{"id":49767,"date":"2019-01-30T07:00:13","date_gmt":"2019-01-30T06:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=49767"},"modified":"2019-02-12T15:51:26","modified_gmt":"2019-02-12T14:51:26","slug":"journal-dienstag-29-januar-2019-berlin-muenchen-und-das-deutsche-krokodil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2019\/01\/journal-dienstag-29-januar-2019-berlin-muenchen-und-das-deutsche-krokodil.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 29. Januar 2019 &#8211; Berlin-M\u00fcnchen und <i>Das deutsche Krokodil<\/i>"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe den Eindruck, Sie wissen die Lebensweisheit, die den gestrigen Text abschloss, nicht ausreichend zu w\u00fcrdigen. Auch auf Twitter war das Echo eher verhalten. Wenn Sie bitte nochmal nachlesen, ich warte so lange.<\/p>\n<p>Immer noch nicht?<br \/>\nAndere w\u00fcrden 200-seitige Lebenshilfe-Bestseller drumrum schreiben! Und eine Netflix-Serie!<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Der Dornr\u00f6schenschlosszauber wirkte kein zweites Mal, nach einer unruhigen Nacht wachte ich gestern fr\u00fch auf. Das gab mir aber Gelegenheit f\u00fcr eine Plauderei \u00fcber Morgenkaffee mit der Gastgeberin, von ihrer Tochter lie\u00df ich mich \u00fcber die Mathematikerin Sophie Germain informieren (Schulprojekt).<\/p>\n<p>Zum Bahnhof rollkofferte ich wieder zu Fu\u00df (frische Luft! die Sehnsucht danach ist m\u00f6glicherweise das ultimative Erwachsenenkriterium). Es war frostig und glatt geworden, zum Gl\u00fcck hatte ich reichlich Zeit f\u00fcr den Weg einkalkuliert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190129_07_Zugfahrt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190129_07_Zugfahrt.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"448\" class=\"alignnone size-full wp-image-49780\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ereignislose ICE-Fahrt, wir erreichten M\u00fcnchen fast p\u00fcnktlich (k\u00f6nnen Sie eine Autofahrt von Berlin nach M\u00fcnchen auf zehn Minuten genau planen? eben). Dank funktionierendem WLAN konnte ich bloggen, dann las ich Mangolds <i>Das deutsche Krokodil<\/i> aus. Ich hatte es gern gelesen, verfolgte interessiert die Lebensschilderung des Heidelberger Feuilletonisten, dessen nigerianischer Vater (der allerdings erst in sein Leben trat, als Mangold bereits 22 war) ihm zu einem bunten Hintergrund verholfen hat. Und doch ist die zentrale Figur des Buches seine auf vielf\u00e4ltige, leise und eindringliche Weise unkonventionelle Mutter, die ihn st\u00e4rker pr\u00e4gte, als es ihm lang bewusst war. Sehr gut nachvollziehen konnte ich das Spiel mit Identit\u00e4ten, das Ijoma Mangold genie\u00dft &#8211; weil auch ich es mit meinem spanischen Namen fr\u00fch zu genie\u00dfen gelernt habe. Bei mir ist es halt das Spiel mit u.a. deutsch, Ingolst\u00e4dterin, Bildungsb\u00fcrgertum, Feministin, Griechischabiturientin, Gastarbeiterkind, Anglistin, Frau, Literaturwissenschaftlerin, Technikoptimistin. Und ich bilde mir ein, dass uns die reflexhafte Gegenwehr bei Vereinnahmungsversuchen verbindet. Ich mochte auch die pers\u00f6nliche und manchmal sehr eigene Sprache der Autobiographie, die Mangold mindestens so erlebbar macht wie der Inhalt seiner Geschichten.<\/p>\n<p>Daheim ruhte ich mich aus (f\u00fcr die Siesta, auf die ich mich im Zug noch gefreut hatte, war ich dann doch zu wenig bettschwer), bis Herr Kaltmamsell aus der Arbeit kam. Er hatte noch am Schreibtisch zu tun, ich nutzte den Urlaubsnachmittag f\u00fcr eine Runde Sport: Crosstrainer und Rumpftraining &#8211; beides strengte mich an.<\/p>\n<p>Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell einen Lauchauflauf.<\/p>\n<p>In einer Wohnung \u00fcber uns wurde menschenreich ein Fest gefeiert, ich ging mit Ohrst\u00f6psel ins Bett.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die Tagesschau erkl\u00e4rt mit einem kurzen, praktischen Film:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/tagesschau\/status\/1088836394888380416\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Wann ist Israelkritik antisemitisch?<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Wie so Vieles (&#8230;) ist auch das Wegerecht in England sehr eigen gel\u00f6st: Zwar ist fast der gesamte Grund und Boden in privater Hand, doch wenn ein Weg hindurch von der \u00d6ffentlichkeit belegbar genutzt wird, darf er genutzt werden. Bis 2026 sollen nun alle erfasst werden, danach gelten nur noch diese. Dar\u00fcber schreibt der <i>New Yorker<\/i>: <a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/news\/letter-from-the-uk\/the-search-for-englands-forgotten-footpaths\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;The Search for England\u2019s Forgotten Footpaths&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>In England, public paths are made by walking them. You can make a new, legally recognized footpath by simply treading up and down it, with a few friends, for a period of twenty years.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Until 2026, any public path can be reinstated, as long as there is documentary evidence that it used to exist. But, after the deadline, old maps and memories won\u2019t matter any more. \u201cThis is a one-shot thing, really,\u201d Cornish said. \u201cSo we need to make sure we do it right.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/92881333c0924ae0a014fc2f9c342aa8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe den Eindruck, Sie wissen die Lebensweisheit, die den gestrigen Text abschloss, nicht ausreichend zu w\u00fcrdigen. Auch auf Twitter war das Echo eher verhalten. Wenn Sie bitte nochmal nachlesen, ich warte so lange. Immer noch nicht? Andere w\u00fcrden 200-seitige Lebenshilfe-Bestseller drumrum schreiben! 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