{"id":29964,"date":"2015-12-31T17:26:04","date_gmt":"2015-12-31T16:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=29964"},"modified":"2015-12-31T17:57:43","modified_gmt":"2015-12-31T16:57:43","slug":"buecher-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2015\/12\/buecher-2015.htm","title":{"rendered":"B\u00fccher 2015"},"content":{"rendered":"<p>Mit * versehene B\u00fccher haben mir besonders gut gefallen, ich empfehle sie. Die anderen waren ok, au\u00dfer ich schimpfe explizit.<\/p>\n<p>1 \u2013 Batya Gur, Mirjam Pressler (\u00dcbers.), <i>Am Anfang war das Wort<\/i><\/p>\n<p>2 \u2013 Laura Waco, <i>Good Girl<\/i><\/p>\n<p>3 \u2013 Alistair Macleod, <i>No great mischief<\/i><\/p>\n<p>4 \u2013 Cory Doctorow &#038; Jen Wang, <i>In Real Life<\/i>*<br \/>\n<i>Graphic novel<\/i> um ein Schulm\u00e4dchen und ihre Abenteuer als Gamerin im fiktiven Multiplayer Role Game Coarsegold. Sie ist dort Teil einer M\u00e4dchengilde, die ein eigenes soziales System bildet, und sie lernt Figuren\/Spieler in China kennen, die mit dem Spiel ihren Lebensunterhalt bestreiten \u2013 allerdings durch Regelverst\u00f6\u00dfe. Mir gefiel der Zeichenstil sehr, in dem die Computerspiel\u00e4sthetik immer wieder eine Rolle spielte, ich mochte, dass die Protagonistin ein ganz normales dickliches M\u00e4dchen ist. Unter den Gamerinnen zeichnen sich unterschiedliche Typen ab, und die Eltern der Hauptfigur spielen auch eine Rolle (ich lernte, dass es heute wohl sowas wie digitalen Stubenarrest gibt: Internetverbot).<\/p>\n<p>5 \u2013 Harry Mulisch, Annelen Habers (\u00dcbers.), <i>Das Attentat<\/i>*<br \/>\nMulischs Werk hat mir eine neue literarische Welt er\u00f6ffnet, sowohl in Erz\u00e4hlstil als auch Erz\u00e4hlwelt.<\/p>\n<p>6 \u2013 Steven Uhly, <i>K\u00f6nigreich der D\u00e4mmerung<\/i>*<br \/>\nH\u00e4tte f\u00fcrchterlich daneben gehen k\u00f6nnen: Der Weg dreier Familien nach 1945, wie sie dorthin kamen, wohin sie gingen. Doch Uhly macht das gro\u00dfartig, w\u00e4hlt meist die personale Sicht von Opfern und von T\u00e4tern, h\u00e4lt sich mit Wertungen fast v\u00f6llig zur\u00fcck. Ein besonderer Roman unter anderem, weil er einen zuvor nahezu unerz\u00e4hlten Handlungsstrang \u00fcber \u00fcberlebende Juden enth\u00e4lt, die nach dem Horror der KZs wieder in Lagern landeten, n\u00e4mlich in denen f\u00fcr &#8220;displaced persons&#8221;.<\/p>\n<p>7 \u2013 Nicole Stich, <i>Reisehunger<\/i>*<br \/>\nGro\u00dfartige Bilder, attraktive Rezepte &#8211; und dazwischen Geschichten \u00fcber Reisen, auf denen auch mal etwas schief geht.<\/p>\n<p>8 \u2013 Granta 130, <i>India. Another Way of Seeing<\/i>*<br \/>\nWieder ein Granta, das meine festgefahrenen Bilder aufl\u00f6ste, diesmal die von Indien. Eine Welten \u00f6ffnende Mischung aus Sachtexten \u00fcber gesellschaftliche Umbr\u00fcche und aus Fiktion, die ich nicht bei indischen Autorinnen und Autoren erwartet hatte.<\/p>\n<p>9 \u2013 Fred Vargas, Tobias Scheffel (\u00dcbers.), <i>Im Schatten des Palazzo Farnese<\/i><\/p>\n<p>10 \u2013 Doris D\u00f6rrie, <i>F\u00fcr immer und ewig<\/i><\/p>\n<p>11 \u2013 Italo Svevo, Barbara Kleiner (\u00dcbers.), <i>Ein gelungener Streich<\/i><\/p>\n<p>12 \u2013 Terry Pratchett, <i>Men at Arms<\/i><\/p>\n<p>13 \u2013 Wolfgang Herrndorf, <i>Bilder deiner gro\u00dfen Liebe: Ein unvollendeter Roman.