{"id":42158,"date":"2018-01-04T08:18:34","date_gmt":"2018-01-04T07:18:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=42158"},"modified":"2018-01-04T09:39:52","modified_gmt":"2018-01-04T08:39:52","slug":"journal-mittwoch-3-januar-2018-sturm-e-mobilitaet-die-bessere-kindheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2018\/01\/journal-mittwoch-3-januar-2018-sturm-e-mobilitaet-die-bessere-kindheit.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 3. Januar 2018 &#8211; Sturm, E-Mobilit\u00e4t, die bessere Kindheit"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr gestern war heftiger Sturm angesagt, umso verwunderter sa\u00df ich bis in den Vormittag bei mildestem Windlein im B\u00fcro, schaltete mal das Licht an, dann wieder aus, lie\u00df die Rollos mal runter, um auf dem Bildschirm \u00fcberhaupt etwas lesen zu k\u00f6nnen, zog sie wieder hoch. Aber er kam schon noch der Sturm, brachte waagrechten heftigen Regen mit und lie\u00df das B\u00fcrogeb\u00e4ude \u00e4chzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180103_03_Bueroblick.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180103_03_Bueroblick.jpg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"447\" class=\"alignnone size-full wp-image-42170\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bis Feierabend hatte sich das Wetter zum Gl\u00fcck beruhigt, ich kam trocken nach Hause. Unterwegs kaufte ich noch Obst ein; unter anderem hielt ich der Obsttandlerin eine seltsame Frucht hin: &#8220;Was ist das?&#8221; Es war eine Mangostin, von der ich zwei zum Probieren mitnahm, trotz der Warnung: &#8220;Schmeckt gut, ist aber teuer!&#8221;<\/p>\n<p>Nach dem k\u00f6stlichen <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Bdf3WoBgawX\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Nachtmahl, das Herr Kaltmamsell servierte<\/a>, kosteten wir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180103_07_Mangostin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180103_07_Mangostin.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"440\" class=\"alignnone size-full wp-image-42171\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sie schmeckte mir ausgesprochen gut (die zweite Frucht war leider zur H\u00e4lfte faulig).<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Geh\u00f6rt, als ich hinter einem jungen Mann und einer jungen Frau herging:<br \/>\n&#8220;Deine Mutter hat ja gesagt, dass ich ganz sch\u00f6n dominant bin.&#8221;<br \/>\n(Jetzt raten Sie mal, ob das von der Frau oder dem Mann kam.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Mein <i>pet peeve<\/i> Automobilindustrie und das komplett verzerrte Thema Elektromobilit\u00e4t (hat eigentlich schon mal eine Journalistin durchgerechnet, wie viel \u00f6ffentliche F\u00f6rdergelder diese Branche zu Forschung und Entwicklung Elektromobilit\u00e4t in den vergangenen Jahrzehnten bekommen hat?): <i>brandeins<\/i> hat mit dem Soziologieprofessor und Verkehrsforscher Andreas Knie gesprochen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2018\/reset\/die-wollen-keinen-neustart\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;&#8216;Die wollen keinen Neustart'&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Knie thematisiert endliche einen Punkt, der meiner \u00dcberzeugung zu wenig bedacht wird: Die Stellung des Privat-Pkw als Konsumgut statt Investitionsgut.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie k\u00f6nnte man Ihrer Einsch\u00e4tzung nach einen sinnvollen Neustart gestalten?<\/strong><\/p>\n<p>Indem man zuerst noch einmal in die Vergangenheit schaut und sich fragt, wie wir eigentlich in die heutige Situation gekommen sind. Und da ist festzustellen, dass wir seit Ende der Zwanzigerjahre in Deutschland \u2013 also seit mehr als 90 Jahren \u2013 alles daf\u00fcr getan haben, dass die Menschen ihr privates Auto bekommen. Angefangen bei der Stadt- und Infrastrukturplanung \u00fcber das Verkehrsrecht bis hin zur Bauplanung. Das Auto war und ist der ganz elementare Teil vom privaten Gl\u00fcck. Das fing mit der gelockerten, gegliederten Stadt an, in der die Distanzen nur mit einem Automobil \u00fcberbr\u00fcckt werden konnten. Autobahnen wurden gebaut, ohne dass die Bev\u00f6lkerung anfangs Autos hatte. Die konnte sich kaum jemand leisten. Damit sich das \u00e4ndert, hat man eine Steuergesetzgebung eingef\u00fchrt, bei der die R\u00fcckerstattung h\u00f6her war als die tats\u00e4chlichen Kosten f\u00fcr ein Auto. Die Reichsgaragen-Ordnung wurde zu gro\u00dfen Teilen bis heute weitergef\u00fchrt, sodass \u00fcberall Stellpl\u00e4tze f\u00fcr Autos gebaut werden mussten. Diese gesamte Mechanik, die dem Volk das Auto als privates Gl\u00fcck verkauft, existiert bis heute ungebrochen weiter. In den vergangenen Jahren ist die Fahrzeugflotte immer weiter gewachsen, wir lagen immer zwischen 0,8 und 2,5 Prozent j\u00e4hrlichem Plus, selbst in der Wirtschaftskrise 2009. Heute haben wir etwas mehr als 45 Millionen Pkw im Land. Und davon m\u00fcssen wir unbedingt runter.