 29.\/30. November 2014 &#8211; Internetg\u00e4ste"},"content":{"rendered":"<p>Samstagvormittag mein Fahrrad endlich zum Schrauber gebracht. Nachdem der Plan ja nicht geklappt hatte, es Donnerstag in der Mittagspause abzugeben, um es am Samstag wiederholen zu k\u00f6nnen (der Laden ist winzig und hat keinen Platz f\u00fcr Lagerung, besteht also auf umgehender Abholung), werde ich jetzt eine L\u00f6sung finden m\u00fcssen, es am Dienstag abzuholen (Montag ist ebenfalls geschlossen).<\/p>\n<p>Vorbereitung f\u00fcr die kleine Dinnerparty am Abend: Ein paar Leute aus dem Internet zu Gast.<\/p>\n<p>Unter grauem Novemberhimmel gem\u00fctliche Eink\u00e4ufe am Viktualienmarkt sowie in der Kaufhof-Feinkostabteilung, beim B\u00e4cker und im Body Shop.<\/p>\n<p>Daheim den Nachtisch zubereitet: Parmesan-Bavaroise mit Ros\u00e9gelee (das sch\u00f6nste Wort des abendlichen Men\u00fcs) aus <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Ich-koche-Autoren-Kochb%C3%BCcher-Sebastian-Dickhaut\/dp\/3833808470\" target=\"_blank\">Sebastian Dickhauts <i>Ich koche<\/i><\/a>. Die Reaktionen der Esser und Esserinnen waren durchwachsen. Wir kamen zum Schluss, dass sich das Gericht besser als herzhafte Vorspeise eignet: Also die Bavaroise ohne Zucker (die Vanille wiederum machte sich sehr gut zum Parmesan), das Ros\u00e9gelee kann bleiben.<\/p>\n<p>Nachmittags um zwei mit dem Hauptgang begonnen: Astrids legend\u00e4re <a href=\"http:\/\/www.arthurstochterkochtblog.com\/2009\/09\/essen-und-trinken-halt-leib-und-seele.html\" target=\"_blank\">Ochsenbackerl in Portwein-Schokoladenso\u00dfe<\/a>. Nachdem sie beim ersten Versuch nicht ganz die gew\u00fcnschte Zartheit erreicht hatten, legte ich anderthalb Stunden Garzeit drauf &#8211; genau richtig. Dazu gab&#8217;s frische Sp\u00e4tzle, die der Mitbewohner ins Wasser hobelte.<\/p>\n<p>Als Vorspeise hatte ich mir eine bayerische Fischsuppe ausgedacht: Fisch- und Gem\u00fcsefond, ein paar getrocknete Steinpilze mitgekocht, darin Zanderst\u00fccke und Grie\u00dfnockerl, dar\u00fcber ein bissl Schnittlauch. Funktionierte gut.<\/p>\n<p>Sch\u00f6ner Abend in ausgesprochen angenehmer Gesellschaft (drei davon Thomasse, hihihi). Ich sage Ihnen: Im Internet gibt&#8217;s gro\u00dfartige Leute.<\/p>\n<p>Nachdem alle weg waren, lie\u00df ich den Abend r\u00e4umend und sp\u00fclend ausklingen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Sonntag erst mal Brot gebacken: Der Mitbewohner wollte einem ebenfalls Brot backenden Kollegen ein Probierst\u00fcck mitbringen, ich entschied mich f\u00fcr den gut haltbaren <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/rezepte\/7-pfuender-hausbrot.htm\" target=\"_blank\">7-Pf\u00fcnder<\/a>. Das Holen aus dem Ofen \u00fcbergab ich dem Mitbewohner, um mit seinem Rentnerrad zum Schwimmen zu radeln.<\/p>\n<p>Ganz sch\u00f6n anstrengend, so ein Rentnerradl mit tiefem Einstieg, der Sattel so nah am Lenker, dass ich meinen Po bis fast dahinter schob, um mich halbwegs wohl zu f\u00fchlen. Trotz der niedrigen Temperaturen kam ich reichlich ins Schwitzen. Um am Olympiabad hiervor zu stehen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141130_Olympiahalle-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141130_Olympiahalle-1.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"452\" class=\"alignnone size-full wp-image-103927\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Gejammer auf Twitter ergab die Information, dass mir wohl <a href=\"http:\/\/www.muenchenticket.de\/guide\/tickets\/uwvq\/TV+total+Turmspringen+2014.html\" target=\"_blank\">Stefan Raab in die Quere gekommen war<\/a>. Ich hatte nicht genug Energie und Lust, weiter ins Dantebad zu radeln, sonder fuhr heim.