{"id":47579,"date":"2018-10-18T05:41:39","date_gmt":"2018-10-18T03:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=47579"},"modified":"2018-10-18T05:41:39","modified_gmt":"2018-10-18T03:41:39","slug":"journal-mittwoch-17-oktober-2018-neue-pokemon-schneiderin-pizza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2018\/10\/journal-mittwoch-17-oktober-2018-neue-pokemon-schneiderin-pizza.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 17. Oktober 2018 &#8211; Neue Pok\u00e9mon, Schneiderin, Pizza"},"content":{"rendered":"<p>Gestern wiederum w\u00e4re die M\u00f6glichkeit zum Ausschlafen recht gewesen: Der Wecker riss mich aus tiefsten Tiefen, ich war erstmal desorientiert.<\/p>\n<p>Auf dem Weg in die Arbeit gab es neue Pok\u00e9mon zu fangen, das war nett.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/181017_01_Bueroblick.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/181017_01_Bueroblick.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"505\" class=\"alignnone size-full wp-image-47601\" \/><\/a><\/p>\n<p>Goldenes Leuchten w\u00e4hrend des Arbeitstags.<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg brachte ich eine neue Manomama-Jeans zur \u00c4nderungsschneiderin, damit sie diese in mein Hohlkreuz schneidert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/181017_04_Schneiderin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/181017_04_Schneiderin.jpg\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"459\" class=\"alignnone size-full wp-image-47602\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Abendessen hatten wir frei: Der Ernteanteil ist restlos aufgebraucht. Es gab Pizza bei Viva Maria. Offensichtlich hat der P\u00e4chter gewechselt (neue Karte, neue Musik, neues Personal), doch auch die neue K\u00e4sepizza schmeckte mir gut.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Margarete Stokowski beim <em>Spiegel<\/em>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/maennliche-paranoia-gruselige-zeiten-fuer-frauen-kommentar-a-1233523.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;M\u00e4nnliche Paranoia<br \/>\nGruselige Zeiten &#8211; f\u00fcr wen?&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Es ist zynisch. Ich bekomme die meisten Gewalt- oder Morddrohungen, wenn ich \u00fcber Gewalt gegen Frauen schreibe. Es reicht, die Kriminalstatistik zu zitieren, laut der in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner get\u00f6tet wird, oder darauf hinzuweisen, dass auch deutsche M\u00e4nner gelegentlich Frauen bel\u00e4stigen, und schon schreibt irgendeine verlorene Seele: &#8220;Ihr Zecken werdet bald brennen. Du Hure. Du verdammtes St\u00fcck Dreck bist bald f\u00e4llig&#8221;, und: &#8220;Du Schlampe geh\u00f6rst erschossen. Kriegst du nicht genug Schw\u00e4nze oder was ist los?&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Es sitzen so viele inkompetente M\u00e4nner auf irgendwelchen Posten &#8211; wenn es ein wirksames Mittel w\u00e4re, ihnen wahllos Bel\u00e4stigung vorzuwerfen, um sie loszuwerden, h\u00e4tte sich das unter Frauen l\u00e4ngst rumgesprochen. Trotzdem h\u00e4lt sich der Mythos der Bedrohung f\u00fcr M\u00e4nner beharrlich &#8211; egal, wie viele Statistiken dagegensprechen. Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/sexualisierte-gewalt-der-mythos-der-falschen-beschuldigung-1.4166540\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;S\u00fcddeutsche&#8221; hat gerade wieder erkl\u00e4rt<\/a>, &#8220;dass es f\u00fcr M\u00e4nner wahrscheinlicher ist, selbst Opfer einer Vergewaltigung zu werden als f\u00e4lschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt zu werden&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Es soll ja Ausbilderinnen geben, die ihre Auszubildenden darauf hinweisen, in Wirklichkeit seien sie dazu da, damit die Ausbilderin etwas lernt. Und ich bitte Herrn Kaltmamsell hin und wieder, sich zu bestimmten Themen etwas von seinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern beibringen zu lassen. Deshalb las ich besonders interessiert:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vice.com\/de\/article\/598jdq\/semesterstart-dozenten-professoren-erzahlen-was-sie-von-ihren-studierenden-gelernt-haben\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Dozenten und Professoren erz\u00e4hlen, was sie von ihren Studierenden gelernt haben&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Seyda Kurt schreibt \u00fcber<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ze.tt\/vertragsarbeiterinnen-in-der-ddr-heute-koennen-sie-keine-kinder-mehr-kriegen-weil-sie-kaputt-sind\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Vertragsarbeiter*innen in der DDR: &#8216;Heute k\u00f6nnen sie keine Kinder mehr kriegen, weil sie kaputt sind'&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Isolation, rassistische Gewalt, Abtreibungszwang \u2212 das erlebten Vertragsarbeiter*innen in der DDR. Rund 60.000 von ihnen kamen aus Vietnam. Drei Zeitzeug*innen erz\u00e4hlen uns ihre Geschichte.