{"id":6399,"date":"2010-01-02T08:06:00","date_gmt":"2010-01-02T07:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=6399"},"modified":"2015-02-22T21:45:05","modified_gmt":"2015-02-22T20:45:05","slug":"bucher-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/01\/bucher-2009.htm","title":{"rendered":"B\u00fccher 2009"},"content":{"rendered":"<p>Hier auch f\u00fcr 2009 die B\u00fccher, die mir gut genug gefallen haben, dass ich sie zu Ende gelesen habe. Empfehlungen sind mit * versehen.<br \/>\nVorsatz f\u00fcr die Liste 2010: Sofort Notizen machen, wenn mir ein Buch besonders gut gef\u00e4llt, damit ich nicht erst vor dem Ver\u00f6ffentlichen am Ende des Jahres alles schreiben muss. Bei einigen Lieblingen des Jahres 2009 konnte ich mich nicht mehr aufraffen, ich bitte um Nachsicht.<\/p>\n<p>1 &#8211; Granta 103, <i>The Rise of the British Jihad<\/i><\/p>\n<p>2 &#8211; Adam Davies, <i>Goodbye Lemon<\/i><\/p>\n<p>3 &#8211; Granta 104, <i>Fathers<\/i><\/p>\n<p>4 &#8211; Elizabeth Gaskel, <i>Cranford<\/i>*<br \/>\nAls Roman erst 1853 ver\u00f6ffentlicht, erschienen die Episoden aus dem Leben der Frauen im fiktiven Cranford 1851 als Serie in der Zeitschrift <i>Houshold Worlds<\/i>. Es passiert nicht viel, und so spielen die kleinen Details des englischen Alltags Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptrolle &#8211; vor allem, wie eine Frau von Anstand sie angemessen gestaltet. (Gro\u00dfer Konflikt von fast antiker tragischer Dimension: Eine Frau von Ruf hat auf einer Beerdigung nichts zu suchen. Was aber, wenn die einzige Angeh\u00f6rige eine Frau ist, die noch dazu durch den Tod ihres einziges Angeh\u00f6rigen in gro\u00dfes Ungl\u00fcck gest\u00fcrzt wird? Darf eine anst\u00e4ndige Frau sie dann auf die Beerdigung begleiten?) Wieder einmal ist es das Wie des Erz\u00e4hlens, das den Roman fesselnd macht.<\/p>\n<p>5 &#8211; Ian Rankin, <i>Hide &#038; Seek<\/i><\/p>\n<p>6 &#8211; J.M.G. Le Cl\u00e9zio, Uli Wittmann (\u00dcbers.), <i>Revolutionen<\/i><\/p>\n<p>7 &#8211; Anne Enright, <i>The Gathering<\/i>*<br \/>\nDie Last einer eigenen Familie samt der Entfremdung vom Ehemann und den Kindern, dazu der Bruder, der langsam und in voller Absicht vor die Hunde geht &#8211; eine irische Familiengeschichte in Graut\u00f6nen aus der Sicht einer nicht mehr jungen Frau. Ihre Perspektive nahm mich so intensiv mit, dass ich noch jetzt die Macken in der Arbeitsplatte der K\u00fcche ihrer Kindheit vor mir sehe.<\/p>\n<p>8 &#8211; Alan Moore, Dave Gibbons, <i>Watchmen<\/i><\/p>\n<p>9 &#8211; Alan Bennett, <i>The Uncommon Reader<\/i><\/p>\n<p>10 &#8211; Saul Bellow, <i>The Adventures of Augie March<\/i><\/p>\n<p>11 &#8211; Granta 105, <i>Lost and Found<\/i><\/p>\n<p>12 &#8211; Ian Rankin, <i>Tooth &#038; Nail<\/i><\/p>\n<p>13 &#8211; David Lodge, <i>The Art of Fiction<\/i>*<br \/>\nDavid Lodge, gelernter Literaturwissenschaftler, geht kapitelweise wichtige Erz\u00e4hltechniken und Stilmittel durch, und zwar jeweils anhand eines Werkes der (englischsprachigen) Weltliteratur, das die Wirkung dieser Technik zwingend nachvollziehen l\u00e4sst. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Art_of_Fiction_%28book%29\" target=_new>Hier eine Liste der Kapitel.<\/a> F\u00fcr alle faszinierend, die leidenschaftlich gerne lesen.