{"id":43557,"date":"2018-03-30T06:59:58","date_gmt":"2018-03-30T05:59:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=43557"},"modified":"2018-03-30T06:59:58","modified_gmt":"2018-03-30T05:59:58","slug":"journal-donnerstag-29-maerz-2018-m-r-carey-the-girl-with-all-the-gifts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2018\/03\/journal-donnerstag-29-maerz-2018-m-r-carey-the-girl-with-all-the-gifts.htm","title":{"rendered":"Journal Donnerstag, 29. M\u00e4rz 2018 &#8211; M.R. Carey, <i>The girl with all the gifts<\/i>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_carey.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_carey.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"237\" class=\"alignnone size-full wp-image-43430\" \/><\/a><\/p>\n<p>Letztes Jahr sah ich im Kino einen Trailer um ein interessantes schwarzes Kind und fl\u00fcsterte dem neben mir sitzenden Herrn Kaltmamsell zu: &#8220;Den will ich sehen.&#8221; Doch der winkte ab: &#8220;Zombiefilm. Ich habe die Romanvorlage daheim.&#8221; So hatte der Trailer gar nicht ausgesehen. Das ganze Zombiedings interessiert mich ja nicht, doch als k\u00fcrzlich mein Blick auf dem Roman in unserem B\u00fccherregal fiel, zog mich der Titel an: <i>The girl with all the gifts<\/i>. Und so bekam ich meine erste Zombiegeschichte &#8211; die ich auch noch empfehle.<\/p>\n<p>Gefesselt war ich von der ersten Seite an: Wir lernen das Kind Melanie kennen. Sie und andere Kinder leben in kleinen, stark gesicherten und fensterlosen Gef\u00e4ngniszellen, aus denen sie jeden Morgen von drei Soldaten abgeholt werden. Die Soldaten fixieren sie dazu an H\u00e4nden, F\u00fc\u00dfen und Kopf an Rollst\u00fchlen und rollen sie in ein fensterloses Schulzimmer, in dem sie von durchwechselnden Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Melanies mit Abstand liebste Lehrerin ist Miss Justineau, weil sie von der am meisten lernt &#8211; und Melanie lernt schwindelerregend schnell.<\/p>\n<p>Wie es zu dieser ungew\u00f6hnlichen Unterrichtssituation kommt, erz\u00e4hlen die ersten Kapitel: Wir befinden uns in einem postapokalyptischen England, der gr\u00f6\u00dfte Teil er Menschheit wurde von einem Pilz befallen, der ihnen alle Menschlichkeit nahm und sie zu <i>hungries<\/i> machte, nur auf das Fressen anderer Menschen ausgerichtet. Wilder politischer Aktionismus direkt nach Ausbruch der Epidemie hat zu weiteren Verheerungen gef\u00fchrt, die Leben nur in wenigen Gebieten m\u00f6glich machen. Hier wird unter anderem auch die Wirkungsweise des Pilzes wissenschaftlich erforscht.<\/p>\n<p>Doch der Kreis der handelnden Personen, um die sich die Kapitel zun\u00e4chst abwechselnd drehen, wird immer kleiner: F\u00fcnf Hauptfiguren m\u00fcssen fliehen. Auf ihrer Reise wird klarer, was eigentlich passiert ist, in welcher Welt sie leben, was das Besondere an Melanie ist &#8211; und wie es nach Ende des Buchs weitergehen wird: Selten habe ich einen so gut gemachten Romanschluss gelesen.<\/p>\n<p>Warum die Geschichte mich angesprochen hat: Ich mag das Motiv verkanntes Genie, ich lese gerne \u00fcber tiefe Freundschaft und Loyalit\u00e4t, es gibt viele Referenzen auf die Antike (\u00fcbersetzen Sie den Buchtitel mal ins Griechische). Zudem ist die Entwicklung der Hauptfigur faszinierend: Man kann den Kampf einer 10-\/11-j\u00e4hrigen mit erwachenden Urinstinkten, mit Kontrollverlust, mit eigener Macht, Liebe und Selbsterkenntnis ganz wunderbar als Coming-of-age-Geschichte lesen.<\/p>\n<p>Wenn ich eine einzige Kritik an dem sonst handwerklich hervorragend gemachten Roman habe, dann ein paar L\u00e4ngen: 50 Seiten weniger h\u00e4tten dem Rhythmus des zweiten Teils gut getan.<\/p>\n<p>Jetzt hat mir Herr Kaltmamsell nat\u00fcrlich <i>I am legend<\/i> von Richard Matheson aus dem Jahr 1954 hingelegt: &#8220;Dann solltest du den auch gelesen haben.&#8221; Na gut &#8211; so lange mich niemand zwingt, <i>The night of the living dead<\/i> anzusehen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Es ist weiterhin k\u00fchl, am gestrigen Gr\u00fcndonnerstag mit einer Mischung aus Regen und Sonne. Den Heimweg von der Arbeit verl\u00e4ngerte ich auf eine Stunde, um mich ein wenig durchzupusten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180329_06_Griesoss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/180329_06_Griesoss.jpg\" alt=\"\" width=\"423\" height=\"475\" class=\"alignnone size-full wp-image-43561\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie erbeten empfing mich Herr Kaltmamsell mit Grieso\u00df, inzwischen hier klassisches Gr\u00fcndonnerstagessen &#8211; ohne interessanten Wein, der Infekt hat mir die Lust auf Alkohol genommen (ich hatte einen spanischen Sauvignon Blanc dazu probieren wollen). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/1510bf4e30344c44810f11e8e051d1d8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Jahr sah ich im Kino einen Trailer um ein interessantes schwarzes Kind und fl\u00fcsterte dem neben mir sitzenden Herrn Kaltmamsell zu: &#8220;Den will ich sehen.&#8221; Doch der winkte ab: &#8220;Zombiefilm. 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