{"id":3199,"date":"2008-10-21T09:41:41","date_gmt":"2008-10-21T07:41:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=3199"},"modified":"2008-10-21T09:41:41","modified_gmt":"2008-10-21T07:41:41","slug":"re-blogging-wie-misst-man-niveau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/10\/re-blogging-wie-misst-man-niveau.htm","title":{"rendered":"Re-blogging: Wie misst man Niveau?"},"content":{"rendered":"<p>Vor <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2004\/06\/wie-misst-man-niveau.htm\">vier Jahren<\/a> war es das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,301268,00.html\" target=_new>Wehklagen eines Spiegelredakteurs<\/a> \u00fcber die sinkende Qualit\u00e4t des deutschen Fernsehens, jetzt ist es die Diskussion anl\u00e4sslich Marcel Reich-Ranickis Protests dagegen, die meine Neugier weckt, wie man wohl Qualit\u00e4t oder Niveau eines Fernseheprogramms misst. Feuilletonisten d\u00fcrfen ihre \u00c4u\u00dferungen ja qua Genre auf pers\u00f6nlichem Eindruck basieren; solange dieser Eindruck ergibt, dass irgendwas immer schlechter wird, stimmt ihnen die Mehrheit zu. Da ich die eigentliche Diskussion im Fernsehen nicht verfolgt habe, wei\u00df ich nicht: Hat jemand das sinkende Niveau im deutschen Fernsehen bewiesen? M\u00f6gliche Methoden:<\/p>\n<p>1. Wir k\u00f6nnten den Anteil von Niveau am gesamten Programm messen. Dann h\u00e4tten wir also eine Gesamtmenge an Fernsehen und w\u00fcrden alle Sendungen in niveauvoll, neutral oder niveaulos unterteilen. Das machen wir jahrweise und sehen uns dann die Entwicklung an.<\/p>\n<p>2. Oder wir nehmen eine Auswahl an Sendungen, die es bereits seit einigen Jahren gibt, und \u00fcberpr\u00fcfen, ob deren Niveau in den vergangenen zehn Jahren gesunken oder gestiegen ist. Das z\u00e4hlen wir dann zusammen.<\/p>\n<p>3. Eine andere Methode w\u00e4re die Untersuchung von Minima und Maxima (danke an den Mitbewohner f\u00fcr den Hinweis auf die Meteorologie). Wir sehen uns jedes Jahr an, was das Niveauloseste im deutschen Fernsehen war und was das H\u00f6chste an Niveau. Und dann vergleichen wir, ob eine Bewegung zu erkennen ist.<\/p>\n<p>All diese sch\u00f6nen Methoden haben allerdings einen massiven Haken: Wir m\u00fcssten erst mal festlegen, was eigentlich Niveau ist. Oder, noch wackliger, was zu Kultur z\u00e4hlt und was nicht. N\u00f6hlende Feuilletonisten scheinen davon auszugehen, dass man das kann &#8211; vor einer Definition dr\u00fccken sie sich dann allerdings.<\/p>\n<p>Mir fallen durchaus Ans\u00e4tze ein (macht viel Arbeit \u2013 hohe Qualit\u00e4t; macht keine Arbeit \u2013 niedrige Qualit\u00e4t?), allerdings w\u00fcrde ich die Begriffe \u201eNiveau\u201c und \u201eKultur\u201c meiden. Wir k\u00f6nnten die Neurologie bem\u00fchen und betrachten, ob und welche kognitiven Gehirnbereiche beim Betrachten welcher Sendungen aktiv sind. Wir k\u00f6nnten betrachten, wie weit in einer Sendung allgemein anerkannte Perspektiven (Volksmeinung) lediglich wiedergegeben werden oder reflektiert und hinterfragt. Oder wir messen den Informationsgehalt einer Sendung (n\u00e4chster Treibsand: was ist schon keine Information?).<\/p>\n<p>Kann mir jemand berichten, auf welchen Qualit\u00e4ts- oder Niveaukriterien die aktuelle Diskussion basierte?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vier Jahren war es das Wehklagen eines Spiegelredakteurs \u00fcber die sinkende Qualit\u00e4t des deutschen Fernsehens, jetzt ist es die Diskussion anl\u00e4sslich Marcel Reich-Ranickis Protests dagegen, die meine Neugier weckt, wie man wohl Qualit\u00e4t oder Niveau eines Fernseheprogramms misst. 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