{"id":64267,"date":"2020-12-31T08:30:30","date_gmt":"2020-12-31T07:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=64267"},"modified":"2020-12-31T08:30:30","modified_gmt":"2020-12-31T07:30:30","slug":"journal-mittwoch-30-dezember-2020-sanct-onuphrius-und-leserinnen-aufmerksamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2020\/12\/journal-mittwoch-30-dezember-2020-sanct-onuphrius-und-leserinnen-aufmerksamkeit.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 30. Dezember 2020 &#8211; Sanct Onuphrius und Leserinnen-Aufmerksamkeit"},"content":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, sehr fr\u00fcher Wecker: F\u00fcr meine letzte Einheit Nach-Reha-Sport wollte ich m\u00f6glichst wenig Gesellschaft. Das klappte gut. Gutes, anstrengendes Training, ich reizte jede \u00dcbung (die ich mangels Ausstattung ja daheim nicht weiterf\u00fchren kann) bis zum Anschlag aus.<\/p>\n<p>Den R\u00fcckweg hatte ich so getimet, dass ich im Eataly kurz nach \u00d6ffnung einkaufen konnte. Das St\u00fcck vom Odeonsplatz dorthin ging ich zu Fu\u00df, unter anderem um nach der Schlange vorm Dallmayr zu sehen (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/NatalieAmiri\/status\/1341674152164544514\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">am 23. Dezember hatte sie so ausgesehen<\/a>). Ging um halb zehn nur bis zum Kosmetikteil von Ludwig Beck.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_01_Theatinerkirche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_01_Theatinerkirche.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"563\" class=\"alignnone size-full wp-image-64297\" \/><\/a><\/p>\n<p>Stolze Barocksch\u00f6nheit Theatinerkirche.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_02_Onuphrius.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_02_Onuphrius.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-64298\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wiederholt war ich vor diesem Haus am Marienplatz stehen geblieben und hatte das \u00fcberraschende Mosaik betrachtet, &#8220;Sanct Onuphrius&#8221; &#8211; ein so obskurer Lokalheiliger, dass sein Name es nicht mal zu den hiesigen Akademikerbuberln der j\u00fcngsten 20 Jahre geschafft hat (wo es zum Beispiel vor Korbinians wimmelt). Diesmal fotografierte ich ihn und schlug daheim nach, f\u00fcndig wurde ich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Onophrios_der_Gro%C3%9Fe\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.munichkindl.net\/onuphrius\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>: Da schau her, ein \u00c4thiopier, ab dem 12. Jahrhundert Stadtpatron M\u00fcnchens, &#8220;Schutzheiliger f\u00fcr Weber, Homosexuelle, Prostituierte und von sexuellen \u00dcbergriffen Bedrohte&#8221;. Es sei Volksglaube, &#8220;dass kein Mensch, der das Bild ansehe, am selben Tag eines j\u00e4hen Todes sterbe&#8221;. <a href=\"https:\/\/www.pinterest.se\/pin\/399694535662243250\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">(Man muss ihn sich wohl etwa so vorstellen.)<\/a><\/p>\n<p>Eataly hatte laut Website um 9 Uhr aufgemacht, doch als ich dort erst mal Obst und Gem\u00fcse ansteuerte, wurde ich vertrieben: Dieser Teil \u00f6ffne erst um zehn. Na gut, bekommt mein Geld halt jemand anders. Salumi, K\u00e4se und Panettone f\u00fcr Silvester verkaufte man mir aber zum Gl\u00fcck. (Die plastikreiche Verpackung bereitete mir ein schlechtes Gewissen, aber die Silvestermen\u00fcs von Restaurants h\u00e4tten mindestens so viel M\u00fcll ergeben.) Obst und Gem\u00fcse holte ich mir auf dem Viktualienmarkt nebenan.<\/p>\n<p>Daheim betrieb ich eine ausf\u00fchrliche Runde K\u00f6rperpflege, machte nochmal Milchkaffee &#8211; und stellte fest, dass ich frei hatte! Also gem\u00fctliches Lesen erst am Tisch, zum Fr\u00fchst\u00fcck Brot und mit Ziegenrolle und Sirupquitten, restlichen Spinat-Pie. Im Bett mit F\u00fc\u00dfehoch abwechselnd Zeitunglesen, Internetlesen, Arbeit an diversen Jahresr\u00fcckblicke.