<\/i><\/p>\n<p>14 \u2013 Laurie Lee, <i>Cider with Rosie<\/i><\/p>\n<p>15 \u2013 James Rebanks, <i>The Shepherd&#8217;s Life. A Tale of the Lake District<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2015\/04\/james-rebanks-the-shepherds-life.htm\" target=\"_blank\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>(16 \u2013 Fred Vargas, Julia Schoch (\u00dcbers.), <i>Der vierzehnte Stein<\/i>)<br \/>\nNoch nie habe ich einer \u00dcbersetzung so misstraut wie dieser: Es kommen zahlreiche Frankokanadier in dem Roman vor, und die sprechen wohl seltsames Franz\u00f6sisch. Aber dass Fred Vargas sie erfundene W\u00f6rter und Verbformen sprechen l\u00e4sst, bezweifle ich \u2013 daf\u00fcr hat Julia Schoch sich in ihrer \u00dcbersetzung entschieden. Au\u00dferdem habe ich nun wirklich genug von psychopathischen Serienm\u00f6rdern. Wenn, dann will ich k\u00fcnftig Krimis mit banalen Verbrechen, mit den Abgr\u00fcnden ganz normaler Menschen.<\/p>\n<p>17 \u2013 Graham Greene, <i>Brighton Rock<\/i>*<br \/>\nNach acht Jahren wiedergelesen, sogar noch besser gefunden <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/12\/bucher-2007.htm\" target=\"_blank\">als damals<\/a>.<\/p>\n<p>18 \u2013 Granta 131, <i>The map is not the territory<\/i><\/p>\n<p>19 \u2013 Wolfgang Herrndorf, <i>In Pl\u00fcschgewittern<\/i><\/p>\n<p>20 \u2013 Horace MacCoy, <i>They shoot horses, don&#8217;t they?<\/i><\/p>\n<p>21 \u2013 Adam Thorpe, <i>Ulverton<\/i><\/p>\n<p>(22 \u2013 Henry David Thoreau, <i>Walden<\/i>)<br \/>\nHabe ich nicht bis zum Ende durchgehalten, zu sehr nervte mich das selbstherrliche und unreflektierte Geschwalle von Herrn Thoreau. Sagt wahrscheinlich viel \u00fcber die USA aus, dass sich die Gesellschaft \u00fcber dieses Buch fast schon definiert.<\/p>\n<p>23 \u2013 Bov Bjerg, <i>Auerhaus<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2015\/08\/bov-bjerg-auerhaus.htm\" target=\"_blank\">Hier ausf\u00fchrlich besprochen.<\/a><\/p>\n<p>24 &#8211; Christoph Schr\u00f6der, <i>Ich pfeife!<\/i>*<br \/>\nF\u00fcr Fu\u00dfball interessiere ich mich ja ganz ausgesprochen nicht, doch als gesch\u00e4tzten Kollegen hatte ich einen jungen Fu\u00dfballschiedsrichter kennengelernt: Eine v\u00f6llig neue und im Gegensatz zu Fu\u00dfball h\u00f6chst interessante Welt. Christoph Schr\u00f6der ist Feuilletonist und seit 27 Jahren Fu\u00dfballschiedsrichter. Aus seinen Erfahrungen hat er ein hochspannendes Buch gemacht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2015-04\/amateurfussball-schiedsrichter-christoph-schroeder\" target=\"_blank\">Hier ein Auszug daraus.