{"id":3583,"date":"2008-12-30T18:16:14","date_gmt":"2008-12-30T17:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=3583"},"modified":"2010-12-10T13:15:12","modified_gmt":"2010-12-10T12:15:12","slug":"bucher-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/12\/bucher-2008.htm","title":{"rendered":"B\u00fccher 2008"},"content":{"rendered":"<p>Das sind die B\u00fccher, die ich letztes Jahr zu Ende gelesen habe. Empfehlungen sind mit * gekennzeichnet und erkl\u00e4rt. Ein Abraten (diese B\u00fccher habe es nicht ins Regal geschafft, sondern sind auf dem \u201ezu Verschenken\u201c-Stapel gelandet) ist in Klammern erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>1. Angela Carter, <em>Fireworks<\/em><\/p>\n<p>2. Lion Feuchtwanger, <em>Erfolg<\/em>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/01\/lion-feuchtwanger-erfolg.htm \">Hier meine detaillierte Empfehlung.<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>3. Stella Rimington, <em>At Risk<\/em><\/p>\n<p>4. Karen Duve, <em>Regenroman<\/em><\/p>\n<p>5. Azar Nafisi, Maja Ueberle-Pfaff (\u00dcbers.), <em>Lolita lesen in Teheran<\/em> (H\u00f6rbuch)<\/p>\n<p>6. Granta 100, <em>One Hundred<\/em><\/p>\n<p>7. Sujata Massey, <em>Girl in a Box<\/em><\/p>\n<p>8. Jane Austen, <em>Mansfield Park<\/em><\/p>\n<p>9. Wolf Haas, <em>Das Wetter vor 15 Jahren<\/em><\/p>\n<p>10. David Mitchell, <em>Cloud Atlas<\/em><\/p>\n<p>11. Ernest Hemingway, <em>Green Hills of Africa<\/em><\/p>\n<p>12. Carlos Ruiz Zaf\u00f3n, Peter Schwaar (\u00dcbers.), <em>Der Schatten des Windes<\/em><\/p>\n<p>13. Lloyd Jones, <em>Mister Pip<\/em>*<br \/>\nMatilda ist ein Kind kurz vor der Pubert\u00e4t und lebt auf Bouganville, einer Insel Papua Neuguineas. Sehr kunstfertig wird aus ihrer Perspektive das Leben erz\u00e4hlt. Dazu geh\u00f6rt die Dorfgemeinschaft &#8211; fast nur Frauen und Kinder, da die M\u00e4nner in den Minen oder bei Milizen arbeiten -, aber auch der einzigen Wei\u00dfe auf der Insel, Mr Watts. Er wird zum Lehrer auserkoren, und stellt in den Mittelpunkt seines Unterrichts den Roman <i>Great Expectations<\/i> von Charles Dickens. Anhand des Buches erkl\u00e4rt er eine v\u00f6llig andere Welt, England, und eine andere Zeit, gleichzeitig aber \u00fcberzeitliche Dinge. <i>Great Expectations<\/i> wird f\u00fcr Matilda zum Filter, durch den sie auch den B\u00fcrgerkrieg wahrnimmt, der Anfang der 90er eine blutige Schneise \u00fcber die Inseln zieht.<br \/>\nIch habe selten so virtuose Erz\u00e4hltechnik gelesen.<\/p>\n<p>14. Thomas Glavinic, <em>Das bin doch ich<\/em><br \/>\n(Mittelm\u00e4\u00dfiger, s\u00fcffisanter Blog-Tonfall, der sich vielleicht f\u00fcr m\u00fcndlichen Vortrag auf einem Kabarett-Abend eignet, mich beim Selbstlesen aber durch und durch nicht interessiert hat.)<\/p>\n<p>15. Volker Kl\u00fcpfel, Michael Kobr, <em>Milchgeld<\/em><\/p>\n<p>16. Tamar Yellin, <em>The Genizah at the House of Shepher<\/em><\/p>\n<p>17. Azar Nafisi, <em>Reading Lolita in Tehran. A Memoir in Books<\/em>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/05\/azar-nafisi-reading-lolita-in-tehran.htm\">Hier meine detaillierte Empfehlung.<\/a><\/p>\n<p>18. Stella Rimington, <em>Secret Asset<\/em><\/p>\n<p>19. Ian McEwan, <em>The Comfort of Strangers<\/em><\/p>\n<p>20. Courtney E. Martin, <em>Perfect Girls, Starving Daughters. The Frightening New Normality of Hating your Body<\/em>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/07\/diatterror-die-serie-15perfect-girls-starving-daughters-the-frightening-new-normality-of-hating-your-body.htm\">Hier meine detaillierte Empfehlung.