{"id":39596,"date":"2017-08-16T06:52:43","date_gmt":"2017-08-16T04:52:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=39596"},"modified":"2017-08-16T06:52:43","modified_gmt":"2017-08-16T04:52:43","slug":"journal-dienstag-15-august-2017-hirschgarten-in-wandershorts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2017\/08\/journal-dienstag-15-august-2017-hirschgarten-in-wandershorts.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 15. August 2017 &#8211; Hirschgarten in Wandershorts"},"content":{"rendered":"<p>Feiertag Mari\u00e4 Himmelfahrt.<br \/>\nAb sofort mache ich zwar Sportpause, um f\u00fcr den Wanderurlaub zu regenerieren und dem gereizten Nerv Heilzeit zu g\u00f6nnen. Ein wenig sanftes Krafttraining wollte ich gestern aber doch machen, deshalb spaziert ich an den Ostbahnhof zu &#8220;BodyArt (m.Schwungphase)&#8221;. Ja, so habe ich auch geschaut.<\/p>\n<p>Und da man ja auf einem Wanderurlaub auf keinen Fall ein Ausstattungsst\u00fcck zum ersten Mal tragen sollte, testete ich die neuen Wandershorts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_03_Wanderhose.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_03_Wanderhose.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"428\" class=\"alignnone size-full wp-image-39608\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_06_St_Stefan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_06_St_Stefan.jpg\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"581\" class=\"alignnone size-full wp-image-39609\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_07_Isar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_07_Isar.jpg\" alt=\"\" width=\"454\" height=\"605\" class=\"alignnone size-full wp-image-39610\" srcset=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_07_Isar.jpg 454w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_07_Isar-450x600.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Traumhaftes Sommermorgenlicht.<\/p>\n<p>Die Sportstunde stellte sich als eine Art Speed-Yoga mit Wiederholungen heraus, ohne viel Erkl\u00e4rungen, und war ganz sch\u00f6n schwei\u00dftreibend. Allerdings f\u00fcr meine Halswirbels\u00e4ule gar nicht gut, unter anderem weil der Kopf viel \u00fcberstreckt wurde. Auf dem Heimweg zahlte ich mit atemberaubenden Armschmerzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_09_Isar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_09_Isar.jpg\" alt=\"\" width=\"596\" height=\"386\" class=\"alignnone size-full wp-image-39602\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachmittags legte ich mich zu einer langen Siesta hin &#8211; dann war der Nackennerv zum Gl\u00fcck wieder wie vor der Turneinheit.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrliches B\u00fcgeln, allerdings nicht bis zum Boden des W\u00e4schebergs, bis ich mich mit Herrn Kaltmamsell per S-Bahn zum Biergarten Hirschgarten aufmachte &#8211; da war ich dieses Jahr noch gar nicht gewesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_11_Hirschgarten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/170815_11_Hirschgarten.jpg\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"428\" class=\"alignnone size-full wp-image-39612\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wieder einen Tisch direkt am Gehege gefunden, Rehaugen und -schnauzen bewundert, die sich uns bettelnd entgegenreckten. Gef\u00fcttert wurden sie aber von G\u00e4sten ein paar Meter weiter, direkt unter dem Schild, auf dem ausf\u00fchrlich und innig darum gebeten wird, genau das nicht zu tun.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Christiane Frohmann hat einen Vortrag online gestellt, den sie im Mai auf den Solothurner Literaturtagen gehalten hatte:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/tell-review.de\/wer-verstehen-will-muss-mitspielen\/\" target=\"_blank\">&#8220;Wer verstehen will, muss mitspielen<br \/>\nDie Literatur erzeugt ganz selbstverst\u00e4ndlich virtuelle Realit\u00e4ten, doch kaum eine Branche tut sich so schwer mit \u201ediesem Internet\u201c. Eine Kritik der digitalen Performanz \u2013 und eine Aufforderung zum Mitspielen.