<\/a><\/p>\n<p>25 \u2013 Vladimir Nabokov, <i>Lolita<\/i>*<br \/>\nMan kann ja auch mal ein Buch der Weltliteratur empfehlen. Dieses ist auf unz\u00e4hligen Ebenen ein Meisterwerk. Beim Wiederlesen fiel mir vor allem die erz\u00e4hltechnische Ebene auf, wie die Erz\u00e4hlstimme uns den Blick vernebelt, in ihre Sicht lockt &#8211; bis wir sogar bereit sind, Mitleid mit dem Mann zu haben, der sich immer wieder ganz, ganz mies f\u00fchlt und zerfressen von schlechten Gewissen \u00fcber den Umstand, dass er das Leben eines Kindes zerst\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>26 \u2013 Granta 132, <i>Possession<\/i><\/p>\n<p>27 \u2013 E.L. Doctorow, <i>The Book of Daniel<\/i>*<br \/>\nDoctorow starb vergangenes Jahr &#8211; Ansto\u00df, endlich mal etwas von ihm zu lesen. Dieser Roman von 1971 gefiel mir ausgesprochen gut. Hintergrund ist die Verurteilung und Hinrichtung des Ehepaars Rosenberg im USA der 1950er, sie hei\u00dfen im Buch Lewin. Doch die Geschichte ist technisch kunstfertig aus der Sicht des Sohnes erz\u00e4hlt, in zwei Zeitebenen: Gegenwart der End-60er und R\u00fcckblick auf die Kindheit. Und in zwei Erz\u00e4hlebenen, denn diese Daniel-Stimme wechselt zwischen Ich und Er, manchmal sogar im selben Satz. Es wird viel Stimmung und Information aus den 50ern transportiert, und das Rechtssystem der USA kommt ausgesprochen schlecht weg, daneben die menschlichen Folgen der damaligen Kommunistenhatz.<\/p>\n<p>28 \u2013 Patricia Cammarata, <i>Sehr gerne, Mama, du Arschbombe<\/i>*<br \/>\nDie Geschichten kannte ich fast alle aus Patricias Blog &#8211; das f\u00fcr mich bis heute kein Muttiblog ist, daf\u00fcr kenne ich es schon zu lange. Ich las darin vor Jahren, wie sie in der Arbeit irgendwen im Aufzug anschw\u00e4rmte (und wei\u00df bis heute nicht, ob das der Vater ihrer Kinder ist), wie ein Partner in ihrem Blog auftauchte, der ein Kind hatte, wie sie nach langer Blogpause als Mutter wiederauftauchte und von einer schrecklichen Schwangerschaft berichtete. Schon immer liebte ich den Surrealismus der Geschichten von dasnuf (manche davon wunderbar vertont von MC Winkel, bitte klicken Sie <a href=\"http:\/\/www.whudat.de\/achetunge\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>), davon werden auch Patricias Kinder- und Muttergeschichten getragen.<br \/>\nIm Grunde bietet <i>Sehr gerne, Mama, du Arschbombe<\/i> etwas f\u00fcr alle: Kinderfans finden genau die Geschichten, die sie Kinder lieben lassen, auch Kindernichtfans lachen \u00fcber die Geschichten und finden sich darin best\u00e4rkt, Kinder gro\u00dfr\u00e4umig zu meiden.<\/p>\n<p>30 \u2013 Ian McEwan, <i>The Children Act<\/i><\/p>\n<p>31 \u2013 Ra\u00fal Aguayo-Krauthausen, <i>Dachdecker wollte ich eh nicht werden<\/i><br \/>\nDiesem eigentlich fesselnden Buch w\u00fcnschte ich von Herzen ein besseres Lektorat, das sich der vielen sprachlich unbeholfenen Passagen angenommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>32 \u2013 Dana Grigorcea, <i>Das prim\u00e4re Gef\u00fchl der Schuldlosigkeit<\/i><\/p>\n<p>33 \u2013 Amos Oz, Ruth Achlama (\u00dcbers.), <i>Black Box<\/i><\/p>\n<p>34 \u2013 Neil Gaiman, <i>Coraline<\/i>*<br \/>\nD\u00fcsterer Roman um ein M\u00e4dchen, das sich nach einem Umzug in ein altes Haus mit wirklich grusligen Erscheinungen besch\u00e4ftigen muss. Ihre vorherigen Probleme werden unwichtig &#8211; unter anderem ein Vater, der immer wieder statt etwas Anst\u00e4ndigem ein <i>recipe<\/i> kocht, das man nicht essen kann. (&#8220;Hast du etwa wieder ein <i>recipe<\/i> gekocht?