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Am Tag nach der Mauer\u00f6ffnung sei Tuans Mutter zur Arbeit gegangen, am Eingang der Fabrik habe ihr ein Schild mitgeteilt: geschlossen. \u201eWir Vietnamesen wurden nie aufgekl\u00e4rt, was \u00fcberhaupt passiert war. Wir haben die Wende nicht mitbekommen\u201c, sagt er. Die meisten Vertr\u00e4ge waren nun ung\u00fcltig, knapp 80 Prozent der Vertragsarbeiter*innen standen ohne Arbeit auf der Stra\u00dfe. Bis zur Kl\u00e4rung des Aufenthaltes 1997 war Berlin f\u00fcr sie noch eine geteilte Stadt, im Pass stand: \u201eGewerbe und Erwerbst\u00e4tigkeit nicht gestattet, au\u00dfer im Beitrittsgebiet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Den Anthropologie-Professor David Graeber <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2017\/08\/journal-donnerstag-17-august-2017-herausforderung-ernteanteil.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">habe ich schon mal mit seiner Beobachtung zitiert, dass der Kapitalismus immer mehr \u00fcberfl\u00fcssige Jobs produziert<\/a>. Das hat er mittlerweile in einem Buch ausgef\u00fchrt, hier ein Interview dar\u00fcber:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/roarmag.org\/essays\/graeber-bullshit-jobs-interview\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Imagining a world with no bullshit jobs&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p><strong>You make a distinction between bullshit jobs and shit jobs in your book. Can you talk a little bit about the distinction between the two?<\/strong><\/p>\n<p>Well it\u2019s fairly straightforward: shit jobs are just bad jobs. Ones you\u2019d never want to have. Back-breaking, underpaid, unappreciated, people who are treated without dignity and respect\u2026 The thing is for the most part, shit jobs aren\u2019t bullshit, in the sense of pointless, nonsensical, because actually they usually involve doing something that genuinely needs to be done: driving people around, building things, taking care of people, cleaning up after them\u2026<\/p>\n<p>Bullshit jobs are most often paid quite well, involve nice benefit packages, you\u2019re treated like you\u2019re important and actually are doing something that needs to be done \u2014 but in fact, you know you\u2019re not. So in that way they\u2019re typically opposites.<\/p>\n<p><strong>How many of these bullshit jobs do you think could be eliminated and what kind of impact could that have on society?<\/strong><\/p>\n<p>Well pretty much all of them \u2014 that\u2019s kind of the whole point. Bullshit jobs are ones where the person doing them secretly believes that if the job (or even sometimes the entire industry) were to disappear, it would make no difference \u2014 or perhaps, as in the case of say telemarketers, lobbyists, or many corporate law firms, the world would be a better place.<\/p>\n<p>And that\u2019s not all: think of all the people doing real work in support of bullshit jobs, cleaning their office buildings, doing security or pest control for them, looking after the psychological and social damage done to human beings by people all working too hard on nothing. I\u2019m sure we could easily eliminate half the work we\u2019re doing and that would have major positive effects on everything from art and culture to climate change.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Nowadays the vast majority of corporate profits don\u2019t come from making or selling things but from \u201cfinance\u201d, which is a euphemism for other peoples\u2019 debts \u2014 charging rents and fees and interest and whatnot. It\u2019s feudalism in the classic definition, \u201cdirect juro-political extraction\u201d as they sometimes put it.<\/p>\n<p>This also means the role of government is very different: in classic capitalism it just protects your property and maybe polices the labor force so they don\u2019t get too difficult, but in financial capitalism, you\u2019re extracting your profits through the legal system, so the rules and regulations are absolutely crucial, you basically need the government to back you up as you shake people down for their debts.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern wiederum w\u00e4re die M\u00f6glichkeit zum Ausschlafen recht gewesen: Der Wecker riss mich aus tiefsten Tiefen, ich war erstmal desorientiert. Auf dem Weg in die Arbeit gab es neue Pok\u00e9mon zu fangen, das war nett. Goldenes Leuchten w\u00e4hrend des Arbeitstags. 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