{"id":41191,"date":"2017-11-11T08:46:52","date_gmt":"2017-11-11T07:46:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=41191"},"modified":"2017-11-11T08:46:52","modified_gmt":"2017-11-11T07:46:52","slug":"journal-freitag-10-november-2017-mehr-buergerversammlung-und-die-beste-mischkassette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2017\/11\/journal-freitag-10-november-2017-mehr-buergerversammlung-und-die-beste-mischkassette.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 10. November 2017 &#8211; Mehr B\u00fcrgerversammlung und die beste Mischkassette"},"content":{"rendered":"<p>Morgens den Blogpost \u00fcber die B\u00fcrgerversammlung recht hastig geschrieben. Auf dem Weg in die Arbeit fielen mir dann viele Details ein, die ich auf die Schnelle vergessen hatte. Da waren die etwas skurrileren Antr\u00e4ge: Z.B. auf Schlie\u00dfung einer Autowerkstatt, weil deren Luftverschmutzung anwohnende Kinder gef\u00e4hrde &#8211; wurde abgelehnt (wo ich mich doch jedesmal beim Vorbeispazieren freue, dass es hier mitten in der Altstadt noch Hinterhof-Autoschrauber gibt). Oder auf Nutzung der Theresienwiese im Winter als Eislaufbahn: Die Stadtverwaltung konnte gleich mal anmerken, dass solch ein Antrag in der Vergangenheit bereits mehrmals gestellt worden war, dass der normale Winterverlauf kein Natureis erm\u00f6gliche, der Aufwand f\u00fcr Kunsteis als zu hoch eingestuft worden war &#8211; Antrag abgelehnt.<\/p>\n<p>Ein Anwohner fragte nach der weiteren Nutzung der Klinikgeb\u00e4ude zwischen Maistra\u00dfe und Thalkirchner Stra\u00dfe (es ist schon lange klar, dass diese Unikliniken an den Stadtrand verlegt werden). Zun\u00e4chst verwunderte mich das, weil ich Medienberichten entnommen zu haben glaubte, dass die LMU sie weiternutzen wird, nur halt f\u00fcr andere Fakult\u00e4ten. Doch aus der Reaktion des Bezirksausschusses lernte ich, dass das keineswegs feststeht und der Ausschuss deshalb sehr eng an den Verantwortlichen dran bleibt. Der Anfrager hatte als Negativbeispiel f\u00fcr Weiternutzung das Geb\u00e4ude des ehemaligen Arbeitsamts in der Maistra\u00dfe genannt: Der Ausbau zu Luxuswohnungen habe aus dem Bau mit eigentlich einladendem Innenhof eine Fremdk\u00f6rper in der Umgebung gemacht, der kein Leben erkennen lasse: &#8220;Ab und zu h\u00f6rt man einen Achtzylinder brummen&#8221;, sonst sei dort alles still und dunkel.<\/p>\n<p>Einem anderen Antrag entnahm ich, dass andere Bewohner des Bezirks 2 noch viel mehr mit den Randerscheinungen des Oktoberfests hadern als ich, zum Beispiel mit parkenden Reisebussen. Dieses \u00c4rgern hatte allerdings Form und Ausma\u00dfe, die bei mir den b\u00f6sen Reflex &#8220;Na warst hoit net do hi zog&#8217;n&#8221; ausl\u00f6ste (siehe Menschen, die billigen Baugrund an Bahnstrecken kaufen und dann L\u00e4rmschutz einfordern).<\/p>\n<p>Unter den Infos besonders interessant: Es gibt in unserem Bezirk sechs Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Obdachlose.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>An sich hatte ich gestern geplant, nach fr\u00fchem Feierabend endlich zur Hutmacherin in der Hans-Sachs-Stra\u00dfe zu gehen und mir einen Winterhut auszusuchen. Doch als es in der Arbeit doch sp\u00e4ter wurde, ging ich statt dessen Billigs\u00fc\u00dfkeiten einkaufen. Es regnete immer wieder, es war ein lustiges Schirmauf- und -zuklappen.<\/p>\n<p>Abend mit Herrn Kaltmamsell \u00fcber gutem Essen, ich traute mich sogar Alkohol (Migr\u00e4nerisiko). Ungew\u00f6hnlicherweise hatte ich dazu Lust auf Partymusik und shuffelte meine Playlist namens &#8220;Halligalli&#8221;. Darin sind auch die digitalisierten<br \/>\nMischkassetten enthalten, die ich seinerzeit von Freundinnen und Freunden bekam. Ich stellte fest, dass es zwar sehr viele bedeutende in meinem Leben gab, viele mit unglaublicher Hingabe zusammengestellt. Die dauerhafteste Auswirkung bis heute hat aber das Tape mit dem Titel &#8220;Right on!