{"id":24493,"date":"2014-12-31T10:19:41","date_gmt":"2014-12-31T09:19:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=24493"},"modified":"2014-12-31T18:12:25","modified_gmt":"2014-12-31T17:12:25","slug":"buecher-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/12\/buecher-2014.htm","title":{"rendered":"B\u00fccher 2014"},"content":{"rendered":"<p>Das war dann wohl das Jahr, in dem ich die wenigsten B\u00fccher gelesen habe, seit ich lesen kann. Ich bin immer noch nicht draufgekommen warum.<\/p>\n<p>Dies sind die B\u00fccher, die ich ausgelesen habe, das ist schon mal ein Lob. Empfehlungen habe ich mit * markiert.<\/p>\n<p>1 \u2013 Ian MacEwan, <i>Sweet Tooth<\/i><\/p>\n<p>2 \u2013 Barbara Vine, <i>The Child&#8217;s Child<\/i><\/p>\n<p>3 \u2013 Kressmann Taylor, <i>Address Unknown<\/i><\/p>\n<p>4 \u2013 Kate Chisholm, <i>Fanny Burney: Her Life<\/i><\/p>\n<p>5 &#8211; Meir Shalev, Ruth Achlama (\u00dcbers.), <i>Im Haus der Gro\u00dfen Frau<\/i>*<br \/>\nViel Israel, indirekt aus der Gr\u00fcndungsphase, direkt bis heute. Seltsame Menschen, kindlicher Blick, zu einem nahegehenden Ganzen zusammengef\u00fcgt.<\/p>\n<p>6 \u2013 Granta 126, <i>Do you remember<\/i><\/p>\n<p>7 \u2013 Antoine Wilson, <i>Panorama City<\/i><\/p>\n<p>8 \u2013 Robert Sedlaczek, <i>Die Tante Jolesch und ihre Zeit<\/i><\/p>\n<p>9 \u2013 Haruki Murakami, Ursula Gr\u00e4fe (\u00dcbers.), <i>Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki<\/i><\/p>\n<p>10 \u2013 Lauren Beukes, <i>Zoo City<\/i>*<br \/>\nAuf angenehme Weise nicht-realistisch erz\u00e4hlt: In einem dystopischen Johannesburg bekommen Straft\u00e4ter ein Tier zur Begleitung, mit dem sie einen Weg des Zusammenlebens finden m\u00fcssen, das sie auch sofort als verurteilte Straft\u00e4ter sichtbar macht. Hauptfigur Zizi ist ehemalige Journalistin, lebt zum Teil von ihrer Begabung, verlorene Dinge zu finden, zum Teil von Nigeria-Spam. Und sie hat ein Faultier am Hacken, weil sie den Tod ihres Bruders verursacht hat. Der Tonfall ist ziemlich <i>hard boiled<\/i>.<\/p>\n<p>11 &#8211; Granta 125, <i>After the War<\/i><\/p>\n<p>12 \u2013 Batya Gur, Barbara Linner (\u00dcbers.), <i>Denn die Seele ist in deiner Hand<\/i><\/p>\n<p>13 \u2013 Granta 127, <i>Japan<\/i><\/p>\n<p>14 \u2013 Almudena Grandes, Roberto de Hollanda (\u00dcbers.), <i>Das gefrorene Herz<\/i>*<br \/>\nHabe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/05\/almudena-grandes-roberto-de-hollanda-uebers-das-gefrorene-herz.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a> ausf\u00fchrlich besprochen.<\/p>\n<p>15 &#8211; Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107, <i>Vor dem Fest<\/i><br \/>\n(Ich wei\u00df nicht, was mit mir nicht stimmt: Fand ich lediglich gut gemacht und interessant, keineswegs \u00fcberragend.)<\/p>\n<p>16 &#8211; Robert Seethaler, <i>Der Trafikant<\/i><\/p>\n<p>17 &#8211; Ronald Blythe, <i>Akenfield<\/i>*<br \/>\nMeine Empfehlung habe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/06\/ronald-blythe-akenfield.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a> ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>18 \u2013 Daniela Schreiter, <i>Schattenspringer<\/i>*<br \/>\nDaniela macht in Form einer auch heiteren Graphic Novel ein wenig nachvollziehbar, wie ein M\u00e4dchen mit Asperger-Syndrom aufw\u00e4chst.