<\/a><\/p>\n<p>21. Granta 101, <em>One Hundred and One<\/em><\/p>\n<p>22. Siri Hustvedt, <em>What I Loved<\/em><\/p>\n<p>23. Katja Lange-M\u00fcller, <em>B\u00f6se Schafe<\/em><br \/>\n(Leider schon wieder eine zeitgen\u00f6ssische deutschsprachige Autorin, die meilenweit an mir vorbei geht. Selbstzerst\u00f6rerische Lieben zu Vollidioten finde ich eh fad<sup><a href=\"#footnote_1_3583\" id=\"identifier_1_3583\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Nachtrag: Nennen wir es mein Effi-Briest-Problem.\">1<\/a><\/sup> , aber so geschrieben haben sie gleich gar keine Chance bei mir.)<\/p>\n<p>24. Jonathan Safran Foer, <em>Extremely Loud and Incredibly Close<\/em><br \/>\n(<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/06\/jonathan-safran-foer-extremely-loud-and-incredibly-close.htm\">Hier begr\u00fcnde ich mein Abraten.<\/a>)<\/p>\n<p>25. A.L. Kennedy, <em>Looking for the Possible Dance<\/em><\/p>\n<p>26. Ninni Holmqvist, Angelika Grundlach (\u00dcbers.), <em>Die Entbehrlichen<\/em><\/p>\n<p>27. A.M. Homes, <em>This Book will Safe your Life<\/em><\/p>\n<p>28. Thomas Platzinger, <em>Tod eines Hundes<\/em><\/p>\n<p>29. Muriel Barbery, Gabriela Zehnder (\u00dcbers.), <em>Die Eleganz des Igels<\/em><\/p>\n<p>30. Joel Derfner, <em>Swish<\/em>*<br \/>\nBuch eines Bloggers &#8211; das habe ich bislang vor allem danebengehen sehen. Doch Joel Derfner, aka <a href=\"http:\/\/www.joelderfner.com\/blog\/\" target=_new>Faustus<\/a>, vermeidet den Fehler, sein Blog einfach auf Papier zu bringen: F\u00fcr das Buch mit dem wundervollen Untertitel \u201eMy Quest to Become the Gayest Person Ever\u201c f\u00e4ngt er ganz von vorne an. Seine Queste erz\u00e4hlt er selbstironisch und anhand thematischer Kapitel \u00fcber \u201eknitting\u201c, \u201ecasual sex\u201c, \u201echeerleading\u201c, \u201ecamp camp\u201c, \u201edating\u201c, \u201eteaching aerobics\u201c, \u201emusical theater\u201c, \u201ego-go dancing\u201c, \u201eExodus\u201c. Es bereichert das Lesen, dass Herr Derfner ein Sprach-Maniker ist, wie ich sie nur englischsprachig kenne. Welch tiefe Warmherzigkeit hinter seinem rosa Zynismuspanzer steckt, zeigt das letzte Kapitel: Joel Derfner nimmt an den Seminaren einer evangelikalen Bewegung teil, deren Ziel es ist, Schwule vom Schwulsein abzubringen. Doch anstatt des nahe liegenden s\u00fcffisanten Zerpfl\u00fcckens der ganzen Unternehmung geht Derfner mit gro\u00dfer Anteilnahme auf die Menschen dort ein, und versucht ihre Motive und Gef\u00fchle nachvollziehbar zu machen.<\/p>\n<p>31. Jasper Fforde, <em>The Well of Lost Plots<\/em><\/p>\n<p>32. Iwan Sergejewitsch Turgenjew, Manfred von der Ropp (\u00dcbers.), <em>Aufzeichnungen eines J\u00e4gers<\/em><\/p>\n<p>33. Granta 102, <em>New Nature Writing<\/em><\/p>\n<p>34. Astrid Paprotta, <em>Die H\u00f6hle der L\u00f6win<\/em>*<br \/>\nFrau Paprotta hat ihre Serie abgeschlossen und ihrer Heldin Ina Henkel den Weg in eine Fortsetzung gr\u00fcndlich abgeschnitten. Aber welch ein Finale! Mir hat dieser letzte Band aus der Serie am besten gefallen. Kommissarin Henkels Hadern mit ihrem Beruf wird auf die Spitze getrieben, die fehlende Distanz zu ihrem Tagwerk konsequent durchgespielt. Und das wird ganz sch\u00f6n <i>noir<\/i>: Henkel muss eine Figur aus dem Vorl\u00e4uferband, eine durchgeknallte Fernsehmoderatorin, in Bukarest suchen. Die fremde Welt, die sich dadurch auftut, bietet Astrid Paprotta hervorragende M\u00f6glichkeiten zu zeigen, wie jemand, n\u00e4mlich Ina Henkel, mit kompletter \u00dcberforderung umgeht und doch nicht l\u00e4cherlich wirkt.