{"id":30490,"date":"2016-02-01T07:16:46","date_gmt":"2016-02-01T06:16:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=30490"},"modified":"2016-02-01T11:46:31","modified_gmt":"2016-02-01T10:46:31","slug":"journal-sonntag-31-januar-2016-the-danish-girl-und-zweinutzungsgockel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2016\/02\/journal-sonntag-31-januar-2016-the-danish-girl-und-zweinutzungsgockel.htm","title":{"rendered":"Journal Sonntag, 31. Januar 2016 &#8211; <i>The Danish Girl<\/i> und Zweinutzungsgockel"},"content":{"rendered":"<p>Das Wetter machte auf richtig greislich: Schneeregen, Regen. Ich blieb zum Sport daheim: Eine Runde Bauchgymnastik bei Fitnessblender, ein St\u00fcndchen Crosstrainer.<\/p>\n<p>Vormittagsvorstellung <i>The Danish Girl<\/i> im Citykino (ich kann mich kaum mehr erinnern, wann ich zuletzt in einer Abendvorstellung war). Das ist eines der drei M\u00fcnchner Kinos mit handgemalten Plakaten. Drau\u00dfen freute ich mich vor auf <i>Hail, Caesar!<\/i>:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/160131_02_Citykinos.jpg\" alt=\"160131_02_Citykinos\" width=\"409\" height=\"416\" class=\"alignnone size-full wp-image-30534\" \/><\/p>\n<p>Die W\u00e4nde des City 2 waren mit besonders sch\u00f6nen Plakaten vergangener Filme geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/160131_03_Citykinos.jpg\" alt=\"160131_03_Citykinos\" width=\"524\" height=\"376\" class=\"alignnone size-full wp-image-30535\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/160131_06_Citykinos.jpg\" alt=\"160131_06_Citykinos\" width=\"369\" height=\"431\" class=\"alignnone size-full wp-image-30536\" \/><\/p>\n<p><i>The Danish Girl<\/i> gefiel mir sehr gut. Ich fand ihn eindringlich gemacht, gleichzeitig war ich von seiner Sch\u00f6nheit, seiner visuellen Opulenz fasziniert (Gretas Kleider ab Paris will ich ALLE) &#8211; die sich m\u00f6glicherweise ein wenig zu sehr in den Vordergrund schob. Schon bei den ersten Bildern und den ersten Takten Musik war ich \u00fcberzeugt, dass der Filmscore daf\u00fcr nur von Alexandre Desplat stammen konnte: Volltreffer.<br \/>\nAlicia Vikander spielt umwerfend: Dieser zarte M\u00e4dchentyp ist v\u00f6llig \u00fcberzeugend eine souver\u00e4ne, autarke und feministische Frau. Eddie Redmayne war schon eher nach Typ gecastet, machte seine Sache hervorragend. Zu meckern habe ich h\u00f6chstens am Drehbuch, das vielleicht ein bisschen zu viel wollte.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Gefr\u00fchst\u00fcckt, <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/rezepte\/banuschoko-granola.htm\" target=\"_blank\">Granola<\/a> gemacht, Internet gelesen, geb\u00fcgelt, H\u00e4hnchen zubereitet.<\/p>\n<p>Der junge Metzger beim Herrmannsfdorfer am Viktualienmarkt hatte mich eindringlich darauf hingewiesen, dass das nicht das \u00fcbliche H\u00e4hnchen sei, dass es bis zu vier Stunden f\u00fcrs Garen brauchen k\u00f6nne. Aber das Fleisch sei unglaublich geschmacksintensiv. Ich m\u00f6ge es auch besser in einem Topf schmoren statt im Ofen zu braten, sonst k\u00f6nnte es trocken werden. Alles klar, sagte ich: Kann ich, mach ich.<\/p>\n<p>Er erz\u00e4hlte dann, wie sie diese Rasse in Glonn mit viel Versuch und Irrtum gez\u00fcchtet hatten. Dass die italienische Einkreuzung gar nicht funktioniert habe, weil die Rasse so aggressiv gewesen sei. Mit der franz\u00f6sischen Rasse seien sie dann zum Ziel gelangt.<\/p>\n<p>Also zerteilte ich das Tier und briet es mit ein paar kleinen Zwiebeln (Ernteanteil) und Knoblauch in Oliven\u00f6l an, l\u00f6schte mit Wei\u00dfwein ab, gab ein wenig Rosmarin und ein wenig kochendes Wasser dazu. Dann Deckel drauf und bei 160 Grad in den Ofen. Nach anderthalb Stunden gab ich Kartoffeln (Ernteanteil) dazu, garte weitere anderthalb Stunden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/160131_08_Huhn.jpg\" alt=\"160131_08_Huhn\" width=\"361\" height=\"365\" class=\"alignnone size-full wp-image-30532\" \/><\/p>\n<p>Schmeckte wirklich sehr gut, aber eine Stunde weniger h\u00e4tt&#8217;s auch getan.