{"id":52269,"date":"2019-05-30T10:29:32","date_gmt":"2019-05-30T08:29:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=52269"},"modified":"2019-05-30T10:29:32","modified_gmt":"2019-05-30T08:29:32","slug":"journal-mittwoch-29-mai-2019-ausflug-nach-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2019\/05\/journal-mittwoch-29-mai-2019-ausflug-nach-augsburg.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 29. Mai 2019 &#8211; Ausflug nach Augsburg"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr diese Urlaubswoche habe ich mir zwar in erster Linie Nichtstun und Nachklingenlassen des gro\u00dfen Fests vorgenommen, aber ein Ausflug, den ich mir praktisch seit Jahren w\u00fcnsche, steht dem ja nicht entgegen: Ich wollte mich mal wieder in Augsburg umsehen, wo ich studiert und nach dem Wegzug nach M\u00fcnchen ein paar Jahre gearbeitet habe. Zwar nehme ich regelm\u00e4\u00dfig einen Zug nach Augsburg, doch immer f\u00fcr den Besuch der lieben Schwiegereltern; das bedeutet, dass ich schon in Augsburg Haunstetter Stra\u00dfe aussteige und von dort nach Haunstetten fahre &#8211; von Augsburg selbst habe ich schon seit vielen Jahren nichts mehr mitbekommen.<\/p>\n<p>Gestern schlief ich ein wenig l\u00e4nger, um den Preis, dass ich Herrn Kaltmamsell keinen Morgenkaffee servieren konnte. Doch der hat gerade eh schlimm Abitur und war gestern schon um f\u00fcnf aufgestanden &#8211; komplett inkompatibel mit meinem Urlaubstag. Also alleiniger Kaffee zum Bloggen, dann legte ich noch eine Sportrunde ein, Zeit war&#8217;s: schwei\u00dftreibendes Rumpftraining, damit die Bauchmuskeln nicht vergessen, was ihr Job ist.<\/p>\n<p>Erst am sp\u00e4ten Vormittag nahm ich einen Zug nach Augsburg, diesmal durch bis zum Hauptbahnhof. Den ich gleich mal nicht wiedererkannte: Da in der umfassenden Renovierung derzeit der Mittelteil dran ist, war die Wegf\u00fchrung v\u00f6llig ungewohnt.<\/p>\n<p>Erste Besuchsstation: <a href=\"https:\/\/www.jkmas.de\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Die Synagoge<\/a>, wenige Fu\u00dfminuten vom Bahnhof entfernt. In den acht Jahren, in denen Augsburg mein Zuhause war, hatte ich es nicht geschafft, sie und das angeschlossene Museum zu besichtigen.<\/p>\n<p>Allein schon der Innenhof und der Eingangsbereich mit Kassentheke waren sehenswert, das kleine Museum erz\u00e4hlte die Geschichte der Juden in Schwaben und beschrieb j\u00fcdische Riten. Wirklich atmenberaubend aber war die Synagoge selbst, zwischen 1913 und 1917 nach den Pl\u00e4nen von Fritz Landauer und Heinrich L\u00e4mpel errichtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_04_Synagoge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_04_Synagoge.jpg\" alt=\"\" width=\"413\" height=\"553\" class=\"alignnone size-full wp-image-52288\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zumal sie eine lebendige Synagoge mit j\u00fcdischer Gemeinde ist. Ich setzte mich lange an verschiedene Stellen der Frauengallerie und stellte mir einen Shabbat darin vor (es gibt H\u00f6rstationen f\u00fcr die Liturgie).<\/p>\n<p>Drau\u00dfen regnete es immer wieder ein paar Tropfen, au\u00dferdem war Mittagszeit. Ich hatte bei meiner Orientierung auf Google Maps ein interessant aussehendes Lokal im F\u00e4rberg\u00e4sschen gesehen (das ich immer als &#8220;Taschenbuchladen im F\u00e4rberg\u00e4sschen&#8221; denke, weil der zu meinen Studienzeiten eine Institution war): <a href=\"http:\/\/www.faerberei-augsburg.com\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Die F\u00e4rberei.<\/a><\/p>\n<p>Dort kehrte ich ein, war von den R\u00e4umlichkeiten sehr angetan, a\u00df Linsensuppe und einen Portobello-M\u00f6nchsbart-Salat. Dazu las ich Zeitungsreste aus meiner Tasche statt Internet auf meinem Telefon: Es gab absolut null Empfang.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_05_Faerberei.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_05_Faerberei.jpg\" alt=\"\" width=\"429\" height=\"310\" class=\"alignnone size-full wp-image-52289\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_06_Faerberei.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_06_Faerberei.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"364\" class=\"alignnone size-full wp-image-52290\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Plan ging auf: Ab jetzt blieb es trocken.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten zwei Stunden ging ich die damaligen Wohnungen meiner Studienfreunde und meine ab: Lisa, Andrea, Gisi, Barbara-Ann, Mercedes, Frank. (Annes Allg\u00e4u-WG in der Lindenstra\u00dfe 16 1\/3 war mir zu weit drau\u00dfen.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_10_EliasHollPlatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_10_EliasHollPlatz.