<\/p>\n<p>35. Ian McEwan, <em>Atonement<\/em>*<br \/>\nMeine Entdeckung des Jahres. England im hei\u00dfen Sommer 1934, in einem wohlhabenden Haus interagieren die \u00fcberspannte 13-j\u00e4hrige Brionie, ihre deutliche \u00e4ltere Schwester Cecilia, deren Sandkastenfreund Robbie, die kr\u00e4nkliche Mutter der Schwestern. Es passiert nicht viel und doch alles. Weitere Familienmitglieder treffen zu einer abendlichen Gesellschaft ein &#8211; Missverst\u00e4ndnisse, Kabale, Katastrophe.<br \/>\nEs ist mindestens so viel das Wie der Geschichte wie das Was: McEwan erz\u00e4hlt die Handlung fast ausschlie\u00dflich anhand ihrer Folgen, beschreibt zum Beispiel die momentanen Gef\u00fchle einer Person und erschlie\u00dft mir Leserin damit indirekt und wie nebenbei, was vorher passiert ist. Verschiedene Perspektiven lassen immer wieder in der Schwebe, was eigentlich passiert ist, weben gleichzeitig ein sehr dichtes und atmosph\u00e4risches Bild von Orten und Menschen.<\/p>\n<p>36. Robert Harris, <em>Imperium<\/em><\/p>\n<p>37. Amos Oz, Nicholas de Lange (\u00dcbers.), <em>Panther in the Basement<\/em><\/p>\n<p>38. Minette Walters, <em>The Echo<\/em><\/p>\n<p>39. Christian Kracht, <em>Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten<\/em><br \/>\n(Warum ich die Begeisterung \u00fcber diesen Roman nicht verstehe, <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2008\/09\/der-neue-kracht.htm\">steht hier.<\/a>)<\/p>\n<p>40. Fred Vargas, Tobias Scheffel (\u00dcbers.), <em>Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord<\/em><\/p>\n<p>41. Pascal Mercier, <em>Nachtzug nach Lissabon<\/em><br \/>\n(Nicht dass Romane realistisch sein m\u00fcssen, aber wenn ich gleich am Anfang schon schlucken muss, dass ein Gymnasiallehrer jeden Tag die erste Stunde unterrichtet und dass ausgerechnet er, der trockene und weltfremde Altphilologe, der Lehrer sein soll, dem schwangere Sch\u00fclerinnen ihre Probleme beichten &#8211; dann bleibt einfach keine Energie mehr, mich nicht zu wundern, dass Anfang des 21. Jahrhunderts bei einer historischen Recherche Computer nur am Rande und digitale Kameras \u00fcberhaupt nicht auftauchen.)<\/p>\n<p>42. Wolf Schneider, <em>Speak German! Warum Deutsch manchmal besser ist<\/em><\/p>\n<p>43. Alessandro Baricco, Karin Krieger (\u00dcbers.), <em>Seide<\/em><\/p>\n<p>44. Fred Vargas, Tobias Scheffel (\u00dcbers.), <em>Der untr\u00f6stliche Witwer von Montparnasse<\/em><\/p>\n<p>45. Louis Begley, <em>Matters of Honour<\/em><\/p>\n<p>46. Franz Kafka, <em>Brief an den Vater<\/em>*<br \/>\nMeine Herrn, dieser Kafka konnte schreiben! Alles Nachf\u00fchlen seines Haderns mit der seltsamen Vaterfigur wurden dominiert von der Begeisterung \u00fcber praktisch jede Formulierung, jeden Satz &#8211; jedes Satzzeichen. Rezensenten sollten das Pr\u00e4dikat \u201eSprachgewalt\u201c nicht leichtfertig verwenden, solange diese Sprachgewalt Messlatte ist.