{"id":6555,"date":"2010-01-24T14:59:12","date_gmt":"2010-01-24T13:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=6555"},"modified":"2010-01-24T14:59:12","modified_gmt":"2010-01-24T13:59:12","slug":"mit-leuten-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/01\/mit-leuten-reden.htm","title":{"rendered":"Mit Leuten reden"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereichernd es sein kann, mit fremden Menschen zu reden! Selbst spreche ich so gut wie nie Fremde an, doch ich versuche in der \u00d6ffentlichkeit eigentlich immer angemessen ansprechbar auszusehen. (Ein sehr erfolgreicher Trick: Wenn ich unter Bekannten verrate, wie schwer mir der Umgang mit Fremden f\u00e4llt, halten sie das f\u00fcr einen Scherz.)<\/p>\n<p>Gestern war es die alte Frau in der Stra\u00dfenbahn, der gegen\u00fcber ich mich mit meinem Korb voller Markteink\u00e4ufe setzte. Wir lachten einander an, sie bewunderte meinen Eichblattsalat, und schon erfuhr ich zwischen drei Haltestellen unter anderem, dass sie sich in Nymphenburg einen sch\u00f6nen Tag zu machen gedenke, ihr Mann n\u00e4mlich mit Freunden in die Berge gefahren sei, sie einander auch nach 50 Jahren Ehe noch auf den Arm nehmen, und sie 84 Jahre alt sei. (Ernsthafte Frage: Ab welchem Geburtstag geh\u00f6rt das eigene Alter zu den wichtigsten Informationen, die man anbieten kann?)<\/p>\n<p>Heute versuchte ich beherzt ein weiteres Mal, per U-Bahn zum Dauerlauf nach Thalkirchen zu fahren. Das ist schwieriger, als man zun\u00e4chst meinen m\u00f6chte, weil die Gleise zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz an allen Sonntagen des Januar erneuert werden und die U-Bahnen vor Unregelm\u00e4\u00dfigkeit geradezu irrlichtern. Vergangenen Sonntag gab ich nach 35 Minuten vergeblichen Umherfahrens und Wartens auf und kehrte ungelaufen um.<\/p>\n<p>Heute musste ich lediglich ungewohnterweise an der Implerstra\u00dfe umsteigen. Am Bahnsteig dort erkl\u00e4rte ein Mann von den M\u00fcnchner Verkehrsbetrieben (MVV) zwei Kontrabassisten gerade in englischen Fragmenten die Situation und wie sie zum Marienplatz k\u00e4men. Als die Musiker mit ihren M\u00f6beln in den Aufzug gestiegen waren, fing er meinen Blick auf und seufzte, wie schwer es f\u00fcr ihn sei, auf Englisch W\u00f6rter wie \u201eBauma\u00dfnahmen\u201c auszudr\u00fccken. Wir plauderten ein paar Minuten, bis meine U-Bahn kam, und jetzt wei\u00df ich, dass der derzeitige Gleisumbau lediglich der Anfang ist: Dieses Jahr wird der gesamte U-Bahnhof Sendlinger Tor umgebaut, der MVV-Herr erl\u00e4uterte zahlreiche Details. Eine \u00fcberaus n\u00fctzliche Information &#8211; ich werde die Fahrradsaison dieses Jahr wohl besser sehr fr\u00fch beginnen.<\/p>\n<p>Die Isarwege von Thalkirchen nach Pullach waren fast durchgehend vereist. Das wei\u00df ich auch von den Wegen, auf denen ich nicht selbst gelaufen bin: Fast alle L\u00e4ufer tauschten Informationen aus. \u201eGeht\u2018s unten besser?\u201c \u201eNein, ich bin gerade hochgelaufen, weil ich gehofft habe, dass es hier oben besser ist.\u201c Und: \u201eAuf der anderen Seite ist\u2018s fei noch schlimmer.\u201c Oder gar: \u201eKehren\u2018S besser um, die n\u00e4chsten zwei Kilometer ist es spiegelglatt bis an die Au\u00dfenkanten.\u201c Ich bin dann auch nur zwei Mal ausgerutscht und gefallen &#8211; ohne dass ich mir weh tat. (M\u00f6glicherweise liegt das Geheimnis darin, das Fallen anzunehmen und nach dem Ausrutschen nicht erst durch Gefuchtel zu bek\u00e4mpfen: Rutsch! Und sofort zu Boden sinken lassen, am besten mit Abrollen. Zur \u00dcberpr\u00fcfung dieser Theorie br\u00e4uchte ich allerdings eine gr\u00f6\u00dfere Versuchsreihe. Sie h\u00f6ren in zehn bis zwanzig Jahren nochmal von mir.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereichernd es sein kann, mit fremden Menschen zu reden! Selbst spreche ich so gut wie nie Fremde an, doch ich versuche in der \u00d6ffentlichkeit eigentlich immer angemessen ansprechbar auszusehen. (Ein sehr erfolgreicher Trick: Wenn ich unter Bekannten verrate, wie schwer mir der Umgang mit Fremden f\u00e4llt, halten sie das f\u00fcr einen Scherz.) 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