{"id":28663,"date":"2015-09-16T13:27:30","date_gmt":"2015-09-16T11:27:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=28663"},"modified":"2024-11-14T20:35:05","modified_gmt":"2024-11-14T19:35:05","slug":"journal-dienstag-15-september-2015-ian-mcewen-the-children-act","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2015\/09\/journal-dienstag-15-september-2015-ian-mcewen-the-children-act.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 15. September 2015 &#8211; Ian McEwan, <i>The Children Act<\/i>"},"content":{"rendered":"<p>Es war ein sehr hektischer Tag.<br \/>\nMorgens hatte ich es noch ruhig: Nachdem ich auch an diesem Dienstagmorgen keine Lust auf Kraftraining hatte, bloggte und las ich gem\u00fctlich \u00fcberm Morgenkaffee.<\/p>\n<p>Die Arbeit hielt mich dann vielf\u00e4ltig auf Trab, so dass ich feierabends nach Langem mal wieder so richtig fertig war &#8211; versch\u00e4rft durch den Umstand, dass sich eine Aufgabe als nicht bew\u00e4ltigbar herausgestellt hatte (Raum-Zeit-Kontinuum &#8211; eine t\u00fcckische Angelegenheit).<\/p>\n<p>Abends Treffen meiner kleinen Leserunde, angenehmes Radeln unter milden Wolken ins hinterste Giesing. Wir sprachen \u00fcber den aktuellen Roman von Ian McEwan, <i>The Children Act<\/i>. Meiner Ansicht nach ist es eines seiner schw\u00e4cheren B\u00fccher: Das Set-up gefiel mir zwar gut (Hauptfigur ist eine Familienrichterin, die in der ersten H\u00e4lfte des Buches \u00fcber einen Fall entscheiden muss, in dem eine knapp nicht vollj\u00e4hriger, Leuk\u00e4mie-kranker Zeuge Jehovas eine Bluttransfusion ablehnt, obwohl es die einzige Hoffnung ist), die zahlreichen eingeflochtenen Familiengerichtsf\u00e4lle fand ich spannend. Auch die Ehekrise als Hintergrundgeschichte las sich interessant. Doch schon beim Lesen des letzten Drittels war ich genervt \u00fcber die ausf\u00fchrlichen Beschreibungen von Musikst\u00fccken: W\u00e4hrend sonst die Erz\u00e4hlperspektive ganz personal auf der Richterin lag (und das sogar sehr gut gemacht: Wir bekommen glaubhaft vorgef\u00fchrt, wie wenig sie sich selbst kennt), glaubte ich hier einen selbst- und Wortkunst-verliebten Nebenerz\u00e4hler zu lesen (und hatte sofort Ian McEwan selbst im Verdacht). Das Ende war dann unangenehm melodramatisch, auch noch durch die eine oder andere unglaubw\u00fcrdige Handlungsvolte herbeigef\u00fchrt. Im Nachhinein fand ich den ganzen Roman etwas billig &#8211; vor allem, weil ich wei\u00df, was Ian McEwan eigentlich kann (<em>The Cement Garden<\/em>, <em>The Comfort of Strangers<\/em>, <em>Atonement<\/em>, <em>Saturday<\/em>, <em>On Chesil Beach<\/em> sind ausgezeichnet): Die interessantesten Teile des Romans, n\u00e4mlich die Gerichtsf\u00e4lle, sind nicht mal von ihm erfunden, sondern alle real, bis ins Detail.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ein Vorstand unseres Kartoffelkombinats, Daniel, ist mit neun weiteren Helfen ins ungarische Roeszke gefahren, um die schlimmen Umst\u00e4nde f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten etwas zu erleichtern. Eine Mithelferin schreibt hier auf Englisch ihre Erlebnisse auf, mit informativen Bildern:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schnitzeltime.com\/2015\/09\/roeszke-hungary-refugees-2015\/\" target=\"_blank\">&#8220;ROESZKE \u2013 Hungary Refugees 2015&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Seit Jahren maule ich herum, dass ich sehr gerne f\u00fcr das Lesen von Online-Artikeln zahle, aber halt nicht immer gleich ein Abo kaufen m\u00f6chte. Jetzt scheint es ein Angebot zu geben, das endlich genau das erm\u00f6glicht: <a href=\"https:\/\/blendle.com\" target=\"_blank\">Blendle<\/a>. (Kindle, Blendle &#8211; schieben nur Schw\u00e4binnen das Online-Lesen an?).<br \/>\nStefan Niggemeier hat sich die Sache sachkundig angesehen &#8211; scheint ein guter Start in die richtige Richtung:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/22022\/die-grosse-chance-und-der-kleine-haken-von-blendle\/\" target=\"_blank\">&#8220;Die gro\u00dfe Chance und der kleine Haken von Blendle&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Gerade wenn man Widerst\u00e4nde gegen eine Erscheinung hat, tendiert man zu Verallgemeinerungen. Als da w\u00e4re die Verschleierung von Menschen in der \u00d6ffentlichkeit. Ein Artikel auf <a href=\"http:\/\/kleinerdrei.org\/\" target=\"_blank\">kleinerdrei<\/a> stellt vor allem ein paar Fakten und die Terminologie klar (sieh an: Die Teletubbie-K\u00f6pfe sind Mode der arabischen Emirate!).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinerdrei.org\/2015\/09\/dies-ist-keine-burka\/\" target=\"_blank\">&#8220;Dies ist keine Burka&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sp\u00fcre ich selbst Widerstand bei Begegnungen mit Menschen in Niqab (auch wenn mein Sprachzentrum immer daf\u00fcr die Bezeichnung &#8220;in full ninja&#8221; aus <a href=\"http:\/\/www.bymattruff.com\/my-novels\/the-mirage\/\" target=\"_blank\">Matt Ruffs Roman <i>The Mirage<\/i><\/a> zuschaltet); meine Wege als Bewohnerin des M\u00fcnchner Bahnhofsviertels kreuzen sie mehrmals t\u00e4glich und sogar h\u00e4ufiger als Hijabs. Bei mir kommt an, dass jemand offensichtlich sehr nicht gesehen werden will beim Bewegen in der \u00d6ffentlichkeit &#8211; ich kann diesen Wunsch sogar nachvollziehen. Deswegen versuche ich m\u00f6glichst nicht hinzusehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein sehr hektischer Tag. Morgens hatte ich es noch ruhig: Nachdem ich auch an diesem Dienstagmorgen keine Lust auf Kraftraining hatte, bloggte und las ich gem\u00fctlich \u00fcberm Morgenkaffee. 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