{"id":49824,"date":"2019-02-02T08:53:59","date_gmt":"2019-02-02T07:53:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=49824"},"modified":"2019-02-02T10:16:05","modified_gmt":"2019-02-02T09:16:05","slug":"journal-freitag-1-februar-2019-heilige-knochen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2019\/02\/journal-freitag-1-februar-2019-heilige-knochen.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 1. Februar 2019 &#8211; Heilige Knochen"},"content":{"rendered":"<p>Aufregender Morgen.<br \/>\nEine \u00fcble Nacht mit viel Schmerz und wenig Schlaf hatte mich in genau die richtige Stimmung f\u00fcr den fr\u00fchen Orthop\u00e4dentermin gebracht. Ohne Umweg \u00fcbers Wartezimmer bat mich Herr Sprechstundenhilfe (meine erste Begegnung mit einem m\u00e4nnlichen solchen) ins Behandlungszimmer.<\/p>\n<p>Dr. Orth. nahm sich am Computerbildschirm meine MRT-Bilder von der Vorwoche vor (meckerte genauso \u00fcber gef\u00fchlt hakelige Handhabung der Software vor sich hin wie wir alle, &#8220;Des hab&#8217; ich doch gar nicht eingestellt!&#8221;).<\/p>\n<p>Und dann kamen wir dem wahrscheinlichen Grund des Umstands auf die Spur, dass sich zwar meine Bandscheibenvorf\u00e4lle nicht verschlechtert haben, meine Beschwerden aber deutlich. (Spoiler: Weder Wasseradern und noch Chakren, reine Hardware-Sache.)<\/p>\n<p>Ich schaute ihm \u00fcber die Schulter und lie\u00df mir erkl\u00e4ren, was er sah. Denn Dr. Orth. las nicht nur die Diagnose des Radiologen (&#8220;wo ist jetzt die wieder?&#8221;), sondern guckte sich auch verschiedene MRT-Ansichten an (&#8220;so ein Schmarrn, warum ist die jetzt Querformat?&#8221;). H\u00e4ngen blieb er dann an diesem horizontalen Schnitt:<sup><a href=\"#footnote_1_49824\" id=\"identifier_1_49824\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Dass es genau dieser war, k&ouml;nnte ich nicht beschw&ouml;ren, abends schien mir der am wahrscheinlichsten.\">1<\/a><\/sup><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/LWS5_Sacral.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/LWS5_Sacral.jpg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"304\" class=\"alignnone size-full wp-image-49856\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der unterste Wirbel L5 und Os sacrum sind auf einer Seite miteinander verwachsen (<a href=\"https:\/\/goo.gl\/images\/MazBHB\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hier sieht man die grunds\u00e4tzliche Anatomie<\/a>). Nerven, die da durch\/vorbei m\u00fcssen, haben&#8217;s nat\u00fcrlich nicht leicht (meine, ahem, Formulierung). Ich erinnerte mich, dass die erste Diagnose meiner leichten Skoliose, die ich mit 19 bekam, bereits irgendwas mit Verwachsung von Wirbeln am Becken und Geburtsfehler enthalten hatte (aber das war ja auch der Orthop\u00e4de, der behauptet hatte, meine H\u00fcftdysplasie werde in 5 bis 15 Jahren k\u00fcnstliche H\u00fcftgelenke erfordern).<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte die Schmerzen von Leiste \u00fcber H\u00fcfte bis Knie, Schienbein, Fu\u00dfkn\u00f6chel erkl\u00e4ren (die wohl nicht ganz zum Bandscheibenvorfall passen), auch, warum die LWS-entlastende Stufenlage manchmal meine Schmerzen sogar verschlimmert.<\/p>\n<p>Dr. Orth. \u00fcberwies mich zum Neurologen, der den Nutzen einer OP pr\u00fcfen soll (jajaja, auch f\u00fcr mich die letzte M\u00f6glichkeit).<sup><a href=\"#footnote_2_49824\" id=\"identifier_2_49824\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ich erz&auml;hle Ihnen das alles nur zum kleinsten Teil aus meiner &uuml;blichen Egozentrik, sondern weil ich es f&uuml;r hochspannend und deshalb f&uuml;r teilenswert halte.