<br \/>\nDas eigentliche Problem: Der Preis. 38 Euro f\u00fcr einen 2-Kilo-Gockel werde ich so schnell nicht mehr zahlen. Zwar wei\u00df ich, dass anst\u00e4ndige Viehwirtschaft einen hohen Kilopreis nach sich zieht und bin bereit, 16 Euro (Stand des Konradhofs auf dem Klenzemarkt) bis 24 Euro (gewohnter Herrmannsdorferpreis) f\u00fcr einen gro\u00dfen Bratgockel zu zahlen. Aber das Zweinutzungskonzept kann mit dieser Preisstruktur nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Bis Mitternacht wach geblieben, um Eintrittkarten als Geburtstagsgeschenk zu reservieren.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Arthurs Tochter macht sich Gedanken \u00fcber das Verschieben von Freude:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.arthurstochterkochtblog.com\/2016\/01\/fur-gut.html\" target=\"_blank\">&#8220;F\u00fcr gut&#8230;<br \/>\n&#8230;F\u00dcR NICHTS&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Selbst habe ich das als junge Erwachsene gelernt: Dass Dinge (vor allem Nahrungsmittel), die ich &#8220;f\u00fcr besondere Gelegenheiten&#8221; aufhob, am End&#8217; verdarben und weggeworfen wurden. Seither ist die besondere Gelegenheit die, zu der ich wirklich Lust darauf habe. Fertig.<\/p>\n<p>Gleichzeitig kenne ich noch Familien (ich komme aus einer Gegend und einer Gesellschaftsschicht, in der der Wunsch nach selbst gebautem Eigenheim zur Grundausstattung geh\u00f6rte), die im Keller ihres selbst gebauten Eigenheims wohnten, der mit Gebrauchsm\u00f6beln und einer voll funktionsf\u00e4higen K\u00fcche ausgestattet war. In der eigentlichen Wohnung mit edler K\u00fcche hatten die fabrikneuen M\u00f6bel im Wohnzimmer Plastik\u00fcberz\u00fcge, die nur f\u00fcr hohe G\u00e4ste abgenommen wurden. Normale G\u00e4ste, also zum Beispiel Freunde, die zum Kartenspielen vorbei kamen, sa\u00dfen gem\u00fctlich mit im Keller. Nun bin ich wirklich die allerletzte, die Ahnung vom Lebensch\u00f6pfen hat (Sie erinnern sich: Ich w\u00fcrde lieber nicht) &#8211; aber diese Art von Stellvertreterleben finde ich schon sehr gruslig.<br \/>\nBei mir bleiben nach Ableben wahrscheinlich immer noch zu viele B\u00fccher (ich m\u00f6chte mich schon jetzt bei den Menschen entschuldigen, die das ausmisten und wegwerfen m\u00fcssen), aber ganz sicher nichts, das auf besondere Gelegenheiten wartet.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Mary Beard (schon wieder, ich wei\u00df) w\u00fcnscht sich ein Revival des Kommentars &#8220;Ich stimme nicht zu&#8221; &#8211; und zwar statt &#8220;Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen&#8221; oder &#8220;Ich bin entt\u00e4uscht von Ihnen&#8221; (im deutschen Kommentar-Bingo w\u00fcrde ich erg\u00e4nzen &#8220;Sie sollten sich sch\u00e4men&#8221;). Denn &#8220;ich stimme nicht zu&#8221;, &#8220;ich bin anderer Meinung&#8221; oder &#8220;das sehe ich anders&#8221; ist eigentlich gemeint und w\u00e4re die konstruktive Einleitung des Gegenarguments. Aber dazu m\u00fcssten die Diskussionsteilnehmer den Reflex bek\u00e4mpfen, die Person statt das Argument anzugreifen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/timesonline.typepad.com\/dons_life\/2016\/01\/how-to-say-i-disagreein-the-21st-century.html\" target=\"_blank\">&#8220;How to say &#8216;I disagree&#8217; in the 21st century&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>I&#8217;d like to observe just one thing. That it is possible to disagree over all kinds of things (tactics, short term aims etc) without being enemies. That&#8217;s life.<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/84360c0c097246b2a4664dcd08db34f1\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wetter machte auf richtig greislich: Schneeregen, Regen. Ich blieb zum Sport daheim: Eine Runde Bauchgymnastik bei Fitnessblender, ein St\u00fcndchen Crosstrainer. Vormittagsvorstellung The Danish Girl im Citykino (ich kann mich kaum mehr erinnern, wann ich zuletzt in einer Abendvorstellung war). Das ist eines der drei M\u00fcnchner Kinos mit handgemalten Plakaten. 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