<\/p>\n<p>47. Aravind Adiga, <em>The White Tiger<\/em><\/p>\n<p>48. Stephen King, <em>Different Seasons<\/em>*<br \/>\nIm Nachwort der Ausgabe des Mitbewohners schreibt Stephen King, dass dieses Buch nur zustande gekommen sei, weil seinem Verlag keine andere Publikationsform f\u00fcr die enthaltenen vier Geschichten eingefallen war &#8211; alle zu lang f\u00fcr Kurzgeschichten und zu kurz f\u00fcr Romane. Die vier Geschichten sind extrem unterschiedlich in Stil, Thema und Tonfall, bis auf die letzte (klassischer und etwas fader viktorianischer Grusel) erz\u00e4hlerische Juwelen. Kein Wunder, dass diese drei verfilmt wurden: \u201e<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0111161\/\" target=_new>Rita Hayworth and Shawshank Redemption<\/a>\u201c, \u201e<a href=\" http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0118636\/\" target=_new>Apt Pupil<\/a>\u201c, \u201e<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0092005\/\" target=_new>The Body&#8221; als <i>Stand by me<\/i><\/a>. (Den mittleren Film kenne ich allerdings nicht.)<\/p>\n<p>49. Ian Rankin, <em>Knots &#038; Crosses<\/em><\/p>\n<p>50. Karen Russel, <em>St. Lucy\u2018s Home for Girls Raised by Wolves<\/em>*<br \/>\nDie titelgebende Geschichte des Kurzgeschichtenbandes kannte ich aus einem <i>Granta Best of Young American Novelists<\/i>; sie hatte mich mit einem sehr besonderen <i>magic realism<\/i> beeindruckt, der weit \u00fcber seine Fantastik hinausweist. Zusammen mit den anderen Geschichten entsteht der Eindruck eines ganz neuen Ray Bradbury mit ein wenig Angela Carter unterger\u00fchrt: Titel wie \u201eZ.Z.&#8217;s Sleep-Away Camp for Disordered Dreamers\u201c oder \u201eLady Yeti and the Palace of Artificial Snows\u201c sind allein schon Indizien.<br \/>\nLieber <a href=\"http:\/\/kid37.blogger.de\/\" target=_new>Herr Kid<\/a>, ich habe ein wenig den Verdacht, das Buch ist mit Ihnen als Leser im Kopf geschrieben.<\/p>\n<p>52. Orhan Pamuk, Gerhard Meier (\u00dcbers.), <em>Das Museum der Unschuld<\/em><br \/>\n(Wenn ich nach 300 Seiten voller Aufz\u00e4hlung solcher noch eine einziges weiteres Detail der Besuche bei F\u00fcsun h\u00e4tte lesen m\u00fcssen, w\u00e4re ich in einen Weinkrampf ausgebrochen.)<\/p>\n<p>53. Joyce Carol Oates, <em>The Falls<\/em><\/p>\n<p>54. Uwe Wesel, <em>Der Gang nach Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht in der Geschichte der Bundesrepublik.<\/em><br \/>\n(W\u00fcrde ich gerne empfehlen, kann ich aber wegen eklatanter Grammatikfehler &#8211; Zeitenfolge, Konditionals\u00e4tze &#8211; auf fast jeder verdammten Seite nicht. Haben die beim Blessing-Verlag niemanden, der Deutsch beherrscht? Sollte es zu einer korrigierten Neuauflage kommen, holen Sie sich das Buch.)<\/p>\n<p>55. Louis de Berni\u00e8res, <em>A Partisan\u2018s Daughter<\/em><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_3583\" class=\"footnote\">Nachtrag: Nennen wir es mein Effi-Briest-Problem.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_3583\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sind die B\u00fccher, die ich letztes Jahr zu Ende gelesen habe. Empfehlungen sind mit * gekennzeichnet und erkl\u00e4rt. Ein Abraten (diese B\u00fccher habe es nicht ins Regal geschafft, sondern sind auf dem \u201ezu Verschenken\u201c-Stapel gelandet) ist in Klammern erl\u00e4utert. 1. Angela Carter, Fireworks 2. Lion Feuchtwanger, Erfolg* Hier meine detaillierte Empfehlung. 3. 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