<\/p>\n<p>Wasser um mich rum holte ich mir halt durch Vollbad in der Badewanne.<\/p>\n<p>Das Brot war wunderbar geworden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141130_7_Pfuender-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/141130_7_Pfuender-1.jpg\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"352\" class=\"size-full wp-image-103929\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den Nachmittag mit dem Bloggen von Lieblingstweets und mit B\u00fcgeln verbracht.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Mich letzthin mit jemandem aus \u00e4hnlich international zusammengew\u00fcrfelter Familie wie meine dar\u00fcber unterhalten, wie bescheuert wir das Wort &#8220;Migrationshintergrund&#8221; finden. ICH habe doch keinen Migrationshintergrund, mein bisheriges Leben spielte in einem Radius von 70 Kilometern. Mein Vater hat einen, der ist von Madrid nach Bayern ausgewandert. Aber Kollegin K. hatte einen, die musste sich als Oberhauserin in M\u00fcnchen zurecht finden.<\/p>\n<p>Und dann h\u00f6re ich von einem mir nahestehenden Lehrer, dass das Ausschlag gebende wohl ist, ob es im Elternhaus einen Deutsch Muttersprachler \/ eine Deutsch Muttersprachlerin gibt oder nicht. Dieses Kriterium wirke sich am deutlichsten auf die Bildungskarriere aus. Warum nehmen wir dann nicht dieses statt des bl\u00f6den &#8220;Migrationshintergrunds&#8221;?<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde auch die Probleme der Kollegin mit ruhrpottischem Migrationshintergrund erkl\u00e4ren: Ihre Eltern waren keine Deutsch Muttersprachler, sie sprachen Pott (u.a. v\u00f6llig andere Grammatik).<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In unserer reichen Gesellschaft gibt es eine immer gr\u00f6\u00dfere Gruppe Armer mit Arbeit: Das Dienstleistungsproletariat, Konsequenz einer menschenverachtenden Kostenoptimierung der Lehrbetriebswirtschaft. Die <i>brandeins<\/i> hat ein Interview dazu ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2014\/arbeit\/dienstleistungsproletariat-einfache-dienstleistungen-interview-mit-philipp-staab-die-unsichtbaren\/\" target=\"_blank\">&#8220;Die Unsichtbaren<\/p>\n<p>Zw\u00f6lf Prozent der Arbeitnehmer geh\u00f6ren in Deutschland zum sogenannten Dienstleistungsproletariat. Ein Gespr\u00e4ch mit dem Sozialwissenschaftler Philipp Staab \u00fcber die Entwertung von Qualifikationen, fehlenden Berufsstolz und kleine Racheakte.&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Einfache Dienstleistungsarbeit steht unter hartem Rationalisierungsdruck. Wenn durch Technik rationalisiert wird, etwa durch Selbstzahlkassen bei Ikea oder durch Selbstbedienungsautomaten, wird Arbeit, die fr\u00fcher Besch\u00e4ftigte verrichteten, auf Maschinen oder Kunden \u00fcbertragen. Sie wird dadurch standardisiert. In einem Discount-Supermarkt oder bei Unternehmen wie H&#038;M oder Zara geh\u00f6rt Kundenberatung beispielsweise nicht mehr zum Arbeitsprofil der Besch\u00e4ftigten. Es reicht, wenn die Regale gef\u00fcllt und die B\u00f6den sauber sind. Die Leute brauchen keine Kenntnisse \u00fcber Produkte, keine spezifischen F\u00e4higkeiten mehr. Die einfachen T\u00e4tigkeiten, die \u00fcbrig bleiben, werden universalisiert, jeder Mitarbeiter ist f\u00fcr alles zust\u00e4ndig: Ware aus dem Lager holen, einr\u00e4umen, putzen. Standardisierung, Universalisierung und letztlich die Verdichtung von Arbeit sind wirkungsvolle Instrumente zur Rationalisierung einfacher Dienstleistungsarbeit.