<\/p>\n<p>Sehr sp\u00e4t h\u00f6rte ich die Post an den Briefk\u00e4sten im Haus klappern. Herr Kaltmamsell holte unsere &#8211; darin enthalten eine wundervolle \u00dcberraschung von einer Blogleserin:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_05_Kuechentuecher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/201230_05_Kuechentuecher.jpg\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"423\" class=\"alignnone size-full wp-image-64299\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist so gro\u00dfartig! Ich \u00e4u\u00dfere im Internet den Wunsch, diese Erkenntnis zu &#8220;gesundem Essen&#8221; am liebsten auf K\u00fcchent\u00fccher  gestickt zu besitzen &#8211; und jetzt tue ich das! In der neuen K\u00fcche bekommt die Stickerei einen Ehrenplatz.<\/p>\n<p>Abends bereitete ich die Nachspeise f\u00fcr den Silvesterabend zu: Limoncello-Tiramisu, also <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/rezepte\/tiramisu.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">mein Standardrezept<\/a>, mit <a href=\"https:\/\/donnerhallen.de\/2017\/06\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">diesen Hinweisen von Bella<\/a> abgewandelt. (Wenn es dann noch so hei\u00dfen darf: Ich bin sicher, auch bei dieser Dessert-Erfindung aus den 70ern gibt es inzwischen eine &#8220;Nur-wenn-XY-ist-es-Tiramisu!!!EINSELF&#8221;-Bewegung.) Davon allerdings nur zwei Drittel, zum einen weil ich sonst L\u00f6ffelbiskuits h\u00e4tte nachkaufen m\u00fcssen, zum anderen wies Herr Kaltmamsell vern\u00fcnftig darauf hin, dass wir nur zu zweit sind.<\/p>\n<p>Das Abendessen bereitete Herr Kaltmamsell zu. Ich hatte ihm einen Link zu <a href=\"https:\/\/chili-und-ciabatta.de\/2020\/12\/wuerzig-saure-garnelensuppe-aus-vietnam-canh-chau-tom\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">W\u00fcrzig-saurer Garnelensuppe aus Vietnam \u2013 canh chau tom<\/a> geschickt, unter anderem weil ich wusste, dass er noch einen Block Tamarinde im K\u00fcchenschrank hatte. Wurde eine sehr gute Suppe, die kann es nochmal geben.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Autor Till Raether m\u00f6chte f\u00fcr seinen n\u00e4chsten Roman wissen, wie sich die 1970er angef\u00fchlt haben &#8211; und entscheidet sich, das \u00fcber damals popul\u00e4re Parf\u00fcms herauszufinden. Eine sehr gute Idee.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/tillraether.wordpress.com\/2020\/12\/29\/feinmachen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Feinmachen&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Ich habe sofort die Parf\u00fcmflasche vor Augen, aus der meine Mutter sich in den 70ern beduftete: Es war ein spanisches Colonia, Joya, <a href=\"https:\/\/www.parfumo.de\/Parfums\/Myrurgia\/Joya\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">und sah so aus<\/a>. Mein Vater benutzte nach jeder Rasur spanische Rasierw\u00e4sser, die gerne mal bunt waren. (Meine Mutter erz\u00e4hlt ja, dass in ihrer Ingolst\u00e4dter Jugend in den 60ern die Spanier auf Tanzveranstaltungen beliebte Partner waren: &#8220;Weil die immer so gut gerochen haben.&#8221; Deutsche M\u00e4nner waren damals wahrscheinlich noch im Kernseifen-Stadium und h\u00e4tten es weibisch gefunden, sich zu parf\u00fcmieren.) <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/1a5fbc8e3fed4c9b93420a387ddc45f6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, sehr fr\u00fcher Wecker: F\u00fcr meine letzte Einheit Nach-Reha-Sport wollte ich m\u00f6glichst wenig Gesellschaft. Das klappte gut. Gutes, anstrengendes Training, ich reizte jede \u00dcbung (die ich mangels Ausstattung ja daheim nicht weiterf\u00fchren kann) bis zum Anschlag aus. Den R\u00fcckweg hatte ich so getimet, dass ich im Eataly kurz nach \u00d6ffnung einkaufen konnte. 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