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"526\" class=\"alignnone size-full wp-image-52291\" \/><\/a><\/p>\n<p>Elias-Holl-Platz, der (derzeit?) als Parkplatz fungiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_12_EliasHollPlatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_12_EliasHollPlatz.jpg\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"411\" class=\"alignnone size-full wp-image-52292\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die beiden Fenster \u00fcber Eck waren acht Jahre lang meine; ich entdeckte, dass sie jetzt ein \u00e4u\u00dferes Zweitfenster bekommen haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_13_Waschsalon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_13_Waschsalon.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"449\" class=\"alignnone size-full wp-image-52293\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2007\/08\/der-kleine-waschsalon-in-der-altstadt.htm\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">ehemalige Waschsalon<\/a>. (Erst jetzt f\u00e4llt mir auf, dass ich das heisere &#8220;Gr\u00fc\u00df Gooooooott&#8221; der lieben Frau Karkosch bis heute manchmal beim Heimkommen sage.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_14_StUllrich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_14_StUllrich.jpg\" alt=\"\" width=\"387\" height=\"485\" class=\"alignnone size-full wp-image-52294\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_15_Kapuzinergasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_15_Kapuzinergasse.jpg\" alt=\"\" width=\"467\" height=\"343\" class=\"alignnone size-full wp-image-52295\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kapuzinergasse &#8211; auf der linken Stra\u00dfenseite erhob sich zu meinen Studienzeiten die hohe Mauer von Hasenbr\u00e4u.<\/p>\n<p>Zuletzt m\u00e4anderte ich zum Stadtmarkt, ich wollte an einem bestimmten Stand in der Feinkosthalle Abendessen besorgen. Zu meiner gro\u00dfen Freude existierte dieser Stand noch, dahinter erkannte ich den (wie ich deutlich gealterten) Besitzer, der mich schon als Studentin zu besonderen Gelegenheiten (also f\u00fcr G\u00e4ste) mit Kr\u00e4uterfrischk\u00e4se, sonstigen Aufstrichen, Oliven versorgt hatte. Auch sein Sortiment erkannte ich wieder und kaufte v\u00f6llig enthemmt ein.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach M\u00fcnchen fuhr gleich ein passender Zug, an einem Obststandl beim Hauptbahnhof holte ich noch Obst.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Abend war ich mit Herrn Kaltmamsell verabredet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_18_Nachtmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/190529_18_Nachtmahl.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"437\" class=\"alignnone size-full wp-image-52296\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neben dem Abendessen packten wir weiter Geschenke vom gro\u00dfen Fest aus, waren ungemein ger\u00fchrt, freuten uns, schrieben Dankesnachrichten.<\/p>\n<p>Doch es gab auch traurige Nachrichten: Die Mutter eines der Studienfreunde, die zum Fest angereist waren, war im Hessischen verstorben. Gepl\u00e4nkel mit ihm per SMS, ob ich zur Beerdigung fahre (ich m\u00f6chte sehr gerne, er verwies auf die bereits geplante K\u00fcrze der Angelegenheit).<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Es gibt einige gute und sachkundige politische Einordnungen der etablierten Parteien im Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/youtu.be\/4Y1lZQsyuSQ\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Rezo-Video<\/a>. Aber am besten zu lesen ist mal wieder die (nicht minder sachkundige) von Sascha Lobo, der nachvollzieht, was in den vergangenen zehn Jahren digitalpolitisch alles verkackt wurde:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/annegret-kramp-karrenbauer-und-das-rezo-phaenomen-marathon-im-fettnapf-a-1269879-amp.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8220;Digitalpolitik der Volksparteien<br \/>\nMarathon im Fettnapf&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Was der Bund im Digitalen anfasst, wird zu Stuhl. Wenn man sich \u00fcber das ungelenke Vorgehen der Union in Sachen Social Media aufregt, dann ist das nachvollziehbar, aber im Vergleich so, als w\u00fcrde man sich nach dem Sprung vom Hochhaus sorgen, ob man vom Luftzug vielleicht einen steifen Nacken bekommt.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Wenn man jedoch genauer hinschaut, war das Problem der CDU nicht, dass sie keine Ahnung von Social Media hat. Sondern &#8211; fast im Gegenteil &#8211; dass via Social Media klar wurde, wie wenig Ahnung sie von allem anderen hat, was die Jugend interessiert. Es geht nicht um das Medium, sondern um politische Inhalte, um das Fortbestehen des Planeten etwa.<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/71f6cb05029a4f24815306ed157418b0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr diese Urlaubswoche habe ich mir zwar in erster Linie Nichtstun und Nachklingenlassen des gro\u00dfen Fests vorgenommen, aber ein Ausflug, den ich mir praktisch seit Jahren w\u00fcnsche, steht dem ja nicht entgegen: Ich wollte mich mal wieder in Augsburg umsehen, wo ich studiert und nach dem Wegzug nach M\u00fcnchen ein paar Jahre gearbeitet habe. 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