<\/p>\n<p>19 \u2013 Michael Chabon, <i>The Amazing Adventures of Kavalier &#038; Clay<\/i>*<br \/>\nFette und vielschichtige Geschichte um zwei junge M\u00e4nner, Kusins aus Prag, im New York des <i>Golden Age<\/i> der Superheldencomics. Josef Kavalier ist gerade auf verschlungenen Wegen der Judenverfolgung in Europa entkommen, Sam Clay versucht schon seit einiger Zeit, ins Comicgesch\u00e4ft einzusteigen. Wir haben gerissene Verleger, verzweifelte Ambitionen, Illusionsk\u00fcnstler, den Golem, Geldmangel, vor allem aber immer neue Superhelden mit immer neuen Abenteuern in immer neuen Zeichenstilen, alles in W\u00f6rtern erz\u00e4hlt: Michael Chabon schafft es, f\u00fcr eine Zeit, die eine un\u00fcbersehbare Vielfalt an Comichelden hervorbrachte, ein paar weitere zu erfinden. Gro\u00dfartige Charaktere, fesselnder historischer Hintergrund, nicht nur f\u00fcr Comicfans. Wenn Chabon eine der vielen parallelen Handlungen weggelassen h\u00e4tte (z.B. die Armeedetails), w\u00e4re der Roman perfekt.<\/p>\n<p>20 \u2013 Tom Drury, <i>The End of Vandalism<\/i><\/p>\n<p>21 \u2013 Doris Lessing, <i>The Summer Before the Dark<\/i>*<br \/>\nMein Favorit des Jahres, wenn auch schon recht alt (von 1973). Selbst mein Exemplar stand bereits 20 Jahre ungelesen im Regal, ich hatte es mir aus dem Stapel ausgemisteter B\u00fccher einer Unikollegin genommen.<\/p>\n<blockquote><p>A woman stood on her back step, arms folded, waiting.<br \/>\nThinking? She would not have said so. She was trying to catch hold of something, or to lay it bare so that she could look and define; for some time now she had been &#8220;trying on&#8221; ideas like so many dresses off a rack. She was letting words and phrases as worn as nursery rhymes slide through her tongue: for towards the crucial experiences custom allots certain attitudes, and they are pretty stereotyped. <i>Ah yes, first love! &#8230; Growing up is bound to be painful! &#8230; My first child, you know &#8230; But I was in love! &#8230; Marriage is a compromise &#8230; I am not as young as I once was.<\/i> Of course the choice of one rather than another of these time-honoured phrases has seldom to do with a personal feeling, but more likely your social setting, or the people you are with on an occasion.<\/p><\/blockquote>\n<p>Schon beim Lesen der ersten S\u00e4tze ging mir das Herz auf: Was <i>konnte<\/i> Lessing aber auch schreiben! Kate, eine gebildete Hausfrau Mitte 40, deren vier Kinder bereits gro\u00df sind, steht unvermutet vor einem Sommer f\u00fcr sich allein. Sie gibt dem Dr\u00e4ngen ihres Manns nach, als \u00dcbersetzerin bei den Vereinten Nationen einzuspringen, wird dort schnell unersetzlich, \u00fcbernimmt Managementaufgaben, es ergeben sich weitere Jobs und berufliche Reisen. Der Roman ist personal und streng aus dem Bewusstsein der Hauptperson erz\u00e4hlt, seine Faszination lebt von ihrer Sicht. Und diese ist n\u00fcchtern, lakonisch und offen zu gleich: Kate l\u00e4sst sich in diesen Monaten in eine ganze Reihe alternativer Existenzen gleiten, testet sich in unterschiedlichsten Umgebungen aus. Doch nie werden explizite Schl\u00fcsse daraus gezogen, und auch die Ausgestaltung des Endes bleibt der Leserin \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>22 \u2013 Donna Tartt, <i>The Goldfinch<\/i>*<br \/>\nMeine Begeisterung \u00fcber den Roman und meinen \u00c4rger \u00fcber das Ende habe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/09\/donna-tartt-the-goldfinch.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a> pr\u00e4zisiert.<\/p>\n<p>23 \u2013 Pia Ziefle, <i>L\u00e4nger als sonst ist nicht f\u00fcr immer<\/i>*<br \/>\nAuch Pias zweiten Roman habe ich sehr genossen. Ich las gespannt entlang der beiden gro\u00dfen Erz\u00e4hlstr\u00e4nge um Ira und die B\u00e4ckerin Evi, um Lew auf der Suche nach den Eltern, die ihn und seinen Bruder als Kind einfach im Stich lie\u00dfen. Leise erz\u00e4hlt, mit einer sanften Heiterkeit, hinter der Schmerz liegt. Ich nahm mir viel mit aus dem Roman um die Liebe in Familien, die W\u00e4rme und Sicherheit bietet, aber auch eine Last sein kann. Um die Unm\u00f6glichkeit, diese Wurzeln schadlos zu kappen.