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Eine der besten Eingruppierungen f\u00fcr einfache Dienstleistungen im Supermarkt ist die der Kassiererin, laut Tarifvertrag eine qualifizierte T\u00e4tigkeit. Also versuchen Superm\u00e4rkte, ihre Kassiersysteme so zu vereinfachen, dass sie jeder bedienen kann, und stellen keine Kassiererinnen mehr ein. Ein anderes Beispiel f\u00fcr Universalisierung und Verdichtung von Arbeit: Fr\u00fcher wurde in der Geb\u00e4udereinigung detailliert vereinbart, was genau die Reinigungskraft zu tun hatte. Heute bieten die Unternehmen dem Kunden, zum Beispiel einem B\u00fcrokomplex-Betreiber, pauschal an, f\u00fcr ad\u00e4quate Sauberkeit zu sorgen \u2013 was das ist, liegt im Auge des Betrachters. Besondere Anspr\u00fcche muss die Reinigungskraft auffangen, etwa wenn die R\u00e4ume besonders stark verschmutzt sind, ohne dass sie deshalb mehr Stunden bezahlt bek\u00e4me. Verantwortung wird nach unten durchgereicht. Weil Fensterreinigung tariflich h\u00f6her eingestuft ist, sagt man, wir brauchen keine Fensterreiniger. Die Fenster werden nach Bedarf von den einfachen Reinigungskr\u00e4ften, die jetzt f\u00fcr alles zust\u00e4ndig sind, mit \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Jetzt verstehe ich auch die eigenartige Arbeitsweise der Reinigungskr\u00e4fte in dem letzten Gro\u00dfraumb\u00fcro, in dem ich arbeitete: Mir war nie klar, <i>was<\/i> hier eigentlich gereinigt wurde. Ich unterhielt mich zwar immer wieder mit den Putzleuten, aber halt <i>small talk<\/i>, ich wollte sie ja nicht aushorchen.<\/p>\n<p>Richtig gef\u00e4hrlich wird diese Entwertung der Reinigungst\u00e4tigkeiten (und ich habe als Sch\u00fclerin in Putzjobs noch beeindruckend kenntnisreiche Reinigungsfachkr\u00e4fte kennengelernt) nat\u00fcrlich in Krankenh\u00e4usern.<\/p>\n<blockquote><p><strong>W\u00e4re es f\u00fcr viele Unternehmen nicht kl\u00fcger, auf Kundenkontakt, Service sowie selbstbewusste und kompetente Mitarbeiter zu setzen?<\/strong><br \/>\nKunden, die sich in Boutiquen beraten lassen, akzeptieren h\u00f6here Preise. Aber das gro\u00dfe Wachstum sehen wir bei Discount-Superm\u00e4rkten oder Ketten wie H&#038;M, die genau solche Rationalisierungsstrategien anwenden. Deren Kunden sind l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt, nicht beraten zu werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Der Advent hat begonnen, die Jahrezeit der Wohlt\u00e4tigkeit: Die, die haben, geben denen, die nicht haben &#8211; einfach herzerw\u00e4rmend. Oder einfach nur w\u00e4rmend.<\/p>\n<div class=\"video-wrapped\" style=\"width: 500px; height: 281px; background-image: url('https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/wp-content\/plugins\/video-embed-privacy\/preview\/oJLqyuxm96k.jpg')\" data-embed-frame=\"&lt;iframe title=&quot;Africa For Norway - New charity single out now!&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;281&quot; src=&quot;https:\/\/www.youtube.com\/embed\/oJLqyuxm96k?feature=oembed&quot; frameborder=&quot;0&quot; allow=&quot;accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share&quot; referrerpolicy=&quot;strict-origin-when-cross-origin&quot; allowfullscreen&gt;&lt;\/iframe&gt;\" data-embed-play=\"Abspielen&lt;div class=&quot;small&quot;&gt;Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt. 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