{"id":38591,"date":"2017-06-21T06:54:56","date_gmt":"2017-06-21T04:54:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=38591"},"modified":"2017-06-21T07:01:29","modified_gmt":"2017-06-21T05:01:29","slug":"journal-dienstag-20-juni-2017-beifang-aus-dem-internetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2017\/06\/journal-dienstag-20-juni-2017-beifang-aus-dem-internetz.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 20. Juni 2017 &#8211; Beifang aus dem Internetz"},"content":{"rendered":"<p>Morgens Langhanteltraining. Ich stellte mir vor, dass wir 15 Amazonen (Frauenstudio) gerade auf der Insel Themyscira ein wenig Fr\u00fchsport machten. Und will jetzt dringend Sportkleidung im Amazonen-Look. An der Studiotheke entdeckte ich, dass ich eine Namensvetterin unter den Mitturnerinnen habe. Wir nervten die Umkleidenden, indem wir einander st\u00e4ndig mit Namen ansprachen.<\/p>\n<p>Ein sehr warmer Tag, der immer hei\u00dfer und schw\u00fcler wurde.<\/p>\n<p>Abends war ich mit Herrn Kaltmamsell verabredet. Wir steuerten das nahe gelegene Griechischrestaurant Molos an, doch das war geschlossen &#8211; anscheinend dauerhaft. Nun gut, der Paulaner Biergarten lag ja ums Eck &#8211; in den wir nicht reinkamen wegen geschlossener Gesellschaft. Wir beschlossen, dass es drau\u00dfen eh zu warm war und probierten das Ol\u00e9 Madrid aus, an dem ich regelm\u00e4\u00dfig vorbei radle: S\u00e4ttigende Kleinigkeiten, am besten waren die frittierten Sardellen und Tintenfischringe, saftig und frisch.<\/p>\n<p>Immer noch hadere ich ein wenig mit meinem neuen Telefon (iphone 6s): Die Stand-by-Taste ist seitlich rechts oben statt auf der Oberseite. Eine Folge: Ich verstellt st\u00e4ndig die Lautst\u00e4rke des Klingeltons, weil ich beim Dr\u00fccken der Stand-by-Taste irgendwo gegenhalten muss.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Auch sonst geht mir der Film <i>Wonder Woman<\/i> weiter im Kopf herum. Kathleen Hildebrand schrieb in der <i>S\u00fcddeutschen<\/i>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/gleichberechtigung-warum-weinen-frauen-bei-wonder-woman-1.3548542\" target=\"_blank\">&#8220;Warum weinen Frauen bei &#8216;Wonder Woman&#8217;?&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Ein Dutzend attraktiver Frauen, das sich gekonnt bewegt, dabei einigerma\u00dfen knapp bekleidet ist &#8211; und trotzdem sieht keine nach Sex-Symbol aus. Diese Frauen sind Subjekte, nicht Objekte einer l\u00fcsternen Kamera. Und von nirgendwoher f\u00e4llt ein Blick auf sie, der etwas anderes in ihnen sieht als edle K\u00e4mpferinnen f\u00fcr das Gute.<\/p>\n<p>Jede Einstellung scheint diese Frauen zu bewundern. Aber nicht, weil sie erotisch sind. Sondern weil sie stark sind. Und weil sie gut sind in dem, was sie tun. Vor allem aber, und vielleicht ist das wirklich nur auf einer mythischen Insel ohne einen einzigen Mann m\u00f6glich, weil sie die unangefochtenen Hauptrollen spielen. Nirgends ist da ein Batman in Sicht, oder ein Tony Stark, in dessen Team auch mal eine Frau mitk\u00e4mpfen darf. Es geht um sie. Man muss darauf nicht bewusst gewartet haben, um zu f\u00fchlen, dass es gefehlt hat.<\/p><\/blockquote>\n<p>Geweint habe ich zwar nicht, war aber schwer ergriffen aus genau den angef\u00fchrten Gr\u00fcnden. Ich wei\u00df nicht, ob ein Superheldenfilm-affiner Mann nachvollziehen kann, wie bewegend es sein kann, wenn die weibliche Hauptfigur sagt: &#8220;I&#8217;m going in.&#8221; Und dann das Dorf rettet, unterst\u00fctzt von ihren Kumpels (&#8220;Diana! Shield!&#8221;). Es gibt mir die Ahnung einer Ahnung, wie es sein muss, zu einer wirklich marginalisierten Bev\u00f6lkerungsgruppe zu geh\u00f6ren und sich endlich mal im Zentrum einer Mainstream-Geschichte zu sehen.<\/p>\n<p>Ich glaube, ich schau mir den Film nochmal an. (Und sei es, um Etta Candy noch Mal sagen zu h\u00f6ren: &#8220;Fight? I myself aren&#8217;t opposed to some fistycuffs, <i>should<\/i> the occasion arise.&#8221;) Im n\u00e4chsten Teil lassen wir dann bitte auch die Keilabs\u00e4tze von Dianas Sandalen weg, ja? Sind zum Rennen bescheuert, und Gal Gadot (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/dorothyofisrael\/status\/875434801221730307\" target=\"_blank\">die  m\u00f6glicherweise ziemlich cool ist<\/a>) hat eh Beine bis zum Hals, die selbst f\u00fcr Hollywood nicht optisch verl\u00e4ngert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch wenn er seinerzeit nicht so viel L\u00e4rm gemacht hat: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/YrY3v1eDmQY\" target=\"_blank\"><i>Spy<\/i><\/a> liebte ich aus denselben Gr\u00fcnden. Gute Frauen, b\u00f6se Frauen, starke Frauen, lustige Frauen, doofe Frauen. Und halt nicht nur die eine weibliche Figur, die man problemlos durch eine Stehlampe ersetzen k\u00f6nnte. Oder durch einen Muskelmann.