<br \/>\nUnd der Zuckerkuchen, den Pia ihrem Geschenk beilegte, war wirklich k\u00f6stlich, gro\u00dfen Dank von Herzen f\u00fcr Buch und Geb\u00e4ck.<\/p>\n<p>24 \u2013 Granta 128, <i>American Wild<\/i><\/p>\n<p>25 \u2013 Harry Mulisch, Martina den Hertog-Vogt (\u00dcbers.), <i>Die Entdeckung des Himmels<\/i>*<br \/>\nEndlich mal Mulisch gelesen, vor Begeisterung gleich mal weitere auf meine Wunschliste gesetzt.<br \/>\nIch mochte die beiden sperrigen Hauptfiguren, die innige Freundschaft zwischen den beiden M\u00e4nnern, die wahnwitzigen Geschichten \u00fcber den halben Erdball, die sich von den 60ern bis zu den 80ern des 20. Jahrhunderts spannen. Gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den Niederlanden und dem Rest der Welt bilden den Hintergrund der Handlung und beeinflussen ihn.<\/p>\n<p>26 \u2013 Art Spiegelman, <i>In the Shadow of no Towers<\/i><\/p>\n<p>27 &#8211; Abasse Ndione, Margret Millischer (\u00dcbers.), <i>Die Piroge<\/i><\/p>\n<p>28 \u2013 Anne Wizorek, <i>Weil ein #Aufschrei nicht reicht. F\u00fcr einen Feminismus von heute<\/i>*<br \/>\nAusf\u00fchrlich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2014\/10\/anne-wizorek-weil-ein-aufschrei-nicht-reicht-fuer-einen-feminismus-von-heute.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a> besprochen.<\/p>\n<p>29 \u2013 Laura Waco, <i>Von Zuhause wird nichts erz\u00e4hlt<\/i>*<br \/>\nEine echte Entdeckung, angesto\u00dfen durch eine Mitleserin meines kleines Lesezirkels: Sie hatte <a href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/inhalt\/film-und-serie\/lets-go-michael-verhoeven-filmbrunch-100.html\" target=\"_blank\">die Verfilmung von Michael Verhoeven<\/a> gesehen und las danach das Buch noch einmal.<br \/>\nDieses Genre der k\u00fcnstlerischen Non-Fiction finde ich ohnehin hochspannend, es vermittelt in seiner Mischung aus Fakten und subjektiver Darstellung eine besondere Tiefe an Information, die ich auch an Blogs sch\u00e4tze.<br \/>\nLaura Waco erz\u00e4hlt eben doch von Zuhause, n\u00e4mlich von dem Zuhause ihrer Kindheit: Ihre j\u00fcdischen Eltern hatten das Konzentrationslager \u00fcberlebt, lie\u00dfen sich erst in Freising bei M\u00fcnchen und dann in M\u00fcnchen selbst nieder. Aus unreflektierter, kindlicher Perspektive zeichnet Waco eine Welt, die mir neu war: Nicht sehr gebildete \u00dcberlebende der Shoa, schwankend zwischen Heimatverwurzelung, Abgrenzung, Auswanderungspl\u00e4nen. Sehr bekannt war mir allerdings aus Erz\u00e4hlungen meiner Eltern das damalige Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis, gepr\u00e4gt von Willk\u00fcr und Abwehr.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-8720688.html\" target=\"_blank\">Diese Besprechung des Buches im <i>Spiegel<\/i><\/a> gefiel mir sehr.<\/p>\n<p>30 \u2013 Granta 129, <i>Fate<\/i><\/p>\n<p>31 \u2013 Wolf Haas, <i>Brennerova<\/i><\/p>\n<p>32 \u2013 Christoph Ransmayr, <i>Die letzte Welt<\/i><\/p>\n<p>33 \u2013 Wolfgang Herrndorf, <i>Arbeit und Struktur<\/i>*<br \/>\nAuch wenn ich seinerzeit das Blog in Echtzeit las, war ich vom Buch gefangen und mitgenommen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/2e1d56fc7b3c4ab2996f2d3a8b35e3de\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war dann wohl das Jahr, in dem ich die wenigsten B\u00fccher gelesen habe, seit ich lesen kann. Ich bin immer noch nicht draufgekommen warum. 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