{"id":5738,"date":"2009-09-13T11:49:21","date_gmt":"2009-09-13T09:49:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=5738"},"modified":"2009-09-13T11:49:21","modified_gmt":"2009-09-13T09:49:21","slug":"reiseabschluss-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/09\/reiseabschluss-in-london.htm","title":{"rendered":"Reiseabschluss in London"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/090911_London_St_Paul.JPG\" alt=\"090911_London_St_Paul\" title=\"090911_London_St_Paul\" width=\"427\" height=\"412\" class=\"alignnone size-full wp-image-5739\" \/><\/p>\n<p>Und dann hatten wir auch noch mit der Polizei zu tun. Das allerdings noch vor dem Ausflug nach London, n\u00e4mlich in unserer Ferienwohnung in Brighton. Ich sa\u00df nach meinem Dauerlauf entlang dem <a href=\"http:\/\/www.thisbrighton.co.uk\/cultureundercliff.htm\" target=_new>Undercliff Walk<\/a> geduscht und gestylt mit einem Glas Wasser vor dem Internet, als es an der Wohnungst\u00fcr klingelte. Der Reisebegleiter \u00f6ffnete, drau\u00dfen stand eine Polizistin: In der N\u00e4he sei am Vortag eingebrochen worden, ob wir etwas Ungew\u00f6hnliches bemerkt h\u00e4tten. Nein hatten wir nicht. Die Polizistin (so richtig mit kariertem Hutband, wie aus den englischen TV-Krimis) bat uns eindringlich, die T\u00fcren und Fenster der Wohnung bei Abwesenheit immer ordentlich verschlossen zu halten, und verabschiedete sich.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In London besuchten wir die <a href=\"http:\/\/www.tate.org.uk\/modern\/\" target=_new>Tate Modern<\/a>. Wie schon bei meinen letzten beiden Besuchsversuchen war die spektakul\u00e4re Turbinenhalle leer: Umbau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/090911_London_Tate_Modern.JPG\" alt=\"090911_London_Tate_Modern\" title=\"090911_London_Tate_Modern\" width=\"377\" height=\"477\" class=\"alignnone size-full wp-image-5740\" \/><\/p>\n<p>Bald glaube ich nicht mehr, dass hier \u00fcberhaupt jemals etwas ausgestellt ist. Doch diesmal sah ich mir zumindest die restlichen Ausstellungsr\u00e4ume an. Besonders beeindruckt haben mich <a href=\"http:\/\/www.tate.org.uk\/servlet\/ViewWork?cgroupid=999999875&#038;workid=97832&#038;searchid=14283&#038;roomid=false&#038;tabview=image&#038;imageid=371446\" target=_new>die sechs Cage-Bilder von Gerhard Richter<\/a>. Gut m\u00f6glich, dass ich hier zum ersten Mal Richter im Original gesehen habe; beim Blick auf Fotos seiner abstrakten Bilder konnte ich nie recht verstehen, was daran so bemerkenswert sein sollte. Das \u00e4nderte sich schlagartig, als ich davor stand und mich gar nicht satt sehen k\u00f6nnte an den zahllosen Details, die vom Prozess ihres Werdens erz\u00e4hlen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tate.org.uk\/servlet\/CollectionDisplays?venueid=2&#038;roomid=5676\" target=_new>&#8220;No Ghost in a Shell&#8221;<\/a> sprach mich ebenfalls sehr an: Zwei K\u00fcnstler kaufen das Copyright an der Mangafigur Ann Lee vom Verlag, um sie zu befreien:<\/p>\n<blockquote><p>They subsequently commissioned other artists to appropriate the character and propose scenarios in which Ann Lee is liberated from ownership and can resolve the ambiguities of her fate. She is displaced from her original function as a minor figure in a cartoon and enters a virtual space where her rights to an identity and existence are constantly explored.<\/p><\/blockquote>\n<p>Abschlie\u00dfend und konsequenterweise \u00fcberschreiben sie das Copyright der Figur selbst.