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><i>Vox<\/i> nimmt sich die Computer Generated Imagery (CGI) in <i>Wonder Woman<\/i> vor &#8211; ich lernte daraus eine Menge:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vox.com\/culture\/2017\/6\/6\/15730568\/wonder-woman-battle-scenes-cgi\" target=\"_blank\">&#8220;Wonder Woman\u2019s battle scenes show how to use \u2014 and not use \u2014 CGI in super-movies&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In seinem <i>Notizblog<\/i> fasst Torsten zusammen, was auch mir zum Bedingungslosen Grundeinkommen durch den Kopf geht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/notes.computernotizen.de\/2017\/06\/18\/missverstaendnisse-zum-bedingungslose-grundeinkommen-ein-rant\/\" target=\"_blank\">&#8220;Missverst\u00e4ndnisse zum Bedingungslosen Grundeinkommen \u2014 ein Rant&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Im <i>Philosophie Magazin<\/i> unterhalten sich Wissenschaftshistorikerin Lorraine Daston und der Investigativjournalist Georg Mascolo \u00fcber:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/philomag.de\/welchen-fakten-koennen-wir-trauen\/\" target=\"_blank\">&#8220;Welchen Fakten k\u00f6nnen wir trauen?&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Daston: Besonders das deutsche Wort macht deutlich, dass es sich bei Tatsachen um Taten handelt. Wie wir an Redewendungen wie ex post facto oder an der Unterscheidung von de facto und de jure bis heute ablesen k\u00f6nnen, waren Fakten urspr\u00fcnglich eine juridische Kategorie. Descartes\u2019 Zeitgenosse Francis Bacon forderte im fr\u00fchen 17. Jahrhundert eine Reform der Naturphilosophie. Wenn er von Fakten redet, klingt das meistens, als ob er von Verbrechen spricht. Bei einem Juristen wie Bacon sollte einen das nicht wundern. Das matter of fact, wie man auf Englisch sagt, verwandelte sich damals von einem juridischen in einen wissenschaftlichen Begriff. Zum Beispiel behauptete Isaac Newton in \u201eThe New Theory of Light and Colours\u201c von 1672, dass sich das wei\u00dfe Licht aus einem farbigen Spektrum zusammensetzt. Die Wissenschaftler stritten \u00fcber seine Theorie \u2013 und sogar \u00fcber die Ergebnisse seiner Experimente. \u00c4hnlich wie ein Gericht beschr\u00e4nkte sich die Royal Society of London, die 1660 gegr\u00fcndete englische Akademie der Wissenschaften, in dieser Situation darauf, die Tatsachen festzustellen und von den theoretischen Spekulationen und Deutungen zu trennen, um einen Konsens herzustellen. Das gelingt nie hundertprozentig. Das ist ein Ideal. In einem jahrhundertelangen Prozess haben sich seither Verfahren wie das Laborexperiment und Institutionen wie die wissenschaftlichen Akademien herausgebildet, die diesem Ideal verpflichtet sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr das, was wir als post truth bezeichnen, halte ich weniger das Klima an amerikanischen Universit\u00e4ten als eine Ver\u00e4nderung im Stil der Berichterstattung verantwortlich, die man selbst bei so respektablen Medien wie der New York Times und in Deutschland genauso wie in den USA beobachten kann: Ich meine den Trend, immer weniger von Gr\u00fcnden und immer mehr von Gef\u00fchlen zu sprechen. Soweit ich sehe, ging das im Sportjournalismus los. Die Idee, dass Emotionen die verl\u00e4sslichste Wahrheit, n\u00e4mlich Authentizit\u00e4t, darstellen, kann man bis Rousseau zur\u00fcckverfolgen. Weil Gef\u00fchle dazu geeignet sind, Geschichten farbiger und anschaulicher zu machen, hat sich dieses Muster auch in der politischen Berichterstattung durchgesetzt.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die Viel- und auch beruflich Fotografiererin Andrea Diener denkt dar\u00fcber nach, welche Sorte selbst aufgenommene Fotos wir auch viele Jahre sp\u00e4ter noch mit Interesse ansehen, weil sie Erinnerungen und Gef\u00fchle evozieren:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/photo.andrea-diener.de\/wir-urlaubsknipser\" target=\"_blank\">&#8220;Wir Urlaubsknipser&#8221;.<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/18455dc20dd9444b9156d7809b24d68a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens Langhanteltraining. Ich stellte mir vor, dass wir 15 Amazonen (Frauenstudio) gerade auf der Insel Themyscira ein wenig Fr\u00fchsport machten. Und will jetzt dringend Sportkleidung im Amazonen-Look. 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