<\/p>\n<p>14 &#8211; Fred Vargas, Tobias Scheffel (\u00dcbers.), <i> Bei Einbruch der Nacht<\/i><\/p>\n<p>15 &#8211; Z\u00fclf\u00fc Livaneli, Wolfgang Riemann (\u00dcbers.), <i>Der Eunuch von Konstantinopel<\/i><\/p>\n<p>16 &#8211; Klaus Modick, <i>Bestseller<\/i><\/p>\n<p>17 &#8211; Craig Taylor, <i>Return to Akenfield<\/i><\/p>\n<p>18 &#8211; Ian McEwan, <i>Saturday<\/i>*<br \/>\nEin einziger Tag im Leben des Neurochirurgen Henry Perowne aus seiner Perspektive und auf 280 Seiten &#8211; und McEwan schafft es, sein ganzes Leben reinzupacken, ohne dass es aufgesetzt wirkt, und zudem Spannung zu erzeugen.<\/p>\n<p>19 &#8211; Juli Zeh, <i>Corpus Delicti<\/i><\/p>\n<p>20 &#8211; Granta 106 &#8211; <i>New Fiction Special<\/i><\/p>\n<p>21 &#8211; Margaret Atwood, <i>Alias Grace<\/i><\/p>\n<p>22 &#8211; John Burdett, <i>Bangkok Haunts<\/i><\/p>\n<p>23 &#8211; Mavis Gallant, <i>The Other Paris<\/i><\/p>\n<p>24 &#8211; James Kr\u00fcss, <i>Mein Urgro\u00dfvater und ich<\/i><\/p>\n<p>25 &#8211; Hugo Hamilton, <i>Disguise<\/i><\/p>\n<p>26 &#8211; Audrey Niffenegger, <i>The Time Traveler\u2018s Wife<\/i>*<br \/>\nAuch beim zweiten Lesen <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2005\/04\/the-timetravellers-wife.htm\">gro\u00dfartig<\/a>.<\/p>\n<p>27 &#8211; Mary Ann Shaffer &#038; Annie Barrows, <i>The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society<\/i>*<br \/>\nAnke Gr\u00f6ner hat das Buch <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=4859\" target=_new>aus denselben Gr\u00fcnden gefallen wie mir<\/a>.<\/p>\n<p>28 &#8211; Ian McEwan, <i>On Chesil Beach<\/i><\/p>\n<p>29 &#8211; Granta 107<\/p>\n<p>30 &#8211; David Lodge, <i>Changing Places<\/i><\/p>\n<p>31 &#8211; David Lodge, <i>Deaf Sentence<\/i><\/p>\n<p>32 &#8211; Jonathan Safraan Foer, <i>Everthing is Illuminated<\/i>*<\/p>\n<p>33 &#8211; Stevan Paul, <i>Monsieur, der Hummer und ich<\/i>*<br \/>\nHabe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/08\/stevan-paul-monsieur-der-hummer-und-ich.htm\">hier<\/a> besprochen.<\/p>\n<p>34 &#8211; Gebrand Bakker, Andreas Ecke (\u00dcbers.), <i>Oben ist es still<\/i>*<br \/>\nWegen <a href=\"http:\/\/xrays.antville.org\/stories\/1919605\/\" target=_new>Isabos Beschreibung<\/a> gelesen und sehr gemocht.<\/p>\n<p>35 &#8211; Martha Grimes, <i>I Am the Only Running Footman<\/i><\/p>\n<p>36 &#8211; Siri Hustvedt, <i>The Sorrows of an American<\/i>*<\/p>\n<p>37 &#8211; William Faulkner, <i>The Town<\/i><\/p>\n<p>38 &#8211; Ian Rankin, <i>Strip Jack<\/i><\/p>\n<p>39 &#8211; Andrea Levy, <i>Small Island<\/i>*<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/09\/andrea-levy-small-island.htm\">Hier<\/a> habe ich es empfohlen. Das Buch, das ich 2009 am h\u00e4ufigsten verschenkt habe.<\/p>\n<p>40 &#8211; Claudio del Principe, <i>Anonyme K\u00f6che<\/i><\/p>\n<p>41 &#8211; John O\u2018Hara, <i>BUtterfield 8<\/i>* (sic)<br \/>\nSie wacht auf und f\u00fchlt sich wie jeden Morgen beschissen. Vorsichtig tastet sie sich in ihre Erinnerungen an die Nacht zuvor, was diesmal der Grund f\u00fcr ihre tiefe Verzweiflung ist. Schon in der allerersten Szene des Romans von 1935 mochte ich Gloria. Die sehr junge Frau tanzt und s\u00e4uft durch das Nachtleben New Yorks zur Prohibitionszeit, als wenn es kein Morgen g\u00e4be. Immer wieder scheint ihre gro\u00dfe Intelligenz durch, doch die M\u00e4nner, die ihr reihenweise verfallen, interessiert das nicht. Die dichte und atmosph\u00e4rische Kulisse bilden der Zauber der Stadt und die Abgr\u00fcnde der <i>Great Depression<\/i>.