<\/p><\/blockquote>\n<p>Denn, und das sagt Knie nicht: Es ist aus verschiedenen Gr\u00fcnden unm\u00f6glich und unsinnig, die bestehende Flotte an privaten Verbrennungsmotor-Pkw durch Elektroautos zu ersetzen. Unm\u00f6glich unter anderem: E-Autos werden sehr wahrscheinlich nicht so billig sein k\u00f6nnen wie die heutigen, weil die Rohstoffe f\u00fcr die Batterien deutlich knapper und teurer sind. Unsinnig unter anderem: Schon jetzt ist seit Jahren der Verkehrskollaps der St\u00e4dte deutlich, mit Abstand in erster Linie verursacht durch Privat-Pkw.<\/p>\n<p>Ausgespart wird in Knies Vorschl\u00e4gen auch die Versorgungssituation in Nicht-St\u00e4dten: Home Office statt Pendeln sch\u00f6n und gut &#8211; aber dann braucht es in den Wohnd\u00f6rfern (statt zwischen ihnen und nur mit dem Auto erreichbar) endlich auch wieder Lebensmittelgesch\u00e4fte, Apotheken, Buchl\u00e4den, Arztpraxen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Gestern gingen die Ergebnisse einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen durch die Medien, nach denen junge Fl\u00fcchtlinge vor allem aus Nordafrika deutlich mehr Gewalttaten begehen als schon lange einheimische. Die gute Nachricht ging dabei leider unter.<\/p>\n<p>Kinder wachsen heute reichlich anders auf als wir um die 50 seinerzeit aufgewachsen sind. Auch wenn ich den Impuls habe, Abweichungen von der einen oder anderen H\u00e4rte der eigenen Kindheit als Verweichlichung zu sehen und mich mit Vergn\u00fcgen \u00fcber die Ausw\u00fcchse \u00fcberidentifizierter Eltern lustig mache (&#8220;Wir haben&#8217;s jetzt ja doch aufs Gymnasium geschafft.&#8221; &#8220;Unsere Lehrerin hat \u00fcber die Ferien eine Recherche aufgegeben, aber meine Tochter soll sich auch mal ausruhen, deshalb rufe ich bei Ihnen an: Haben Sie Informationen zu XY?&#8221;): Im Durchschnitt l\u00e4uft heute einiges erheblich besser als seinerzeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Kinderdok.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Kinderdok.jpg\" alt=\"\" width=\"514\" height=\"135\" class=\"alignnone size-full wp-image-42159\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ist die Jugendkriminalit\u00e4t in Deutschland von 2007 bis 2015 um die H\u00e4lfte zur\u00fcckgegangen.<\/li>\n<li>Auch die Brutalit\u00e4t bei Straftaten nimmt laut einer Studie aus Bayern ab.<\/li>\n<li>Als Ursache f\u00fcr den Trend sehen die Forscher den R\u00fcckgang der Gewalt in Familien und geringere Arbeitslosigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Ganzer Artikel aus der <i>S\u00fcddeutschen<\/i>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/studie-zur-jugendkriminalitaet-mehr-liebe-weniger-hiebe-1.3811190\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;&#8216;Mehr Liebe, weniger Hiebe'&#8221;.<\/a><br \/>\nvia <a href=\"https:\/\/twitter.com\/spreeblick\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@spreeblick<\/a><\/p>\n<p>Durchaus mit einem Caveat:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn es um gesellschaftliche Entwicklungen wie die Jugendkriminalit\u00e4t geht, lassen sich Kausalit\u00e4ten nie im strikten Sinne belegen. Dazu m\u00fcssten Forscher Versuchsanordnungen aufbauen. Sie m\u00fcssten experimentieren, Kontrollgruppen bilden, manche Probanden etwa bewusst elterlichen Misshandlungen aussetzen, andere nicht. Weil das nicht geht, k\u00f6nnen die Kriminologen nur interessante Korrelationen herausarbeiten, mehr nicht. Und man kann gegen ihre 68er-These auch einwenden: F\u00fcr die Generation des Kriminologen Christian Pfeiffer, Jahrgang 1944 und SPD-Mitglied seit 1969, liegt es nahe, jenen Wandel, den sie selbst einst mit erk\u00e4mpft haben, heute zum Dreh- und Angelpunkt einer Gesellschaftsbetrachtung zu machen.<\/p>\n<p>Trotzdem spricht viel f\u00fcr ihre These. Forscher auch anderer Couleur und in anderen L\u00e4ndern beobachten diesen Zusammenhang seit Jahren: Der gr\u00f6\u00dfte gemeinsame Nenner unter Gewaltt\u00e4tern ist, statistisch gesehen, dass sie in ihrer Kindheit geschlagen wurden. Hunderte Studien weisen darauf hin. Dieses biografische Merkmal korreliert am st\u00e4rksten mit gewaltt\u00e4tigem Verhalten; st\u00e4rker als Religion, Herkunft, Wohlstand oder Bildung.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Sensationelle Bilder:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.com\/magazine\/2018\/01\/photo-journal-birds-paths-migration-starling\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;If Birds Left Tracks in the Sky, They\u2019d Look Like This&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/maxplanckpress\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@maxplanckpress<\/a><\/p>\n<p>In Wirklichkeit wurden dadurch endlich die geheimen Chemtrails der V\u00f6gel sichtbar gemacht. Be afraid, be very afraid. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/0f5e338900b24c4f99077efc7f2f4997\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr gestern war heftiger Sturm angesagt, umso verwunderter sa\u00df ich bis in den Vormittag bei mildestem Windlein im B\u00fcro, schaltete mal das Licht an, dann wieder aus, lie\u00df die Rollos mal runter, um auf dem Bildschirm \u00fcberhaupt etwas lesen zu k\u00f6nnen, zog sie wieder hoch. 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