\">2<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Mit vielen Demutsgesten (&#8220;ich habe ja keine Ahnung, bin von Fachwissen unbeleckt, deshalb kreativ, hihi&#8221;) ergriff nun ich die Initiative und schilderte, welche L\u00f6sungen ich mir mittlerweile ausgedacht hatte. Wie deutlich die Verschlechterung meines Zustand ist, fiel mir n\u00e4mlich auf, als ich in meinem Blog nachlas, wie ich die Weihnachtsferien vor zwei Jahren verbracht hatte &#8211; mit fast t\u00e4glichem Sport: Inzwischen ist es mir fast unm\u00f6glich, an zwei Tagen hintereinander Sport zu treiben, weil ich nach einer Sporteinheit mindestens 48 Stunden brauche, bis ich wieder fit genug f\u00fcr die n\u00e4chste bin &#8211; absolut unakzeptabel. Meine Vorschl\u00e4ge also:<\/p>\n<p>1. B\u00fcrom\u00f6bel: Hier hatte ich ja bereits vergangene Woche vorgearbeitet und mir vom Betriebsarzt einen speziellen Stuhl empfehlen lassen. Von Dr. Orth. holte ich mir eine Kopie der Diagnose.<\/p>\n<p>2. Reha: Nachdem eine Freundin mir k\u00fcrzlich von ihrer erz\u00e4hlt hatte (unabh\u00e4ngig von Unfall oder OP, sondern um an sehr grunds\u00e4tzlichen Beschwerden zu arbeiten), lie\u00df ich mir die Konditionen berichten. Es erscheint mir sinnvoll, mich ein paar Wochen am St\u00fcck um mein Problem zu k\u00fcmmern. Das m\u00fcsste wegen Erhaltung meiner Arbeitskraft auch im Sinne der Rentenversicherung sein. Dr. Orth. stimmte zu, schilderte mir grob den Prozess eines Antrags. Dann st\u00fcrze ich mich also demn\u00e4chst in eine umfassende Formularschlacht.<\/p>\n<p>In der Arbeit viel Arbeit, ich war von der schlechten Nacht und einer ganz leichten Erk\u00e4ltung v\u00f6llig erschlagen. So nahm ich nach Feierabend die U-Bahn zum Josephsplatz statt zu laufen (zumal ich eh eine Tageskarte hatte), holte B\u00fccher ab, kaufte Lebensmittel im Discounter (zahlte an einer SB-Kasse, zum ersten Mal in Deutschland, ging einfach und problemlos). U-Bahn nach Hause.<\/p>\n<p>Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aush\u00e4usig, ich kochte mir ein paar Nudeln, die ich mit Kartoffelkombinat-Sugo und Parmesan a\u00df, zum Nachtisch Granatapfel und Schokolade. Wegen Fixundfertigkeit fr\u00fch ins Bett. Noch ein wenig geschw\u00e4tziges Thomas Bernhard-Gezeter in Form von <i>Alte Meister<\/i> gelesen &#8211; ich bin nicht sicher, ob ich das Buch auslesen werde. Schlechte Laune habe ich schon besser gesehen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Dieser Filmausschnitt einer Podiumsdiskussion des Weltwirtschaftsforums in Davos spricht an, was auch dieses Jahr mal wieder zu kurz kam: Steuern und die Qualit\u00e4t von Arbeit.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/nowthisnews\/status\/1090045108064579584\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Davos Panelist Calls Out Davos For Not Addressing the Obvious&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Statt Energie und Geld in wohlt\u00e4tige Projekte zu stecken, sollten Unternehmen und Reiche erst mal Steuern zahlen (&#8220;ist wie Charity, blo\u00df ohne Lachsschnittchen&#8221; &#8211; wer sagte das nochmal?). Und: Sinkende Arbeitslosenzahlen sind kein Erfolg, wenn die Arbeitspl\u00e4tze menschenunw\u00fcrdig sind. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/75eb311f6e1e479384db05bb02539479\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_49824\" class=\"footnote\">Dass es genau dieser war, k\u00f6nnte ich nicht beschw\u00f6ren, abends schien mir der am wahrscheinlichsten.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_49824\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_49824\" class=\"footnote\">Ich erz\u00e4hle Ihnen das alles nur zum kleinsten Teil aus meiner \u00fcblichen Egozentrik, sondern weil ich es f\u00fcr hochspannend und deshalb f\u00fcr teilenswert halte.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_49824\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufregender Morgen. 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