{"id":6296,"date":"2009-12-18T09:19:04","date_gmt":"2009-12-18T08:19:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=6296"},"modified":"2009-12-18T11:02:26","modified_gmt":"2009-12-18T10:02:26","slug":"kulinarische-peinlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/12\/kulinarische-peinlichkeiten.htm","title":{"rendered":"Kulinarische Peinlichkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Selbst-Bashing &#8211; das geht immer. Auch wenn\u2019s bei mir einfach nicht so lustig klingen will wie bei Kabarattisten oder bei <a href=\"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1140\" target=_new>Claudio<\/a>.<br \/>\n(Der Mitbewohner hat ja die Theorie, dass Selbst-Bashing auf der Basis aufrichtigen Selbsthasses nie lustig sein kann, weil es ernst gemeint ist und sich zu wichtig nimmt.)<\/p>\n<p>Was an meinem Essverhalten passt also gar nicht zu meinen kulinarischen Idealen? (Bis ich die Gr\u00f6\u00dfe erreiche, mich nicht mehr daf\u00fcr zu rechtfertigen, brauche ich leider noch ein paar Leben.)<\/p>\n<p>1. Immer: S\u00fc\u00dfstoff<br \/>\nMeine schlimmste S\u00fcnde und allein schon Beleg eines Hangs zur Zwanghaftigkeit. Wenn ich wollte, k\u00f6nnte ich mich darauf hinausreden, dass meine Mutter mich mit S\u00fc\u00dfstoff gro\u00dfgezogen hat (weil sie mich ab meinem vierten Lebensjahr f\u00fcr zu dick hielt und bis zu meinem Auszug von daheim auf Dauerdi\u00e4t setzte). Nur habe ich doch auch sonst nicht alle Ern\u00e4hrungsgewohnheiten meines Elternhauses \u00fcbernommen. Tatsache ist: Ich mag meine Tee- und Kaffeegetr\u00e4nke gerne s\u00fc\u00df. Beim Gedanken, all diese S\u00fc\u00dfe in Form von gro\u00dfen Zuckermengen zu mir zu nehmen, bekomme ich Panikattacken und sp\u00fcre bereits den kneifenden Hosenbund. Zumindest bin ich konsequent genug, mir edle Tees und edles Teegeschirr vorzuenthalten.<\/p>\n<p>2. Immer: Salatcreme aus der Tube oder aus dem Glas<br \/>\nIch liebe den Geschmack von Majonese und kleistere gerne gekochte Eier oder rohes Gem\u00fcse damit zu. Mein Gaumen ist fein genug, dass ich ihn sogar in der hochindustrialisierten Version der Salatcreme herausschmecke. Und mir deshalb nicht jedes Mal selbst eine machen muss.<\/p>\n<p>3. Immer: Kantinenessen<br \/>\nUnsere Kantine kocht durchaus gut, es handelt sich also keineswegs um Junk Food. Doch ich bin mir sehr bewusst, dass das Fleisch und das Gem\u00fcse, die dort verarbeitet werden, niemals meinen Herkunftsanspr\u00fcchen gen\u00fcgen w\u00fcrden. Ich esse trotzdem t\u00e4glich dort.<\/p>\n<p>4. Manchmal: Supermarktfleisch<br \/>\nWenn ich kurzfristig eine Rindersuppe oder Schmorfleisch plane, bin ich oft zu faul, eigens den Biometzger aufzusuchen. Und greife nach der abgepackten Ware in der Kaufhaus-Feinkostabteilung, in der ich nach der Arbeit eh vorbeigeschaut habe.<\/p>\n<p>5. Manchmal \/ immer: Fertigbl\u00e4tterteig<br \/>\nManchmal, weil ich alle Jahr mal Bl\u00e4tterteig verarbeite. Immer, weil ich mich dann im<br \/>K\u00fchl- oder Gefrierregal bediene \u2013 obwohl die Zutatenliste mehrere Zentimeter lang ist und an keiner Stelle \u201eButter\u201c auff\u00fchrt.<\/p>\n<p>6. Manchmal: Dosenthunfisch<br \/>\nAuch hier reine Faulheit. Wenn ich keinen \u00f6kologisch korrekt gefangenen daheim habe, nehme ich auch mal den n\u00e4chstbesten.<\/p>\n<p>7. Manchmal: Billig-Chinese ums Eck<br \/>\nMein pers\u00f6nliches Pendant zu Fast-Food-Ketten.<\/p>\n<p>8. Manchmal: Dosenobst<br \/>\nDabei habe ich tats\u00e4chlich gar kein schlechtes Gewissen: Manche Gerichte geh\u00f6ren einfach mit Dosenobst zubereitet, zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/rezepte\/trifle-englisches-desert-rezept-von-helene-an-deutsche-einkaufsmoglichkeiten-angepasst.htm\">Trifle<\/a>. Wegen der Tradition.<\/p>\n<p>9. Manchmal: Billigschokoladeneier<br \/>\nSie kennen diese kleinen, massiven Schokoladeneier in buntem, unbeschrifteten Stanniol, die netzweise verkauft werden?<\/p>\n<p>10. Immer: Gl\u00fchwein am Christkindlmarkt<br \/>\nEr ist \u00fcberteuert, er ist zu s\u00fc\u00df, er macht viel zu schnell betrunken \u2013 aber mindestens einmal pro Saison muss er sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst-Bashing &#8211; das geht immer. Auch wenn\u2019s bei mir einfach nicht so lustig klingen will wie bei Kabarattisten oder bei Claudio. (Der Mitbewohner hat ja die Theorie, dass Selbst-Bashing auf der Basis aufrichtigen Selbsthasses nie lustig sein kann, weil es ernst gemeint ist und sich zu wichtig nimmt.) 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