{"id":43386,"date":"2018-03-19T06:08:10","date_gmt":"2018-03-19T05:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=43386"},"modified":"2018-03-19T16:09:26","modified_gmt":"2018-03-19T15:09:26","slug":"journal-sonntag-18-maerz-2018-kein-sport-und-call-me-by-your-name","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2018\/03\/journal-sonntag-18-maerz-2018-kein-sport-und-call-me-by-your-name.htm","title":{"rendered":"Journal Sonntag, 18. M\u00e4rz 2018 &#8211; Kein Sport und <i>Call me by your name<\/i>"},"content":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, gebloggt, Laufklamotten f\u00fcr K\u00e4lte herausgesucht, damit ins Bad gegangen &#8211; doch eben die K\u00e4lte drau\u00dfen inklusive grauem Himmel und Schneeflecken auf dem gefrorenen Boden verdarb mir die Lust. Ich lie\u00df den Sport gestern bleiben, holte stattdessen nach dem Duschen Semmeln beim B\u00e4cker Wimmer (weil der die guten, langsam gegangenen Handsemmeln hat).<\/p>\n<p>Nachmittags spazierte ich zu den Museumlichtspielen, um mir <i>Call me your name<\/i> anzusehen. Es stand eine Schlange bis zehn Meter drau\u00dfen und ich bef\u00fcrchtete schon Schlimmes, bekam aber noch einen Platz.<\/p>\n<p>Beim Gucken f\u00fchlte ich mich lange unwohl und wusste nicht recht warum. Bis auch in meinem Bewusstsein ankam, dass der Film mitten in den 80ern spielte &#8211; eine nicht-bewusste Seite meiner Wahrnehmung war wohl so sehr mit Handling und Wegschieben all der Emotionen besch\u00e4ftigt, die ich mit diesen Jahren verbinde, gerade auch mit Sommer und mit Italien, dass ich mich nicht entspannt auf den Film einlassen konnte. Mit der Zeit entspannte ich mich zwar etwas, wurde aber traurig. Ich glaube schon, dass <i>Call me your name<\/i> ein sehr guter Film war: James Ivory bekam f\u00fcrs adaptierte Drehbuch einen Oscar, und tats\u00e4chlich glaubte ich einen typischen Ivory vor mir zu haben, nur ohne historische Kost\u00fcme (au\u00dfer man z\u00e4hlt Adidas-Shorts, wei\u00dfe Basketballstiefel und Bundfaltenhosen mit hoher Taille als <i>period costume<\/i>). Empfehlen kann ich ihn auf jeden Fall schon mal. Aber um erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen warum &#8211; daf\u00fcr brauche ich erst mal noch ein Weilchen zur Verarbeitung.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnschte, mir h\u00e4tte seinerzeit jemand bei Liebeskummer und sonstiger Verzweiflung den Tipp gegeben: &#8220;Versuch nicht, den Schmerz auszul\u00f6schen; du l\u00f6schst damit auch die vorherige Freude aus.&#8221; Dann k\u00f6nnte ich heute vielleicht mit meinen Erinnerungen an die 80er umgehen.<\/p>\n<p>Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell <a href=\"https:\/\/magentratzerl.net\/2016\/02\/02\/sellerie-au-gratin\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Sellerielasagne<\/a> &#8211; nur dass er die Sahne vergessen hatte. Jetzt wissen wir, dass in der Sahne das Geheimnis steckt, warum das Gericht auch Menschen schmeckt, die Sellerie eigentlich nicht m\u00f6gen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Der heftige Schneefall im Osten und Norden Deutschland hat am Samstag den Bahnverkehr sehr behindert &#8211; auch die Reisebewegungen um die Leipziger Buchmesse. Verleger und Autor Jo Lendle <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JoLendle\/status\/975088272815919104\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hat auf Twitter dieses daraus gemacht<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Auf dem Blog des Beit Hatfutsot Museum of the Jewish People in Tel Aviv (das ich w\u00e4hrend meines wundersch\u00f6nes Jahreswechselurlaubs 2013\/2014 besucht hatte), steht eine lesenswerte Geschichte \u00fcber die Institution des Shabbes Goj (Umschriften vom Hebr\u00e4ischen ins lateinische Alphabet wie immer wild durcheinander &#8211; selbst in Tel Aviv waren auf Stra\u00dfenschildern die lateinischen Umschriften desselben Stra\u00dfennamens unterschiedlich).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bh.org.il\/blog-items\/shabbos-goy-rescue\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;The Shabbos Goy to the Rescue&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Hystri_cidae\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@istrice<\/a><\/p>\n<blockquote><p>In 1993 General Colin Powell visited the State of Israel. Upon meeting then-Prime Minister Yitzchak Shamir, he is said to have greeted the surprised Shamir with \u201cmir kenen redn Yiddish!\u201d (\u201cWe can speak Yiddish!\u201d)<\/p>\n<p>Powell, the son of Jamaican immigrants who was born in Harlem and raised in the South Bronx of New York City, did not learn Yiddish at home. Rather, Powell picked up his Yiddish by his interactions with his Jewish neighbors, including serving as a Shabbos goy.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich kannte auch diese Erscheinung bereits aus der <i>Tante Jolesch<\/i>, doch mir war nicht klar, dass der Shabbes Goj in den USA so etabliert ist\/war: In dem Text liest es sich, als sei die T\u00e4tigkeit das m\u00e4nnliche Pendant zum Babysitten der Teenager-M\u00e4dchen.<\/p>\n<blockquote><p>Though religious and ethnic communities often existed in different spheres, separate from one another, the Shabbos goy was an opportunity for Jews and non-Jews to meet their neighbors and learn more about each other.<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/b35b9484ba734525a634d92441aacc51\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, gebloggt, Laufklamotten f\u00fcr K\u00e4lte herausgesucht, damit ins Bad gegangen &#8211; doch eben die K\u00e4lte drau\u00dfen inklusive grauem Himmel und Schneeflecken auf dem gefrorenen Boden verdarb mir die Lust. 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