{"id":54593,"date":"2019-09-18T07:02:53","date_gmt":"2019-09-18T05:02:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=54593"},"modified":"2019-09-18T07:02:53","modified_gmt":"2019-09-18T05:02:53","slug":"journal-dienstag-17-september-2019-aufs-rad-umgestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2019\/09\/journal-dienstag-17-september-2019-aufs-rad-umgestiegen.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 17. September 2019 &#8211; Aufs Rad umgestiegen"},"content":{"rendered":"<p>Schlechte Nacht.<\/p>\n<p>Wie geplant mit dem Fahrrad in die Arbeit &#8211; ging gut, auch wenn ich rechts wegen H\u00fcftschmerzen nicht so kr\u00e4ftig in die Pedale treten kann.<\/p>\n<p>Nach einem bew\u00f6lkten Tagesbeginn wurde das Wetter nochmal sch\u00f6n, es hatte allerdings abgek\u00fchlt.<\/p>\n<p>Den ganzen Tag f\u00fchlte ich mich knochenm\u00fcde und benommen &#8211; aber hey: Das hatte ich auch schon ohne Qualn\u00e4chte. Obwohl es drau\u00dfen abgek\u00fchlt hatte, war es im B\u00fcro ungewohnt warm (nein, nix mit Wechseljahren, die 19-J\u00e4hrige gegen\u00fcber gl\u00e4nzte und \u00e4chzte wie ich).<\/p>\n<p>In manchen Bereichen der Arbeit werde ich richtig gut im Klappehalten. Am besten gelingt mir das in Besprechungen, am wenigsten in Fachgespr\u00e4chen zu zweit.<\/p>\n<p>Mittags Brot, K\u00e4se, Zwetschgen, nachmittags ein Eiwei\u00dfriegel.<\/p>\n<p>Den Donnerstags-Rehatermin hatte ich auf gestern vorverlegt, weil am Donnerstagabend ein lange vereinbarter Friseurtermin liegt. Die Gymnasikrunde in der Gruppe enthielt wenigstens angemessene \u00dcbungen, doch Detailerkl\u00e4rungen, Beobachtung, individuelle Korrektur scheinen nicht zum Programm zu geh\u00f6ren. Wenigstens wirkte die gestrige Vorturnerin nicht so schmerzhaft gelangweilt wie die meisten ihrer Kolleginnen.<\/p>\n<p>An die Ger\u00e4te im Maschinenraum lie\u00df mich <a href=\"https:\/\/techniktagebuch.tumblr.com\/post\/186884023574\/8-august-2019\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">das System<\/a> erst mal nicht: Der Bildschirm forderte mich auf, meine Gewichte neu einstellen zu lassen. Ein Trainer erledigte das in R\u00fccksprache mit mir auf seinem Trainerrechner, ich lie\u00df nat\u00fcrlich \u00fcberall etwas drauflegen (an der Beinpresse, die nicht computergesteuert ist, hatte ich das bereits beim dritten Training selbst gemacht). Jetzt absolvierte ich meine Runde, weiterhin sehr m\u00fcde.<\/p>\n<p>Wenigstens war ich mit dem Rad schnell daheim. Herr Kaltmamsell hatte aus Ernteanteil Fenchel-Zucchini-Suppe gemacht, nach zwei Tellern davon gab es den am Vorabend vergessenen Zwetschgenr\u00f6ster mit Schlagsahne.<\/p>\n<p>Ich verabschiedete mich fr\u00fch ins Bett (dann doch mal wieder Ibu) und hoffte auf eine bessere Nacht.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Julia Felicitas Allmann geht die Frage systematisch an und achtet darauf, den Bias der eigenen Seite zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bento.de\/politik\/sind-rechte-duemmer-als-linke-das-wird-man-ja-wohl-noch-fragen-duerfen-a-9400d57f-f4c1-47df-b825-add270ab7fe3\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8220;Sind Rechte wirklich d\u00fcmmer als Linke?&#8221;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Wahrscheinlich kennt jeder Mensch mit tiefen politischen \u00dcberzeugungen dieses Gef\u00fchl: Das k\u00f6nnen &#8220;die anderen&#8221; unm\u00f6glich ernst meinen! Verstehen die nicht, was sie da sagen? Sind sie vielleicht einfach zu dumm, um es zu checken? <\/p>\n<p>Das linksgerichtete Lager gibt sich gern intellektuell, das konservative h\u00e4lt sich dagegen f\u00fcr &#8220;realistisch&#8221; und &#8220;bodenst\u00e4ndig&#8221;.<br \/>\nDas sind die Vorurteile gegen\u00fcber Rechten und Linken. <\/p>\n<p>Sind das nur arrogante Thesen \u2013 oder ist da wirklich etwas dran?<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Juan Moreno, der die Relotius-L\u00fcgen aufgedeckt hat, hat jetzt ein Buch dar\u00fcber ver\u00f6ffentlicht. Im <i>Spiegel<\/i> gibt es einen Auszug daraus:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/tausend-zeilen-luege-von-juan-moreno-warum-claas-relotius-nie-ein-reporter-war-a-1286635.