{"id":43524,"date":"2018-03-28T05:38:55","date_gmt":"2018-03-28T04:38:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=43524"},"modified":"2018-03-28T05:38:55","modified_gmt":"2018-03-28T04:38:55","slug":"journal-dienstag-27-maerz-2018-kein-fieber-kein-krank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2018\/03\/journal-dienstag-27-maerz-2018-kein-fieber-kein-krank.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 27. M\u00e4rz 2018 &#8211; Kein Fieber, kein krank"},"content":{"rendered":"<p>Als mich nach fast zehn Stunden tiefem Schlaf der Wecker weckte, ging es mir schon viel besser, Fieber war auch weg. Aber ich war vern\u00fcnftig und ging nach Duschen und Irgendwasanziehen zur \u00c4rztin &#8211; um vor verschlossener T\u00fcr zu stehen. Als ich zum zweiten Mal klingelte, meldete sich eine Angestellte \u00fcber die Gegensprechanlage: Frau Doktor komme erst um acht Uhr. Das wusste ich durchaus, war aber gewohnt, dass man als Patientin ohne Termin ab 7 Uhr im Wartezimmer Schlange sitzen konnte. Jetzt wohl nicht mehr. Auf dem Heimweg w\u00e4gte ich ab:<br \/>\n&#8211; Ab acht Uhr w\u00fcrden die Patienten und Patientinnen mit Termin kommen, ebenso alle akuten F\u00e4lle wie ich, das hie\u00df: Ein Vormittag im Wartezimmer.<br \/>\n&#8211; Bis acht Uhr w\u00fcrde ich mich sicher nicht wieder ins Bett legen.<br \/>\n&#8211; Eigentlich ging&#8217;s mir schon viel besser, ich konnte schon wieder in meinem gewohnten zackigen Tempo gehen.<br \/>\nAlso ging ich in die Arbeit.<\/p>\n<p>Womit ich ein gro\u00dfes Risiko einging, denn es war klar: Ich hatte jedes Anrecht auf Jammern \u00fcber welche Folgen auch immer vertan. Selbst wenn mich ein Fieberschub unter den Schreibtisch w\u00fcrfe, d\u00fcrfte ich nur r\u00f6cheln: &#8220;Geht schon&#8230;&#8221; Es ging tats\u00e4chlich sehr gut, ich musste nur wenig husten, kr\u00e4nklich f\u00fchlte ich mich erst wieder ab Mittag. Der lieben Kollegin, die sich vorsichtig erkundigte, ob ich mich heute nicht so wohl f\u00fchlte, reichte die Erkl\u00e4rung: &#8220;Bin nur ungeschminkt.&#8221;<\/p>\n<p>Ich fand gar nicht schlecht, von reichlich Arbeit abgelenkt zu werden, ging dennoch fr\u00fcher als sonst nach Hause &#8211; in gewohntem Tempo.<\/p>\n<p>Daheim empfing mich Herr Kaltmamsell mit j\u00fcdischem Penizillin (Hiehnebriehe) &#8211; er hatte seine Ferien perfekt genutzt. Nach zwei Tellern davon (mit Suppennudeln und ausgel\u00f6stem H\u00fchnerfleisch) war ich bettschwer und ging schon um sieben Schlafen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Schmerzhaft, aber es war nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre nur eine Frage der Zeit, bis diese Frage gestellt wurde:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/magazine\/archive\/2015\/04\/is-it-time-for-the-jews-to-leave-europe\/386279\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Is It Time for the Jews to Leave Europe?&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Sie kommt von <i>Atlantic<\/i>&#8211;<i>Editor in chief<\/i> Jeffrey Goldberg.<\/p>\n<blockquote><p>a very old Jewish question: Do you have a bag packed?<\/p><\/blockquote>\n<p>Denn die tats\u00e4chlich christlich-j\u00fcdische Tradition in Europa ist leider dies:<\/p>\n<blockquote><p>One of the least surprising phenomena in the history of civilization, in fact, is the persistence of anti-Semitism in Europe, which has been the wellspring of Judeophobia for 1,000 years. The Church itself functioned as the centrifuge of anti-Semitism from the time it rebelled against its mother religion until the middle of the 20th century.<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/2cd98aa4e8324b8ea2aa26c13d9c4874\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als mich nach fast zehn Stunden tiefem Schlaf der Wecker weckte, ging es mir schon viel besser, Fieber war auch weg. Aber ich war vern\u00fcnftig und ging nach Duschen und Irgendwasanziehen zur \u00c4rztin &#8211; um vor verschlossener T\u00fcr zu stehen. 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