&#8221; ist in unserem Haushalt stehende Wendung, seit Herr Kaltmamsell das Buch vor Jahren las.)<\/p>\n<p>35 \u2013 Julie Schumacher, <i>Dear Committee Members<\/i><\/p>\n<p>36 \u2013 Jean-Yves Ferri, Didier Conrad, <i>Der Papyrus des C\u00e4sar<\/i>*<br \/>\nSch\u00f6nes Geschichte, sch\u00f6ne zeichnerische Gags, sch\u00f6ne Anspielungen auf heutige Kommunikation.<\/p>\n<p>37 \u2013 Louise Fitzhugh, <i>Harriet the Spy<\/i>*<br \/>\nHatte mir Herr Kaltmamsell schon l\u00e4nger empfohlen, und das zurecht. Ein Klassiker der amerikanischen Jugendliteratur, der, wie alle gute Jugendliteratur, gute Literatur ist. Harriet ist eine sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftige Heldin: Sie schreibt unentwegt auf, was ihr passiert und wer ihr begegnet &#8211; das allerdings mit abschreckendem Mangel an Empathie, daf\u00fcr umso k\u00e4lterer Absch\u00e4tzigkeit. Daf\u00fcr muss sie einen Preis zahlen (so weit, so konventionell), aus dem sie aber nicht etwa das lernt, was man erwartet.<\/p>\n<p>38 \u2013 Oskar Maria Graf, <i>Das bayrische Dekameron<\/i>*<br \/>\nEin weiteres Highlight des Jahres: Graf sammelt anz\u00fcgliche bayrische Geschichten und schreibt sie sehr original m\u00fcndlich auf. So genau habe ich mein heimisches Bayerisch noch nie getroffen gesehen &#8211; ohne dass es f\u00fcr nicht-Muttersprachler unverst\u00e4ndlich w\u00e4re.<\/p>\n<p>39 \u2013 Jane Gardam, <i>Old Filth<\/i>*<br \/>\nDer Roman um einen alten britischen Juristen vor dem Hintergrund des verschwindenden Commonwealth, des britischen Klassensystems und des heutigen Gro\u00dfbritanniens erz\u00e4hlt scheinbar leichtf\u00fc\u00dfig \u2013 und doch stecken in diesem gar nicht so dicken Buch ungemein viele Geschichten, Perspektiven, Einblicke. Gardam ist eine Meisterin des significant detail: Auch ohne ausf\u00fchrliche Beschreibungen von R\u00e4umen und Umgebungen ist die visuelle Seite der Geschichte jederzeit detailliert und lebhaft. Die anderen beiden B\u00e4nde der Trilogie will ich unbedingt lesen, schon um mehr \u00fcber die Zeit in Hongkong zu erfahren und \u00fcber die Ehefrau der Hauptfigur, Betty, die aus seiner Perspektive als wenig bemerkenswerte \u201eFrau an seiner Seite\u201c geschildert wird, doch zu seiner gro\u00dfen \u00dcberraschung nach ihrem Tod einen ausf\u00fchrlichen Nachruf in den Zeitungen bekommt \u2013 sie scheint au\u00dferhalb seiner Wahrnehmung eine bedeutende gesellschaftliche Rolle gespielt zu haben.<\/p>\n<p>40 \u2013 Granta 133, <i>What have we done<\/i><\/p>\n<p>41 \u2013 James Rebanks, <i>The illustrated Herdwick Shepherd<\/i>*<br \/>\nMit demselben Humor und denselben tiefen Einblicken hat Rebanks nun auch ein Buch mit Bildern aus seinem Hirtenleben ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>42 \u2013 John Irving, <i>Avenue of Myteries<\/i><br \/>\nLeider auch diesmal keine positive \u00dcberraschung. Geradezu mechanisch sind die erwartbaren Irving-Versatzst\u00fccke zusammengestellt: Zirkus (<i>Son of the Circus<\/i>), Kind mit komischer Stimme (<i>Owen Meany<\/i>), Abtreibungsdiskussion (<i>Cider House Rules<\/i>), Transgender (<i>Garp<\/i>, <i>In