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8220;&#8216;Claas Relotius war nie Reporter'&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>W\u00fcrde man mich fragen, welche Farbe der Reporterberuf hat, meine Antwort w\u00e4re: grau. Mattes, kaum polierbares Grau. Ein Reporterleben besteht zum gro\u00dfen Teil darin, Leid, Schmerz und Problemen nachzureisen, sich danebenzustellen, einen Stift und Block zu z\u00fccken und das aufzuschreiben, was man sieht. Der Schmerz der anderen, das ist Reporter-Rohstoff. Das ist nicht sonderlich glamour\u00f6s. Manchmal besuche ich auch Menschen, denen es besonders gutgeht, oder die Gl\u00fcck gehabt haben, aber Leser m\u00f6gen solche Geschichten nicht. Viele behaupten zwar, dass sie das gern lesen, es stimmt aber nicht. Zweifler m\u00f6gen einen beliebigen Online-Redakteur fragen, worauf Nutzer &#8220;klicken&#8221;. Jeder Online-Redakteur kann zu seinen Klickzahlen einen Vortrag halten. So wie jeder Fernsehredakteur einen \u00fcber Einschaltquoten halten kann. Denn was passiert regelm\u00e4\u00dfig in Nachrichtensendungen, wenn auf einen ersch\u00fctternden ein positiver Beitrag folgt? Die Zuschauer schalten ab. Brennende H\u00e4user, ertrinkende Fl\u00fcchtlinge, keifende Diktatoren, alles kein Problem. Aber zwei gute Nachrichten hintereinander, und der Zuschauer ist weg.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Eine Folge meiner \u00dcberzeugung nach: Ende Mai war die Aufmachergeschichte des SZ-Magazins eine \u00fcber Frauengesundheit (leider immer noch 1,99\u20ac, deshalb hatte ich das damals nicht sofort gepostet):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/frauen\/frauen-gesundheit-medizin-87304?reduced=true\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8220;Was Frauen krank macht&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Der auffallende Einstieg von Mareike Nieberding:<\/p>\n<blockquote><p>Hier k\u00f6nnte die Leidensgeschichte einer Kranken stehen. Zum Beispiel die Geschichte einer der Frauen, die an den Nebenwirkungen von Digoxin starben \u2013 einem Wirkstoff, der M\u00e4nnern helfen und Frauen schaden kann, was \u00c4rzte nicht wussten, da Digoxin wie viele Medikamente lange nicht an Frauen getestet worden war, weshalb es jahrelang beiden Geschlechtern verabreicht wurde. Ein Einzelfall, an dem im Kleinen das gro\u00dfe Ganze erz\u00e4hlt werden kann.<\/p>\n<p>Berichte \u00fcber Kranke sind oft Berichte \u00fcber Schicksale. Aber dass Frauen zwar l\u00e4nger leben als M\u00e4nner, jedoch \u00f6fter an Herzkrankheiten sterben, dass sie mit akuten Schmerzen in der Notaufnahme durchschnittlich 16 Minuten l\u00e4nger auf schmerzstillende Mittel warten m\u00fcssen als M\u00e4nner und dass \u00c4rzte sie laut einer Studie der Universit\u00e4t Harvard von 2016 schlechter behandeln, als \u00c4rztinnen das tun \u2013 das alles hat nichts mit Gl\u00fcck oder Pech, Schicksal oder Zufall zu tun. Es ist keine Frage des individuellen Leidens, sondern des strukturellen Versagens.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nieberding verweigert sich der klassischem Rutsche in einen Sachartikel, die jeder Journalistin beigebracht wird: Was konkret Menschliches, Emotionales, um die Leserinnen und Leser in den Text zu ziehen. Und macht transparent, warum das dem Thema unangemessen w\u00e4re. Ein echter Gegen-<i>Spiegel<\/i>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Thema Haustiere: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/arron_crascall\/status\/1173282492146733056\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Ich habe da einen neuen Wunsch<\/a>. (Allerdings bin ich immer noch unentschieden, auf welcher Seite der Leine ich am liebsten st\u00fcnde.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlechte Nacht. Wie geplant mit dem Fahrrad in die Arbeit &#8211; ging gut, auch wenn ich rechts wegen H\u00fcftschmerzen nicht so kr\u00e4ftig in die Pedale treten kann. Nach einem bew\u00f6lkten Tagesbeginn wurde das Wetter nochmal sch\u00f6n, es hatte allerdings abgek\u00fchlt. 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