&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Sehr interessant, gerade weil auch ich schon wieder beobachten muss, wie Menschen ohne eigenen Bezug zu Social Media in ihrem beruflichen Umfeld Unheil anrichten, weil sie glauben, durch das Lesen von drei Statistiken und einem Fachbuch die Social-Media-Geschicke lenken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<blockquote><p>Mithilfe von Kleists Marionettentheater-Aufsatz m\u00f6chte ich Entwicklungen beschreiben, die ich in den letzten Jahren im Internet beobachtet habe. Ich greife dabei nicht auf den Teil mit den Marionetten zur\u00fcck, sondern allein auf die Dornauszieher-Szene, wo es darum geht, dass jemand unbewusst sehr grazi\u00f6s ist, diese Grazie aber, sobald sie ihm bewusst wird, verlieren kann. Etwas \u00c4hnliches ist auch mit vielen Flow-Menschen im Internet geschehen.<\/p>\n<p>Das Netz wirkt immer da und dann grazi\u00f6s, wenn sich alle miteinander der Performanz \u00fcberlassen, neue Formen von Erfahrung, \u00c4sthetik und N\u00e4he zulassen, dies kann unbewusst oder reflektiert geschehen. Das Netz erscheint plump und wird faktisch b\u00f6se, wo es hermeneutisch r\u00fcckgekoppelt wird \u2013 im ersten Falle unbewusst, im zweiten manipulativ.<\/p>\n<p>Menschen, die sich im digitalen Flow durch g\u00fcnstige Umst\u00e4nde wie ein Fisch im Wasser bewegen k\u00f6nnen, sind dem unbewusst grazi\u00f6sen Dornauszieher bei Kleist vergleichbar. Dieser ist durch seine Naivit\u00e4t anziehend, er wei\u00df nicht, was er tut, und er sieht dabei gut aus. Dieser Zustand ist nach innen und au\u00dfen angenehm, der Dornauszieher ruht unzerrissen in sich selbst und l\u00f6st bei Betrachtenden Wohlgefallen aus. Im Internet waren viele Menschen in den sp\u00e4ten Nuller- und fr\u00fchen Zehnerjahren in dieser Phase, als in den sozialen Netzwerken die Grenzen verwischten zwischen Stars und Normalsterblichen, professionell und einfach so Schreibenden, Privatmenschen und \u00f6ffentlichen Personen, biologisch \u00c4lteren und J\u00fcngeren. Menschen poetisierten damals vor aller Augen virtuell, glaubten an Post Privacy und an gerechtere Gesellschaftsstrukturen, die sich antihierarchisch herausbildeten. Ein paar Jahre lang f\u00fchlte sich das Internet an wie Woodstock oder die Love Parade<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch klugerweise pl\u00e4diert Frohmann durchaus daf\u00fcr, sich offen mit dem best\u00e4ndigen Wandel des Web auseinander zu setzen.<\/p>\n<blockquote><p>Wer (&#8230;) klagt, wie es in Deutschland so mancher im 20. Jahrhundert gro\u00df gewordene Indiemusiker tut, die Jugend habe keine \u201erichtigen\u201c Bands oder \u00dcberzeugungen mehr, sagt performativ in der Mehrheitswirklichkeit von heute: Ich bin ein alter Sack, denn ich habe den Anschluss verloren. Weil er aber ein prominenter alter Sack ist, der f\u00fcr die Coolness von fr\u00fcher steht, werden sich im Netz immer gen\u00fcgend Menschen finden, die seine Tiraden teilen und liken, immer wieder, was diese zunehmend plausibler klingen l\u00e4sst.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Dass Sexismus in der Spitzengastronomie gro\u00dfen Einfluss hat, ist nicht neu. K\u00fcrzlich wurde das offensichtlich, als das Magazin <i>Rolling Pin<\/i> eine Liste mit den \u201e50 besten K\u00f6chen Deutschlands\u201c ver\u00f6ffentlichte \u2013 48 davon wei\u00df und m\u00e4nnlich.<\/p>\n<p>Ein Interview zum Ph\u00e4nomen in <i>Edition F<\/i>:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/editionf.com\/Sexismus-Gastronomie-Interview-Mary-Scherpe\" target=\"_blank\">&#8220;Mary Scherpe: &#8216;Manche glauben wirklich, dass es so wenige K\u00f6chinnen gibt, weil die Pfannen zu schwer sind&#8217;\u201c.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feiertag Mari\u00e4 Himmelfahrt. Ab sofort mache ich zwar Sportpause, um f\u00fcr den Wanderurlaub zu regenerieren und dem gereizten Nerv Heilzeit zu g\u00f6nnen. Ein wenig sanftes Krafttraining wollte ich gestern aber doch machen, deshalb spaziert ich an den Ostbahnhof zu &#8220;BodyArt (m.Schwungphase)&#8221;. Ja, so habe ich auch geschaut. 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