<\/p>\n<p>42 &#8211; Granta 108, <i>Chicago<\/i><\/p>\n<p>43 &#8211; Wolf Haas, <i>Brenner und der liebe Gott<\/i><\/p>\n<p>44 &#8211; Herta M\u00fcller, <i>Atemschaukel<\/i>*<br \/>\nDar\u00fcber habe ich <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/11\/herta-muller-atemschaukel.htm\">hier<\/a> geschrieben.<\/p>\n<p>45 &#8211; Daniel Keyes, <i>Flowers for Algernon<\/i><\/p>\n<p>46 &#8211; Susie Orbach, <i>Bodies<\/i>*<br \/>\nMeine \u00dcberlegungen dazu stehen <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2009\/11\/korperwelten.htm\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>47 &#8211; M@tt Beaumont, <i>The e Before Christmas<\/i><\/p>\n<p>48 &#8211; Audrey Niffenegger, <i>Her Fearful Symmetry<\/i><\/p>\n<p>49 &#8211; John Irving, <i>Last Night in Twisted River<\/i><\/p>\n<p>50 &#8211; Leonard Cohen, <i>The Favorite Game<\/i><\/p>\n<p>51 &#8211; Wolf Haas, <i>Ausgebremst<\/i><\/p>\n<p>52 &#8211; Christopher Isherwood, <i>Goodbye to Berlin<\/i><br \/>\n<a name=\"alderman\"><\/a><\/p>\n<p>53 &#8211; Naomi Alderman, <i>Disobedience<\/i>*<br \/>\nAuch wenn ich das Buch empfehle: Ich m\u00f6chte den Penguin-Verlag gerne daf\u00fcr w\u00fcrgen, dass er diesen Roman in einer Chick-Lit-Aufmachung in Pastellt\u00f6nen und mit Bl\u00fctenbl\u00e4ttern auf dem Umschlag anbietet; die Innenklappe ist sogar pink. Denn viel weiter weg als von B\u00fcchern, die in launigem Tonfall \u00fcber shoppings\u00fcchtige M\u00e4nnerproblemfrauen schreiben, kann man kaum kommen. <i>Disobedience<\/i> spielt in den orthodox-j\u00fcdischen Gemeinden Englands. Hauptfiguren sind Ronit, die die Londoner Gemeinde als junge Frau verlassen hat und in New York ein modernes Leben f\u00fchrt, und die gleichaltrige Esti, die geblieben ist. Als Ronits Vater stirbt, begegnen sich die beiden wieder. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den Perspektiven dieser beiden Frauen (was der Verlag durch unterschiedliche Typografie klarstellen zu m\u00fcssen glaubt &#8211; er adressiert wohl tats\u00e4chlich Idiotinnen). Sie erz\u00e4hlt von der erf\u00fcllenden Rolle, die fundamentalistische Religion spielen kann, aber auch von Menschen, die daran zerbrechen.<br \/>\n(Tats\u00e4chlich launig ist das Zusatzmaterial meiner Girlie-Ausgabe: Naomi Aldermann f\u00fchrt ihre koscheren Lieblingsrestaurants auf.)<\/p>\n<p>54 &#8211; Kurt Vonnegut, <i>Slaughterhouse 5<\/i>*<br \/>\nDer Beweis, dass das Trauma unmenschlichen Grauens am besten durch wahnwitzige Erz\u00e4hltechnik beschrieben wird, in diesem Fall das Massaker des Feuerbombardements Dresdens 1945. <\/p>\n<p>55 &#8211; Andrew Taylor, <i>Bleeding Heart Square<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier auch f\u00fcr 2009 die B\u00fccher, die mir gut genug gefallen haben, dass ich sie zu Ende gelesen habe. Empfehlungen sind mit * versehen. Vorsatz f\u00fcr die Liste 2010: Sofort Notizen machen, wenn mir ein Buch besonders gut gef\u00e4llt, damit ich nicht erst vor dem Ver\u00f6ffentlichen am Ende des Jahres alles schreiben muss. 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