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Weitere Sinnenfreuden holte ich mir anschlie\u00dfend auf dem Borough Market: K\u00e4se von Neal&#8217;s Yard Dairy nahm ich auch mit, doch Fleisch, Wurst, Fisch, Gem\u00fcse, S\u00fc\u00dfigkeiten und Brot an den vielen Marktst\u00e4nden bestaunte ich lediglich. Hier gibt es sogar offenen, frischen B\u00fcffelmozzarella.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>F\u00fcr den Abend hatten wir in Islington einen Tisch bei <a href=\"http:\/\/www.ottolenghi.co.uk\/\" taget=_new>Ottolenghi<\/a> reserviert &#8211; und bekamen das beste Essen der diesj\u00e4hrigen Englandreise (die unspektakul\u00e4ren Essen in Brighton berichte ich erst gar nicht). Der Ottolenghi-Delikatessenladen in Islington (sehr nette Gegend) ist der einzige mit einem richtigen Restaurant. Die Speisen auf der \u00fcbersichtlichen Karte sind unterteilt in \u201eFrom the Counter\u201c (kalte Vorspeisen und Salate) und \u201eFrom the Kitchen\u201c (Warmes). Beides wird, wie die Karte informiert, in Tapas-Portionen serviert &#8211; man m\u00f6ge etwa drei Speisen f\u00fcr eine volle Mahlzeit einkalkulieren. Und so bestellten wir als Kaltes: gegrillte Pfirsiche mit Balsamico-Reduktion und Orangenaromen, Rinderlendenscheiben mit Korianderso\u00dfe, Auberginenmezze mit Sesampaste. Als warme Speisen: Kaninchen mit Topinamburp\u00fcree und Sternanis, Taubenbrust auf Mangold, Jakobsmuscheln mit roten Beete und Orange. Das sind nur die groben Beschreibungen der Gerichte: Sie waren alle aufs Feinste mit Gew\u00fcrzen und Aromen abgestimmt, jedes f\u00fcr sich eine geschmackliche Entdeckung, alle perfekt gegart. Dazu gab es verschiedene Brote (auch Focaccia, auch scharfes Polentahaltiges) mit einem Sch\u00fcsselchen hervorragendem Oliven\u00f6l.<br \/>\nWir wurden beim Auftragen gefragt, ob wir uns die Gerichte teilen wollten. Wollten wir, also standen sie zwischen uns.<\/p>\n<p>Die Weinkarte war f\u00fcr ein englisches Restaurant \u00fcberraschend Europa-lastig; ich entschied mich f\u00fcr den Primitivo Falatone 2005. Die Kellnerin (wir wurden wurden sehr zuvorkommend von verschiedenen Damen und Herren bedient) freute sich \u00fcber die Wahl, warnte und aber noch, dass der Wein sehr \u201eearthy\u201c sei und gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Er schmeckte uns sehr gut.<\/p>\n<p>Auch Desserts a\u00dfen wir: Eine Zitronen-Mascarpone-Tarte, die gut, aber nicht sehr aufregend war, au\u00dferdem ein Apfel-Walnusskuchen mit Ahornsirupcreme &#8211; sehr gut.<\/p>\n<p>Und doch fanden wir etwas, was das Restaurant nicht kann: Espresso. Mein abschlie\u00dfendes T\u00e4sschen enthielt etwas Schwarzes, Lauwarmes, Saures, das ich eigentlich h\u00e4tte zur\u00fcckgehen lassen sollen &#8211; was ich ja doch nie fertigbringe. <\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Der Weg zur\u00fcck zu Victoria Station, von wo aus uns ein Zug nach Brighton bringen sollte, hielt noch ein Abenteuer bereit: Wegen eines Personenunfalls (so verstand zumindest der Reisebegleiter die Durchsage) war der U-Bahnhof Victoria Station in beiden Richtungen gesperrt. Wir stiegen eins vorher aus, wo zwei Buslinien mit den gestrandeten U-Bahn-Passagieren v\u00f6llig \u00fcberfordert waren. Also entschieden wir uns f\u00fcr einen n\u00e4chtlichen Fu\u00dfmarsch zum Bahnhof, vorbei an Buckingham Palace.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und dann hatten wir auch noch mit der Polizei zu tun. Das allerdings noch vor dem Ausflug nach London, n\u00e4mlich in unserer Ferienwohnung in Brighton. 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