One Person<\/i>). All diese Irving-Romane tauchen auch selbst wenig verbr\u00e4mt auf, im Mittelpunkt des Romans steht der gealteter Romanautor Juan Diego, der sie geschrieben hat. Womit auf einer weiteren Ebene der Bogen zu Irvings Romanen geschlagen wird: Wo wir im Meisterwerk <i>The World According to Garp<\/i> die Anfangsjahrzehnte eines Schriftstellers bekamen, haben wir jetzt die Endphase eines Schriftstellerlebens. Inklusive \u2013 ich frage mich, ob die alten Schriftsteller Roth, Rushdie, McEwen, Irving und Konsorten da einfach eine zotige M\u00e4nnerwette laufen haben &#8211; <a href=\"http:\/\/tigerbeatdown.com\/2010\/07\/01\/fond-memories-of-vagina-martin-amis-the-pregnant-widow\/\" target=\"_blank\"><i>fond memories of vagina<\/i><\/a>: Der alte Juan Diego hat Sex mit einer sehr jungen Frau. Das ist zwar gebrochen dadurch, dass er auch mit ihrer Mutter schl\u00e4ft und das ebenso gerne, l\u00e4sst mich dennoch Augen rollen. Die beide Frauen sind mystische Wesen, tauchen wie Erscheinungen auf und verschwinden, haben kein Spiegelbild (ein Nicken in Richtung des <i>magic realism<\/i> von Garc\u00eda M\u00e1rquez?). Als exotischen nicht-US-amerikanischen Hintergrund haben wir diesmal Mexiko, in dem die Kindheit und Jugend des Schriftstellers spielen.<\/p>\n<p>Das Element der Groteske, das Irving fr\u00fcher so leichtfingrig und humorvoll beherrschte, hat mittlerweile etwas sehr Angestrengtes bekommen. Und wo seine Sexszenen fr\u00fcher von ihrer liebevoll sachlichen Schilderung profitierten, lesen sie sich jetzt wie pflichtgem\u00e4\u00dfe Trainingseinheiten beim Gewichtheben \u2013 bar jeder Sinnenfreude.<\/p>\n<p>Auch diesmal wedelt ein erhobener Zeigefinger vor der Nase der Leserin, wieder und wieder:<br \/>\n1. Literatur spiegelt nicht die pers\u00f6nlichen Erlebnisse des Autors.<br \/>\n2. Katholizismus ist unlogisch und voller innerer Widerspr\u00fcche.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/literatur\/avenue-of-mysteries-von-john-irving-groupies-pillen-listen-a-1062733.html\" target=\"_blank\">Der <i>Spiegel<\/i> war begeistert von dem Roman.<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.thedailybeast.com\/articles\/2015\/11\/03\/prepare-to-be-enchanted-by-john-irving.html\" target=\"_blank\"><i>The daily beast<\/i> mochte den Roman sehr.<\/a><br \/>\nVielleicht sind John Irvings B\u00fccher ja gar nicht schlechter geworden. Vielleicht haben seine Romane und ich uns einfach auseinander entwickelt.<\/p>\n<p>43 \u2013 Flix, <i>Sch\u00f6ne T\u00f6chter<\/i>*<br \/>\nEines meiner Lieblingsb\u00fccher des Jahres, <i>graphic short stories<\/i> \u00fcber die Liebe. Flix nutzt die Erz\u00e4hlmittel des Zeichnens ganz wunderbar, so manche Geschichte musste ich zweimal lesen, weil die Pointe zeichnerisch am Ende auf den Anfang verwies.<\/p>\n<p>44 \u2013 Alison Bechdel, <i>Are You My Mother?<\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/7a04f298a40f4e4a98f4ac8f110e54dc\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit * versehene B\u00fccher haben mir besonders gut gefallen, ich empfehle sie. 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