&#8221; von meiner englischen Freundin Kim: Kool &#038; the Gang, The Eliminators, The JB&#8217;s, Maceo, Lee Fields, Fred Wesley and JB&#8217;s, Merl Saunders, De-Hems, Bobby Bird, The Blackbirds, Tower of Power, Jesse Morrison, Clarence Wheeler &#038; the Enforcers, The Soul Tornadoes, The Untouchable Machine Shop. Lauter St\u00fccke, die ich seit Jahrzehnten gro\u00dfartig finde, die mich sofort zum Grooven bringen, aber noch nie woanders geh\u00f6rt habe.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Oh nein, nicht auch Louis C.K. Aufw\u00e4ndig recherchierte Geschichte in der <i>New York Times<\/i>:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2017\/11\/09\/arts\/television\/louis-ck-sexual-misconduct.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Louis C.K. Is Accused of Sexual Misconduct by 5 Women&#8221;.<\/a><br \/>\nhttps:\/\/www.nytimes.com\/2017\/11\/09\/arts\/television\/louis-ck-sexual-misconduct.html?smid=tw-nytimesarts&#038;smtyp=cur<\/p>\n<blockquote><p>For comedians, the professional environment is informal: profanity and raunch that would be far out of line in most workplaces are common, and personal foibles \u2014 the weirder the better \u2014 are routinely mined for material. But Louis C.K.\u2019s behavior was abusive, the women said.<\/p>\n<p>\u201cI think the line gets crossed when you take all your clothes off and start masturbating,\u201d Ms. Wolov said.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das muss man anscheinend extra betonen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ich kannte diesen Schweizer Psychoanalytiker Peter Schneider bislang nicht, aber durch dieses Interview ist er mir sehr sympathisch:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/mobile2.bernerzeitung.ch\/articles\/589e804aab5c372d65000001\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;&#8216;Die meisten starken Thesen sind v\u00f6lliger Humbug'&#8221;.<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Warten aufs Optimum \u00adbedeutet auch, dass man nie \u00adBefriedigung erf\u00e4hrt. Die gesellschaftliche Folge ist zum Beispiel der Mingle.<\/strong> Was ist das denn?<\/p>\n<p><strong>So bezeichnet man heute Menschen, die zwar mit einer Person schlafen, mit ihr die Wochen\u00adenden verbringen und sogar in die Ferien fahren, die sich aber grunds\u00e4tzlich als Single be\u00adtrachten.<\/strong> Ah, Sie meinen Freunde mit gewissen Vorz\u00fcgen. Wenn man einen guten Freund hat, mit dem man auch noch schl\u00e4ft, ist das doch okay.<\/p>\n<p><strong>Es kommt darauf an, ob beide von denselben Voraussetzungen ausgehen. Offenbar hat der Mingle ein Beziehungsproblem.<\/strong> Man k\u00f6nnte auch sagen, viele Ehen haben ein Beziehungsproblem. Der Mingle ist offenbar Ausdruck einer Beziehungsvielfalt, die in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat.<\/p>\n<p><strong>Es gibt sicher optimalere Konstellationen als eine unverbindliche Mingle-Beziehung?<\/strong> Was w\u00e4re denn eine optimalere Beziehungskonstellation?<\/p>\n<p><strong>Zum Beispiel eine Zweierbeziehung, in der man gegenseitig Verpflichtungen eingeht und Pl\u00e4ne schmiedet.<\/strong> Nichts dagegen. Aber warum soll man das verallgemeinern?<\/p>\n<p><strong>Unter Psychologen herrscht allgemein die Auffassung, dass man nur in einer stabilen Paarbeziehung Erf\u00fcllung und Intimit\u00e4t findet.<\/strong> Ich bezweifle das. In der Psychologie gibt es die Tendenz zu sagen: Der Mensch ist so und so, und er braucht zu seinem Gl\u00fcck genau dies und das. Es gibt aber keine solchen Konstanten, auf die man alles zur\u00fcckf\u00fchren kann.<\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/kathrinpassig\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@kathrinpassig<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/06aa5f2d283040cb87266a4298b447e3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens den Blogpost \u00fcber die B\u00fcrgerversammlung recht hastig geschrieben. Auf dem Weg in die Arbeit fielen mir dann viele Details ein, die ich auf die Schnelle vergessen hatte. 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